{"id":11448,"date":"2012-09-01T00:00:50","date_gmt":"2012-08-31T22:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=11448"},"modified":"2013-03-03T18:16:43","modified_gmt":"2013-03-03T16:16:43","slug":"editorial-31","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2012\/09\/editorial-31\/","title":{"rendered":"Editorial"},"content":{"rendered":"<p><strong>Liebe Freundinnen und Freunde,<\/strong><\/p>\n<p>vor einem Jahr war ich drauf und dran, mich aus finanziellen Gr\u00fcnden auf eine gut bezahlte Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter zu bewerben. Nachdem ich das auch den GWR-MitherausgeberInnen mitgeteilt hatte, zeigten sich meine &#8222;ArbeitgeberInnen&#8220; sehr solidarisch. Sie erh\u00f6hten mein monatliches Honorar r\u00fcckwirkend zum 1. Januar und beschlossen eine weitere perspektivische Erh\u00f6hung. Die Solidarit\u00e4t hat dann dazu gef\u00fchrt, dass ich meine Bewerbung nicht abgeschickt habe. Ist eine (besser bezahlte) Arbeit in einem hierarchischen Betrieb besser als in einem solidarischen, libert\u00e4ren Kollektiv? Nein.<\/p>\n<p>Die B\u00e4ume wachsen auch nach der Lohnerh\u00f6hung finanziell nicht in den Himmel. Die Arbeit bleibt prek\u00e4r. Aber: Meine Entscheidung habe ich nicht bereut. Immer wenn eine neue GWR &#8222;im Kasten&#8220; ist, erzeugt das ein Gl\u00fccksgef\u00fchl, auch wenn die Endproduktion Stress und durchgearbeitete N\u00e4chte bedeutet.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den lieben GenossInnen aus dem GWR-HerausgeberInnenkreis f\u00fcr ihre Spendenkampagne ((1)) bedanken! Und ein Riesendankesch\u00f6n an die vielen SpenderInnen! Ihr seid spitze!<\/p>\n<p>Grund zur Freude gibt es aus GWR-Perspektive oft. Zum Beispiel \u00fcber das Editorial, mit dem unsere KollegInnen von <em>analyse &amp; kritik<\/em> ihre Nr. 574 vom 17. August eingeleitet haben. Unter dem Titel &#8222;Generationsfragen&#8220; ist dort zu lesen:<\/p>\n<p><em>&#8222;Ob Angela Merkel, EZB-Chef Mario Draghi und<\/em> <em>IWF-Chefin Christine Lagarde wohl die Graswurzelrevolution (GWR) abonniert haben, die Monatszeitung f\u00fcr eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft? Schlie\u00dflich meinte der viel gelesene und diskutierte Anarchist und Ethnologe David Graeber (&#8222;Schulden&#8220;; Rezension in ak 572) k\u00fcrzlich, die Eliten w\u00fcrden, wenn sie ratlos sind, die Anarchisten fragen.<\/em><\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend wir die Abofrage nicht zweifelsfrei kl\u00e4ren konnten, steht eines jedenfalls fest: Die GWR, die \u201aKleine unter den Gro\u00dfen&#8216; (Neues Deutschland), feiert in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag. Herzlichen Gl\u00fcckwunsch!<\/em><\/p>\n<p><em>Es ist kein Zufall, dass ak (gegr\u00fcndet 1971) und GWR fast gleich alt sind. Nach der 68er Revolte stellte sich die Organisationsfrage. Die eine Str\u00f6mung orientierte sich an Lenins Parteikonzept. Ein anderer Teil wollte aus den Fehlern der kommunistischen Str\u00f6mung lernen und bezog sich &#8211; ganz im Sinne des antiautorit\u00e4ren Aufbruchs &#8211; auf die anarchistische Tradition.<\/em><\/p>\n<p><em>1972 war zudem ein besonderes Jahr. Genau 100 Jahre zuvor war im schweizerischen Saint-Imier die Antiautorit\u00e4re Internationale gegr\u00fcndet worden, eine Reaktion u.a. von Michael Bakunin und Errico Malatesta auf die von ihnen nicht hinnehmbaren Tendenzen in der Internationalen unter der F\u00fchrung von Karl Marx. (&#8230;) Die GWR war in den 1970er Jahren Teil einer internationalen Graswurzelbewegung, die eine gesellschaftliche Umw\u00e4lzung zum Ziel hat, \u201ain der durch Macht von unten alle Formen von Gewalt und Herrschaft abgeschafft werden sollen&#8216;. Die GWR ist den Themen, die sie seit nunmehr vier Jahrzehnten bearbeitet, treu geblieben: Antimilitarismus und Pazifismus, gewaltfreie Revolte und Widerstand, Feminismus, Antiatomprotest, \u00d6kologie sowie Geschichte des Anarchismus.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir w\u00fcnschen den GenossInnen alles Gute und dass sie weitere 40 Jahre mit uns die \u201aKunst&#8216; ein\u00fcben, \u201anicht derma\u00dfen regiert zu werden&#8216;. (Michael Foucault)&#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Danke! Wir geben unser Bestes und empfehlen unseren LeserInnen w\u00e4rmstens die ak-Lekt\u00fcre.<\/p>\n<p>Bedanken m\u00f6chten wir uns auch bei den GenossInnen der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO). Sie schreiben auf Ihrer Homepage:<\/p>\n<p><em>&#8222;Happy Birthday, graswurzelrevolution!<\/em><\/p>\n<p><em>Gro\u00dfe Geburtstagssause zum 40. in M\u00fcnster (7.-9.9.)<\/em><\/p>\n<p><em>Es gibt Zeitungen, die m\u00f6chte mensch nicht missen. Die graswurzelrevolution ist so eine. Konsequent gewaltfrei und f\u00fcr eine herrschaftsfreie Gesellschaft k\u00e4mpfend, ist die graswurzel fester Bestandteil in der linken Zeitungslandschaft. Die BUKO gratuliert zum 40. Geburtstag und freut sich auf weitere 40 Jahre. Das Jubil\u00e4um wird ausgiebig mit jeder Menge Konzerte, Workshops, Diskussionen &amp; Filmen gefeiert: vom 7.-9. September in M\u00fcnster. Los geht&#8217;s am Freitag mit Musik: Das Duo Contraviento und Klaus der Geiger &amp; Band sind dabei. Am Samstag und Sonntag erwartet die Geburtstagsg\u00e4ste jede Menge Input zu anarchistischen, gewaltfreien und queeren Themen. Ein detailliertes Programm findet sich hier: www.graswurzel.net\/news\/40jahre.shtml&#8220; <\/em><a href=\"u2\">(2)<\/a><\/p>\n<p>Da kann mensch eigentlich nur gute Laune bekommen. Und die kommt hoffentlich auch beim Lesen der GWR 371 und beim GWR-Fest auf. ((3))<\/p>\n<p>Bis dann, li(e)bert\u00e4re Gr\u00fc\u00dfe,<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Freundinnen und Freunde, vor einem Jahr war ich drauf und dran, mich aus finanziellen Gr\u00fcnden auf eine gut bezahlte Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter zu bewerben. Nachdem ich das auch den GWR-MitherausgeberInnen mitgeteilt hatte, zeigten sich meine &#8222;ArbeitgeberInnen&#8220; sehr solidarisch. Sie erh\u00f6hten mein monatliches Honorar r\u00fcckwirkend zum 1. 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