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antimilitarismus
>> 265 januar 2002

Maulkorb für Antimilitaristen

Der Lehrer Bernhard Nolz wurde wegen einer Anti-Kriegs-Rede vom Dienst suspendiert

Bekanntlich ist nichts erregender als die Wahrheit. Und nichts ist revolutionärer, als das laut zu sagen, was ist.

Bernhard Nolz ist seit Jahren aktiv bei den "Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden". Bis vor kurzem war er Lehrer an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Siegen. Er hat auf einer Kundgebung "Gegen Terror, Gewalt und Krieg" der Siegener SchülerInnen am 18. September gesagt, was er denkt. Die wehrpflichtigen Schüler hat er ermutigt ihr Recht auf Kriegsdienstverweigerung wahr zu nehmen und alle DemonstrationsteilnehmerInnen hat er aufgerufen sich für eine gewaltfreie Konfliktlösung und gegen Kriege zu engagieren.

Bernhard Nolz: "Das reichste Land der Welt kommt seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nach und bezahlt seine Beiträge (an die UNO) nicht. Derselbe Staat stellt jetzt 40 Milliarden bereit, um aufzurüsten und andere Länder mit Krieg zu überziehen."

Wer in Kriegszeiten solche Wahrheiten äußert, riskiert, dafür bestraft zu werden. Lehrer Nolz wurde vom Dienst suspendiert.

Zuvor hat die Siegener Zeitung unter dem Titel "Schwere Geschütze für den Frieden" gegen ihn polemisiert. Und die Bildzeitung hat ein Interview mit Paul Breuer, Mitglied des Bundestags und verteidigungspolitischer Sprecher der CDU, veröffentlicht. Dort unterstellt Breuer dem Kriegsgegner Bernhard Nolz: "Dieser Mann empfindet klammheimliche Freude über das in New York Geschehene. Er muss aus dem Staatsdienst entfernt werden." Der in Siegen lebende CDU-Politiker wirft dem Lehrer "krude pazifistische Ideen" vor, mit denen "wir heute von der RAF regiert würden". Und in einem Brief an Wolfgang Clement fragte Breuer den "sehr geehrten Herr(n) Ministerpräsident", wie es angehen kann, "dass eine solche massive geistige Umweltverschmutzung" gefördert wird.

Paul Breuer, der während des 2. Golfkriegs 1991 die US-amerikanische Flagge in seinem Garten gehisst hatte, informierte zudem den Staatsschutz. Auf der Seite des linken Internetprojektes nadir, das im aktuellen Verfassungsschutzbericht als ein "Informationsportal" mit Aktivitäten von "Linksextremisten" erwähnt wird, gäbe es einen Link zu den "Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden".

Bei nadir gab und gibt es Links u.a. zur graswurzelrevolution, zu Pax Christi, der DGB-Jugend sowie zu etlichen DGB-Einzelgewerkschaften.

Bernd Drücke (GWR-Red.)
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