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25 jahre gwr
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>> 25 jahre gwr

Anarchistische Organisierung

an die schwankenden

enough is enough is enough is ------ schon lange.
die krise der radikalen linken, an den rand gedrückt, aus den innenstädten vertrieben.
inhalte verwässern zum popdiskurs in den letzten zentren der fassungslosen ohnmacht,
und gib mir dope, gib mir sex, gib mir zufriedenheit, gig mit brennende kirchen, morgen
verreckt die x-te freundin wahlweise, auf jeden fall überdosis. identität muss her, trommeln
sind inout, haare ab, mach mir raster, in grün und chumbawamba haben sich verkauft.
wollen wir baden gehen, oder - schleppen wir uns rüber, ich bin nicht ertrunken - in der taz gelesen, wieviele argumente morde anmachen gesetze witze platzverweise mollis waffen
wieviel oder muss fliessen, bis du zeigst, dieser fluss ist nicht meiner.
zur schere im kopf das skalpell in meinem erbschlecht. der wahnsinn kennt keine sprachkritik, er ist ansteckend. er hat auch meinen namen.
worte, nichts als worte. schluss-an ihren taten messen wir all die sies, ist wo uns ?

enough is enough.

du sagst es steht schlecht um unsere sache
die finsternis nimmt zu die kräfte nehmen ab
wie gehen wir vor, welche wirkung hats, was ist erfolg ???
ursache für das grösste nachkriegsbullenaufgebot zu sein, ist genauso wenig erfolg, wie, wenn hannover bullenburg wegen chaostagen wird. das zweite ist punkerproblem - subkultur ???
friss scheisse, es geht um ihre sicherheit, um ihrer paranoia, um ihre presse, etc..... . und SIE haben damit erfolg. sie setzen nach und nach ihre machtfantasien, zentralismus und überwachung durch. sie manifestieren ihre ideologie mehr und mehr in den köpfen und in unseren bleibt nur verklärte aufstandsromantik.
wir haben den preis für castortransporte hochgetrieben, wir werden ihn nicht nur in form von repression zu zahlen haben. merkel hat ne neue akw-generation angekündigt, hier in deutschland, wir sollten uns nicht überschätzen. rebellion ist berechtigt, aber perspektivisch
ist mehr nötig, als den herrschenden auf die finger zu klopfen.

lets talk about revolution.

was passiert in passau, saarstadt, in wesenburg, in heide oder chemnitz. immer wieder gründen sich feierabend-ags, fuchsen sich in ein thema, schaffen regionale öffentlichkeit,
verhindern vielleicht was, bremsen oder mobilisieren und lösen sich auf. purer reformismus mit pseudorevolutionären attitüden. wieviele „dritte-welt“-soligruppen gabs, wieviele anti-akw-gruppen, wieviele frauengruppen, was bleibt. nicht mal diese erfahrungen sind breiter zugänglich (oh du schon fast heiliges internet); ganz zu schweigen von den ereichten zielen.
was haben all diese gruppen erreicht ?( ähnlich die frage, was hat uns die französische revolution gebracht.) wo wurden tatsächlich stabile, kontinuierliche und revolutionäre strukturen etabliert, wo wurde anarchie als konstruktive perspektive ein massenphänomen. da kamen wir in berlin und frankfurt und demnäxt in köln zusammen, schlugen uns unsere besserwisserei, unsere eitelkeiten, unsere ignoranz und unseren individualismus um die ohren. doch waren die impulse, wo wurde vorher und nachher an den inhalten weiterdiskutiert, wo wurde ausprobiert und ausgetauscht. kommunikation und diskussion setzt vertrauen und zuhören voraus, bedeutet andere ernstzunehmen. warum fällt es tendenziell vor allem männern immerwieder schwer unsoziales verhalten auszugrenzen ?

jetzt nachdem wir soviele jahre gearbeitet haben
sind wir in schwieriger lage als am anfang

warum zum x-ten mal wieder überall vor ort neuer wein in alten schläuchen ? warum hacken eigene leute auf veganerInnen und feministinnen mit genauso viel elan herum, wie auf faschistInnen und kohl. warum belehren altgediente den nachwuchs, warum wird solidarität zum mittel der erpressung. wir, ja WIR, haben vieles erkämpft, erfahrungen gemacht und unseren weg beschritten. warum haben wir unser wir so leichtfertig aufgegeben. mir ist bewußt, daß die tomaten in frankfurt ende der 60er und die entstehung einer autonomen frauenbewegung an mir und meinen mitmännern lag, das diese ignoranz sich bis heute durchzieht. nicht anders in antirassistischen oder im krüppel“bereichen“. dies fängt zu hause an. hier und heute, aber auch die auflösungen. und vorher brauchen wir gar nicht über revolution zu sprechen. über überregionalen austausch.

