{"id":10819,"date":"2011-09-01T00:00:04","date_gmt":"2011-08-31T22:00:04","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=10819"},"modified":"2022-07-26T13:05:53","modified_gmt":"2022-07-26T11:05:53","slug":"aktivist_in-oder-repressionsopfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2011\/09\/aktivist_in-oder-repressionsopfer\/","title":{"rendered":"Aktivist_in oder Repressionsopfer?"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif;\">1989 sa\u00df ich wegen gewaltfreier Blockaden des Mutlanger Atomwaffenlagers drei Monate lang eine Ersatzfreiheitsstrafe ab. Durch einige gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde konnte ich im Gef\u00e4ngnis Kontakt zu Gefangenen aus dem bewaffneten Kampf bekommen. Das bot Gelegenheit zu spannenden Diskussionen. Wir sprachen u.a. dar\u00fcber, wie unsere Aktionen wirken. Das Konzept der Leidensbereitschaft war meinen Mitgefangenen fremd. Ich argumentierte, dass sie selber einen gro\u00dfen Teil ihrer gesellschaftlichen Wirkung dadurch erzielten: \u201eNicht eure direkten Aktionen l\u00f6sen diese breite Solidarit\u00e4t aus, sondern die hohen Strafen, die Tatsache dass ihr so vieles aufgebt, euer Hungerstreik \u2013 ihr nehmt bewusst Leiden in Kauf, und das spricht Menschen an, die sich sonst nicht mit den Inhalten eures Kampfes auseinandersetzen w\u00fcrden.\u201c Meine Mitgefangene widersprach: Der Gef\u00e4ngnisaufenthalt und der Hungerstreik, das sei kein Leiden. Das sei die Fortsetzung des Kampfes mit anderen Mitteln. \u201eJa\u201c, sagte ich, \u201egenauso wie mein Gef\u00e4ngnisaufenthalt die Fortsetzung des Kampfes mit anderen Mitteln ist. Ich bin kein Opfer, das gegen seinen Willen hier eingesperrt wurde, sondern ich bin eine Aktivistin, die diesen Weg geht, um etwas zu bewegen. Aber dieser Weg ist mit Leiden verbunden.\u201c Einige Tage danach war ich zum Unkrautj\u00e4ten im Gef\u00e4ngnisgarten eingesetzt und konnte es so einrichten, dass ich unter dem Fenster meiner Gespr\u00e4chspartnerin arbeitete. Ich machte mich bemerkbar, und wir setzten unsere Diskussion fort. \u201eIch habe noch einmal dar\u00fcber nachgedacht,\u201c sagte sie, \u201edu hast Recht. Es ist Leiden.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif;\">Diese Geschichte fiel mir ein, als ich die Beitr\u00e4ge von Besalino und Lou Marin in der GWR 360 las. Ich m\u00f6chte mit meinem Beitrag die begonnene Diskussion zum Zusammenhang von Leiden und Zivilem Ungehorsam fortsetzen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">\u201e<span style=\"font-family: Liberation Serif, serif;\">Ich w\u00fcnschte, ich k\u00f6nnte jeden Menschen davon \u00fcberzeugen, dass Ziviler Ungehorsam das angeborene Recht eines B\u00fcrgers ist. Er kann es nicht aufgeben, ohne aufzuh\u00f6ren, ein Mensch zu sein.\u201c Das hat Gandhi gesagt, und ich stimme ihm da zu. Dennoch: Ziviler Ungehorsam ist per definitionem ein Versto\u00df gegen Gesetze oder Gesetzesauslegungen. Wer Zivilen Ungehorsam leistet, sollte deshalb damit rechnen, zum Ziel polizeilicher Ma\u00dfnahmen und gerichtlicher Verfolgung zu werden \u2013 m\u00f6glicherweise auch zum Ziel emp\u00f6rter Handlungen derjenigen, die durch die Aktion in ihrem Tun gest\u00f6rt werden und sich im Recht f\u00fchlen. