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Ursprung der Revolte – Albert Camus und der Anarchismus

Vortrag, Diskussion und Film. Referent: Lou Marin

Albert Camus ist bekannt als Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger. Nur wenige wissen, dass er zeit seines Lebens enge freundschaftliche Kontakte zu anarchistischen Gruppen und Zeitschriften hatte und sich an manchen libertären Kampagnen persönlich beteiligte. Seine Kritik an autoritären Formen der Revolution und seine Konzeption der Revolte waren Inspiration für viele AktivistInnen der StudentInnenrevolte von 1968 weltweit. Angesichts des Bürgerkriegs in Algerien in den 90er Jahren wurde auch seine Gewalt- und Nationalismuskritik während des antikolonialen Unabhängigkeitskrieges sogar von algerischen und maghrebinischen Intellektuellen rehabilitiert. Der Vortrag gibt einen Überblick über Camus‘ Publikationen in libertären Zeitschriften, sowie allgemeiner über sein Verständnis von Revolte, seine Konzeption eines mittelmeerischen Kulturraumes und seine daraus abgeleitete föderalistische Vision für ein freies Algerien, die heute überraschender Weise von der algerischen Frauenbewegung (Assja Djebar, Maissa Bey) aufgegriffen wird.

Im Anschluss wird gezeigt: Literaturverfilmung „Die Pest“, Regie: Louis Puenzo, 1992, ca. 220 Minuten, französisch mit dt. Untertiteln, VHS-Video

Technisch nötig: VHS-Videobeamer oder Videogerät/Fernseher

Wichtig: Anfragen für diese Veranstaltung bitte mindestens zwei Monate im Voraus stellen.