Sich fügen heißt lügen! – Gedenkdemonstration

Datum: 6. Juli 2024
Uhrzeit: 15:00
Ort: Vorplatz Bahnhof Oranienburg

Vor 90 Jahren wurde der anarchistische Schriftsteller und Aktivist Erich Mühsam von den Nazis im Konzentrationslager Oranienburg ermordet. Sich nicht verbiegen zu lassen, blieb sein Lebensmotto. Wegen seines Engagements gegen Militarismus und seines Eintretens für politische Verfolgte, wussten die Nationalsozialist:innen schon vor ihrem Machtantritt, welch´ gefährlicher Feind ihnen gegenüberstand. Bereits am 28. Februar 1933, einen Tag nach dem Reichstagsbrand, verhafteten sie Mühsam als „politisch verdächtige Person“ und internierten ihn im Februar 1934 im Konzentrationslager Oranienburg. Dort sagte ein SS-Mann zu ihm: „Bis morgen haben Sie sich aufzuhängen […]. Wenn Sie diesen Befehl nicht ausführen, erledigen wir das selbst.“ Niemals werde er sich selbst töten, äußerte Erich Mühsam anschließend zu einem Mithäftling. Von seiner Ermordung in der Nacht auf den 10. Juli 1934 berichtete später seine Frau Kreszentia, genannt Zensl: „Der Sarg wurde geöffnet. Vor mir lag mein Mann. Das Gesicht war bleich, aber ganz, ganz ruhig. Ein Streifen am Hals zeigte mir die Spuren des Strickes. […] Mein Schwager Hans sagte: ‚Entschuldige, mein Bruder, ich bin ein alter Arzt‘, zog ihm das Hemd aus, der Rücken war vollkommen verprügelt, und getötet war er durch eine Giftinjektion und tot aufgehängt im Abort.“

Sein ganzes Leben lang stand Erich Mühsam in vorderster Reihe gegen Bevormundung, Autoritäten und für die Rechte der Arbeiter:innen ein. Wir möchten seinen 90. Todestag zum Anlass nehmen, um an Erich Mühsam und sein Werk zu erinnern. Gleichzeitig erwarten wir eine angemessene Würdigung bei der anstehenden Neukonzeption des Gedenkortes „Konzentrationslager Oranienburg“.

Erneut ist unsere Republik massiv von rechtsextremen Kräften bedroht. Gerade vor diesem Hintergrund möchten wir an Erich Mühsam und seinen grausamen Tod erinnern!

Setzen wir zu Erich Mühsams 90. Todestag ein deutliches Zeichen!

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15.00 Start: Vorplatz, Bahnhof Oranienburg
16:00 Musik, Theater und Redebeiträge, Bühne gegenüber vom Gedenkort KZ Oranienburg, Berliner Straße