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr sind die Go-Ins in Restaurants im Rahmen der US-amerikanischen B\u00fcrgerInnenrechtsbewegung, die besalino beschreibt: \u201eWir selbst werden die Restaurants zu integrierten machen, und es wird jenen, die \u00fcber die Macht des Gesetzes und der Eigentumsrechte verf\u00fcgen, \u00fcberlassen bleiben zu entscheiden, wie sie auf diese Neusch\u00f6pfung reagieren.\u201c Eben: Wer Zivilen Ungehorsam leistet, stellt damit andere vor eine Entscheidung, weiter mit dem Unrecht zu kooperieren oder diese Kooperation aufzugeben. Restaurantbesitzer_innen, die ein Schild \u201eWhites only\u201c ins Fenster gestellt haben, werden mit freundlichen, h\u00f6flichen und entschlossenen Menschen konfrontiert, die mit dieser Forderung nicht mehr kooperieren. Sie m\u00fcssen sich entscheiden: Entweder sie akzeptieren die Integration ihres Restaurants, oder sie gehen gegen die G\u00e4ste vor. Sollten sie Letzteres tun, so setzen ihnen die G\u00e4ste keine Gewalt entgegen und laufen auch nicht weg, sondern nehmen hin, was geschieht. Sie l\u00f6sen damit Emp\u00f6rung und Solidarisierung aus. So funktioniert aktive Gewaltfreiheit. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif;\">Burkhard Bl\u00e4si beschreibt in seinem Buch \u201eKonflikttransformation durch G\u00fctekraft\u201c (1)<\/span><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif;\"> zwei \u201eS\u00e4ulen\u201c, die die Wirkungskraft aktiver Gewaltfreiheit ausmachen. Er nennt sie \u201eParoli bieten\u201c und \u201eVertrauensaufbau\u201c. Beides sind Rollenbr\u00fcche: Gewaltfreie Aktivist_innen verhalten sich nicht als Opfer, sie laufen nicht weg und machen sich nicht klein. Sie bieten Paroli (eigener Standpunkt, Stellung beziehen, Pr\u00e4senz, Bestimmtheit, Beharrlichkeit, Inkaufnahme von Nachteilen). Sie akzeptieren aber auch nicht die Rolle des Feindes oder Gegners, sondern bauen Vertrauen auf (Nicht verletzendes Verhalten, Empathie, Ermunterung zum Perspektivenwechsel, Aufzeigen von Gemeinsamkeiten, Offenheit, positive\/beruhigende Atmosph\u00e4re). Diese beiden Rollenbr\u00fcche k\u00f6nnen beim Gegen\u00fcber zu einer emotionalen Betroffenheit f\u00fchren, einer Erkenntnis, dass das Gegen\u00fcber f\u00fcr gemeinsame Werte einsteht. Verbunden mit einem Gef\u00fchl der Sicherheit (durch den Vertrauensaufbau) f\u00fchrt dies zu einer Rollenverunsicherung beim Gegen\u00fcber, die letztlich zum Ausbrechen aus dieser Rolle f\u00fchren kann. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif;\">Was geschieht, wenn Menschen Zivilen Ungehorsam leisten ohne Leidensbereitschaft &#8211; also ohne die bewusste Bereitschaft, die Reaktionen ihres Gegen\u00fcbers auf ihre Aktion in Kauf zu nehmen? Ich sehe drei M\u00f6glichkeiten.<\/span><\/p>\n<ol>\n<li class=\"western\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif;\">Die AktivistInnen wehren sich mit Gewalt, dann handelt es sich nicht mehr um eine gewaltfreie Aktion.