{"id":11085,"date":"2012-01-01T00:00:47","date_gmt":"2011-12-31T22:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=11085"},"modified":"2022-07-26T14:12:24","modified_gmt":"2022-07-26T12:12:24","slug":"starker-tobak","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2012\/01\/starker-tobak\/","title":{"rendered":"Starker Tobak"},"content":{"rendered":"<p>Die von dem US-amerikanischen Historiker und Universit\u00e4tsdozenten                 Michael Seidman gut 20 Jahre nach ihrem Erscheinen vorgelegte                 deutsche \u00dcbersetzung des Buches &#8222;Workers Against Work. Labour                 in Paris and Barcelona during the Popular Fronts&#8220; hat es in sich.<\/p>\n<p>In einem Land, in dem Biographien von Menschen noch immer mit                 dem Satz: &#8222;Und er hat nicht einen Tag bei der Arbeit gefehlt!&#8220;                 beendet werden k\u00f6nnen, ist alleine schon der Titel eine Konfrontation:                 Gegen die Arbeit! <\/p>\n<p>Seidman stellt an den Anfang seiner Analysen zun\u00e4chst differenzierte                 Darstellungen der \u00f6konomischen und sozialen Entwicklung Spaniens                 und Frankreichs insbesondere seit der Wende zum 20. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Er versteht es, anschaulich die unterschiedlichen Entwicklungen                 der industriellen und handwerklichen Produktion mit dem Reifegrad                 des jeweiligen B\u00fcrgertums zu verkn\u00fcpfen. <\/p>\n<p>So gelingt es ihm, plausibel den Reifeunterschied zwischen dem                 eher konservativ-klerikalen spanischen und katalanischen B\u00fcrgertum                 und einer modernen franz\u00f6sischen Bourgeoisie herauszuarbeiten.<\/p>\n<p>Besonders interessant dabei ist, dass er die St\u00e4rke der anarchosyndikalistischen                 Bewegung in Spanien nicht &#8211; wie dies Marxisten h\u00e4ufig auch in                 diffamierender Absicht tun &#8211; auf die Transformation egalit\u00e4rer                 d\u00f6rflicher Sichtweisen in einer st\u00e4dtischen, industriell gepr\u00e4gten                 Umwelt zur\u00fcckf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Seiner Ansicht nach war der Anarchosyndikalismus insbesondere                 in Katalonien verwurzelt, weil er eine rationale Antwort auf das                 Elend und die Armut der spanischen ArbeiterInnen, auf den Entwicklungsr\u00fcckstand                 der spanischen Gesellschaft gegen\u00fcber Westeuropa war. Warum die                 spanische Arbeiterschaft daf\u00fcr allerdings eben nicht mehrheitlich                 auf den sozialdemokratischen Reformismus der PSOE mit ihrem Gewerkschaftsverband                 der UGT, sondern auch auf die CNT zur\u00fcckgriff, wird dabei von                 ihm nicht ausreichend begr\u00fcndet. <\/p>\n<h3>Repression in Spanien<\/h3>\n<p>Seidman verweist auf den hohen Grad auch gewaltsamer Repression                 in Spanien, dem sich die ArbeiterInnen ausgesetzt sahen, und die                 jahrhundertealte gesellschaftlichen Spaltung der spanischen Gesellschaft.<\/p>\n<p>So sei eine Entwicklungsrichtung auch die gewesen, anstelle der                 unf\u00e4higen herrschenden Kasten und des B\u00fcrgertums die Entwicklung                 der Produktivkr\u00e4fte selbst vorantreiben zu wollen. Seite um Seite                 f\u00fcllt Seidman mit Zitaten von anarchosyndikalistischen K\u00f6pfen,                 die in der Entwicklung der Industrie, der Maschinerie, Technik                 und Rationalisierung einen K\u00f6nigspfad zu einer freien Gesellschaft                 sahen. <\/p>\n<p>All dies gilt aber gleicherma\u00dfen auch f\u00fcr die spanische Sozialdemokratie.                 Auch hier bleibt Seidman eine konsistente Antwort schuldig. Im                 Ergebnis d\u00fcrfte es aber auch nicht seinem Hauptanliegen entsprechen,                 die Frage nach der relativen St\u00e4rke des libert\u00e4ren Fl\u00fcgels in                 der spanischen Arbeiterbewegung zu stellen.