Blues der Städte oder Die Bewegung 2. Juni

Blues der Städte. Die Bewegung 2. Juni – eine sozialrevolutionäre Geschichte

 446/447 februar/märz 2020 Vera Bianchi

Roman Danyluk hat mit „Blues der Städte“ die erste umfassende Untersuchung über die Bewegung 2. Juni vorgelegt. Diese wurde im Januar 1972 von Mitgliedern verschiedener linker militanter Gruppen gegründet und konnte in den 1970er Jahren als eine Art „kleine Schwester der RAF“ gelten. Von der Geschichtsschreibung wurde sie bislang vernachlässigt, was erstmal auch kein Nachteil … Weiterlesen

Vom Lehrplan gestrichen

Roman eines Schicksallosen

 446/447 februar/märz 2020 zinkhund

012002 ging in Budapest das Gerücht, in diesem Jahr werde ein ungarischer Schriftsteller  mit dem Nobelpreis geehrt und man diskutierte, ob Péter Esterházy oder Péter Nádas ihn erhalten würde. Ausgezeichnet wurde Imre Kertész für seinen Roman eines Schicksallosen. Die Entscheidung stieß bei vielen Ungarn auf Unverständnis und manche Stimmen haderten mit dem Stockholmer Komitee. Denn, … Weiterlesen

Und es gibt sie doch – herrschaftsfreie Institutionen und staatenlose Gesellschaften

Herrschaftsfreie Institutionen

 446/447 februar/märz 2020 Armin Scholl

Wenn man Anarchist*innen ärgern will, stellt man ihnen die Frage, wo und wann denn jemals Anarchie verwirklicht worden sei. Man denkt dann vielleicht an die Pariser Kommune während des deutsch-französischen Kriegs 1871 oder an verschiedene Räterepubliken nach dem Ersten Weltkrieg 1919 (in Bayern oder Ungarn) – alles gescheiterte und äußerst kurzlebige Versuche, Herrschaft zu dezentralisieren … Weiterlesen

Hannah Arendt als Comic

Die drei Leben der Hannah Arendt

 446/447 februar/märz 2020 Mona Grosche

„Es gibt keine gefährlichen Gedanken, Denken selbst ist gefährlich.“ Hannah Arendt Eine Graphic Novel über die Meisterdenkerin Hannah Arendt, das klingt vielversprechend! Als einzige Frau unter lauter männlichen Philosophen bewies sie mit ihren Schriften nicht nur geistige Brillanz, sondern auch enorme Radikalität. Dabei sah sich die Denkerin, die bereits mit 22 bei Karl Jaspers promovierte, … Weiterlesen

Mit Betrachtung, Verachtung und Trotz gegen die Zerstörung

Wer zur Welt kommt, den bestraft das Leben

 446/447 februar/märz 2020 A. Mygdala

Wie umgehen mit dem Schmerz, der ohnmächtigen Wut, den Frustrationen, Rückschlägen, Gefühlen der Verunsicherung, des Fremdseins und Scheiterns, die wohl jede*r kennt, dem/der das Leid der – menschlichen und nicht-menschlichen – Anderen nicht egal ist? Der Untertitel des Sammelbandes von Essays, anderen Prosatexten und Gedichten „Wer zur Welt kommt, den bestraft das Leben“ deutet einen … Weiterlesen

„Die einzige wirklich demokratische Truppe in der Geschichte Deutschlands“

Blaue Jungs mit roten Fahnen

 446/447 februar/märz 2020 Dieter Nelles

Zum 100. Jahrestag der deutschen Revolution hat Klaus Gietinger ein Buch veröffentlicht, das schon lange überfällig war. Abgesehen von zwei Arbeiten aus der DDR existiert keine Arbeit über die Volksmarinedivision (VMD). Und es ist kein Zufall, dass es von einem „Außenseiter“ der historischen Zunft geschrieben ist, der wichtige Bücher über die Ermordung Rosa Luxemburgs und … Weiterlesen

Frauenkörper als Schlachtfeld

„Gerne will ich wieder ins Bordell gehen...“ Maria K.s „freiwillige“ Meldung für ein Wehrmachtsbordell

 446/447 februar/märz 2020 Monika Kupczyk

In ihrem Buch „Gerne will ich wieder ins Bordell gehen…“ Maria K.s „freiwillige“ Meldung für ein Wehrmachtsbordell“ beschreibt Anne S. Respondek das System der Wehrmachtsbordelle, die während des Zweiten Weltkriegs in den besetzten Gebieten errichtet wurden. Anhand zahlreicher Archiv-Dokumente zeigt die Historikerin wie die Anwerbung und Verbringung von Frauen in Bordelle für deutsche Soldaten organisiert … Weiterlesen

Ein Ausweg aus einer bedrängenden Gegenwart?

Tiefrot und radikal bunt - für eine neue linke Enttäuschung

 446/447 februar/märz 2020 Monika Kupczyk

Der Kapitalismus neoliberaler Prägung unterwirft jeden Bereich unseres Lebens der Logik des Profits und des Wettbewerbs und stellt unser Zusammenleben bzw. Gemeinschaftsleben und unsere Solidarität in Frage. Natur wird als unerschöpfliche Ressource betrachtet und als solche zwecks Gewinnmaximierung von der kapitalistischen Wirtschaft instrumentalisiert. Das Erstarken der populistischen Rechten trägt nicht nur bedeutend zur Aufrechterhaltung dieser … Weiterlesen