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stern / zerbrochenes gewehr
anarchismus 8.7.2004 

8. Anarchistisches Sommercamp

Kesselberg 31. Juli - 7. August 04

Vom 31. Juli bis 7. August findet auf dem Kesselberg nahe Berlin das 8. Anarchistische Sommercamp statt - statt wie gewohnt erst alle zwei Jahre nun doch im Jahre 2004 und gemeinsam mit dem Ya Basta-Netz.

Die letzten zwei Camps fanden auf Burg Luther statt. Die anarchistische Kommune nördlich vom Harz bot sehr gute Möglichkeiten, die die Organisation sehr vereinfacht hat. Aber dieses Jahr sind wir auf dem Kesselberg nahe Berlin. Dieses Gelände scheint auch sehr geeignet zu sein. Ihr werdet sehen. Aber leider nicht so komfortabel. Einiges könnte noch gebaut werden.

Herrschaftsfreiheit leben

Auf den bisherigen A-Camps hat sich gezeigt, daß es wichtig ist, einen Ort zu schaffen, an dem sich regelmäßig Menschen (wieder-) treffen, um anarchistische Theorie und Praxis miteinander zu verbinden und zusammen einen spaßigen Urlaub zu verbringen. Uns ist klar, daß ein zeitlich begrenztes Camp einem Rückzug auf eine Insel gleicht. Doch schaffen wir uns gerade dadurch einen Freiraum jenseits der alltäglichen gesellschaftlichen Normalität und ermöglichen uns, unsere Ideen vom herrschaftsfreien Zusammenleben umzusetzen und weiter zu entwickeln. Grundkonsens ist, dass Herrschaftsfreiheit mit sexistischen, rassistischen und patriarchalen Verhaltensweisen nicht vereinbar ist. Überhaupt sind Diskriminierungen aller Art nicht zu dulden und Leute, die hier anderer Meinung sind, haben auf dem Camp nichts verloren. Wir gehen davon aus, daß sich alle auf dem Camp aktiv einmischen, wenn sie solches Verhalten wahrnehmen und das alle zusammen dafür sorgen, daß der herrschaftsfreie Raum erhalten bleibt. Dennoch muß grundsätzlich auch immer Zeit sein, sich mit Herrschaftsverhältnissen und ihren Auswirkungen auseinanderzusetzen. Wir als Organisationsgruppe verstehen uns selbst nur als Teil des Camps und letztendlich hängt von allen TeilnehmerInnen ab, was funktioniert, Spaß macht und wie weit wir unsere Utopien umsetzen.

Selbstorganisierte Vielfalt

Wie in den letzten Jahren wäre es schön, wenn sich eine Reihe von Workshops ergeben. Die Inhalte werden von den TeilnehmerInnen des Camps vorbereitet. Wir als Vorbereitungsgruppe tragen lediglich die angekündigten Workshops zusammen und versuchen, einige Leute und Gruppen anzusprechen.

Falls ihr Ideen habt, was ihr organisieren wollt, meldet euch bei uns. Wir hoffen, dass es einführende Workshops geben wird, die sich mit den Grundlagen des Anarchismus beschäftigen, diverse anarchistische Strömungen vertreten sein werden und verschiedene Ansätze vorgestellt und diskutiert werden.

Denkbar wären auch Workshops zu verschiedenen Themen wie: Antimilitarismus, Arbeit, Leben in einer Kommune, Pädagogik/Antipädagogik... Vielleicht auch auf einige praktische Workshops: Terrassenbau, Kompostklobau, Biokläranlage bauen, Baumklettern, Zeitung oder Radio machen bis zu Strassentheater. Auch die Anarchie der Geschlechter, also Themen wie: Antisexismus, Intersexualität, Kritik der RZB (romantischen Zweierbeziehung) usw. sollten nicht zu kurz kommen.

Letztendlich hängt dies aber davon ab, was ihr macht und vorbereitet, also meldet euch zahlreich mit Dingen, die ihr machen wollt. Die gewohnte Vielfalt des A-Camps ensteht erst, wenn diejenigen, die zuhause sowieso zu irgend einem Thema praktisch oder theoretisch arbeiten, einen Workshop vorbereiten und anbieten.

Das gilt in ähnlicher Weise für die gemeinsame Organisation des Camps. Wir werden zwar die Vorbereitung gemeinsam mit anderen Gruppen übernehmen, aber ohne Leute, die das Camp auf- und abbauen, aber auch ohne Camp- und Küchenorga, Essen besorgen, kochen usw. geht natürlich gar nichts. Die Vorbereitungsgruppe wird mit Beginn des Camps aufgelöst.

Auf jeden Fall soll es ein möglichst reichhaltiges Kulturprogramm geben. Wenn ihr Musik machen, Kabarett- oder Theaterstücke aufführen oder das Abendprogramm füllen wollt, meldet euch bitte bei uns. Auch gute Videos könnt ihr gerne mitbringen. Auf dem Gelände ist auch Platz für Spiel und Tanz, bringt einfach Bälle usw. mit.