<\/span><\/li>\n<li class=\"western\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif;\">Die AktivistInnen gehen rechtzeitig weg, bevor die Polizei kommt. Das mag in manchen F\u00e4llen taktisch klug sein und ist auch keine Gewalt. Aber die spezifische Wirkung einer gewaltfreien Aktion tritt hier nicht ein. Ich selber m\u00f6chte solche Aktionen nicht mit dem Begriff \u201eZiviler Ungehorsam\u201c bezeichnen, um den Begriff nicht zu verw\u00e4ssern. <\/span><\/li>\n<li class=\"western\">Die<span style=\"font-family: Liberation Serif, serif;\"> AktivistInnen erleiden die Reaktionen, ohne dazu innerlich bereit zu sein. Sie werden dadurch tats\u00e4chlich zu Opfern, zu Menschen, mit denen gegen ihren Willen etwas geschieht. Evtl. greifen sie in ihrer Hilflosigkeit selber zu Gewalt, womit wir wieder bei 1. w\u00e4ren. <\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>Mir war es immer wichtig, bei Aktionen Zivilen Ungehorsams vorab zu \u00fcberlegen, wie weit ich gehen m\u00f6chte, welche Risiken dabei auf mich zu kommen und wie ich die \u2013 gemeinsam mit anderen \u2013 tragen kann. Gef\u00e4ngnisaufenthalte und Verletzungen k\u00f6nnen Teil eines Preises sein, den ich f\u00fcr die Ver\u00e4nderung zu zahlen bereit bin \u2013 ohne deshalb Groll zu entwickeln gegen diejenigen, die mir Gewalt antun. Das hat nichts mit einer Akzeptanz des Staates oder der parlamentarischen Demokratie zu tun. Als Anarchistin gestehe ich dem Staat und seinen Vertreter_innen nicht zu, \u00fcber mich zu bestimmen. Aber als gewaltfreie Aktivistin rechne ich mit einer Reaktion des Gegen\u00fcbers auf Aktionen Zivilen Ungehorsams und bereite mich darauf vor, die Kraft, die in diesen Reaktionen liegt, so umzuleiten, dass sie sich gegen das Unrecht wendet. Ich habe also nichts gegen diese Kraft.<\/p>\n<p>M\u00fcssen gewaltfreie AktivistInnen also Heilige sein, die alles aushalten, was ihnen irgendjemand zumutet? Auf keinen Fall. Ein bewusster Umgang mit den m\u00f6glichen Folgen einer Aktion bedeutet auch, dass wir uns gegenseitig darin unterst\u00fctzen, einzusch\u00e4tzen, wer wieviel tragen kann ohne daran zu zerbrechen. Als ich 1989 im Alter von 23 Jahren f\u00fcr drei Monate ins Gef\u00e4ngnis ging, hatte ich Angst vor dem, was kommen w\u00fcrde. Vor meinem Haftantritt schrieb mir Wolfgang Sternstein, ich sollte doch nochmal \u00fcberdenken, ob ich die Strafe wirklich absitzen oder doch lieber bezahlen wolle; wenn ich durch den Gef\u00e4ngnisaufenthalt psychisch zu stark belastet w\u00fcrde und evtl. verbittert oder zerbrochen heraus k\u00e4me, w\u00fcrde ich damit auch der Sache mehr schaden als n\u00fctzen. Ich habe mich damals entschieden, die Strafe abzusitzen, und habe das nie bereut. Aber der f\u00fcrsorgliche Brief von Wolfgang ist f\u00fcr mich ein gutes Beispiel daf\u00fcr, dass es eben nicht darum geht, \u201eheiligm\u00e4\u00dfig\u201c alles zu ertragen und sich selbst um der Sache willen zu vergessen. Wir bleiben menschlich und nehmen uns selbst und gegenseitig mit unseren Bed\u00fcrfnissen und Grenzen ernst.<\/p>\n<p>Wenn wir uns nun trotz drohender Konsequenzen zu einer Aktion entschieden haben, m\u00fcssen wir dann auch noch \u201eklaglos hinnehmen\u201c, was uns geschieht? Wolfgang Sternstein schrieb dazu in seinem Beitrag in der GWR 354, \u201eDas gilt selbstverst\u00e4ndlich nicht f\u00fcr die F\u00e4lle, in denen das Prinzip der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit von Seiten der Polizei missachtet wird.