{"id":11656,"date":"2012-11-01T00:00:38","date_gmt":"2012-10-31T22:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=11656"},"modified":"2022-07-26T14:12:17","modified_gmt":"2022-07-26T12:12:17","slug":"gene-sharp-ubersieht-die-gewalt-des-demokratischen-kapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2012\/11\/gene-sharp-ubersieht-die-gewalt-des-demokratischen-kapitalismus\/","title":{"rendered":"Gene Sharp \u00fcbersieht die Gewalt des demokratischen Kapitalismus"},"content":{"rendered":"<p>Der US-amerikanische Theoretiker der gewaltfreien Aktion, Gene                 Sharp, wird der gewaltfreien Ziel-Mittel-Relation nicht gerecht,                 weil er als gesellschaftliches Ziel der Aufst\u00e4nde gegen Diktaturen                 generell die &#8222;Demokratie&#8220; ausruft. <\/p>\n<p>Wie unverbl\u00fcmt Sharp dabei die bestehenden westlich-demokratisch-kapitalistischen                 Gewaltsysteme als unhinterfragte Zielvision der Widerstandsbewegungen                 gegen Diktaturen behandelt, zeigt gleich zu Beginn seines Buches                 eine Statistik, in welcher er f\u00fcr das Jahr 2009 eine Zahl von                 89 &#8222;freien&#8220; L\u00e4ndern angibt &#8211; gegen\u00fcber nur 54 &#8222;freien&#8220; L\u00e4ndern                 im Jahre 1983. ((2)) Es wird                 sofort klar, dass die Zielvorstellung &#8222;frei&#8220; hier Staaten wie                 die existierenden westlichen Staaten umfasst, allen voran die                 USA, aber auch alle europ\u00e4ischen Staaten.<\/p>\n<h3>Disziplinierende versus spontane Gewaltfreiheit<i><\/i><\/h3>\n<p> <i><\/i>Sharp beschreibt bei seinem Eintreten f\u00fcr die Planung                 einer gewaltfreien Widerstandsbewegung immer wieder die Rolle,                 die dabei die Disziplin der Aufst\u00e4ndischen spielen m\u00fcsse: &#8222;Gewaltfreie                 Disziplin ist ein Schl\u00fcssel zum Erfolg.&#8220; ((3))               <\/p>\n<p>Er fragt immer wieder: &#8222;Werden die Bev\u00f6lkerung und die Widerst\u00e4ndigen                 sich diszipliniert und gewaltfrei im Verlauf des Kampfes verhalten?&#8220;                  ((4)) <\/p>\n<p>Er gibt Ratschl\u00e4ge: &#8222;Die Planer m\u00fcssen \u00fcber Methoden nachdenken,                 um die gewaltfreie Disziplin aufrechtzuerhalten.&#8220; ((5))<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Rolle, welche die Disziplin, ja die Identifikation                 von Gewaltfreiheit mit Disziplin bei Sharp spielt, ist un\u00fcbersehbar.                 Gewaltfreie Aktion, von Sharp bereits in &#8222;political defiance&#8220;                 (politische Herausforderung) umbenannt, wird zu einer gro\u00dfangelegten                 disziplinierten und geplanten Organisation, die mit Spontaneit\u00e4t                 so wenig wie m\u00f6glich zu tun hat.<\/p>\n<p>Es steht f\u00fcr mich jedoch au\u00dfer Frage, dass die realen Abl\u00e4ufe                 bei den Aufst\u00e4nden in Tunesien, \u00c4gypten und in den Anfangsmonaten                 auch in Syrien mit solcherart Disziplinierung nichts zu tun hatten.               <\/p>\n<p>Die unstrukturierten Massen auf den Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen \u00c4gyptens                 erinnerten eher an die von Klaus Theweleit beschriebenen un\u00fcberschaubaren,                 wild durcheinander laufenden, &#8222;flutenden&#8220; Arbeitermassen aus den                 Zwanzigerjahren denn an disziplinierte Organisationskolonnen.                  ((6)) <\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte daher den Einflussgrad und das Ausma\u00df der praktischen                 Relevanz der planerischen und organisatorischen Strategie des                 Buches von Sharp f\u00fcr die arabischen Massenbewegungen infrage stellen.