{"id":10366,"date":"2011-01-01T00:00:13","date_gmt":"2010-12-31T22:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=10366"},"modified":"2022-07-26T14:24:05","modified_gmt":"2022-07-26T12:24:05","slug":"wohin-will-arundhati-roy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2011\/01\/wohin-will-arundhati-roy\/","title":{"rendered":"Wohin will Arundhati Roy?"},"content":{"rendered":"<p>Die Schriftstellerin Arundhati Roy hatte mit <i>Der Gott der                 kleinen Dinge<\/i> ((1)) einen                 Roman geschrieben, der sie \u00fcber Nacht weltber\u00fchmt machte. Er wurde                 zu einem der meistverkauften B\u00fccher der indischen Literatur in                 den letzten Jahrzehnten.<\/p>\n<p>Dann publizierte sie zum Schrecken der Literaturkritik gesellschaftskritische                 Schriften und Artikel, trat als Sprecherin der weltweiten Bewegung                 gegen den Kapitalismus auf und gilt bis heute als eine der sch\u00e4rfsten                 KritikerInnen des gro\u00dfindustriellen, atomaren und hindu-nationalistischen                 Indien. <\/p>\n<p>In deutscher \u00dcbersetzung sind ihre politischen Aufs\u00e4tze von renommierten                 und auflagenstarken Verlagen ver\u00f6ffentlicht worden. ((2))               <\/p>\n<p>Ihre publizistische Gesellschaftskritik verkn\u00fcpfte sie \u00fcber Jahre                 hinweg mit mehreren Teilnahmen bei direkten gewaltfreien Aktionen                 der NBA (Bewegung zur Rettung der Narmada gegen den Bau von Gro\u00dfstaud\u00e4mmen)                 und vielerlei Solidarit\u00e4tskampagnen. <\/p>\n<p>Die Bewegung f\u00fcr die Narmada und die globalisierungskritische                 Bewegung erkannten sich in ihren politischen Aussagen zu gro\u00dfen                 Teilen wieder. Bis heute gilt sie als glaubhafte und engagierte                 Intellektuelle.<\/p>\n<p>Darum wurde und wird bis heute jede einzelne ihrer Analysen und                 Stellungnahmen oft weltweit wahrgenommen und ausf\u00fchrlich kommentiert.               <\/p>\n<p>Gegen Arundhati Roy gab es in der deutschsprachigen Presse immer                 wieder Angriffe.<\/p>\n<p>Vielleicht erinnern sich noch manche daran, wie sich die Schriftstellerin                 anl\u00e4sslich ihrer Rede auf dem Weltsozialforum im Januar 2004 in                 Mumbai angeblich positiv auf den bewaffneten Widerstand im Irak                 bezogen h\u00e4tte, was <i>die taz<\/i> als Skandal brandmarkte. Im                 Gegenzug f\u00fchlte sich die kommunistisch-antiimperialistische <i>junge                 Welt<\/i> in Form des Leitartiklers Pirker dazu animiert, mit Roys                 vermeintlichem Positionswechsel im R\u00fccken den gewaltfreien Widerstand                 als &#8222;neokoloniale Attit\u00fcde &#8218;zivilisierter&#8216; Westlinker&#8220; abzukanzeln.               <\/p>\n<p>Die Roy-Rede war jedoch falsch transkribiert und \u00fcbersetzt worden:                 In Wirklichkeit hatte sich Roy vor allem positiv auf Gandhis Salzmarsch                 von 1930 bezogen, vom gewaltfreien Widerstand gleichwohl Wirksamkeit                 eingefordert. <\/p>\n<p>In solchen Situationen hat die Zeitung <i>Graswurzelrevolution                 <\/i>Arundhati Roy in Artikeln immer wieder verteidigt. ((3))<\/p>\n<h3>In Indien st\u00fcnde bei einem tats\u00e4chlichen Positionswechsel Roys                 allerdings mehr auf dem Spiel als publizistische Scharm\u00fctzel <\/h3>\n<p>Es geht bei der Frage der Bewertung und Einsch\u00e4tzung des jahrzehntelangen                 Widerstands gegen Staudammprojekte, wovon die rund 3.000 D\u00e4mme                 an der Narmada die zahlreichsten und gr\u00f6\u00dften sind, und gegen andere                 industrielle Gro\u00dfprojekte auch darum, welche Konsequenzen aus                 dieser nun fast zum Abschluss gekommenen Widerstandsepoche gezogen                 werden. <\/p>\n<p>Es geht auch um die Frage, wie sich der Widerstand im Innern                 Indiens gegen den aufstrebenden Global Player indischer Staat                 und indischer Kapitalismus k\u00fcnftig orientieren wird.