\u201c Ich w\u00fcrde es etwas anders sagen: Es ist wichtig und richtig, in gewaltfreien Aktionen unserem Gegen\u00fcber immer wieder einen Spiegel vorzuhalten und sie auf das ansprechen was sie tun. Das gilt besonders auch f\u00fcr unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig harte Polizeieins\u00e4tze \u2013 aber es gilt auch f\u00fcr eine ganz \u201efriedliche\u201c R\u00e4umung, mit der eben doch der Weg f\u00fcr einen Atomtransport frei gemacht wird. Meine Haltung ist aber dabei nicht eine klagende (das passt f\u00fcr mich wieder mehr zu einem Opfer) oder anklagende, sondern ich mache die Polizist_innen oder Richer_innen oder Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter_innen in ruhiger und unaggressiver Weise darauf aufmerksam, dass sie mir Leid zuf\u00fcgen bzw. dass sie zur Aufrechterhaltung eines Unrechts beitragen.<\/p>\n<p>Was bringt das nun, mit einem Polizisten, einer Richterin, einer Gef\u00e4ngnisw\u00e4rterin zu reden? Was bringt der Dialog mit diesen Menschen, die doch \u00fcber die Fragen, um die es uns geht, keine Entscheidungsmacht haben? Meiner Meinung nach haben sie die eben doch: Die M\u00e4chtigen sind nur m\u00e4chtig, solange viele scheinbar Ohnm\u00e4chtige mit ihnen kooperieren. Wenn diejenigen, die ein Unrecht konkret und praktisch durchsetzen sollen, Skrupel entwickeln, in ihrem Rollenverhalten verunsichert werden und ggf. die Kooperation mit dem Unrecht aufk\u00fcndigen, dann verlieren die \u201eM\u00e4chtigen an Macht. Jede\/r, der oder die heute ein Teil des Problems ist, kann irgendwann Teil der L\u00f6sung sein.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte auf das Verh\u00e4ltnis zwischen Zivilem Ungehorsam und Staat zur\u00fcck kommen. Ich stimme Lou Marin zu, dass Ziviler Ungehorsam nicht zum Konzept der parlamentarischen Mehrheitsdemokratie passt. Diese basiert auf der Vorstellung, dass eine Mehrheit von gew\u00e4hlten Vertreter_innen das Recht hat, \u00fcber alle Fragen verbindlich zu entscheiden. Demgegen\u00fcber basiert Ziviler Ungehorsam auf der Idee, dass jedem Menschen ein Gewissen gegeben ist, damit er oder sie es einsetzt, und dass jede_r Einzelne das Recht und die Pflicht zum Widerstand hat, wenn eine wie auch immer zustande gekommene Entscheidung sein oder ihr Gewissen verletzt. Diese Idee korrespondiert mit einer anderen Form der Demokratie \u2013 mit einer anarchistischen Gesellschaft, in der Entscheidungen basisdemokratisch und nach dem Konsensprinzip getroffen werden. Es ist kein Zufall, dass wir uns bei gewaltfreien Aktionen nach diesem Prinzip organisieren. Insofern ist Ziviler Ungehorsam meines Erachtens zutiefst demokratisch. In einer parlamentarischen Mehrheitsdemokratie ist er ein Schritt zur Weiterentwicklung in Richtung einer gewaltfreien, herrschaftslosen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Es w\u00fcrde mich freuen, wenn alle, die gegen Stuttgart 21 auf die Stra\u00dfe gehen und die Bauarbeiten blockieren, sich vom Modell der parlamentarischen Mehrheitsdemokratie verabschieden wollten. Ich glaube aber nicht, dass dem so ist. Kampagnen Zivilen Ungehorsams haben konkrete in absehbarer Zeit erreichbare Ziele und versuchen alle Menschen mitzunehmen, die diese Ziele teilen \u2013 ob sie nun grunds\u00e4tzliche Kritik am System haben oder nicht. Wenn die S21-Gegner_innen merken, dass die vorhandenen politischen Strukturen nicht \u201efunktionieren\u201c, dass ihre Belange nicht