<\/p>\n<p>Denn trotz dieses &#8222;Produktivismus&#8220; eines Teils der SyndikalistInnen                 und trotz der B\u00fcrgerkriegssituation, die eine Anspannung aller                 Kr\u00e4fte f\u00fcr den Sieg \u00fcber die Franco-Faschisten und die Fortsetzung                 der Revolution erforderlich gemacht h\u00e4tten, entwickelte sich ein                 Widerstand von Teilen der Arbeiterschaft gegen die Arbeit in industriellen                 Zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Dieser wuchs sich bis hin zur Sabotage gegen die als Zumutung                 empfundenen Bestrebungen der Gewerkschaftsleitungen zur Produktivit\u00e4tssteigerung                 aus. Der Eigensinn der ArbeiterInnen zeigte sich u.a. auch in                 einer ausgepr\u00e4gten Abneigung, tayloristische Arbeitspraktiken                 zu tolerieren, sowie in der Tendenz, sich dem Arbeitsprozess \u00fcberhaupt                 durch Feiern, Blaumachen und Sabotage zu entziehen. <\/p>\n<h3>Aber:<\/h3>\n<p>So materialreich Seidman diesen Arbeiterwiderstand schildert,                 so unklar bleibt doch, wie stark diese Bewegung gegen die industrielle                 Arbeit in der Fabrik tats\u00e4chlich war.<\/p>\n<p>Die Volksfront in Frankreich, die auf der Grundlage antifaschistischer                 Abwehrk\u00e4mpfe zwischen den Leitungen der PCF, SFIO und der &#8222;radikalsozialistischen&#8220;                 Partei entstand (in der Realit\u00e4t eine Organisation des laizistischen,                 linksliberalen Kleinb\u00fcrgertums), war mit einem \u00e4hnlichen Ph\u00e4nomen                 konfrontiert. Und dies, obwohl die Entwicklung der industriellen                 Basis deutlich weiter als in Spanien entwickelt, die Infrastruktur                 gut ausgebaut und die Arbeit in ungleich h\u00f6herem Ma\u00dfe betriebswissenschaftlichen                 Rationalisierungsmethoden ausgesetzt waren. <\/p>\n<p>Seidman macht dies u.a. am Automobilbau, dem Stra\u00dfennetz und                 Motorisierungsgrad der Wirtschaft fest. Auch war der formale Bildungsstand                 der Arbeiterschaft h\u00f6her, Analphabetismus fast verschwunden. <\/p>\n<p>Der reaktion\u00e4re Katholizismus war seit der Dreyfu\u00df-Aff\u00e4re zur\u00fcckgedr\u00e4ngt,                 und die politischen Institutionen einer parlamentarischen Demokratie                 waren eingespielter und verankerter. Organisierte Morde an politischen                 Gegnern, Gewerkschaftern oder Streikenden und militaristische                 Putschabenteuer wie in Spanien waren in Frankreich seltene Ausnahmen.<\/p>\n<p>Frankreich war also im Unterschied zu Spanien in den 1930er Jahren                 ein entwickeltes kapitalistisches Land.<\/p>\n<p>&#8222;Statt unter der Volksfrontregierung Revolution zu machen, verlangten                 &#8211; und bekamen die Arbeiter bezahlten Urlaub und die 40-Stunden-Woche.                 Inmitten der gr\u00f6\u00dften Wirtschaftskrise in der Geschichte des Kapitalismus                 brachte Frankreich das Wochenende zur Welt. &#8230; So war die Volksfront                 nicht nur eine Koalition von Gewerkschaften und linken Parteien,                 um den Faschismus zu verhindern, sondern sie war auch die Wiege                 des Massentourismus und der Freizeit.&#8220; (S. 259) <\/p>\n<p>Seidman arbeitet heraus, dass die gro\u00dfe Mehrheit der franz\u00f6sischen                 ArbeiterInnen kein Interesse an der \u00dcbernahme oder Entwicklung                 der Produktionsmittel hatte und an ihrer Kontrolle nur insoweit,                 als es f\u00fcr die Erk\u00e4mpfung h\u00f6herer L\u00f6hne, besserer Arbeitsbedingungen                 oder l\u00e4ngerer Pausen erforderlich schien. <\/p>\n<p>Die Appelle der Funktion\u00e4re und Arbeiterorganisationen, die Produktivit\u00e4t                 im Angesicht der faschistischen Bedrohung durch Deutschland und                 Italien zu steigern, stie\u00dfen nicht ungeteilt auf Gegenliebe bzw.                 