<\/p>\n<p>Hierzu geben die j\u00fcngsten politischen \u00c4u\u00dferungen von Arundhati                 Roy tendenziell folgenden Eindruck: F\u00fcr sie ist die Anti-Staudammbewegung                 an der Narmada &#8211; die wichtigste und international bekannteste                 indische soziale Bewegung der letzten Jahrzehnte &#8211; im Wesentlichen                 gescheitert, weshalb sich die Schriftstellerin zunehmend den bewaffneten                 K\u00e4mpfen der maoistischen Guerillaparteien ann\u00e4hert. <\/p>\n<p>Diese Tendenz dr\u00fcckte sie bei zwei Anl\u00e4ssen im Jahr 2010 aus:                 Einmal er\u00f6ffnete sie, u.a. neben dem gewaltfrei-libert\u00e4ren Sozialpsychologen                 Ashis Nandy ((4)), die Dreijahreskonferenz                 der War Resisters&#8216; International (WRI), die in der indischen Millionenstadt                 Ahmedabad Ende Januar 2010 stattfand, mit einer Rede, in der sie                 nicht nur den Zustand der indischen Demokratie gei\u00dfelte und konstatierte,                 dass die indigene Bev\u00f6lkerung mit einem an Genozid grenzenden                 Krieg \u00fcberzogen werde, sondern auch die Frage stellte, ob gewaltfreier                 Widerstand dagegen weiter eine angemessene Antwort sein k\u00f6nne.               <\/p>\n<p>Der indigenen Bev\u00f6lkerung k\u00f6nne kein gewaltfreier Widerstand                 &#8222;vorgeschrieben&#8220; werden, es m\u00fcsse vielmehr eine &#8222;Biodiversit\u00e4t                 des Widerstands&#8220;, also auch bewaffneten Widerstand geben. ((5))               <\/p>\n<p>Bisher hatte Arundhati Roy immer wieder \u00f6ffentlich ausschlie\u00dflich                 zum gewaltfreien Widerstand aufgerufen. <\/p>\n<p>Der zweite Anlass, diese neue Tendenz auszudr\u00fccken, und auf die                 Analyse dieses Textes m\u00f6chte ich mich hier konzentrieren, erschien                 am 29.3.2010 im indischen politischen Nachrichtenmagazin <i>Outlook<\/i>:                 ein langer pers\u00f6nlicher, politisch reflektierter Bericht von Arundhati                 Roy \u00fcber ihre wochenlange Reise in den zentralindischen Dandakaranya-Dschungel                 der Region Bastar im S\u00fcden des erst vor einigen Jahren neu gebildeten                 Bundesstaates Chhattisgarh zur maoistischen Guerilla CPI-Mao (Kommunistische                 Partei Indiens &#8211; Maoistisch) unter dem Titel: <i>Wanderung mit                 den Genossen &#8211; In den Dschungeln Zentralindiens mit der Guerilla<\/i>.                  ((6))<\/p>\n<p>Seither untersuchen die BJP-Regierung (Hinduistische Volkspartei                 &#8211; hindu-nationalistisch) und die Polizei des Bundesstaates Chhattisgarh                 M\u00f6glichkeiten, Roy f\u00fcr den Artikel unter den seit 2005 bestehenden                 drakonischen Anti-Terror-Gesetzen anzuklagen, besonders seit am                 6. April 2010 die staatlichen Polizei- und Sicherheitstruppen                 einen empfindlichen milit\u00e4rischen R\u00fcckschlag hinnehmen mussten,                 als die maoistische Guerilla 76 Polizisten t\u00f6tete. ((7))<\/p>\n<p>Dieser \u00dcberfall &#8211; und um diese globale Medienungerechtigkeit                 geht es Roy bereits &#8211; wurde auch in den herrschenden Medien des                 Westens gro\u00df aufgemacht. <\/p>\n<p>Dass jedoch in den Dschungeln Zentralindiens seit 1986 Krieg                 herrscht und dabei die immer massiver und gewaltt\u00e4tiger auftretenden                 diversen Polizei-, Sicherheits- und Armeeeinheiten des indischen                 Staates viel mehr Opfer produzieren als die Guerilla, dar\u00fcber                 werde in den westlichen Zeitungen nicht oder nur ansatzweise berichtet.               <\/p>\n<h3>Die Repressionsstrategie des indischen Staates<\/h3>\n<p>Als Arundhati Roy die Guerilla besuchte, lief bereits eine brutale                 polizeilich-milit\u00e4rische Repressionswelle an, die sogenannte &#8222;Operation                 Green Hunt&#8220;, die eine Folgestrategie bereits durchgef\u00fchrter \u00e4hnlicher                 Repressionswellen darstellt, in deren Rahmen vor einigen Jahren                 die betroffenen Adivasi (Bezeichnung f\u00fcr indigene Bev\u00f6lkerungsgruppen,                 sog. &#8222;Stammes&#8220;- oder &#8222;Ur&#8220;-Gesellschaften) in milit\u00e4risch befestige                 sogenannte Wehrd\u00f6rfer zwangsumgesiedelt wurden, die inzwischen                 allerdings wieder weitgehend dezimiert sind, weil sich die Menschen                 daraus nach einiger Zeit massenhaft entfernt haben. Die Repression                 der Polizei- und Aufstandsbek\u00e4mpfungseinheiten ist in dieser Kriegsregion                 auf einem hohen Niveau, daran besteht kein Zweifel.<\/p>\n<p>Arundhati Roy sammelte w\u00e4hrend ihres Aufenthalts in den von der                 Guerilla &#8222;befreiten Gebieten&#8220; &#8211; eines riesigen Areals, &#8222;60.000                 km2 Wald, Tausende von D\u00f6rfern und Millionen von Menschen&#8220; (A.                 Roy, im Folgenden nach Seitenzahlen eines eigenen Textausdrucks                 des Outlook-Artikels zitiert, hier S. 6) &#8211; eine Reihe best\u00fcrzender                 ZeugInnen-Aussagen von Opfern dieser Repression. Die Polizei-                 und Sicherheitskr\u00e4fte sind im Grunde reine S\u00f6ldner, die im Regierungsauftrag                 vorgehen: &#8222;Je mehr sie t\u00f6ten, um so mehr werden sie belohnt.&#8220;                 (Roy, S. 12) <\/p>\n<p>Wer auch nur in dem von der Guerilla &#8222;befreiten Gebiet&#8220; lebt,                 gilt als &#8222;Naxal&#8220; oder &#8222;Naxalite&#8220; &#8211; dem in Indien gebr\u00e4uchlichen                 Begriff f\u00fcr diverse ML- und maoistische Guerillas, benannt nach                 dem Dorf eines Aufstands von 1967: Naxalbari. Im Folgenden nur                 f\u00fcr viele stellvertretend eine markante Zeugenaussage von gew\u00e4hlten                 Mitgliedern einer guerilla-nahen &#8222;Dorfregierung&#8220;, die sechs D\u00f6rfer                 verwaltet, zum Vorgehen der Polizei bei einem \u00dcberfall auf ein                 Dorf:<\/p>\n<p>&#8222;Sie kommen nachts, 300, 400, manchmal 1000. Sie legen einen                 Kordon um das Dorf, liegen und warten. In der D\u00e4mmerung fangen                 sie die ersten Leute, die auf die Felder gehen, und benutzen sie                 als menschliche Schilde, um in das Dorf zu gelangen und ihnen                 zu zeigen, wo die booby-traps [Sprengfallen; d.\u00dc.] liegen.&#8220; (S.                 15) <\/p>\n<p>Arundhati Roy weist hier darauf hin, dass &#8222;booby-traps&#8220; wie andere                 Ausdr\u00fccke des Guerillakriegs quasi bereits zum allt\u00e4glichen Wortschatz                 der Sprache der Gond geh\u00f6rt, der hier lebenden Adivasi-Bev\u00f6lkerungsgruppe.                 Der Wald sei voller booby-traps, echter und falscher. Selbst die                 PLGA [People&#8217;s Liberation Guerrilla Army &#8211; bewaffneter Arm der                 CPI-Mao; d.A.] m\u00fcsse an den D\u00f6rfern vorbeigef\u00fchrt werden, um nicht                 versehentlich auf die Sprengfallen zu treten. <\/p>\n<p>Roy f\u00e4hrt mit dem Bericht der Zeugenaussage fort: <\/p>\n<p>&#8222;Ist die Polizei erst einmal im Dorf, dann pl\u00fcndert sie und stiehlt                 und verbrennt die H\u00e4user. Sie kommen mit Hunden, die jene fangen,                 die zu fliehen versuchen. Sie jagen die H\u00fchner und die Schweine                 und die Polizei t\u00f6tet sie und nimmt sie in S\u00e4cken mit. SPO [Special                 Police Officer; Sicherheitspolizei; d.A.] kommen zusammen mit                 der Polizei. Sie sind diejenigen, die wissen, wo die Leute ihr                 Geld und ihren Schmuck verstecken. Sie fangen Leute und nehmen                 sie mit. Und erpressen Geld von ihnen, bevor sie sie freilassen.                 Sie haben immer Naxal-Tarnanz\u00fcge dabei, falls sie jemanden t\u00f6ten.                 Sie bekommen Geld, wenn sie Naxals t\u00f6ten, weshalb sie extra Naxal-Klamotten                 anfertigen lassen.&#8220; (S. 15f.)