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Aphrodite, Apfelkitsche

Jörg Siegert: Aphrodite, Apfelkitsche. Über Erbauliches und Vertrauliches, Verfängliches und Vergängliches. Packpapier Verlag, Osnabrück 2015, 91 S., 5 Euro

"Ich bin nicht glücklich, bin nicht Sisyphus: / Schleppe mich hoch - für einen Kuss, / Raffe mich auf, raffe gar garstig nichts. / Würdigt Aphrodite mich eines Blicks?"

Jörg Siegert ist Herausgeber der "Luftruinen - Flugschriften für Freigeistkultur". Nun hat er einen neuen Gedichtband geschrieben. In "Aphrodite, Apfelkitsche" geht es um genau das: "Verfängliches und Vergängliches, Erbauliches und Vertrauliches". Siegert spricht von Liebe, Sex und dem Altwerden, seine Texte sind (un)alltägliche Augenblicke, kluge Reflexionen, die wortgewandt die Welt begreifen, und doch federleicht verschwimmen.

Auf jeder Seite: der Konflikt zwischen Geist und Materie, zwischen Liebe und Körper, dem Körper, der nicht mehr weiter kann. "Der Lack ist zerkratzt" schreibt Siegert, "hab' kaum Fahrpraxis, / bin zerfahren, fahrig, / war zu lang / im Leergang. / Willst Du mich/ -trotzdem- / abschleppen?". Resignation und dann -trotzdem- Auflösung, Lachen. Siegert spielt eine absurde Komik, Slapstick im Grunde, findet beim Jonglieren auf der Kante der Verzweiflung immer wieder die Balance zurück. So ist Aphrodite, Apfelkitsche (bei all seiner Traurigkeit) ein optimistisches Buch. Die Gedichte erzählen vom Scheitern, aber auch von Leichtigkeit, von Lebenswillen, der alles Ernste zu transzendieren scheint.

Aphrodite Apfelkitsche ist gerade deshalb auch ein politisches Buch. "Utopia! Oder: Terra incognita! / Ist da, ist nah. - Hoffen wir, ja. / Unterwegs, das ist, was wir sind. / Frei flattert die Fahne im Wind." Von Jörg Siegerts Gedichten können wir lernen, dass es okay ist, zu träumen, zu kämpfen, optimistisch zu bleiben. Alles andere wäre grau, wäre Alltag, wäre Tod. " Erlebte Persönliches / Schrieb Versöhnliches / Erlebte Sinnliches / Nun ersinn ich es."

Mischa Berlioz
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