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stern / zerbrochenes gewehr
anarchismus 8.6.2014 

Erich Mühsam Fest 2014

Samstag, 12. Juli 2014, 16 Uhr / Berlin-Friedrichshain

Vor bald 80 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1934, wurde der jüdische Dichter und Publizist Erich Mühsam im KZ Oranienburg bestialisch ermordet. Er war eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Bohème, emanzipatorischer Querdenker und gehörte als Revolutionär zu den Hauptakteuren der Münchner Räterepublik. Durch monatelange Folter entstellt, fand man seine sterblichen Überreste am 10. Juli 1934 aufgehängt in der KZ-Latrine. Dass er damit eines der ersten prominenten Opfer der NS-Diktatur wurde, war kein Zufall. Zum einen hatten die Nazis nicht vergessen, dass Mühsams Entlassung aus der Festungshaft 1924 ein Nebeneffekt jener Amnestie war, die eigentlich Hitler galt. Zum anderen hatten sie in Mühsam – zu Recht – einen ihrer gefährlichsten Widersacher erkannt. Er baute die Rote Hilfe mit auf und war einer der wenigen, die bis zum Schluss für eine Einigung der ideologisch zersplitterten Linken gegen den Faschismus kämpften.

Schon von 2001 bis 2004 wurde in Berlin das Andenken des großen Menschenfreundes Mühsam – jeweils am Wochenende nach dem Jahrestag seiner Ermordung – mit einem stetig wachsenden Fest gefeiert. Am Todestag deshalb, weil die Umstände seines Todes mehr über sein Leben verraten, als das Datum seiner Geburt. Als lebensbejahendes Fest deshalb, weil er sich genau das gewünscht hätte. „Menschen, lasst die Toten ruh’n und er erfüllt ihr Hoffen!“ – so heißt es in einem seiner Gedichte und an anderer Stelle fordert er dazu auf, Rotwein über seinem Grab zu trinken.

In diesem Geiste wurde das Erich Mühsam Fest von Berliner Künstlern und Vertretern verschiedener linker Gruppierungen als offenes gegenkulturelles Podium mit Lesungen, Konzerten, Ausstellungen, Performances, Vorträgen und Diskussionen konzipiert. 2001 lockte das erste noch sehr improvisierte Fest ca. 300 Menschen in das entlegene Fort Hahneberg, 2002 waren es schon ca. 600. Ins Stadtbad Oderberger Straße kamen 2003 mehr als 1.000 Menschen, und zu seinem 70. Todestag 2004 waren es 1.600 Zuschauer und über hundert Akteure auf vier Bühnen, die über alle Grenzen von Parteien und Gruppierungen hinweg im Geiste Erich Mühsams diskutierten und feierten.

Programm

Musik

The Incredible Herrengedeck / The Hinking Sinking Ladies / Geigerzähler / Der Singende Tresen / Die sogenannte Anarchistische Musikwirtschaft / Zuckerklub / Transit FM / Manfred Maurenbrecher / Jens-Paul Wollenberg & Valerij Funkner / Uta Pilling / Lennard Körber / Aufwind / Outsourced Underground / Zhenja Oks sowie Klaster Royall.

Lesungen

AHNE & Gäste / Chris Hirte u. Conrad Piens (Herausgeber der Tagebücher Erich Mühsams) / Salli Sallmann / Herr Horst / Buchvorstellung: “Das seid ihr Hunde wert!” (Ein Mühsam-Lesebuch, herausgegeben von Markus Liske & Manja Präkels)

Vorträge

Alexander Karschnia (Theorie und Praxis der Selbstermächtigung in Zeiten digitaler Kontrolle)/ Uschi Otten (zu Zenzl Mühsam) / Frieder Böhne (VVN BdA) zur Wiederentdeckung eines europäischen Gedenkortes

Diskussionen

Jörg Sundermeier (Verbrecherverlag), Enno Stahl, Daniela Seel u.a. zu “Haltung in der Literatur” (Arbeitstitel)/ Vertreterinnen des VVN BdA zum Thema Gedenkpolitik / Kulturinitiative ´89 zum Thema “Kultur & Politik – unversöhnlich?” / Jungle World zur Lage in der Ukraine

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Weitere Infos

Wann: Samstag, 12. Juli 2014 – 16 Uhr bis open end

Wo: Zukunft Ostkreuz
Laskerstr. 5 (Markgrafendamm)
10245 Berlin-Friedrichshain
S-Bahnhof Ostkreuz (300m)

www.erichmuehsamfest.de


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