Auch wenn ihr euch zutraut, als Sanis kleinere und größere Wehwehchen zu behandeln oder ihr irgendeine Sanitätsausbildung habt, meldet euch bei uns, denn wir brauchen unbedingt noch Camp-Sanis für Notfälle. Auch eine Reihe weiterer organisatorischer Probleme sind noch zu lösen und werden auf die Homepage gesetzt.

Ya Basta @ A-Camp

Wir laden dich ein zum Ya-Basta Sommercamp im Rahmen des A-Camps. Wir sind Menschen aus dem Ya-Basta-Netz, inspiriert und beflügelt durch die Ideen und Aktionen der Zapatistas in Chiapas, Mexico. Wir wollen die Tage des A-Camps nutzen, uns mit anderen Menschen auszutauschen, die wie wir in eben diesen Ideen einen möglichen Weg sehen, die Dinge zu ändern. Einen Weg zu einer Welt, in der ein würdevolles Leben für Alle möglich wird.

Wir wollen uns informieren und austauschen:

  • Grundsätzliches, Einführendes und Aktuelles zum Zapatistischen Aufstand in Chiapas/ Mexiko, Menschenrechtsarbeit, Campamentos Civiles por la paz („zivile Friedenscamps“), Kritische Reflexion der neuen zapatistischen Organisationsstruktur der "Juntas de Buen Gobierno"
  • Berichte aus unseren Städten, Regionen, Kämpfen: Welche politischen/sozialen Prozesse nehmen wir derzeit wahr? An welchen Punkten stehen wir und gegen welche Windmühlen haben wir zu kämpfen?

Wir wollen uns Fragen stellen und Antworten finden: Was bedeutet "Alles für Alle!" für uns hier und heute? Wie könnte "eine Welt der vielen Welten" aussehen? Was können wir von den Zapatistas und ihrem Verständnis von Politik und Widerstand lernen? Was bedeutet, "den Zapatismo" hier, "im Herzen der Bestie" zu leben? Was läßt sich vom zapatistischen Kampf im Lakandonischen Urwald überhaupt in unsere Wirklichkeiten übertragen?

Wir wollen uns (weiter) vernetzen und (noch besser) koordinieren: Organisierung unserer Widerstände; Vermittlung unserer Kämpfe; Kennenlernen anderer Aktions- und Widerstandsformen; Vernetzung autonomer Räume und Lebensformen; Austausch und bessere Koordination von Chiapas-Infoveranstaltungen, -Infomaterial etc.

Wir wollen uns unsere eigene Geschichte aneignen, Erfahrungen austauschen und Perspektiven öffnen: Politisch bleiben über 30; Politisch sein mit Kindern; Rebellische Alltagspraxen; "VeteranInnentreffen": was ist denn nun damals im Lakandonischen Urwald mit uns passiert...? und was ist aus uns geworden?

Wir wollen die Zapatistas in Chiapas konkret unterstützen: Direkte, materielle Soli-Arbeit für die Aufständischen in Chiapas koordinieren; Bekanntmachung und Weiterentwicklung konkreter Projekte; Kommunikation mit dem Südosten Mexikos; Malen eines Wandgemäldes auf dem Kesselberg.

Wir wollen die Durchführung des Camps selbst als Inhalt begreifen: gemeinsam Kochen, Kinder betreuen, konstruktiv mit internen Konflikten umgehen, Infrastruktur aufbauen und instandhalten, Feste feiern, uns in Selbstorganisation üben und sowohl Verantwortung als auch Erholung kollektivieren.

Wir wollen die Welt verändern.

Vernetzung mit Anderen

Das A-Camp bietet die Möglichkeit, zu überlegen und auszuprobieren, wie wir leben wollen. Jenseits vom alltäglichen Kampf gegen Autoritäten, sexistischer oder rechter Anmache und anderen in dieser Gesellschaft leider selbstverständlichen Widerwärtigkeiten. Auch die Überwindung dieser Herrschaftsverhältnisse in unserer eigenen Lebenspraxis. Um den Widerstand gegen Herrschaft und Unterdrückung überall in der Welt weiterzuführen und mit den Inhalten des A-Camps zu verknüpfen, sollten wir versuchen, das Camp mit konkreten politischen Auseinandersetzungen zu vernetzen. Deshalb ist es gut, wenn es Leute gibt, die an diesen Auseinandersetzungen beteiligt sind und auf dem Camp aktuelle Entwicklungen und Planungen darstellen können. Gut wären auch Kontakte zu anderen libertären Camps oder Karavanen usw.... toll wäre auch, wenn Leute aus anderen Ländern vorbeikommen würden, falls ihr also da Kontakte habt... sowieso freuen wir uns auf viele Kinder (es soll auch eine Kinderbetreuung geben).

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Anmeldung und weitere Infos:

A-Camp
c/o A-Laden
Rathenowerstr. 22
10559 Berlin
www.acamp.tk


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