Der Nazigockel von Kalkar

Stellungnahme zu meiner künstlerischen Intervention am Kalkarer "Kriegerdenkmal" in der Nacht zum Samstag, dem 19.06.

| Wilfried Porwol

Störungsfrei konnte ich in dieser Nacht nach sorgfältiger und intensiver Vorbereitung die in Stein gehauene Kriegsverherrlichung in Kalkar mit den Taten “Unserer Helden” konfrontieren. Der Schatten der Wehrmachtsverbrechen fällt nun deutlich sichtbar auf das unsägliche Monstrum. Am Dienstag, dem 22. 06. jährt sich der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion zum 80sten Mal. Das … Weiterlesen

Die Rolle der Gewaltlosigkeit in der sozialistischen Praxis

Henriette Roland Holsts Referat von 1930

 458 april 2021 Gernot Jochheim

Henriette Roland Holst (1869-1952) gehört neben Clara Wichmann und Bart de Ligt zu den bedeutenden Persönlichkeiten der niederländischen „Gründergeneration“ des gewaltfreien Anarchismus. Zu den Aktivitäten, Diskussionen und Verbindungen dieser drei Personen in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erscheint im Buchverlag Graswurzelrevolution voraussichtlich Ende Mai das Buch von Gernot Jochheim: „Antimilitarismus und Gewaltfreiheit“, in der neben vielen Entwicklungen auch die Gründung der War Resisters’ International in Bilthoven/NL von 1921 erzählt wird, jener antimilitaristischen Internationale, die gegenwärtig ihren 100. Geburtstag feiert. Roland Holsts politischer Werdegang war geprägt durch eine frühe, noch marxistische Tolstoi-Rezeption, dann gegen Ende des Ersten Weltkriegs durch eine Kritik sozialdemokratischer Volksheer- und Milizkonzepte sowie 1918 durch die bedeutende Schrift „Die Kampfmittel der sozialen Revolution“. Es folgten eine Phase des Engagements im linkskommunistischen Milieu sowie die Mitgliedschaft in der CPH (Kommunistische Partei Hollands), aus der sie nach zunehmender Kritik 1927 austrat. Daran schloss sich eine zweite, bewusster libertär-gewaltfreie Tolstoi-Rezeption sowie die Gründung der „Vrienden van India“ (Freunde Indiens) in den 1930er-Jahren, einer frühen antikolonialen Solidaritätsgruppe für die gandhianische Bewegung, an. Der folgende Vorabdruck stellt ihre Begründung gewaltfreier Aktion im Sozialismus dar, die um 1930 zu voller argumentativer Reife gelangt war. (GWR-Red.) Weiterlesen

“Keine nazistischen Denkmäler”

Beispiele direkter gewaltfreier Aktionen gegen Denkmäler

 451 september 2020 Lou Marin

Es war eine Welle aus Südwest: In den Achtziger- und Neunzigerjahren führten gewaltfreie Aktionsgruppen teils offene, teils klandestine Aktionen gegen Nazi-Denkmäler durch, von denen hier beispielhaft drei vorgestellt werden. In den Symbolen und Erklärungen mischten sich Motive des Antirassismus, Antisexismus und Antifaschismus mit denen des Antimilitarismus. Die Aktionen verstanden sich auch als kulturelle Solidarität mit dem Kampf für die Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure und gegen neue Kriege der Bundeswehr. (GWR-Red.) Weiterlesen

Die Landrechtebewegung in Indien

Corona stoppt Fußmarsch von Ekta Parishad

 449 Mai 2020 Horst Blume

Am 2. Oktober 2019, dem 150. Geburtstag von Mahatma Gandhi, begann der für zwölf Monate geplante Fußmarsch Jai Jagat 2020 (1) der indischen Landrechtebewegung Ekta Parishad („Gemeinsamer Rat“) von Delhi nach Genf zum Sitz der UNO. Dort sollten im Rahmen verschiedener Veranstaltungen die Forderungen übermittelt werden: Unter anderem sind das Landrechte und existenzsichernde Lebensgrundlagen für alle, ökologische Nachhaltigkeit und stärkere Förderung gewaltfreier Konfliktlösungen. Weiterlesen

„Aufspielen statt Abschieben“

Erfahrungsbericht von der Lebenslaute-Konzertblockade im Juni 2013

 445 januar 2020 Winfrid Eisenberg

Lebenslaute ist ein buntes Netzwerk von Musiker*innen. Ihre Konzertblockaden richten sich gegen staatliche Strukturen wie Militär und Verfassungsschutz, gegen die Atom-, Rüstungs-, Gentechnik- und Kohleindustrie, gegen Kriegsvorbereitungen, Naturzerstörung und Rassismus. Anfang Januar 2020 erscheint im Verlag Graswurzelrevolution das von Lebenslaute herausgegebene Buch „Widerständige Musik an unmöglichen Orten. 33 Jahre Lebenslaute“ (25 Euro, ISBN 978-3-939045-39-7). Dieser Bild- und Dokumentationsband mit 180 fast durchgehend farbigen Fotos und zahlreichen Dokumenten ist sowohl ein Lesebuch als auch ein Bewegungs- und Geschichtsbuch. Als Vorabdruck bringen wir hier Winfrid Eisenbergs Erfahrungsbericht aus der Lebenslaute-Konzertblockade am 17. Juni 2013 vor dem Bundesinnenministerium Berlin (BMI), „Bühne“ 2, Bezugsgruppe „Ubuntu“. (GWR-Red.) Weiterlesen