<\/p>\n<p>Mir scheint es eher so, dass die ausgedr\u00fcckte Gewaltfreiheit                 in Tunesien und \u00c4gypten eine weitgehend spontane und praktisch                 sich als sinnvoll erweisende Gewaltfreiheit war, verst\u00e4rkt vielleicht                 von einer gro\u00dfen Minderheit, die aufgrund bestimmter historischer                 Kenntnisse eine bewusste Entscheidung f\u00fcr die Gewaltfreiheit gef\u00e4llt                 hat und damit eine Handlungsstabilit\u00e4t erreichte, die bewirkte,                 nicht beim erstbesten Hereinpreschen der bezahlten S\u00f6ldner Mubaraks                 durch die Kamele auf dem Tahrir-Platz diese Entscheidung wieder                 aufzugeben. <\/p>\n<p>Mit bestimmten Kenntnissen meine ich weniger organisatorisch-strategische                 Kenntnisse, sondern etwa Kenntnisse \u00fcber Gandhis Gewaltfreiheit                 und seinen relativen Erfolg im Kampf gegen den Kolonialismus &#8211;                 eine Grundlagenrezeption Gandhis, die direkt war und im Wesentlichen                 nicht \u00fcber den Umweg einer Rezeption Sharps lief. <\/p>\n<p>Das gilt bereits f\u00fcr die algerische Frauenbewegung der 1990er                 Jahre in ihrem Kampf gegen islamistische Terrorgruppen, wie mir                 unl\u00e4ngst bei einem Algerienaufenthalt in pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen                 mit Aktivistinnen mitgeteilt wurde, die auch an &#8211; allerdings fr\u00fchzeitig                 gescheiterten &#8211; Aufstandsversuchen in Algerien Anfang 2011 initiierend                 beteiligt waren (und Sharps Theorien zum Beispiel nicht kannten).<\/p>\n<p>Ich behaupte also, dass die Rezeption Gandhis in L\u00e4ndern wie                 Algerien, \u00c4gypten und Tunesien, die ja alle eine Geschichte der                 Kolonialerfahrung und daher des antikolonialen Widerstands kennen,                 tendenziell direkt verl\u00e4uft (sozusagen von Indien nach \u00c4gypten)                 &#8211; und nur sekund\u00e4r mittels einer nicht weit in die Gesellschaft                 hineinreichenden Internet-Elite \u00fcber den Umweg von Sharps US-Strategien                 und Aktionskatalogen. Viele Aufst\u00e4ndische wussten l\u00e4ngst, dass                 Gandhi gewaltfrei war und blieb, auch in schwierigen Situationen.               <\/p>\n<p>Es ist dies eine Gandhi-Rezeption, die durchaus mit der \u00fcberwiegend                 spontanen Verlaufsform des Aufstands in Tunesien und \u00c4gypten vereinbar                 war. ((7))<\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: Ich glaube, dass jener bildungspolitische                 Werdegang, den George Chabrawi, einer der wenigen Anarchisten                 Kairos vor dem Aufstand, hier beschreibt, durchaus verallgemeinerbar                 ist und weit in breite Bev\u00f6lkerungskreise \u00c4gyptens hineinreicht:<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin ganz zuf\u00e4llig auf den Anarchismus aufmerksam geworden.                 Ich las viel \u00fcber Gandhi (der sich selbst als Anarchist bezeichnet                 hat), was mich enorm beeinflusste.&#8220; ((8))               <\/p>\n<p>Nicht jede\/r macht sofort den Schritt zum Anarchismus, doch die                 direkte Gandhi-Rezeption als antikolonialer K\u00e4mpfer ist in diesen                 L\u00e4ndern weit verbreitet.<\/p>\n<p>Auch die Tatsache, dass bereits bei der ersten, weitgehend gewaltfreien                 Intifada der Pal\u00e4stinenserInnen 1988-91 das damalige &#8222;Pal\u00e4stinensische                 Zentrum zum Studium der Gewaltfreiheit&#8220; zu einem fr\u00fchen Zeitpunkt                 ein Buch \u00fcber den muslimisch-gewaltfreien Mitstreiter Gandhis,                 Abdul Ghaffar Khan ins Arabische \u00fcbersetzt und kostenlos verteilt                 hatte, soll hier die These st\u00fctzen, dass die Rezeption der gandhianischen                 Aktionsformen eher direkt als indirekt \u00fcber Sharp im arabischen                 Raum verbreitet wurde und dabei auf einen gewissen, tief sitzenden                 Resonanzboden im antikolonialen Traditionsbewusstsein gro\u00dfer Teile                 der Bev\u00f6lkerung bauen konnte.<\/p>\n<p>Mubarak Awad, der Mitbegr\u00fcnder des Zentrums, meinte sp\u00e4ter \u00fcber                 das Buch zu Ghaffar Khan:<\/p>\n<p>&#8222;Wir verteilten das Buch kostenlos in pal\u00e4stinensischen Gemeinden,                 um Menschen zu mobilisieren und ihnen zu zeigen, dass dem Islam                 das Konzept der Gewaltfreiheit nicht fremd ist.