{"id":10881,"date":"2011-10-01T00:00:14","date_gmt":"2011-09-30T22:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=10881"},"modified":"2022-07-26T14:12:27","modified_gmt":"2022-07-26T12:12:27","slug":"tausend-projekte-ohne-beachtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2011\/10\/tausend-projekte-ohne-beachtung\/","title":{"rendered":"Tausend Projekte ohne Beachtung"},"content":{"rendered":"<p>Die Aufmerksamkeit sozialer Bewegungen richtet sich h\u00f6chstens noch auf Computer und Handys. Trotz und gerade wegen dieser Beobachtungen haben sich Bernd H\u00fcttner, Christiane Leidinger und Gottfried Oy entschieden, das urspr\u00fcnglich auf den &#8222;Bunten Seiten&#8220; basierende &#8222;Verzeichnis der AlternativMedien&#8220; aus dem Jahr 2006 nun als &#8222;Handbuch&#8220; neu herauszugeben.<\/p>\n<p>Die umfangreich aktualisierte Bestandsaufnahme der alternativen Medienlandschaft verleitet zum St\u00f6bern. Anhand des St\u00e4dteverzeichnisses l\u00e4sst sich schnell \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Projekte in der eigenen Umgebung noch dieselben sind. \u00dcber das Themenverzeichnis l\u00e4sst sich sichergehen, bei den eigenen Schwerpunkten nichts Wesentliches zu verpassen. Mit rund 700 Printmedien und 300 Freien Radios, Archiven und Verlagen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum wird sich hier aber wohl auch manches Mal ein schlechtes Gewissen einstellen. Das Verzeichnis ist zudem in einer Online-Version unter alternativmedien.org frei zug\u00e4nglich und vereint dort selbst die Vor- und Nachteile eines alternativen Mediums.<\/p>\n<p>Dem neuen, st\u00e4rker auf seinen redaktionellen Teil verweisenden Titel wird das Buch gerecht, indem es auf knapp 150 Seiten kurze und gut lesbare Beitr\u00e4ge von 15 Autor_innen(gruppen) zusammenbringt. Auf diese Weise verschafft es sowohl \u00dcberblicke, als auch exemplarische Einblicke in die gegenw\u00e4rtige Welt alternativer Medien. Dabei erschlie\u00dft ein akademisch gepr\u00e4gter erster Abschnitt zu den Konzepten und Perspektiven von Gegen\u00f6ffentlichkeit und demokratischer Kommunikation den historischen und theoretischen Hintergrund des Buches. Ein zweiter wendet den Fokus auf einige konkrete Bereiche alternativer Medienproduktion, etwa die Entwicklung des Videoaktivismus oder feministischer Fanzines. Abschlie\u00dfend wirft ein dritter Abschnitt den Spot auf einzelne Projekte, wie die &#8222;Berliner Gazette&#8220; oder das von Menschen mit Down Syndrom gestaltete Magazin &#8222;Ohrenkuss&#8220;, die sich auf ganz unterschiedliche Weise vorstellen und ihre Erfahrungen reflektieren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die blo\u00dfe Anzahl der Medienprojekte im Adressverzeichnis imponiert, bleibt jedoch selbst bei den Herausgeber_innen ein gewisses Unbehagen \u00fcber das Bild, das die eingegangenen Textbeitr\u00e4ge von der aktuellen Beschaffenheit der alternativen Medienlandschaft hinterlassen. Denn gemeinsam heben sie nicht nur wichtige Fragen und spannende Ans\u00e4tze hervor, sondern mit den fehlenden Themen und Debattenstr\u00e4ngen gleichzeitig auch die g\u00e4hnenden Leerstellen des aktuellen Medienaktivismus.<\/p>\n<p>Gerade mit dieser unfreiwilligen Betonung des selbst in aktuellen linken Debatten seltsam Unbetonten lenkt das Buch die Gedanken gleich in doppelter Hinsicht auf die stete Herausforderung, die auch die Sympathie der Herausgeber_innen hat: die Entwicklung und Verbreitung von kritischen Standpunkten und utopischen W\u00fcnschen mit der emanzipatorischen Gestaltung kommunikativer Prozesse zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Aufmerksamkeit sozialer Bewegungen richtet sich h\u00f6chstens noch auf Computer und Handys. 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