<\/p>\n<p>Der Staat will in den Dschungel eindringen, die Menschen vertreiben,                 zwangsumsiedeln und dann Bergwerke, Aluminiumfabriken und Staud\u00e4mme                 bauen &#8211; die Bodensch\u00e4tze ausbeuten. Die herrschenden Medien Indiens                 helfen mit, indem sie die Guerillera\/os pauschal als blutr\u00fcnstige                 M\u00f6rder darstellen. Das geschieht undifferenziert und mit oft gef\u00e4lschten                 Berichten von &#8222;Encounters&#8220; (bewaffnete Kampfhandlungen beider                 Seiten), die in Wirklichkeit einseitig, daher willk\u00fcrliche Morde                 und Erschie\u00dfungen waren. <\/p>\n<h3>CPI-Mao: Tats\u00e4chlich gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr den Staat &#8211; oder nur                 Legitimation f\u00fcr Angriff auf Bodensch\u00e4tze?<\/h3>\n<p>Diesem Medienbild will Roy ihren Eindruck entgegenhalten, dass                 die PLGA tats\u00e4chlich eine Volksarmee sei, die in der Sympathie                 der indigenen Bev\u00f6lkerungsgruppen &#8222;schwimmt wie ein Fisch im Wasser&#8220;,                 wie das alte Mao-Wort sagt. <\/p>\n<p>Bekannt ist ja auch die Aussage von Premierminister Manmohan                 Singh, wonach die &#8222;Naxaliten-Maoisten&#8220; gegenw\u00e4rtig die &#8222;gr\u00f6\u00dfte                 Bedrohung f\u00fcr die Innere Sicherheit&#8220; Indiens darstellten, was                 manchmal in der linken deutschsprachigen Presse wie zum Beweis                 der angeblichen Radikalit\u00e4t und St\u00e4rke der Mao-Guerilla wiederholt                 wird.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu bleibt Arundhati Roy immerhin n\u00fcchtern-analytisch                 und weist auf den wahren Zweck dieser Aussage des Premierministers                 hin:<\/p>\n<p>&#8222;Im April [2005; d.A.] unterzeichnete die BJP-Regierung in Chhattisgarh                 zwei Vereinbarungen f\u00fcr die Errichtung von integrierten Stahlwerken                 (deren Bedingungen geheim sind). Eins f\u00fcr 7.000 <i>crore <\/i>Rs                 [7.000 mal 10 Millionen Rupien, 1 crore = 10 Mio.; d.A.] in Bailadila                 und das andere f\u00fcr 10.000 <i>crore <\/i>Rs mit Tata Steel in Lohandiguda.<\/p>\n<p>Im selben Monat gab Premierminister Manmohan Singh seine ber\u00fchmte                 Erkl\u00e4rung \u00fcber die Maoisten ab, dass sie die &#8218;gr\u00f6\u00dfte Bedrohung                 f\u00fcr die Innere Sicherheit&#8216; Indiens seien. (Es war dumm, so etwas                 damals zu sagen, denn die Regierung in Andhra Pradesh hatte gerade                 die Maoisten ausman\u00f6vriert und sie dezimiert. Sie hatten etwa                 1.600 ihrer Kader verloren und befanden sich in voller Aufl\u00f6sung.)                 Die Erkl\u00e4rung des Premiers jagte die B\u00f6rsennotierung der Bergwerksgesellschaften                 in die H\u00f6he. Es war auch ein Signal f\u00fcr die Medien, dass die Maoisten                 Freiwild seien, die jeder nach Belieben verfolgen k\u00f6nne.&#8220; (Roy,                 S. 7) <\/p>\n<p>Fortan sprachen die herrschenden Medien von &#8222;Heimsuchung&#8220;, &#8222;Verseuchung&#8220;,                 von &#8222;maoisten-verpesteten Gebieten&#8220;, also eine Sprache des Genozids,                 wie Roy anmerkt, von einer angeblichen &#8222;Krankheit&#8220;, die &#8222;ausgerottet&#8220;                 werden muss.<\/p>\n<p>Die Premierminister-Erkl\u00e4rung war also keineswegs ein &#8222;Ritterschlag&#8220;                 f\u00fcr die Guerilla und Ausweis ihrer tats\u00e4chlichen Bedrohungskraft                 und St\u00e4rke, sondern das Signal zur medialen und milit\u00e4rischen                 Attacke auf die letzten unber\u00fchrten, von Adivasi bewohnten Gebiete                 Indiens, an deren Bodensch\u00e4tze der indische Staat als neuer Global                 Player heranwollte. <\/p>\n<p>Arundhati Roys Intention ist also eine eher defensive: Sie glaubt                 ebenfalls nicht an die St\u00e4rke und Offensivkraft der Guerilla,                 sondern sie will helfen, diesen innerindischen Imperialismus zu                 stoppen, der seinerseits in die Offensive geht und der nur zur                 Massenvertreibung oder gar zum Massenmord an den indigenen Bev\u00f6lkerungsgruppen                 in Zentralindien f\u00fchren kann. In dieser Intention m\u00f6chte ich sie                 ausdr\u00fccklich unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Doch die Gond f\u00fchren nicht allein und nicht aus sich heraus einen                 bewaffneten Kampf. Sie f\u00fchren ihn zusammen mit einer maoistischen                 Guerilla, deren Ideologie nun wirklich nicht aus der Adivasi-Tradition                 stammt.