Autonomie statt Elitenwechsel

25 Jahre Aufstand der Zapatistas in Chiapas / Mexiko. EZLN: „Wir werden Widerstand gegen die Regierung leisten“

 436 februar 2019 Luz Kerkeling, Gruppe B.A.S.T.A.

Die zapatistische Befreiungsbewegung EZLN hat sich zum 25. Jahrestag ihres Aufstands klar positioniert: Sie setzt weiter auf ihre basisdemokratische Autonomie, die eine Gesellschaft ohne Kapitalismus, Patriarchat, Rassismus und Naturzerstörung zum Ziel hat. Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 35. Jahrestag der Gründung der EZLN und dem 25. Jahrestags ihrer Rebellion lehnte sie jedwede Zusammenarbeit mit der neuen Regierung, die in Medienberichten vielfach als „links“ bezeichnet wird, rigoros ab. Weiterlesen

Die US-Wahl als Zeitenwende

Gewaltfreier Widerstand gegen den Trumpismus

 414 dezember 2016 Bernd Drücke

Karl Marx hat ein Hegel-Zitat dahingehend abgewandelt, weltgeschichtliche Tatsachen ereigneten sich immer zweimal, nämlich "das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce" (1). Seit dem 9. November 2016 wissen wir, dass sie sich auch gleichzeitig als Tragödie und Farce ereignen können. "Fast scheint es, als ob der Neoliberalismus sich jetzt auch um die Prozessoptimierung der Weltgeschichte kümmert", so der Soziologe Rüdiger Haude mit einer hochgezogenen Augenbraue. Weiterlesen

Zur Griechenland-Wahl

Nationale Einheit statt gesellschaftlicher Emanzipation

 397 märz 2015 Ralf Dreis

"Der Geisterfahrer - Europas Albtraum Aléxis Tsípras", titelte der Spiegel nach den Parlamentswahlen in Griechenland und bringt damit exemplarisch die Stimmung des deutschen Establishments auf den Punkt. Für Linke in Europa war der deutliche Wahlsieg von Syriza (Synaspismós rizospastikís aristerás, Allianz der radikalen Linken) hingegen ein notwendiges Aufbäumen der Griech_innen gegen die ihnen aufoktroyierten Spardiktate. Weiterlesen

Ist Anarchie radikale Demokratie?

Ein Plädoyer für die Mannigfaltigkeit

 393 november 2014 Pierre Michel

Im Mai 2014 erschien "Agonistik", das neueste Werk von Chantal Mouffe, der wohl wichtigsten Vertreterin des sogenannten Postmarxismus. Mit dem Slogan der "radikalen Demokratie" hat der Postmarxismus starken Einfluss auf die intellektuelle Linke. Sogar einige Anarchist_innen behaupten, dass radikale Demokratie eigentlich dasselbe sei wie Anarchie. Das soll Anlass genug sein, sich mit der Frage zu beschäftigen, was "Demokratie" eigentlich für eine emanzipatorische Politik bedeutet. Sollten Anarchist_innen angesichts der kleiner werdenden Gruppe der Stimm-Abgeber_innen den Verfall der Demokratie bedauern? Kann Demokratie als anarchistischer Bezugspunkt gelten? Oder ist "radikale Demokratie" ein Widerspruch in sich, in etwa so wie "Anarchokapitalismus", oder "militärische Lösung"? Weiterlesen