Resonanz. Der Einbruch der Produktivit\u00e4t, der mit dem renitenten                 Verhalten gr\u00f6\u00dferer Arbeiterschichten verbunden war, f\u00fchrte letztlich                 zum Bruch der Volksfront und zum Angriff auf die 40-Stunden-Woche,                 die von den ArbeiterInnen z\u00e4h verteidigt wurde. <\/p>\n<p>Erst in dieser Schlussphase der Volksfront vollzogen die Arbeiterorganisationen                 eine Wende und schlossen mit den &#8222;K\u00e4mpfern gegen die Arbeit&#8220; die                 Reihen, gegen eine Regierung, die versuchte, alle Errungenschaften                 der Zeit davor wieder zu kassieren. Ein Generalstreik am 28. November                 1938 scheiterte, die 40-Stunden-Woche war damit pass\u00e9. <\/p>\n<p>\u00dcbrigens ein Pyrrhussieg f\u00fcr die Unternehmer: Sie mussten mehr                 ArbeiterInnen einstellen, die Arbeitslosigkeit als Druckmittel                 gegen Forderungen der Arbeiterschaft wurde weniger wirksam, die                 Produktivit\u00e4t stieg trotzdem nicht.<\/p>\n<p>Seidman stellt die Prozesse der Spanischen Revolution und der                 franz\u00f6sischen Volksfront in der Zeit von 1936 bis 1939 somit nicht                 nur wie in der Linken beliebt als heroischen Kampf der Arbeiterorganisationen                 gegen Franco-Faschismus, rechte und kapitalistische Reaktion und                 den m\u00e4chtiger werdenden Nazismus vor. <\/p>\n<p>Auch spielt der insbesondere im Mai 1937 in Katalonien kulminierende                 Kampf zwischen libert\u00e4ren, sozialdemokratischen und stalinistischen                 Fraktionen keine wesentliche Rolle. <\/p>\n<p>Es geht Seidman auch nicht darum, zum wiederholten Mal die sicher                 auch vorhandenen Potenziale und Praxen der Selbstorganisation                 und Selbstverwaltung aufzuzeigen, also die M\u00f6glichkeit eines selbstbestimmten,                 freiheitlichen Sozialismus. Wobei er explizit darauf hinweist,                 dass die franz\u00f6sischen ArbeiterInnen in ihrer Mehrheit eben weder                 Sowjets noch Selbstverwaltung noch Arbeiterkontrolle forderten                 &#8211; dies blieb politisch bewussten Minorit\u00e4ten vorbehalten.<\/p>\n<p>Erstaunlich ist, dass Seidman gut herausarbeiten und belegen                 kann, wie stark sich die Modernisierungsideologie, quer zu den                 Klassenlagen, auch in das Denken der bewussteren, organisierten                 ArbeiterInnen und Arbeiterbewegung eingeschrieben hatte. <\/p>\n<p>Dies begr\u00fcndet einmal mehr starke Zweifel an der &#8222;Arbeiterexklusivtheorie&#8220;,                 die MarxistInnen und SyndikalistInnen in der \u00dcberzeugung von der                 Superiorit\u00e4t einer Arbeiterklasse f\u00fcr den Aufbau des Sozialismus                 vereint. <\/p>\n<p>Insoweit k\u00f6nnte der ja eher &#8222;klassenneutrale&#8220; Ansatz Gustav Landauers                 &#8222;realistischer&#8220; sein als der der AnarchosyndikalistInnen. <\/p>\n<p>Zum Anderen liefert Seidman auch Elemente f\u00fcr die Erkl\u00e4rung des                 Ph\u00e4nomens, warum libert\u00e4re Massenbewegungen ab Mitte des 20. Jahrhunderts                 nur eine minorit\u00e4re Rolle spielten. <\/p>\n<p>Die unmittelbaren Bed\u00fcrfnisse von wesentlichen Teilen der Arbeiterschaft                 waren mit den wachsenden M\u00f6glichkeiten in einer Konsumgesellschaft                 immer besser zu befriedigen. <\/p>\n<p>Wenn der &#8222;geheime Lehrplan&#8220; auch der in der CNT organisierten                 spanischen ArbeiterInnen eher die Freiheit &#8222;von&#8220; als die Freiheit                 &#8222;in&#8220; der Arbeit war, wenn sich andererseits der Wunsch nach einer                 Modernisierung des Landes bei f\u00fchrenden K\u00f6pfen der CNT sogar dahin                 steigert, f\u00fcr die Stachanow-Sklaverei in Russland Sympathien zu                 entwickeln, dann prallten hier zwei gegens\u00e4tzliche Interessen                 aufeinander, die unter einer schwarz-roten Fahne kaum mehr verdeckt                 werden konnten.