<\/p>\n<h3>Die unkritischen Idealisierungen des Guerilla-Krieges durch                 Arundhati Roy<\/h3>\n<p>Mit ihrer unnachahmlichen poetischen Kraft beschreibt die Schriftstellerin                 Arundhati Roy die Sch\u00f6nheit der Natur und der Menschen im zentralindischen                 Dschungel. Dabei l\u00e4sst sie sich jedoch auch zuweilen zu kritikloser,                 idealisierender Darstellung des Guerillaalltags hinrei\u00dfen, der                 weit weniger prosaisch aussieht: <\/p>\n<p>&#8222;Etwa zwanzig junge Leute treffen ein, Jungen und M\u00e4dchen. Teenager                 und manche Anfang 20. [&#8230;] Ich bin umgeben von diesen eigenartigen,                 wundersch\u00f6nen Kindern mit ihren merkw\u00fcrdigen Waffen. Sie sind                 nat\u00fcrlich alle Maoisten.&#8220; (S. 3f.) Dann kommen &#8222;die wichtigen                 Leute&#8220;: &#8222;Sie tragen richtige Gewehre, INSAS, SLR, zwei haben die                 AK-47. Der F\u00fchrer der Einheit ist Genosse Madhav, der schon mit                 9 Jahren Mitglied der Partei wurde. [&#8230;] Eine kleine Gruppe von                 Leuten mit einem molligen jungen Mann. Sie haben auch Tarnanz\u00fcge                 an, die nagelneu aussehen. Jeder bewundert sie und kommentiert                 den Schnitt.&#8220; (S. 4) <\/p>\n<p>Jede Guerilla, \u00fcberall auf der Welt, entwickelt ihre anti-emanzipatorischen                 Eigenheiten, besonders wenn der Krieg Jahre oder gar Jahrzehnte                 dauert, wie in Indien. Die PLGA kennt keine Praxis der Entf\u00fchrungen                 von PolitikerInnen oder TouristInnen wie die kolumbianische Guerilla,                 sie lebt auch nicht von Drogen oder der Auspl\u00fcnderung der angeblich                 &#8222;befreiten&#8220; Bev\u00f6lkerung. Aber sie rekrutiert junge Menschen in                 Partei, Miliz und Befreiungsarmee &#8211; wie die Guerillas Afrikas                 mit ihren Kindersoldaten. <\/p>\n<p>Es gibt in Indien nicht nur Kinderarbeit in kapitalistischen                 Betrieben, es gibt in angeblich revolution\u00e4ren Bewegungen auch                 Kindersoldaten. Arundhati Roy beschreibt diese Realit\u00e4t manchmal                 so, dass sie kenntlich wird, manchmal aber auch zu romantisierend.               <\/p>\n<p>Das Wort &#8222;Kindersoldaten&#8220; f\u00e4llt bei ihr nicht &#8211; und sie reflektiert                 auch nicht dar\u00fcber. <\/p>\n<p>Auf einer Indienreise im Jahr 2000 besuchte ich eine Initiative                 von selbstkritischen Ex-NaxalitInnen in Calcutta, die ehemalige                 SoldatInnen der PWG (Gruppe Volkskrieg), der wichtigsten Vorl\u00e4ufergruppe                 der sich 2004 zur CPI-Mao vereinigenden Guerillagruppen, nach                 ihrem Ausstieg aus dem Guerillaleben psychologisch betreute: Diese                 Ex-SoldatInnen hatten Alptr\u00e4ume und Schwierigkeiten, ins zivile                 Leben \u00fcberzuwechseln, weil sie die meisten Jahre ihres Lebens                 fast durchg\u00e4ngig mit Waffen durch den Wald gelaufen sind. ((8))<\/p>\n<p>Arundhati Roy beobachtet die Tatsache, dass es im Dschungel praktisch                 kein Buch zum Lesen gibt; manchmal erreichen die K\u00e4mpferInnen                 diffamierende Presseartikel indischer Zeitungen, die sie sich                 selbst laut vorlesen, um Lesen zu lernen. Sie setzt diese Beobachtung                 aber nicht in Bezug zu den vielen ungelebten und weggeworfenen                 Leben, die als Kindersoldaten oder Kinder aus Parteigruppierungen                 beginnen, die neuen Uniformen zu bewundern.