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stern / zerbrochenes gewehr
anti-atom 25.10.2005 

Castortransporte am Totensonntag

Nach Informationen der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) sind die ursprünglich für den 5. November anvisierten Castortransporte nach Gorleben nun um zwei Wochen verlegt worden. Voraussichtlich am Wochenende des Totensonntag (19./20.11.) soll die hochradioaktive Fracht nun per Bahn aus dem französischen Verladebahnhof in Valognes rollen.

Nach Einschätzung der BI soll durch die Terminänderung der Affront vermieden werden, ausgerechnet am 7. November, dem Todestag von Sebastien Briat den Transport durch Trauerkundgebungen und Mahnwachen an der Bahnstrecke zu schicken. Briat erlag beim letztjährigen Castortransport nach Gorleben seinen schweren Verletzungen, als er in Frankreich vom Fahrtwind des mit 98 km/h rasenden Atomzuges angesogen und überrollt wurde. Die Ermittlungen der französischen Staatsanwaltschaft gegen die Bahnbetreiberin SNCF dauern an.

Für den 7. November werden bundesweit an vielen Bahnhöfen um 18 Uhr Trauerkundgebungen vorbereitet.

Die BI wirft den Verantwortlichen in der Industrie "reines Finanzinteresse" und der Politik "planloses Versagen" vor. "Der inzwischen neunte umstrittene hochradioaktive Atommülltransport nach Gorleben soll wieder mit einem fünfstelligen Polizeiaufgebot, gegen den Willen der Bevölkerung durchgeboxt werden, obwohl seit Anfang der Achtziger Jahre bekannt ist, dass das geplante Endlager in Gorleben radioaktive Stoffe nicht vor dem Eintritt in die Biosphäre abhalten kann", so der BI-Sprecher. Mit weiteren Transporten in die oberirdische Zwischenlagerhalle werde der Standort als entgültiges Atommüllklo immer wahrscheinlicher gemacht.

"Die Stimmung bei den Atomkraftgegnern ist zusätzlich dadurch aufgeheizt, dass das Bundesumweltministerium kürzlich in einem Brief an den Ausschuss Atomanlagen des Landkreises Lüchow Dannenberg bestätigte, dass das Deckgebirge über dem Gorlebener Salzstock keine Funktion einer Schutzbarriere erfüllt", fasst der BI- Sprecher zusammen. Die BI rechnet an den Transporttagen mit erneuten Demonstrationsverbotszonen von 70 km Länge und bis zu 1000 m Breite zwischen Lüneburg und Gorleben. Eine Beschwerde dagegen ist von der BI beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.

Francis Althoff
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Tel.: 05841/4684

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