&#8220; ((9))                 Die meisten Menschen in den Gemeinden haben die gewaltfreie Aktion                 \u00fcber diese Traditionslinie kennen gelernt und nicht \u00fcber das moderne                 Herunterladen des Buches von Sharp.<\/p>\n<h3>Gene Sharps Prokapitalismus und sein Eintreten f\u00fcr den Staat<\/h3>\n<p>Sharp beendet sein Buch mit einer Parteinahme f\u00fcr Kapitalismus                 und Staat, indem er ohne Reflexion \u00fcber deren Gewaltcharakter                 einige sehr verr\u00e4terische Punkte in seine inzwischen vielfach                 von KommentatorInnen der herrschenden Medien zitierte Auflistung                 von insgesamt 198 &#8222;Methoden der gewaltfreien Aktion&#8220; mit aufnimmt.                 Dabei behauptet Sharp, er liste diese Methoden wertneutral und                 abstrakt auf, um die Phantasie der AktivistInnen in allen Diktaturen                 \u00fcber die m\u00f6gliche Vielfalt gewaltfreier Aktionsformen anzuregen.               <\/p>\n<p>Doch wir finden da bei genauerem Hinsehen etwa unter der \u00dcberschrift                 &#8222;Aktionen f\u00fcr Eigent\u00fcmer und Manager&#8220; den Punkt 82, &#8222;die Weigerung,                 Eigentum zu vermieten oder zu verkaufen&#8220;, und Punkt 83, die &#8222;Aussperrung&#8220;.                  ((10)) <\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt schon eine Portion Frechheit dazu, so etwas als gewaltfreien                 Widerstand oder Methode der gewaltfreien Aktion zu verkaufen.                 Eine &#8222;Aussperrung&#8220; ist noch immer eine Methode von oben nach unten,                 die prinzipiell nur von Kapitalisten gegen eine gr\u00f6\u00dfere Menge                 von ArbeiterInnen durchgef\u00fchrt werden kann. Die Aussperrung ist                 somit ein Gewaltmittel der herrschenden gegen die ausgebeuteten                 Klassen und keine gewaltfreie Aktion. <\/p>\n<p>Solche Listenpunkte verraten das Denken Sharps als nicht wertneutral,                 sondern als prokapitalistisch. Und schlie\u00dflich darf ein scheinbar                 unbedeutender Punkt bei Sharp nicht fehlen; es ist der letzte                 Punkt 198: &#8222;Duale Souver\u00e4nit\u00e4t und Parallelregierung&#8220;. ((11))               <\/p>\n<p>In Verbindung mit den beiden oben genannten Punkten hei\u00dft dies                 jedoch: Gewaltfreie Aktion der Kapitalisten zur Einf\u00fchrung eines                 kapitalistischen Wirtschaftssystems und eines entsprechenden Staates                 als Ziel! Das hat mit einer gewaltfreien Ziel-Mittel-Relation                 nichts zu tun.<\/p>\n<h3>Verstrickungen mit US-Strategien des &#8222;Regime Change&#8220; durch zivilen                 Ungehorsam im nationalen Interesse<i><\/i><\/h3>\n<p> <i><\/i>Womit aber dann? Hier \u00f6ffnet sich leider noch ein weiteres,                 undurchsichtiges, aber auch nicht zu unterschlagendes Feld: dass                 n\u00e4mlich die Albert Einstein Institution Sharps zu jenem Amalgam                 mehr oder weniger unabh\u00e4ngiger Think Tanks zur sogenannten &#8222;externen                 Demokratief\u00f6rderung&#8220; geh\u00f6rt, die um das US-amerikanische Au\u00dfenministerium                 kreisen und sp\u00e4testens seit dem Ende des Jugoslawien-Krieges mit                 einer US-Strategie des Regime-Change im nationalen Interesse mit                 gewaltfreien Mitteln &#8222;vernetzt&#8220; sind. In die Unterst\u00fctzung von                 &#8222;Demokratiebewegungen&#8220; gegen solche Diktaturen, die US- (und auch                 EU-)Interessen missliebig sind, flossen seit 1999\/2000 Unsummen                 an Geldern.<\/p>\n<p>Als Illustration nur ein einziges, sozusagen das historisch erste                 Beispiel f\u00fcr diese Strategien:<\/p>\n<p>&#8222;Laut Thomas Carothers wurden von Mitte 1999 bis in den Herbst                 2000 f\u00fcr den Milosevic-Sturz von privaten und staatlichen Stiftungen                 in den USA wie der EU insgesamt rund 80 Mio. US-Dollar ausgegeben.                 