<\/p>\n<p>Es kommt aber noch schlimmer: An einer Stelle fragt sich Arundhati                 Roy, was den Guerillera\/os die Kraft gibt, so lange auszuhalten                 und weiterzuk\u00e4mpfen. Man sollte doch meinen, es sei die Liebe                 und Solidarit\u00e4t f\u00fcr die betroffene Bev\u00f6lkerung. Doch Roy schreibt                 tats\u00e4chlich: <\/p>\n<p>&#8222;Was h\u00e4lt sie alle im Gange, trotz allem, was sie mitgemacht                 haben? Ihr Glaube und ihre Hoffnung &#8211; und Liebe &#8211; f\u00fcr die Partei.                 Ich begegne dem immer wieder, auf die tiefste und pers\u00f6nlichste                 Weise.&#8220; (S. 9) <\/p>\n<p>Punkt. Auch hier eine erschreckende Kritiklosigkeit von Arundhati                 Roy gegen\u00fcber der Geschichte bewaffneter K\u00e4mpfe in Indien, die                 alle von avantgardistischen Parteien angef\u00fchrt wurden. Die CPI-Mao                 hat sogar aus ihrer eigenen Geschichte und den fr\u00fcher verlorenen                 K\u00e4mpfen der PWG &#8222;gelernt&#8220;, d.h. den Schluss gezogen, dass eine                 straffere Organisation und eine eigene Armee mit klareren Hierarchien                 n\u00f6tig ist. Das ist ihre Konsequenz aus bisherigen milit\u00e4rischen                 Niederlagen mit weniger autorit\u00e4ren Organisationsstrategien. <\/p>\n<p>Maoistische oder marxistisch-leninistische Guerillas gab es in                 Indien schon immer, ob vor oder nach der Unabh\u00e4ngigkeit. Die Brennpunkte                 im unabh\u00e4ngigen Indien hie\u00dfen &#8222;Telangana in den 50ern; Westbengalen,                 Bihar, Srikakulam in Andhra Pradesh Ende der 60-er und 70-er Jahre;                 und wieder in Andhra Pradesh, Bihar und Maharashtra seit den 80-ern                 bis heute&#8220; (S. 1). Kaum einmal wurden zu dieser langen Geschichte                 selbstkritische und aufarbeitende Papiere ver\u00f6ffentlicht ((9));                 die klassisch-autorit\u00e4re Struktur, nach der eine Partei die bewaffneten                 Einheiten politisch leitet und kontrolliert, wurde nie in Frage                 gestellt. <\/p>\n<p>Nie gab es einen etwa mit der <i>Zapatistischen Armee der Nationalen                 Befreiung<\/i> (EZLN) in Mexiko vergleichbaren selbstkritischen                 Prozess oder wenigstens Versuch, indem die bewaffnete Intensit\u00e4t                 dauerhaft reduziert statt beschleunigt und autorit\u00e4re Strukturen                 bewusst zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wurden. So war und ist \u00fcber alle Linienstreits                 und Spaltungsgeschichten hinweg die Partei die letztentscheidende                 Instanz, welche den bewaffneten Arm anweist und kontrolliert.               <\/p>\n<p>Auch wenn Arundhati Roy z.B. den hohen Frauenanteil an der Guerilla                 hervorhebt und zeigt, wie durch die Beteiligung von Frauen an                 der Guerilla konservative und patriarchale Traditionen der Adivasi,                 d.h. die untergeordnete Stellung und die eingeschr\u00e4nkten Befugnisse                 der Frau, teilweise \u00fcberwunden oder ver\u00e4ndert werden konnten,                 so muss sie am Ende doch konstatieren: &#8222;Das Zentralkomitee der                 Partei und das Politb\u00fcro haben immer noch keine Frau.&#8220; (S. 10)               <\/p>\n<p>Aber daf\u00fcr wird sie von allen Frauen geliebt, die Partei. Ist                 ja auch klar, die Parteif\u00fchrung wird zum Familienersatz, nicht                 nur nach einer Flucht vor den patriarchalischen Strukturen der                 Familie, sondern oft auch nach m\u00f6rderischen Angriffen oder Massenvergewaltigungen                 der Polizei.<\/p>\n<h3>Die Verwendung von Landminen<\/h3>\n<p>Auch die Verwendung von Landminen zur Dorfverteidigung wird von                 Arundhati Roy nicht wirklich kritisch kommentiert. Sie l\u00e4sst zun\u00e4chst                 den Guerillero Sukhdev erkl\u00e4ren: &#8222;Sie sagen immer Landminen. Wir                 benutzen keine Landminen, sondern IED [improvised explosive devices                 = selbstgebaute Explosivladungen; d.\u00dc.].