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231 september 1998
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Sofortige Stillegung aller Atomanlagen!

Aktionstag(e) der Anti-AKW-Bewegung in Gronau, Stade, Saarbrücken und Greifswald ab dem 12. September 1998

Nach der Sommerpause, in der die Atomindustrie mit dem Castor-Skandal der Anti- AKW-Bewegung Schützenhilfe leistete, meldet sich die Bewegung im Herbst mit einem Aktionstag zurück. An vier Standorten, die den Atomzyklus symbolisieren, werden Aktionen für die sofortige Stillegung aller Atomanlagen stattfinden. (Red.)

Während die Bündnisgrünen an einem Ausstiegsgesetz mit unverantwortlichen Restlaufzeiten basteln und im Wahlkampf fälschlicherweise "Ausstieg - Nur mit uns! plakatieren, will die Anti-AKW-Bewegung am 12. September deutlich machen, wem die derzeitige Anti-Atom-Stimmung zu verdanken ist und wer folglich einen Ausstieg durchsetzen kann: nicht grüne PolitikerInnen, sondern nur eine machtvolle Bewegung.

Die Sonderkonferenz der Anti-AKW-Bewegung zu Castor-Skandal und grünem Ausstiegs(verwässerungs)gesetz im Juni in Marburg hat für den Aktionstag ein dezentrales Konzept mit vier Standorten beschlossen: die Urananreicherungsanlage in Gronau, in der sogenanntes Uranhexafluorid mit natürlichem Urangehalt auf die für Atomkraftwerke notwendige Konzentration angereichert wird, den Schrottreaktor in Stade bei Hamburg, der zum ohne Transporte bald abgeschaltet werden muß, zum anderen als einer der ältesten Reaktoren ganz oben auf der Stilllegungsliste steht, Saarbrücken als Grenzübergang zu Frankreich, wo die meisten Castor- Transporte von und zur Wiederaufarbeitung die Grenze passieren (und wo daher möglicherweise beim ersten Transport zahlreiche Aktionen stattfinden werden) und das Zwischenlager Nord bei Greifswald als eines der möglichen Zwischen(End-)Lager.

In Gronau beginnen die Aktionen erst am 14.9., da am 13. September ein Aktionstag am Atomzentrum Lingen stattfindet, um einem "Tag der offenen Tür der Atomindustrie die Ausstiegsforderung der Bewegung entgegenzusetzen. Dafür ist in Gronau ein Widerstandscamp bis zum 20.9. geplant.

In Stade beginnt am 12.9. der Aktionstag mit einer Demonstration zum AKW, an dem dann zahlreiche Aktionen stattfinden sollen. Bei Redaktionsschluß dieser GWR war noch unklar, ob die Abschlußkundgebung vor dem AKW oder wieder im Ort stattfinden wird.

Im Saarland stellt der vom Koordinationskreis gegen Castor-Transporte Saar in Saarbrücken organisierte Aktionstag eine gute Gelegenheit dar, sich mit den räumlichen und personellen Strukturen vor Ort vertraut zu machen. Schließlich ist es nicht unwahrscheinlich, daß der erste Castor-Transport nach dem Transportestopp zu einer der ausländischen WAAs in La Hague oder Sellafield rollen wird, und dann sollen zahlreiche Aktionen an der Grenze stattfinden, um diesen Transport (spätestens) dort zu stoppen.

Das Zwischenlager Nord in Lubmin bei Greifswald ist die letzte inländische Ausweichoption der Atomindustrie, nachdem Ahaus sich im Frühjahr als zweites Gorleben entpuppt hat. Die ursprünglich für diesen Sommer/Herbst angekündigten Transporte aus dem stillgelegten Ex-DDR- Forschungsreaktor Rheinsberg nach Greifswald verzögern sich jedoch nicht nur wegen des Transportestopps, sondern auch wegen technischer Probleme, da die West-Transportbehälter nicht für Ex-Ost-Brennelemente ausgelegt waren. Genehmigungen für West-Müll in Greifswald liegen bisher nicht vor, doch ließe sich dieses von den BetreiberInnen bei Bedarf ja nachholen. Die Stimmung in der Bevölkerung vor Ort ist in Greifswald sehr passiv bis deutlich für die Atomindustrie, so daß die Bedingungen für einen lokal zu entwickelnden Widerstand (noch!) sehr schlecht sind. Entsprechend behutsam gilt es, Widerstand zu entwickeln.

Für aktuelle Infos zu Atomtransporten aller Art (nicht nur zu Castor-Transporten) wurde mittlerweile von der Nix- mehr-Kampagne ein Infotelefon eingerichtet: 030/2619812

Andreas Speck
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c/o VSJS
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Fax: 61586

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