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262 oktober 2001
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Subcoma

Rezeptvorschläge für eine neue Gesellschaft

P.M.; Subcoma - Nachhaltig vorsorgen für das Leben nach der Wirtschaft. P.M.s hilfreiches Haushaltsbuch, Paranoia City Verlag, Zürich 2000, 192 S. / 24 DM

Der Begriff "Subcoma” steht für SUBsistenz (-wirtschaft), COmmunity (Gemeinschaft), A(nti)-Patriarchat, und umfaßt somit die Grundpfeiler einer Lebensweise, die auf eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft abzielen. Vorweg: Auch dieser p.m. ist lesenswert und ein wichtiger Beitrag für eine Diskussion darüber, WAS wir wollen - im Gegensatz zu dieser permanenten Verteidigungssituation, gegenüber den Dingen, die wir nicht wollen. Richtiges haushalten ist Voraussetzung für ein einigermaßen geregeltes Leben, und für die Sicherung einer Zukunft unserer Kinder. Nun leben wir allerdings schon seit Jahrzehnten über unsere Verhältnisse und auf Kosten derjenigen, die nicht zur sog. 1. Welt gehören. Wir haben längst die (Öko-) Schwellen überschritten, wo es vielleicht noch geholfen hätte, wenn wir hier ein bisschen Strom sparen, da etwas weniger autofahren usw. Um in dieser Welt eine Art (nicht nur ökonomische) Gerechtigkeit herzustellen, müßten wir als erstes unseren Verbrauch an Energien und Ressourcen um das 6fache verringern. Das 3-Liter-Auto reicht nicht aus, wir brauchen Ideen, wie das Auto weitgehend abgeschafft werden kann.

Die ersten 24 Seiten bestehen fast nur aus Zitaten von Statistiken etc., wie die Welt sich gibt und wovon wir weg wollen. Dann 72 Seiten mit Vorschlägen wie wir davon weg kommen könnten, und 60 Seiten darüber, wo wir eigentlich hin wollen, und Vorschläge für eine lokale Umstrukturierung Zürichs. Seit "bolo'bolo” ist p.m. sicher auf der einen Seite kompromissbereiter geworden (für das Wohnprojekt KRAFTWERK 1 werden Bankkredite in Anspruch genommen, mit Institutionen verhandelt etc.), aber auf der anderen Seite wirkt "Subcoma” wesentlich radikaler als alles zuvor veröffentlichte (den "linken Krimskrams” vergessen, denn es gibt keine Tradition, die es wert wäre fortzusetzen). Seine unerbittliche Kritik an Kapital, Patriarchat aber auch eben den Linken, öffnet das Gespräch wieder nach allen Seiten, und wer, wenn nicht wir AnarchistInnen, sollten das willkommen heißen und vorantreiben.

Jochen Knoblauch
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Anmerkungen

Dieser Tage erscheint auch als Espero-Sonderheft die p.m.-Broschüre "Keine neuen Helden” (ca. 36 S. / 6 DM bzw. 3 Euro) mit kleinen Texten von ihm, die z.T. bisher unveröffentlicht sind in der Edition Anares.

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