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stern / zerbrochenes gewehr
aktuelles 1.4.2006 

Nehmen wir uns, was wir brauchen - entern wir Berlin

15.4.: Demo für mehr linke Freiräume

Freiräume für Begegnungen... denn die Häuser und Plätze gehören uns! Demonstration für mehr linke Freiräume (und sowieso gegen Rassismus, Sexismus, Transphobie, Faschismus, Antisemitismus, Kapitalismus, Ausbeutung) am 15. April 2006, 16:00, Wagenplatz Schwarzer Kanal (Michael-Kirch-Str. 20/21), Berlin.

Freiräume sind Orte, wo politischer Widerstand und Subkulturen sich entwickeln können. Das heißt, dass sie Diskussionen, Entwürfe und Anfänge für ein anderes, gemeinschaftlicheres, freieres Leben möglich machen. Sie sind Orte der sozialen Basis für Widerstand, und keine Schutzburg vor der "bösen" Gesellschaft. Diese Freiräume sind wichtig für Begegnungen zwischen Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, Kulturen, Lebensformen. Die unkommerziellen und selbstorganisierten Kulturzentren, Hausprojekte, Kiezinitiativen, Wagenburgen, verschiedene Kollektive brauchen wir für unser Leben. Diese Projekte sind ein wichtiger Schritt hin zu einer Alternative zum gegenwärtigen kapitalistischen System.

Gemeinschaft und Solidarität sind Widerstand

Die existierenden und zukünftigen Projekte sind bedroht, da PolitikerInnen, Investoren und die konsumorientierte Mittelschicht die so genannte "Innenstadt" von Mitte auf Friedrichshain, Kreuzberg und Neukölln erweitern.. Hier sollen nur noch die kaufkräftigen Erwerbstätigen leben und arbeiten. Für diejenigen, die sich nicht anpassen wollen oder können, ist da kein Platz mehr. Armut an sich scheint immer weniger von Bedeutung zu sein, vielmehr deren sichtbare Zeichen gelten als problematisch. So werden Armut und daraus resultierende Überlebensmethoden wie sogenannte "Kriminalität" und "Obdachlosigkeit" nicht mehr als Konsequenz der gesellschaftlichen Verhältnisse gesehen, sondern als selbstgewählt oder selbstverschuldet betrachtet. "Sicherheit" in Bezirken bedeutet dann, sich damit in keiner Form mehr auseinandersetzen zu müssen, den Kontakt mit den "Anderen" zu minimieren.

Diese "Sicherheit" wird auch vom Wagenplatz Schwarzer Kanal bedroht. Mit seinen 15 Jahren ist er einer der ältesten Wagenplätze Berlins und wieder einmal akut von der Räumung bedroht. Der Schwarze Kanal versteht sich als politischer, kultureller und queerer Anlaufspunkt, und ist in Berlin der Einzige Wagenplatz für Transgender, Lesben und Frauen. Laut Richterspruch mindert er den Wert der umliegenden Immobilien und würde zu einer "Verslummung" der Gegend führen. Der Schwarze Kanal ist einer von vielen Projekten, die von dieser Stadtumstrukturierung betroffen sind. Unser Widerstand für ein anderes Leben beschränkt sich nicht auf sogenannte "Kampftage". Er muss im Alltag sichtbar werden - auch als Widerstand gegen Schließungen sozialer oder kultureller Einrichtungen, Studiengebühren, Arbeitszwang, rassistischer Sondergesetzte und Kriminalisierungen eines rot-roten Senats von Berlin. Unsere Politik ist weiterhin nicht appellierend, wir bitten nicht um eine bessere Führung, um mehr Geld oder um mehr Toleranz. Dies ist ein Aufruf zum Handeln, ein Aufruf Widerstand zu entwickeln gegen die herrschenden Verhältnisse. Nehmen wir uns, was wir brauchen – entern wir Berlin!

Weg mit dem Rassismus und der Diskriminierung! Für ein nicht normiertes Leben! Für eine Gesellschaft ohne unsinnige und künstliche Zwänge! Solidarität ist unsere Waffe!

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