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226 februar 1998
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Gegen die Logik der Gewalt

Erklärung des 6. Internationalen Treffens des Frauensolidaritätsnetzwerkes gegen den Krieg

Das Treffen des Frauensolidaritäts-Netzwerkes gegen den Krieg fand vom 7-10. August in Novi Sad, Serbien, statt. Etwa 200 Frauen aus allen Staaten Ex-Jugoslawiens, aus den USA, aus Europa, Algerien und der Türkei nahmen an dem Treffen unter dem Oberthema "Die Beteiligung der Frauen im demokratischen Prozess", teil. Die folgende Erklärung zur Situation im Kosovo, Israel und Palästina, Ex-Jugoslawien und Algerien wurde von den Teilnehmerinnen verabschiedet. (Red.)

Israel und Palästina

Als die "Frauen in Schwarz" und ihr Zweig in Jerusalem, als palästinensiche und jüdische Frauen fragen wir nach der Solidarität von Frauen aller Nationen, Religionen und Länder, um für eine gerechte Lösung für die palästinensischen Menschen zu kämpfen, für eine gerechte Lösung für die palästinensischen Flüchtlinge, gegen die Besetzung und die Besiedlung der West Bank, von Gaza, Jerusalem und Herbron und auch der Höhen von Golan und Süd-Libanon.

Wir fordern eine Zwei-Staaten-Lösung und Jerusalem als doppelte Hauptstadt zweier Nationen. Wir fordern die Anerkennung palästinensischer Menschen, die in Israel als Minderheit mit eigenständiger Kultur und gleichen Rechten leben, als BürgerInnen Israels.

Wir fragen nach der weltweiten Solidarität von Frauen unseren gemeinsamen Kampf für Würde, Glück, Sicherheit und die volle Anerkennung von Frauenrechten überall, in der palästinensischen und israelischen Gesellschaft, zu unterstützen. Als palästinensiche und israelische Frauen besteht unsere Solidarität für alle Frauen, die uns aus verschiedenen Ländern begleiten.

Kosovo

Unter der Regierung von Slobodan Milosevic, der Auflösung Jugoslawiens und mit dem Ende der Autonomie vom Kosovo, hat sich die Situation im Kosovo von Tag zu Tag verschlechtert. In der Provinz, wo 90% der Bevölkerung sich als albanisch versteht, häuft sich die Zahl der Menschenrechtsverletzungen gegen die albanische Bevölkerung. Menschen und Wohnungen werden durchsucht, es gibt Verhaftungen, politische Prozesse, physischen und psychologischen Mißbrauch von Inhaftierten und Tötungen ohne Gerichtsverfahren.

All dieses bewegt uns, an die innländische und weltweite Öffentlichkeit zu appellieren, aufmerksam zu beobachten, was in diesem Teil Europas geschieht. Als Frauen aus allen Teilen Ex-Jugoslawiens, aus eurpäischen Ländern und von aller Welt, als Frauen, die für Frieden und Gewaltfreiheit kämpfen, appellieren wir an die internationale Gemeinschaft die Politik der Gewaltfreiheit, der die Kosovo-albanische Bevölkerung trotz aller serbischer Provokationen folgt, zu respektieren. Auch wenn die Logik der Gewalt die einzige zu sein scheint, die die Welt versteht, möchten wir die Zukunft des Kosovo nicht durch sie definieren lassen. Deshalb fordern wir die sofortige Demilitarisierung des Kosovo, ein Ende der hetzerischen Medienkampagne und den Stop sämtlicher politischer Verfahren gegen die, die sich der gewaltfreien Methoden für den Kampf um zivile, menschliche, nationale, gewerkschaftliche und Frauen - Rechte im Kosovo angenommen haben. Wir drücken unsere Solidarität mit allen VerfechterInnen der Gewaltfreiheit im Kosovo aus, besonders mit unseren FreundInnen, die für die Frauenrechte kämpfen. Genauso mit all denen, die unsere Überzeugung teilen, daß nur eine Politik des Dialogs und der kleinen Schritte, basiert auf der Idee der Gewaltfreiheit und der Praxis von Gewaltfreiheit zu einer gerechten Lösung im Kososvo und zu einer glücklichen und sicheren Zukunft für alle, die dort leben, führen kann.

Flüchtlinge

Der Krieg wird solange nicht beendet sein, bis der Moment kommt, wo alle Menschen, die verbannt wurden, wieder in ihr Zuhause zurückkehren können. Aus diesem Grund appellieren wir an unsere FreundInnen aus aller Welt zu helfen, die Politik ihrer Regierungen, die die Rückkehr von Flüchtlingen schnellstmöglich vorsieht, zu stoppen. Obwohl das Daytoner Abkommen behauptet, daß eine Rückkehr der Flüchtlinge möglich sei, haben wir anzuerkennen, daß genau in diesem Moment eine moslemische Familie nicht nach Brcko zurückkehren kann, genauso wenig, wie eine serbische Familie in den westlichen Teil von Mostar oder eine kroatische Familie nach Banja Luka zurückkehren kann. Deshalb appellieren wir an diese Länder, nicht das ,was sie begonnen haben, fortzusetzen und damit ethnische Säuberungen und den Zwang für Menschen nur in solche Gebiete zurückzukehren, wo ihre ethnische Gruppe in der Mehrheit ist.

Algerien

Wir drücken unsere Solidarität mit dem Kampf der algerischen Frauen aus, die von Fundamentalisten, nur aufgrund ihres Verbrechens Frauen zu sein, abgeschlachtet werden. Genauso werden Frauen durch ein undemokratisches Regime und ungerechte Gesetze diskrimiert. Beides, institutionelle und fundamentalistsiche Gewalt stärkt das Patriarchat und häusliche Gewalt.

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