ber\u00fccksichtigt wurden, dann mag das bei vielen ein grunds\u00e4tzlicheres Nachdenken \u00fcber dieses politische System ausl\u00f6sen. Sie werden aber deshalb nicht alle zu Anarchist_innen. Wenn es gut l\u00e4uft, dann wird die Erfahrung der eigenen Macht, das grunds\u00e4tzliche Infragestellen der Legitimation von Gewalt, das Ausprobieren von basisdemokratischen Formen der Entscheidungsfindung bei den Einzelnen und in der Gesellschaft Ver\u00e4nderungen hinterlassen \u2013 eben jene langsamen und tiefgreifenden gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen, die wir Graswurzelrevolution nennen. (2)<\/p>\n<p>\u201eEs gibt daher eine revolution\u00e4re und konsequente Form des Zivilen Ungehorsams und der gewaltfreien Aktion, und eine reformistische und inkonsequente\u201c, schreibt Lou Marin.<\/p>\n<p>Die Konfliktlinie, die sich in den Beitr\u00e4gen von Wolfgang Sternstein, Lou Marin, besalino und meinem vorliegenden Beitrag abzeichnet, ist m.E. eine andere. Ich sehe hier auf der einen Seite eine grunds\u00e4tzlich verstandene, sowohl ethisch als auch strategisch begr\u00fcndete Gewaltfreiheit als Lebensprinzip, wie ich sie hier vertrete, wie Gandhi und King sie ma\u00dfgeblich entwickelt haben, wie Sternstein sie beschreibt, deren Wirkung Bl\u00e4si in seiner Studie untersucht. Sie wirkt unter anderem \u00fcber Leidensbereitschaft und den damit verbundenen Gewissensappell. Macht entfaltet sie dadurch, dass immer mehr Menschen daf\u00fcr gewonnen werden, freiwillig die Kooperation mit dem Unrecht aufzugeben. Auf der einen Seite sehe ich eine taktisch begr\u00fcndete Gewaltlosigkeit, bei der es darum geht, m\u00f6glichst viel Macht zu entfalten, um die eigenen politischen Ziele zu erreichen, dies aber mit gewaltlosen Mitteln zu tun, um dem Gegner keinen Vorwand f\u00fcr eine gewaltsame Unterdr\u00fcckung zu liefern. Die Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Richtungen ist eine alte, sie wurde schon in der US-amerikanischen B\u00fcrgerrechtsbewegung gef\u00fchrt. Ich finde es fruchtbar und wichtig sie weiter und immer wieder neu zu f\u00fchren, denn jede neue Generation von Aktivist_innen kann daran wachsen, dass sie sich mit diesem Fragen auseinander setzt. Wir sollten uns dabei aber gegenseitig nicht das revolution\u00e4re Bewusstsein und die revolution\u00e4re Praxis absprechen. Gewaltfreiheit als Lebensprinzip ist etwas ausgesprochen Revolution\u00e4res.<\/p>\n<p class=\"western\" style=\"text-align: right;\"><strong><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif;\">Ulrike Laubenthal<\/span><\/strong><\/p>\n<div id=\"sdendnote1\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym-western\" href=\"#sdendnote1anc\" name=\"sdendnote1sym\"><\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1989 sa\u00df ich wegen gewaltfreier Blockaden des Mutlanger Atomwaffenlagers drei Monate lang eine Ersatzfreiheitsstrafe ab. Durch einige gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde konnte ich im Gef\u00e4ngnis Kontakt zu Gefangenen aus dem bewaffneten Kampf bekommen. Das bot Gelegenheit zu spannenden Diskussionen. Wir sprachen u.a. dar\u00fcber, wie unsere Aktionen wirken. Das Konzept der Leidensbereitschaft war meinen Mitgefangenen fremd. 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