&#8220; (S. 16) Aber ist das                 wirklich ein Unterschied? <\/p>\n<p>Sp\u00e4ter spielt Sukhdev f\u00fcr Arundhati Roy ein &#8222;Ambush Video&#8220; vor,                 ein Video von einer milit\u00e4rischen Aktion der Guerilla, einem bewaffneten                 Hinterhalt: &#8222;Es beginnt mit Aufnahmen von Dandakaranya, von Fl\u00fcssen,                 Wasserf\u00e4llen, mit einer Nahaufnahme eines nackten Baumzweiges,                 einem rufenden Kuckuck. <\/p>\n<p>Dann pl\u00f6tzlich spult ein Genosse ein IED ab, bedeckt es mit trockenen                 Bl\u00e4ttern. Eine Kavalkade von Motorr\u00e4dern geht in die Luft. Es                 gibt verst\u00fcmmelte K\u00f6rper und brennende Motorr\u00e4der. Die Waffen                 werden geschnappt. Drei Polizisten, die unter Schock stehen, werden                 gefesselt.&#8220; (S. 16) <\/p>\n<p>Solche Ambush-Videos sind als Filme im Guerilla-Camp beliebt.                 Roy vermerkt hier nur noch, dass die gefangenen Polizisten freigelassen                 wurden &#8211; wohl um die Menschlichkeit der Guerilla zu betonen. <\/p>\n<p>Die Frage, ob es sich bei IED um Landminen handelt, beantwortet                 und behandelt sie nicht weiter. Sollen die LeserInnen sie f\u00fcr                 sich beantworten? <\/p>\n<p>Kurz vor dieser Stelle zitiert sie bei den Verbrechen der Polizei                 die UN-Konvention zu Genozidverbrechen. Die Landminenkonvention                 zitiert sie nicht.<\/p>\n<h3>Die &#8222;Volksgerichte&#8220; und die Todesstrafe<\/h3>\n<p>\u00c4hnliche Probleme finden sich bei ihrer Darstellung der sogenannten                 Volksgerichte, die in der herrschenden indischen Presse als willk\u00fcrliche                 Mordwerkzeuge angeprangert werden. <\/p>\n<p>Sie schildert ein &#8222;Volksgericht&#8220; im Anschluss an einen Milizangriff                 auf eine Polizeieinheit, die im Rahmen einer fr\u00fcheren Repressionskampagne                 gerade ein Dorf niedergebrannt hatte, und l\u00e4sst sich von Gudsa                 Usendi, dem Chronisten der Partei, der vergeblich gegen falsche                 Pressedarstellungen in Indien k\u00e4mpft, den Umgang mit den sieben                 dabei Festgenommenen erl\u00e4utern: <\/p>\n<p>&#8222;Das Gebietskomitee hat ein jan adalat (Volksgericht) einberufen.                 Viertausend Menschen waren anwesend. Sie h\u00f6rten sich die gesamte                 Geschichte an.<\/p>\n<p>Zwei der SPOs [Special Police Officer; d.A.] wurden zum Tode                 verurteilt. F\u00fcnf wurden verwarnt und freigelassen. <\/p>\n<p>Das Volk entschied. Selbst mit Informanten &#8211; was heutzutage ein                 gro\u00dfes Problem geworden ist &#8211; h\u00f6rt das Volk sich den Fall an,                 die Geschichten, die Gest\u00e4ndnisse und sagt: &#8218;Wir lassen uns nicht                 auf das Risiko ein, dieser Person zu vertrauen&#8216; oder &#8218;Wir lassen                 uns auf das Risiko ein, dieser Person zu vertrauen&#8216;. <\/p>\n<p>Die Presse berichtet immer \u00fcber Informanten, die get\u00f6tet werden.                 Sie berichtet niemals \u00fcber die vielen, die frei gelassen werden.                 Jeder denkt also, es sei eine blutd\u00fcrstige Prozedur, bei der jeder                 immer get\u00f6tet wird. Es geht nicht um Rache, es geht ums \u00dcberleben                 und die Rettung k\u00fcnftiger Leben. [&#8230;] Nat\u00fcrlich gibt es Probleme.                 Wir haben furchtbare Fehler begangen; wir haben sogar die falschen                 Leute bei unseren Hinterhalten get\u00f6tet, weil wir glaubten, es                 seien Polizisten, aber so, wie es in den Medien dargestellt wird,                 ist es nicht.&#8220; (S. 12) <\/p>\n<p>Es ist glaubhaft, dass die Volksgerichte keineswegs so willk\u00fcrlich                 und m\u00f6rderisch sind wie in den herrschenden Medien dargestellt,                 nur ist das hier nicht der Ma\u00dfstab der Kritik. Um n\u00e4mlich kritisieren                 zu k\u00f6nnen, dass &#8222;Volksgerichte&#8220;, welche die Todesstrafe praktizieren,                 autorit\u00e4r und anti-emanzipatorisch sind, m\u00fcssen keineswegs immer                 gleich alle Festgenommenen hingerichtet werden. Es gen\u00fcgt, wenn                 es einige sind &#8211; oder auch nur eine\/r. <\/p>\n<p>Au\u00dferdem wird bei der Beschreibung die Frage nicht gestellt,                 warum es denn so viele InformantInnen f\u00fcr die Herrschenden innerhalb                 der &#8222;befreiten Gebiete&#8220; gibt, die soviel Misstrauen s\u00e4en, wenn                 die Guerilla doch angeblich wie ein Fisch im Wasser in der Sympathie                 der Bev\u00f6lkerung schwimmt? <\/p>\n<p>Die aus gewaltfrei-anarchistischer Sicht entscheidenden Fragen                 stellt Roy nicht.