Wer will den Bürgerkrieg?

Zur Kritik des "Insurrektionalismus", Teil 1: Peter Gelderloos

 421 september 2017 N.O. Fear

Die Auseinandersetzung mit der von Teilen einer internationalen Aktivenszene vertretenen Ideologie des "Insurrektionalismus" haben wir in der Graswurzelrevolution in den letzten Jahren dezent vermieden. Die oft in Verkürzungen, problematischen Begriffen und falschen Gegenüberstellungen geführten Diskussionen nach Hamburg sind ein Anlass, sich aus gewaltfrei-anarchistischer Sicht mit dieser Ideologie, anhand verschiedener ihrer internationalen VertreterInnen genauer auseinanderzusetzen. Der "Insurrektionalismus" ist seit der Blockade der Welthandelsorganisation (WTO) in Seattle 1999 (vgl. GWR 245) medial ins Rampenlicht gerückt. Wir fangen hier mit einer aktuellen Auseinandersetzung zum "Insurrektionalismus" von Peter Gelderloos an. Weitere werden folgen. (GWR-Red.) Weiterlesen

heim.weh – Ulrike Meinhofs letztes Interview

 421 september 2017 Bernd Drücke

40 Jahre nach den dramatischen Ereignissen des "Deutschen Herbstes" 1977 erscheint voraussichtlich zur Frankfurter Buchmesse im Oktober Thomas Nufers Buch "heim.weh - Ulrike Meinhofs letztes Interview" (ISBN 978-3-89771-651-3, 8 Euro). Als Vorabdruck veröffentlichen wir hier das von GWR-Redakteur Bernd Drücke geschriebene Vorwort. (GWR-Red.) Weiterlesen

Andrea Caffi (1887-1955)

Kosmopolit, Nomade und gewaltfreier Libertärsozialist nach dem Zweiten Weltkrieg

 418 april 2017 Lou Marin

Der hier nebenstehende, in deutscher Übersetzung zu lesende Aufsatz von Andrea Caffi, wurde in seiner frühesten Version erstmals im Januar 1946 in der New Yorker Zeitschrift "Politics", die von Dwight Macdonald (1906-1982) herausgegeben wurde, unter dem Titel "A Critique of Violence" veröffentlicht. In erweiterter Form erschien der Text dann in einer gleichnamigen Aufsatzsammlung Caffis, die sein Freund und erklärter Schüler Nicola Chiaromonte (1905-1972) posthum herausgab (1966 auf Italienisch; 1970 auf Englisch). In "Politics" erschienen später weitere Texte von Caffi, die aus dessen Briefwechsel mit Macdonald stammten. Weiterlesen

Andrea Caffi: Eine Kritik der Gewalt

Ein vergessener, einflussreicher Text des transnationalen gewaltfreien Anarchismus / aus Dwight Macdonalds Zeitschrift "Politics", New York 1946

 418 april 2017 Andrea Caffi

Meine These ist die: Eine „Bewegung“, die sich zum Ziel setzt, den Menschen Brot, Freiheit und Frieden zu sichern, und die daher beabsichtigt, die Lohnarbeit, die Unterordnung der Gesellschaft unter den Zwangsapparat des Staates (oder von Groß-Staaten), die Trennung der Menschen in Klassen ebenso wie in ausländische und potentiell feindliche Nationen abzuschaffen, muss damit aufhören, … Weiterlesen

Die andere Form des Terrors: Amok

München-Moosbach geschah am 5. Jahrestag des Massakers von Anders B. Breivik

 411 september 2016 Coastliner

"Man begreift sehr viel mehr von möglichen Mordmotiven, je mehr man über das Leben der Killer weiß. Das Bündel der erfahrenen Verletzungen und Traumata ist in allen Fällen erheblich. Ebenso erheblich ist es aber bei Hunderttausenden anderer jugendlicher oder auch etwas älterer Männer auf der Welt, die dann doch nicht zu Attentätern werden. Wer letztendlich den Entschluss zum Morden und zur Selbstauslöschung fasst, ist durch biografische Details nicht schlüssig erklärbar." (Klaus Theweleit, ((1))) Weiterlesen

Gewaltfrei im Bürgerkrieg

Die anarchistische Ärztin Amparo Poch y Gascón (1902-1968), die Spanische Liga der Kriegsgegner und die Soziale Revolution in Spanien

 410 sommer 2016 Martin Baxmeyer

Eine große und eindrucksvolle Kundgebung hätte es werden sollen, zu der die anarchosyndikalistische Massengewerkschaft Confederación Nacional del Trabajo (CNT) [‚Nationale Konföderation der Arbeit'] für den 18. Juli 1936 in Barcelona aufgerufen hatte. Ein mächtiger Protest der spanischen Bevölkerung und der ‚Völker der Welt', die in der katalanischen Hauptstadt zur ‚Gegen-Olympiade' gegen die im nationalsozialistischen Deutschland abgehaltenen Olympischen Sommerspiele zusammengekommen waren. Eine Demonstration gegen die immer größer werdende Kriegsgefahr in Europa. Namhafte Aktivistinnen und Aktivisten aus dem In- und Ausland waren als Rednerinnen und Redner vorgesehen, so etwa der deutsche Anarchosyndikalist Augustin Souchy oder Fidel Miró, der Kopf der anarchistischen Jugendorganisation. Grußadressen berühmter Genossinnen und Genossen sollten verlesen werden. Die CNT wollte ihre Ablehnung des Krieges und des Militarismus bekräftigen. Die Demonstration fand nie statt. Denn am selben Tag putschten in Spanien Teile des Militärs gegen die Zweite Republik. Der Spanische Bürgerkrieg brach aus, und Spaniens anti-militaristische Anarchisten zogen an die Front. Weiterlesen