der feind aber steht stärker da als jemals
seine kräfte scheinen gewachsen

kommunikation und diskussion hin und her, sie bringen nichts, solange sie ähnlich wie die selbstkritik nur individuelle oder kleingruppenwahrnehmungen wiederspiegeln. aktuelle und perspektivische (selbst)einschätzungen sind und müssen überprüfbar sein. dies bedeutet auch, daß ein bewußtsein über benutzte begriffe vorhanden ist, daß theorie und intellektuelles gleichbedeutend sind mit action. mal mehr mal weniger. bücher lesen und schreiben, analyse und abstraktion, bildung und vermittlung sind handwerkszeug, nicht für alle, aber gleiches gilt auch für demos, voküs und hausbesetzungen. die akzeptanz andere anders sein zu lassen fängt
bei einigen morgens schon vorm spiegel an. klar ists nicht schön von sesselpupperInnen die eigene praxis um die ohren seziert zu bekommen, aber es ist doch nicht die frage von ob, sondern wie verhält er/sie sich, wie sieht sein/ihr alltag aus.
wie war das mit den einschätzungen zur machtergreifung von king kohl, dem mauerzufall und der okkupation des ostens, wie wars mit einschätzungen zu jugoslawien, russland und nicaragua undund und? einschätzen setzt recherche, abstraktion und wissen voraus, setzt utopien voraus. was ist, was wird, wie und wie wir hier und da. nächstes jahr sind bundestagswahlen, was passiert, wenn die kanthers, waigels, rühes und merkels eine weitere kleine unendlichkeit den takt blasen. wahlboykott ist ganz nett, aber welche perspektive können wir denn bieten? prinzip hoffnung meinte mal was anderes.
er hat ein unbesiegbares ansehen angenommen
wir aber haben fehler gemacht

eine anarchistische gesellschaft muß üben, muß all den täglich erlernbaren wahnsinn aushalten, beobachten, damit umgehen und brennend geduldig sein, zeit nehmen, wo keine ist, diskutieren, wo dummheit und unwissen das niveau meist bestimmen. die bildung und der aufbau von kommunalen und regionalen anarchistischen zusammenhägen ist die einzige möglichkeit wie wir wieder zu einer bewegung werden. dies bedeutet nicht programme zu schreiben und a’s zu sprühen. es ist vielfältig. theater, musik, bildung, kneipen, betriebe, öffentlichkeitsarbeit, veranstaltungsräume, betriebsarbeit, freie schulen, kinderläden, erholungsräume, platz zum sterben für alte und als krank definierte, und weitere dutzende von möglichkeiten eine andere gesellschaft zu üben und aufzubauen. solidarität heißt nicht einen eigenen richtigen standpunkt oder projekt durchzusetzen oder schlau zu reden. anpacken und erarbeitete ressourcen anderen nutzbar zu machen, gucken, wo kann ich wie helfen. die andere meinung kann abends beim bier, wein, saft und tee erörtert werden, ohne dieses psychodogma „ich weiß besser was für dich und uns gut ist“, ohne die 1000 gelesenen bücher im kopf aufzumachen, damals; damals ist solange tot, wie du und ich nicht unsere ebene als gemeinsame erkennen und auch so verhandeln.

