Sabotage und Gewaltfreiheit

Aktuell im Kino: Gegen den Strom

| F. Tiresias

Am 13. Dezember 2018 lief auch in den deutschen Kinos der isländisch-französische Film „Gegen den Strom“ von Regisseur Benedikt Erlingsson an. Darin führt die Hauptperson Halla (Halldóra Geiharösdóttir) als individual-ökologische Aktivistin Sabotageakte gegen die Stromzufuhr für eine national bedeutsame Aluminiumproduktionsfabrik in Island durch, die kurz vor einem lukrativen Handelsabschluss mit China steht. Hallas Hauptaktionsfeld sind Sabotageaktionen gegen Hochspannungsmasten, die zur Fabrik führen. Weiterlesen

Seien Sie kein Opfer!

Neu im Kino: Der Dolmetscher

| Nicolai Hagedorn

Mit „Der Dolmetscher“ kommt ein Film in die Kinos, der die Geschichte vom Zusammentreffen zweier Männer erzählt, die Nachkommen von Tätern und Opfern des faschistischen Terrors sind. Dabei macht er vieles richtig, als Komödie funktioniert er jedoch nicht.  Weiterlesen

Kapitalismus aufheben

Simon Sutterlütti, Stefan Meretz: Kapitalismus aufheben. Eine Einladung, über Utopie und Transformation neu nachzudenken

 433 november 2018 Antje Schrupp

Gibt es heute noch linke Kapitalismuskritik? Sicher, gegen Kapitalismus sind viele, aber wie genau er überwunden werden könnte, dazu gibt es kaum aktuelle Theorien. Simon Sutterlütti und Stefan Meretz versuchen mit ihrem Buch „Kapitalismus aufheben“ diese Lücke zu schließen, oder besser gesagt, die Voraussetzungen dafür zu umreißen, die erfüllt sein müssen, damit diese Lücke geschlossen werden … Weiterlesen

Nestor Machno – Zwischen Anarchie und Gewalt

Rezension

| Mathias Schmidt

Als überzeugter und gesprächsfreudiger Anarchist wird einem häufiger die Frage gestellt, wo denn eine Anarchie jemals funktioniert habe. Dazu finden sich im deutschsprachigen Raum einige gebetsmühlenhaft angeführte Beispiele als Standardantworten: Spanien während des Bürgerkrieges, heutige Zapatisten in Mexiko und die Machnowtschina in der Ukraine sind gern erwähnte Exempel einer anarchistischen Praxis. Während man sich vor … Weiterlesen

Dario Fo erleben!

Ekkehart Krippendorff und das Theater

 428 april 2018 Ekkehart Krippendorff

Keiner seiner "Lebensfäden", so schrieb Ekkehart Krippendorff in seiner gleichnamigen Autobiographie, durchziehe seine Biographie so sehr wie das Theater, weder Literatur noch Musik, weder sein Studium noch sein Berufsleben. Von der Bühne her, "vom Schauspiel, aber auch vom Musikdrama, der Oper" (LF, 71) her, setzte er sich mit Leben und politischen Inhalten auseinander. Das Theater war ihm "ein Lebensmittel". Weiterlesen

Jacques Tati – Muss man modern sein?

Notizen zu einem einzigartigen Filmvisionär

 408 april 2016 Elmar Klink

Der französische Schauspieler, Komiker und Regisseur Jacques Tati (1907-1982) ist physisch das genaue Gegenstück zu den kleinen flinken, wuseligen Slapstick-Figuren eines Charles Chaplin, Buster Keaton oder Harold Lloyd. Groß gewachsen, schmal, schlaksig, eine Bohnenstange von Mensch, turnt, taumelt und tänzelt wie ein Ballerino auf Zehenspitzen Tatis Paradegestalt des Monsieur Hulot unnachahmbar durch fast alle seine Filme und ihre oft grotesken Handlungen. Weiterlesen

Die Avantgarde und die Revolutionierung des Alltags

Ein Interview mit Alexander Emanuely, Autor des Buches "Avantgarde I"

 408 april 2016 Interview: Peter Schadt

Anarchistische Bohémiens wie Jules Vallès, Stéphane Mallarmé, Félix Fénéon bereiteten im Paris des 19. Jahrhunderts mit ihrem Kampf gegen die bürgerliche Gesellschaft den Boden für Dada. Dieser entstand schließlich 1916 in Zürich, in Auflehnung und Wut gegen das blutrünstige Europa des Ersten Weltkriegs [vgl. GWR 406]. Die Revolte dieser ersten Generation von AvantgardistInnen, größtenteils Kriegsflüchtlinge, war zuerst gegen die eigene, korrumpierbare Sprache und gegen die Institution Kunst gerichtet. Doch nicht nur die DadaistInnen wollten nichts mehr mit einer gesellschaftlichen Ordnung zu tun haben, die Weltkriege provoziert. So kam es zu mehreren Revolutionen, von denen sich eine hat durchsetzen können, nämlich die Oktoberrevolution 1917 in Russland. Diese sollte der nächsten Avantgarde-Generation - den SurrealistInnen - ganz neue Möglichkeiten von Antikunst eröffnen, um revolutionäre und emanzipatorische Ziele zu verfolgen sowie Kunst und Lebenspraxis zusammenzuführen. Vor einigen Monaten erschien Alexander Emanuelys Buch "Avantgarde I" im Schmetterling-Verlag. Mit dem Autor sprach für die Graswurzelrevolution Peter Schadt. (GWR-Red.) Weiterlesen

Gelungener Einstieg in die anarchistische Kulturgeschichte

 407 märz 2016 M. Baxmeyer

Litvak, Lily (coord.), Anarquismo: cultura y ética [Schwerpunktausgabe], in: el rapto de europa. Revista de pensamiento y creación 29, Oktober 2015, 83 Seiten Lily Litvak ist anerkanntermaßen eine der weltweit besten Expertinnen zur anarchistischen Kultur in Spanien. Ihre Arbeiten "La mirada roja" [‚Der rote Blick'] und "Musa libertaria" [‚Libertäre Muse'] sind Meilensteine der Anarchismusforschung über die Zeit der Jahrhundertwende; als Herausgeberin wichtiger literarischer Quellen aus der anarchistischen Kulturgeschichte ist sie ebenfalls hervorgetreten. Weiterlesen

Die wunderbare Welt des Funny van Dannen

Oder: An der Grenze zur Realität

 407 märz 2016 Jochen Knoblauch

Funny van Dannen: An der Grenze zur Realität. Verlag Klaus Bittermann, Reihe: Edition Tiamat, Band 231, Berlin 2016, 208 S., 16 Euro, ISBN 978-3-89320-203-4 Mal was anderes. Im Meer der Theorien braucht es am Horizont auch mal eine Fata Morgana, der Computerfreak frische Luft und die Biobäuerin mal Rambazamba in der Großstadt. Die Position mal tauschen, den Blickwinkel verändern. Kurz: ein Buch von Funny van Dannen mal lesen. Gut, das gerade ein neues erschienen ist. Weiterlesen