<\/p>\n<h3>Seidman arbeitet hier gegen Mythen an<\/h3>\n<p>Allerdings bleibt die Frage offen, warum es neben den notorisch                 &#8222;modernisierungsfreundlichen&#8220; SozialdemokratInnen und KommunistInnen                 auch SyndikalistInnen dieser Denkungsart gab und welche tats\u00e4chliche                 St\u00e4rke sie in der CNT hatten. <\/p>\n<p>Weiterhin m\u00fcssen wir uns angesichts der detaillierten Beschreibung                 der Produktionsabl\u00e4ufe in Spanien und Frankreich bei Seidman fragen,                 ob Arbeiterselbstverwaltung in den heute noch autorit\u00e4rer und                 hierarchischer, auch das &#8222;Humanverm\u00f6gen&#8220; ergreifenden, also semitotalit\u00e4r                 durchorganisierten Betrieben etc. noch Ans\u00e4tze bietet, die f\u00fcr                 eine freiheitliche Organisierung vorhanden sind. <\/p>\n<p>Sind VW, Opel, Ford, Mercedes und Porsche tats\u00e4chlich als selbstverwaltete                 Betriebe vorstellbar? Oder ist nicht grunds\u00e4tzlich nach dem Verh\u00e4ltnis                 von Technik und Herrschaft zu fragen, bevor leichtf\u00fc\u00dfig zum Thema                 Konversion \u00fcbergegangen wird?<\/p>\n<h3>Was bedeutet dann Revolution eigentlich? <\/h3>\n<p>F\u00fcr eine gro\u00dfe Fraktion der Arbeiterklasse war es nicht von Interesse,                 die Fabriken zu \u00fcbernehmen und dort die Produktion umzugestalten.                 Dieses Ph\u00e4nomen war bereits in der Russischen Revolution 1917                 zu beobachten und nimmt z.B. in dem Buch von Orlando Figes ((1))                 breiten Raum ein. <\/p>\n<p>Die Bolschewiki antworteten auf diese Tendenzen mit ihrer Ordnungsvorstellung,                 n\u00e4mlich die Gesellschaft nach dem Vorbild der deutschen Reichspost                 territorial durchzuorganisieren. F\u00fcr sie waren damit Arbeiterkontrolle                 und Arbeiterdemokratie von untergeordneter Bedeutung. <\/p>\n<p>Hier trafen sie sich aber mit den antagonistischen Interessen                 einer Masse von ArbeiterInnen, die daran interessiert waren, in                 m\u00f6glichst gro\u00dfem Umfang aus den Zw\u00e4ngen der Produktion zu entfliehen.                 Und dies nicht nur in den tayloristisch gepr\u00e4gten, durchgetakteten                 Werkst\u00e4tten.<\/p>\n<p>Mindestens m\u00fcssen wir in der weiteren Diskussion ja von einer                 Differenzierung innerhalb der Arbeiterklasse ausgehen zwischen                 &#8222;Faulen&#8220; und &#8222;Flei\u00dfigen&#8220;. Aber auch, dass die durch den industriellen                 Kapitalismus erzwungene Arbeitsdisziplin wesentlich Zwangscharakter                 hat, aus dem sich weder psychologisch noch durch den Zwang der                 Verh\u00e4ltnisse selbst ein freiheitliches Bewusstsein ergeben muss,                 vielleicht noch ein &#8222;rebellisches&#8220; (R\u00fchle). <\/p>\n<p>Aber reicht das aus? <\/p>\n<p>Seidmans empirisch abgesicherter &#8222;Abschied vom (einheitlichen)                 Proletariat&#8220; vertr\u00e4gt sich so nicht nur nicht mit leninistischen,                 sondern auch nicht mit syndikalistischen, r\u00e4tekommunistischen                 Konzepten. <\/p>\n<h3>K\u00f6nnte es also sein, dass die vorhandene Industrieorganisation                 f\u00fcr eine freie Gesellschaft schlicht nicht zu gebrauchen ist?               <\/h3>\n<p>Bedeutet Arbeiterkontrolle bzw. eine Arbeiterdemokratie &#8211; was                 immer das heute hei\u00dfen mag &#8211; f\u00fcr eine so organisierte Produktion                 letztlich wieder und weiterhin notwendig doch Zwang, Zeitnot und                 physische und psychische Verkr\u00fcppelung, nur unter einem anderen                 Firmenschild? Welche Konsequenzen hat das f\u00fcr unsere Konzepte                 von einer freien Gesellschaft?<\/p>\n<p>Wenn eine Revolution f\u00fcr die industrielle Fertigung einen dramatischen                 Einbruch der Produktivit\u00e4t und Produktion bedeutet &#8211; und darauf                 weisen auch die Erfahrungen aus der Russischen Revolution hin                 &#8211; was bedeutet das f\u00fcr das Konsumtionsniveau einer Gesellschaft?                 Und in der Folge f\u00fcr die sozialen Auseinandersetzungen in einer                 Gesellschaft, die sich den imperialen Lebensstil des Nordens auch                 in breiten Segmenten der Lohnabh\u00e4ngigen zu eigen gemacht hat?<\/p>\n<p>Muss diese Frage nicht angesichts der immer breiter diskutierten                 Notwendigkeit, in der derzeitigen \u00f6kologischen Krisensituation                 Produktion und Konsumtion einzuschr\u00e4nken, viel deutlicher gestellt                 werden?<\/p>\n<h3>Wie kommt eigentlich der von Seidman konstatierte Bruch zwischen                 den organisierten Arbeitern, ihren Funktion\u00e4ren und den F\u00fchrungen                 zu Stande? <\/h3>\n<p>Weshalb waren letztere mehr oder minder auf der produktivistischen                 Schiene, weshalb waren sie zur Disziplinierung der &#8222;Basis&#8220; bereit?               <\/p>\n<p>Man kann das f\u00fcr Spanien noch aus den Erfordernissen einer bewaffneten                 Konfrontation mit dem Franco-Faschismus heraus verstehen &#8211; schlie\u00dflich                 musste ein B\u00fcrgerkrieg gewonnen werden, der auf Leben und Tod                 gef\u00fchrt wurde. <\/p>\n<p>Doch schon f\u00fcr Frankreich ist dies weniger plausibel zu erkl\u00e4ren,                 das sich unter Daladier schlie\u00dflich in einer &#8222;Appeasement&#8220;-Phase                 gegen\u00fcber Nazideutschland befand?<\/p>\n<p>Alleine, dass Seidman Ansto\u00df zu einem ganzen B\u00fcndel von Fragen                 gibt und sein Buch weit \u00fcber eine historische Darstellung hinausgeht,                 macht es lesenswert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die von dem US-amerikanischen Historiker und Universit\u00e4tsdozenten Michael Seidman gut 20 Jahre nach ihrem Erscheinen vorgelegte deutsche \u00dcbersetzung des Buches &#8222;Workers Against Work. Labour in Paris and Barcelona during the Popular Fronts&#8220; hat es in sich. In einem Land, in dem Biographien von Menschen noch immer mit dem Satz: &#8222;Und er hat nicht einen Tag &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2012\/01\/starker-tobak\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Starker Tobak - graswurzelrevolution","description":"Die von dem US-amerikanischen Historiker und Universit\u00e4tsdozenten Michael Seidman gut 20 Jahre nach ihrem Erscheinen vorgelegte deutsche \u00dcbersetzung des Buches"},"footnotes":""},"categories":[618,44,1026,1042],"tags":[],"class_list":["post-11085","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-365-januar-2012","category-bucher","category-geld-oder-leben","category-ohne-chef-und-staat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11085","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11085"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11085\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11085"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11085"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11085"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}