es ist nicht zu leugnen unsere zahl schwindet hin
unsere parolen sind in unordnung
wir lehnen gerichte, gesetze und moralische verpflichtungen ab. unsere analysen und erfahrungen geben uns immer wieder recht. und wer recht hat, gibt einen aus. nicht mal mehr das, dieses wäre eine riesen party und wir nur am feiern. das lächeln verfliegt bei gedanken an all die vergewaltigungen, körperlichen und verdeckten übergriffe, ob schläge, gedrohte und ausgeführte, ob tratsch und klatsch. katharina blum ist halt bessere literatur in einer heiter bis wolkigen winternacht. die alten herren der anarchie mit vorzeige-emma hinterlassen weiterhin eine blutige spur. nein, gerichte sind falsch, aber wie schaffen wir gremien, die uns vor uns selber schützen. wie setzten wir uns gegen diese zu herr-schafft geronnenen männerfantasien durch. wie lösen wir konflikte zwischen obergockeln und gleichpunkt-gruppen. wie bestrafen wir unsoziales verhalten, wie lange, wie verbindlich? pädophilie ist ein kinder- und individuellen-problem bis zu dem tag, wo deinE freundIn, dein kind, deine kollegInnen oder nebenan plötzlich dich und mich überfordern, bis du merxt, was gewalt bedeutet, macht, für innerliche probleme bedeutet. und die, die funktionieren im überleben und verdrängen plötzlich sagen, hilf mir. die erfahrungen sagen, es ist sinnlos, der akt des mordens ist erträglicher, als der alltag, eine story besser als genossInnen auszugrenzen. aber wehe er nimmt die freundin ..., weg. gegenseitige hilfe ist oft scheinbar sehr einseitig, aber oma nebenan den müll runterzutragen oder mal zu babysitten oder mit zum amt gehen oder nen 10-er in solifond zu tun, ist allerunterstes niveau. warum heißt das handwerkszeug bakunin und nicht sexismus in politischen gruppen, warum heißt es stuhlkreis und nicht, was haben wir mitgebracht, warum populistische gurus und nicht do it yourself. warum heißt es nicht in all unseren orten verbindliche gremien zu schaffen, die ergebnisse gemeinsam gestalten und durchzusetzen. eben auch juristische, den chef in die schranken zu verweisen mit direkten aktionen oder die schulschlösser zu verkleben sind nichts anderes als schlechtes wetter zu beendigen oder betroffene zu hören und entscheiden zu lassen, weil ich gar nicht begreife, was dies für ihn/sie bedeutet. wenn dabei die leichen im keller plötzlich als zombies wieder auftauchen, wirds halt zeit für ne männergruppe oder andere vertrauenschaffende maß-nahmen. besser zu spät als nie. und sag niemals nie wenn du down in the subway.

ein teil unserer wörter hat der feind verdreht bis zur unendlichkeit

zwar haben sich an vielen orten anarchistische, revolutionäre und radikale projekte etabliert, aber wie werden sie wahrgenommen. nicht immer ist ein a auf der verpackung auch eine garantie für den inhalt, hier sollte ich den text löschen, jaja, ne, ich mach weiter.
und nicht immer ist ein fehlendes a gleich gegnerIn. binsenweisheiten, aber darauf läßt sich aufbauen.
ob kommune, frauenhaus, buchladen, food-coop oder zentrum. so, wie schlauköpfe und artistInnen die welt bereisen und bereichern können, geht dies in anderer form mit den projekten (kommune-buch). gebe ich meine kollektivideen und schritte im betrieb auf, nur weil die fau versucht betriebsarbeit in reformismus und selbstbeweihräucherung umzumodeln. nein, und nur weil ich mist in meinen liebesbeziehungen gebaut habe, resigniere ich nicht, ich übe, gebe mir mühe und verwechsle liebe nicht mit zurücklehnen, bringe mich in änderungsdruck. nur weil ich hetero bin, ist es mir nicht egal, wenn beim fußball hinter mir gutgelaunte wochendhelden ihre dicken eier in form von kneipenängsten präsentieren. und das heißt noch lange nicht, daß ich mich nicht eines tages in eine unentarnte tunte vergucke und meine sozialisation auf den nerven klavier spielt.
wenn unsere gen-tech-gruppe zum world-aids-day ne veranstaltung macht, die macherInnen anspricht, oder wenn mal wieder kriminalisiert wird, soli-lesungen, feste oder konzerte. aber warum immer szene-mainstream, ein wenig social-beat mit rap-einlagen gefällig? warum immer alles an etikettierten orten mit codierten outfit. wenn die herren mit den schlipsen kommen, so haben sie im schlimmsten fall ihren strick bereits dabei. was ist denn der wesentliche unterschied zwischen schminke, collection und domestos, oder zwischen tofu aus südamerika und den eiern vom bauernhof meiner freundin. ist dies tatsächlich ein maßstab, wohin führt der. ist nicht eine vokü in tatsächlich öffentlichen räumen wesentlich überzeugender? ich finds besser zu etablieren und zusammenarbeit auch mit bürgerlichen zusammenhängen zu suchen, ich will erfolg haben. expo 2000 verhindern auf der einen seite,
kommune, betrieb, zeitung auf der anderen. dazu gehört mehr, als eine gute idee am anfang, im wahrsten sinne des wortes, das ist ein harter job und nur weil es immer wieder ganz böse geschichten über den schwarzen faden gibt, kann ich fragen und erkenne dabei, ich habe möglichkeiten, dies zu beeinflussen. wenn aber immer wieder regional wie über was schief läuft, dann muß, ja MUSS abgerechnet werden, aber öffentlich und ich muß dann auch offen ersichtlich und mit namen auftreten, nicht mich mit pseudogruppennamen oder synonymen tarnen. was bringt wem was, wenn ich es schaffe ein etabliertes projekt in arsch zu machen, die fehler immer bei anderen zu suchen, wenn der kritikzusammenhang nicht eine bessere alternative bieten kann. dies hat grenzen, klaro, aber wie oft werden die im gesellschaftlichen vergleich viel zu hoch gesteckt. unsere projekte werden nicht von übermenschen am leben erhalten, es ist nicht ein 24stundending. ist es nicht einfacher sich trotz wiedersprüchlich-keiten zu assoziieren und die ungleichheiten und verschiedenheiten dem tornado der kabarettgruppen zu überlassen. ist es nicht spannender sich anzuschreien und die fehler sich um die ohren zu hauen, als jahrelang alles richtig gemacht zu haben. wir sollten vom streit der kinder lernen, wir sollten macherInnen anerkennen, und uns nicht an der permanenten rechthaberei abarbeiten, sondern an unseren alternativen. wir sollten rollen erkennen, zum gemeinsamen umformen und nicht zum trennenden.

