{"id":10262,"date":"2010-11-01T00:00:06","date_gmt":"2010-10-31T22:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=10262"},"modified":"2022-07-26T14:14:33","modified_gmt":"2022-07-26T12:14:33","slug":"paul-wulf-ist-wieder-da","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2010\/11\/paul-wulf-ist-wieder-da\/","title":{"rendered":"&#8222;Paul Wulf&#8220; ist wieder da"},"content":{"rendered":"<p>Und die Wogen haben sich bis heute kaum gegl\u00e4ttet. So finden                 sich neben positiven Artikeln, Kommentaren und LeserInnenbriefen                 auf der Homepage der Westf\u00e4lischen Nachrichten auch jetzt wieder                 einige emp\u00f6rte, vorwiegend anonyme Leserbriefe wie die folgenden:               <\/p>\n<p>Anonymer Leserbrief auf www.westfaelische-nachrichten.de, 1.9.2010<\/p>\n<p><i>&#8222;Kommunistendenkmal<\/i><\/p>\n<p><i>&#8218;Paul Wulf verstand sich als Anarchist und Kommunist, und                 war (..) Mitglied der KPD und der VVN.&#8216; Noch Fragen?&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Anonyme Leserbriefe auf www.westfaelische-nachrichten.de, 6.9.2010,                 nachdem zuvor \u00fcber einen Anschlag auf die Paul Wulf-Skulptur in                 der WN berichtet wurde.<\/p>\n<\/p>\n<p><i>&#8222;jaja, die Neonazis<br \/>                 <\/i><i>Wer ein Kommunisten-Denkmal aufstellt muss sich nachher                 nicht wundern&#8230;<br \/>                 <\/i><i>im \u00dcbrigen sind es nicht nur Rechte die sich daran st\u00f6ren)&#8220;                 <\/i><\/p>\n<p><i>&#8222;zur\u00fcck vom Arzt<br \/>                 <\/i><i>Vorschlag: wir stellen irgendwo in MS ein zweites Denkmal                 auf. Ein Denkmal von einer Person die, von einer gef\u00fchlten Mitte                 der Gesellschaft, so weit rechts steht wie Paul Wulf links.<br \/>                 <\/i><i>Ich m\u00f6chte erleben was dann los ist&#8230; (und wie das nach                 einer Nacht aussieht)&#8220;<\/i><\/p>\n<p><i>&#8222;DDR&#8217;risierung der &#8218;Bunten Republik Deutschland&#8216; schreitet                 unaufh\u00f6rlich voran<br \/>                 <\/i><i>Wenn nun schon kommunistischen Staatsfeinden Denkm\u00e4ler                 errichtet werden, wissen wir ja, wo die Reise hingeht. Auch die                 an der Statue angebrachte Werbung f\u00fcr linksextreme Ideologie,                 den m\u00fcnsteraner Szenetreffpunkt &#8218;Don Quijote&#8216; und die laut Innenministerium                 ebenfalls verfassungsfeindliche Zeitschrift \u201aGraswurzelrevolution&#8216;                 spricht f\u00fcr sich. Zum Gl\u00fcck hat sich die &#8218;C&#8217;DU bei der Abstimmung                 \u00fcber das Kommunistendenkmal heldenhaft enthalten. Man kann also                 beruhigt sein.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Die Frankfurter K\u00fcnstlerin Silke Wagner und der M\u00fcnsteraner Umweltzentrum                 Archiv-Verein hatten die Paul Wulf-Skulptur als Teil des Projekts                 &#8222;M\u00fcnsters Geschichte von unten&#8220; entwickelt. <\/p>\n<p>Vor drei Jahren war der 3,40 Meter gro\u00dfe und 500 Kilo schwere                 &#8222;Paul&#8220; Publikumsliebling der &#8222;Skulpturprojekte M\u00fcnster 2007&#8220;.                 Doch gegen das Votum der Kunstkommission lehnte die 2007 noch                 in M\u00fcnster regierende CDU\/FDP-Koalition den Erhalt der Skulptur                 ab (die GWR berichtete). Das sorgte in M\u00fcnster und bundesweit                 f\u00fcr Emp\u00f6rung. Schlie\u00dflich konnte u.a. die Bezirksvertretung M\u00fcnster-Mitte,                 in der SPD, Gr\u00fcne und UWG eine Mehrheit haben, den Verbleib von                 &#8222;Paul&#8220; in M\u00fcnster durchsetzen.<\/p>\n<p>Der Freundeskreis Paul Wulf hat drei Jahre lang mit Unterst\u00fctzung                 vieler FreundInnen Spenden in H\u00f6he von 33.000 Euro f\u00fcr Ankauf                 und Instandsetzung der Skulptur gesammelt. Nun wird das Standbild,                 das an den von den Nazis zwangssterilisierten Antifaschisten Paul                 Wulf erinnert, bis September 2013 auf dem Servatiiplatz an M\u00fcnsters                 Promenade zu sehen sein, bevor es danach vor die antifaschistische                 Bildungsst\u00e4tte Villa ten Hompel versetzt wird. <\/p>\n<p>Silke Wagner hat die Skulptur ab 2006 zusammen mit mir entwickelt.                 Ich habe u.a. die Texte auf der Skulptur und der dazu geh\u00f6renden                 Homepage www.uwz-archiv.de geschrieben.<\/p>\n<p>Alle zwei Monate werden seit September 2010 neue Plakate auf                 der wieder aufgestellten Skulptur angebracht. Drei Jahre lang                 werden somit Dokumente zu den Themen &#8222;Paul Wulf&#8220;, &#8222;Anti-Atom-Bewegung                 in M\u00fcnster&#8220;, &#8222;Hausbesetzerbewegung in M\u00fcnster&#8220; und &#8222;Zensur und                 Kriminalisierung alternativer Medien in M\u00fcnster&#8220; durch die auch                 als Litfasss\u00e4ule konzipierte Skulptur zug\u00e4nglich gemacht. <\/p>\n<p>Am 5. September 2010 wurde das Kunstwerk offiziell der \u00d6ffentlichkeit                 \u00fcbergeben. 150 Menschen kamen zu der vom Freundeskreis Paul Wulf                 gestalteten Feier.<\/p>\n<p>Neben Livemusik von Pit Budde (Ex-Cochise) und dem Duo Contraviento                 gab es Redebeitr\u00e4ge von Oberb\u00fcrgermeister Markus Lewe (CDU), Silke                 Wagner, Peter Fischer Baumeister (Gr\u00fcner Bezirksb\u00fcrgermeister),                 der Kunstkommissionsvorsitzenden Beate Vilhjamson (SPD-B\u00fcrgermeisterin),                 Robert Krieg (Freundeskreis Paul Wulf), Christian Sigrist und                 mir. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und die Wogen haben sich bis heute kaum gegl\u00e4ttet. 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