<\/p>\n<p>Um die &#8222;Volksgerichte&#8220;, so wie sie wirklich sind, zu rechtfertigen                 und das schlechte Gewissen zu entsorgen, wird von ihr dagegen                 immer wieder die Folie der Verzerrung durch die herrschenden Medien                 ausgebreitet. Dadurch wird ein Popanz aufgebaut, dem gegen\u00fcber                 sich dann die (wo auch immer sie ausge\u00fcbt wird) verbrecherische                 Praxis der Todesstrafe noch als human darstellen l\u00e4sst. Arundhati                 Roy unterst\u00fctzt das, denn wenn sie eine Beschreibung kommentieren                 will, nimmt sie kein Blatt vor den Mund und macht das auch. Zu                 den Volksgerichten schreibt sie abschlie\u00dfend: &#8222;Und was h\u00e4tte das                 Volk von Kotropal tun sollen, frage ich mich? Die Polizei rufen?&#8220;                 (S. 12)<\/p>\n<h3>Die zaghafte Kritik der Arundhati Roy<\/h3>\n<p>Die praktische Kriegsf\u00fchrung der Guerilla bietet dann aber doch                 an einigen Stellen auch f\u00fcr Arundhati Roy Anlass, \u00f6ffentlich dar\u00fcber                 nachzudenken, ob sie sich vielleicht doch nur in der Quantit\u00e4t                 und nicht in der Qualit\u00e4t von derjenigen der indischen Polizei                 unterscheidet. Sie hatte einige Tage vor ihrem Untertauchen im                 Dschungel die M\u00f6glichkeit, mit einem der wenigen etwas verst\u00e4ndigeren                 und gespr\u00e4chsbereiten Special Officers vor Ort in Dantewada zu                 sprechen. <\/p>\n<p>Hier ihr Eindruck von einem Guerillaangriff vom 15.3.2007, zu                 dem sie Dokumente gezeigt bekam: &#8222;Einhundertzwanzig PLGA-Guerillas                 griffen das Rani Bodili Kanya Ashram an, ein M\u00e4dchenheim, das                 in eine Baracke f\u00fcr 80 Chhattisgarh-Polizisten (und SPO) verwandelt                 worden war, w\u00e4hrend die M\u00e4dchen dort noch immer als menschliche                 Schilde lebten. <\/p>\n<p>Die PLGA drangen in das Gel\u00e4nde ein, riegelten den Anbau, wo                 die M\u00e4dchen wohnten, ab, und griffen die Baracken an. 55 Polizisten                 und SPO wurden get\u00f6tet. Keines der M\u00e4dchen wurde verletzt. (Der                 freim\u00fctige SPO von Dantewada hatte mir seine Power Point Pr\u00e4sentation                 gezeigt mit den furchtbaren Bildern von den verbrannten [&#8230;]                 Leichen der Polizisten inmitten der Ruinen der gesprengten Schulgeb\u00e4ude.                 Sie waren so makaber, dass es unm\u00f6glich war, nicht wegzuschauen.                 Er betrachtete vergn\u00fcgt meine Reaktion.)&#8220; (S. 7) <\/p>\n<p>Milit\u00e4risch war der Angriff f\u00fcr die Guerilla ein Erfolg, denn                 auf der anderen Seite der Front, &#8222;in Dadakaranya wurde der Rani                 Bodili-Angriff zu einer Legende: Lieder, Gedichte und St\u00fccke wurden                 dar\u00fcber verfasst. <\/p>\n<p>Die maoistische Konteroffensive brach den Sicherheitsg\u00fcrtel und                 gab dem Volk eine Atempause.&#8220; (S. 8) <\/p>\n<p>Ist das den Preis und die Brutalit\u00e4t der Kriegsf\u00fchrung wert,                 weil ja die M\u00e4dchen gesch\u00fctzt werden konnten? Verwundert es wirklich,                 wenn die Polizisten killen, da ihnen per Power Point vorgef\u00fchrt                 werden kann, ansonsten gekillt zu werden?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schriftstellerin Arundhati Roy hatte mit Der Gott der kleinen Dinge ((1)) einen Roman geschrieben, der sie \u00fcber Nacht weltber\u00fchmt machte. Er wurde zu einem der meistverkauften B\u00fccher der indischen Literatur in den letzten Jahrzehnten. 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