was ist jetzt falsch von dem was wir gesagt haben einiges oder alles

was ist das ziel unserer handlungen, haben wir es erreicht, mit welchen abstrichen.
was bedeutet dies ziel für unsere bewegung, für mich. wie werden wir mehr. wie halten wir ein ereichtes niveau. was heißt erfolg, ist erfolglosigkeit gleichbedeutend mit ziel nicht erreicht, pleite gehen oder spaltung. was hatte es gutes, welche erfahrungen lassen sich perspektivisch rausschälen. wenn aus genossInnen feinde werden, haben andere verdammtnochmal die verantwortung die hintergründe zu begreifen und soweit zu klären, unter umständen ganz bürgerlich, daß wir nicht in resignation und beliebigkeit verfallen. das wir weiter, daß er/sie weiter dabeisein können. wortwahl und redestil, die art und weise sind allzuoft nur dumpfer vorwand für nichtverhalten. aber wo enough ist, ist enough.
verlaß die stadt.

auf wen rechnen wir noch

sind wir übrigebliebene herausgeschleudert aus dem lebendigen fluss

viele macherInnen übernehmen immerwieder verantwortung, sie haben eine rolle, ob sie wollen oder nicht. irgendwann, meist sehr schnell werden sie zur hierachie. gemacht.
wenn sies nicht machen, machst du es?
oder die anderen lehnen sich bequem zurück und eine rolle wird verinnerlicht, zur hierachie
und dem nicht-mehr-loslassen-können. fachidotie und reduzierter blickwinkel schaffen
einen hauptwiederspruch. ein erkämpfter und erarbeiteter ruf wird zur falle, es wird geklammert, bis von revolution nur noch pfründe und machterhaltung bleibt. dabei müssen zwangsläufig auch ein paar finger gebrochen werden.
zwei seiten einer alten und immerneuen sonderprägung. wo rollen und verantwortung nicht bestimmt werden, wo vertrauen und miß verwexelt werden, wo zugeguckt wird, wie das zu weit ins messer rennen wird, da haben wir verloren. wer spricht mit der presse, wer hält reden, welche vertritt uns, welche verwaltet geld und ressourcen, es liegt in unserer hand.
ist sie offen, sind es die handflächen, die wir sehen, wenn sie ein kollektiv gründen, werden nicht UNSERE erwartungen enttäuscht, nicht nach ihren möglichkeiten geguckt. setzen wir nicht maßstäbe, die sie zu göttlichen machen, um sie dann zu stürzen. ein ganz mieses spiel.
danach die hände einmal mehr in unschuld waschen. das konnt ja nichts werden. anstatt zu fragen, was können wir reintragen, gehen wir rein und maulen, daß unsere medizin fehlt, das politik und mission den falschen ausdruck haben und noch viel schlimmer, daß die involvierten personen, nix gegen deeeeen widerspruch machen, den sogar stehen, ja , das wort paßt, den widerspruch stehen lassen. verrat. ausschluß, kopf ab.
wer/welche macht was, fängt hier nicht transparenz an. da steckt doch x hinter, wird so nicht dieselbe verhindert. entweder ich engagiere mich für was, oder ich tus nicht, schimpfend in der ecke sitzen ist zwar bequem, aber auch nutzlos. wenn ich nicht die zeit habe, mich was interessiert, ich was mitkriegen möchte, helfen will, dann gibts wege. trotz aller schwierigen lebenslagen. wenn die macherInnen mich übersehen und blocken, hängenlassen, dann bin ich wahrscheinlich nicht der oder die einzige. transparenz schafft mehr möglichkeiten, mehr wege. wenn es um gegenmacht geht, gibt es machtpositionen, aber das a steht im mittelpunkt,
und somit ist alles wiederrufbar, auch meine rolle oder position. wenn du was oder mich vertrittst und ich das nicht will, dann erhebe ich meine stimme.

werden wir zurückbleiben keinen mehr verstehen und von keinem verstanden

das klingt so einfach, ich denke vieles ist es auch. jetzt mal nach dem motto, wie schaffen wir eine revolutionär anarchistische bewegung bis zum jahr 2000. wie erreichen wir anarchistische aufstände und rebellionen in den näxten fünf jahren. dies soll eine orientierungshilfe sein, konstruktive ideen in einer desoluten situation, die beispiele sind so richtig, wie meine meinung und erfahrung und so falsch vielleicht wie deine. ich habe sie als aufhänger gewählt, um nicht zu sehr in abstraktionen zu landen. und gerne erfahre ich, wo ihr im text wiedersprüche entdeckt. wenn ihr mein leben ( und eures?) betrachtet, werden vielleicht sogar einzelheiten unglaubhaft, aber gleich alles ???
meine diskussionen der letzten jahre haben mir eins deutlich gemacht. je etablierter und mächtiger einE anarchistIn in einemihremseinem projekt, desto grösser die wahrscheinlich-keit, daß er oder selten sie dem ausmaß zustimmen, die kritik billigen können. sie entziehen sich, schweigen, wischen vom tisch, lächeln, oder sagen, daß sie mit ihrem tun zufrieden sind, es reicht. mir reicht dieser individualismus, diese kaum erreichbare arroganz der macht und der gewohnheit. die meisten gestandenen herren müssen nett gefragt und einbezogen werden, jeder von ihn kennt mindestens einen guten grund, warum jeder versuch eigentlich gescheitert
ist, scheitern wird, und hat drei bekannte im gleichen alter selten im eigenen ort, die ähnliches mit ihrem schwerpunkt sagen.
aber de facto, sie sind seit jahren teil der szene, sie tun zumindest so, auch das stelle ich in frage, und was haben sie bewegt, erreicht. danke, es reicht. ich erkenne an, daß sie projekte und erfahrungen geschaffen, die ich interessant finde, daß ihre strukturen erst diesen text ermöglichen, breiter zugänglich machen. ja und, warum hat revolution im moment so wenig perspektive. vielleicht stosse ich ne diskussion an, vielleicht interpretieren ältere bekannte einen von mir gegen sie gerichteten affront in den text, vielleicht war dies ein schlechter versuch, und vielleicht machst du demnäxt einen und endlich sind wir wieder im rennen. vielleicht kommts noch schlimmer.

müssen wir glück haben

bestandsaufnahme
was passiert vor ort, anarchistisch oder dem nahestehend, wo sind leute von uns aktiv involviert
wie wirken sie mit welchen folgen dorf landstrich stadtteil stadt
wie siehts in der schule uni betrieb amt stadtviertel/ort aus
welche art von kinder/schülerInverwaltung und jugendzentren + kinderläden/ajzs
welche treffpunkte mit welchen schwellenängsten und welcher nachbarschaft
wo gibts welchen austausch vor ort/darüberhinaus (graswurzel, a-feministinnen, autonome,
fau lerIn, tierbefreierInnen, unabhängige)
wo gibts welche gesellschaftliche relevanz (einschätzung anderer)
welche altersstruktur und welche konflikte
finanzielle situation
repression (staat, bullen, politszeneN,klatsch,etc.)
öffentliches auftreten (formen und orte)
räume und (institutionalisierte) projekte auf allen ebenen

viele fragen, aber die meisten lassen sich kurz beantworten und auf fast jedem überregio-nalen treffen tauchen sie früher oder später auf. die antworten vereinfachen eine kollektive
einschätzung.

so fragst du

wofür das ganze

platt gesagt geht es mir um eine schlagkräftige und aktuelle anarchistische bewegung.
anarchistische tagespolitische wie perspektivische forderungen und kämpfe, die sich regional
wie darüberhinaus einmischen, projekte, die die utopie umsetzen, so weit, wie möglich.
das kann aber nur funktionieren, wenn ein überregionaler und regelmässiger austausch
stattfindet, bevor der staat uns dazu zwingt.
wenn die aktuelle situation hierfür alles andere als rosig erscheint, siehe die szenen in hamburg, berlin, frankfurt oder die jahrelangen querelen in und um die fau, dann ist dies für mich grund genug, zu überlegen, wie kommen wir aus dem schlamassel wieder raus. schließlich haben wir uns auch dareinmanövriert und solange wir nicht schluß sagen, wird es sich wohl kaum ändern.
ich hab auch kein interesse mich mit zehn leuten zusammen zu setzen, um dann eine weitere kurzlebige oder personenfixierte/parteiorientierte kleinstorganisierung aufzubauen. wir sollten uns zeit nehmen.
diese ent-wicklung betrifft theorie und praxis. mir ist bewußt, daß eine derartige trennung zutiefst (pfui) unanarchistisch ist. gibt es gruppen, orte und möglichkeiten minikongresse abzuhalten, die den anarchistischen bestand aufnehmen, ähnlich dem leider auch nicht so gut laufenden historikerInnentreffen. hier könnten positionen aktualisiert und fixiert werden oder ähnlich wie zur bundestagswahl vor jahren überregionale kampagnen/auftritte koordiniert werden. auch wäre hier die möglichkeit in unseren zeitungen wieder breitere und fruchtbare diskussionen zu führen, ohne gleich wieder in kleinkariertes schädelspalten zu verfallen oder
harmonischen familienersatz zu beschwören.

erwarte keine andere antwort als die deine

wenn ich jetzt die einzelnen schwerpunkte aufgliedere, gehe ich davon aus, daß jedeR das vertrauen hat, daß ich nicht schubladen aufmache. eine kommune paßt meiner meinung nach unter viele dieser überschriften und patriachat ist auch wesentlicher bestandteil aller anderen .
ökonomie/kapitalismus/imperialismus, militarismus, kultur, patriarchat/sexismus, rassismus/antisemitismus/gehandicaptismus, historie/tradition,pädagogik/“sozialisation“/psychologie, repression (wir-die), utopie
die aufteilung kann, muß regional meiner meinung nach, anders laufen. hier ists der stadteil, die betriebe, schule, uni, politags, etc.. aufm lande ists nochmals anders. diskussionen, die auf uns warten ?
hier tauchen die schon vorhandenen und aktiven projekte auf. welche rollen wollen und können sie übernehmen. wie kriegen wir möglichst viele an einen tisch ohne richtungskämpfe und dem nervenden „ wir von ... schon lange ... überflüssig“.
hallo kommunen, antifas, projekte, verlage, zeitungen, ags, projekt a, bad, frankfurter ansatz,
fau, iafd, graswurzel, anarchafeministinnen, punkbands, schreiberInnen, .......... .
wo und wozu zeitungen,an/archive und gesellschaften, wie bringen wir sie und uns mehr in die öffentlichkeit.
nochmals zur verdeutlichung: es geht um örtliche, gruppen- und strömungs-autonomie. eine abgrenzung findet sowieso auf allen ebenen zum teil exzessiv statt. dies soll im sinne einer bewegung und eines ziels zurückgeschraubt werden. dabei ist es von größter bedeutung detailliert die utopien aufzugliedern. was heißt heute für uns revolution. bürgerInnenkrieg, aufstand, transformation, zersetzung, etc.. dies heißt auch zumindest die verschiedensten
ansätze zu dulden. kritik als auseinander-setzen und klärung.

bertold brecht

hagen im monat 97
als ich dich noch nicht kannte
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