Die Unterst\u00fctzung der serbischen Otpor-Aktivisten lag im selben                 Zeitraum bei 1,5 Mio. Dollar allein aus den USA.&#8220; ((12))               <\/p>\n<p>Die mit diesen Geldern gem\u00e4steten Kleinorganisationen und Internet-Blogger                 hatten seit dem Milosevic-Sturz mehr oder weniger Einfluss auf                 alle osteurop\u00e4ischen, zentralasiatischen und nun auch arabischen                 Bewegungen gegen Diktatoren &#8211; nur sollte daraus nicht voreilig                 der Schluss gezogen werden, diese Bewegungen, besonders die arabischen                 Bewegungen von heute seien nicht authentisch, sondern allesamt                 US-gesteuert.<\/p>\n<p>Dennoch sind Kontakte mancher AktivistInnen zu US-Think Tanks,                 Milit\u00e4rs und sogar Geheimdienstleuten nicht zu leugnen, inzwischen                 vielfach belegt und erschreckend direkt:<\/p>\n<p>&#8222;Ein Teil des Personals, das von den amerikanischen Stiftungen                 im April 2000 nach Budapest geschickt wurde, um Otpor-AktivistInnen                 in der Sharpschen Methode zu trainieren, stammt aus dem Kreis                 um Sharp. So beispielsweise Bob Helvey &#8211; einst Oberst der US-Armee,                 dann Milit\u00e4rattach\u00e9 in Burma, sp\u00e4ter Dekan der Milit\u00e4rattach\u00e9-Trainungsschule                 in Washington und Experte f\u00fcr geheime Operationen. Helvey traf                 sich mit serbischen Aktivisten im Budapester Hilton. <\/p>\n<p>Im Film &#8218;Bringing Down a Dictator&#8216; sagt er: &#8218;Ich erkl\u00e4rte ihnen,                 dass man sich den gewaltlosen Kampf als Krieg vorstellen muss,                 dass dieselben Prinzipien gelten wie im Krieg: Ein Ziel ist zum                 Beispiel, die Kr\u00e4fte, eine Masse von Menschen, rechtzeitig am                 entscheidenden Punkt zu haben, und man kann nur gewinnen, wenn                 man nicht in der Verteidigungsposition bleibt, sondern zum Angriff                 \u00fcbergeht. <\/p>\n<p>Das gilt f\u00fcr den gewaltlosen genauso wie f\u00fcr den bewaffneten                 Kampf.&#8216; Einer seiner gelehrigsten Sch\u00fcler ist Srdja Popovic, Mitbegr\u00fcnder                 des &#8218;Center for Applied Nonviolent Action and Strategies&#8216; (CANVAS)                 in Belgrad und oberster Otpor-Stratege. Schnell avancierte er                 zum Trainer erst in den eigenen Reihen und dann in Georgien, der                 Ukraine und sp\u00e4ter auch in Venezuela beim Versuch, Pr\u00e4sident Hugo                 Chavez zu st\u00fcrzen.&#8220; ((13))<\/p>\n<p>In Recherchen des &#8222;Spiegel&#8220; aus dem Jahre 2005 wird berichtet,                 dass f\u00fcr die Otpor-Seminare das US-amerikanische &#8222;Freedom House&#8220;                 5000 (!) Exemplare von Sharps Buch &#8222;From Dictatorship to Democracy&#8220;                 aufgekauft und Otpor gespendet hat. Das Freedom House sitzt in                 Washington und wurde 2003 zeitweilig von James Woolsey geleitet,                 dem Ex-CIA-Chef und Berater des damaligen US-Kriegsministers und                 &#8222;Falken&#8220; Donald Rumsfeld. ((14))               <\/p>\n<p>Wo die Kontakte, Verbindungen und Verwicklungen so eng sind,                 kann nicht von unabh\u00e4ngiger Gewaltfreiheit gesprochen werden &#8211;                 es geht hier vielmehr um eine Instrumentalisierung von gewaltfreier                 Aktion und zivilem Ungehorsam f\u00fcr nationalistische Interessen                 und internationale Herrschaftspolitik, f\u00fcr das Ziel der Aufrechterhaltung                 weltweiter staatlicher und kapitalistischer Gewalt und Herrschaft:                 Initiativen etwa, die mittels gewaltfreier Aktion die Diktatur                 Aserbeidschans st\u00fcrzen wollten, bekamen keine US-Gelder &#8211; da bestimmten                 lukrative \u00d6lvertr\u00e4ge von US-Firmen mit dem Diktator das nationalstrategische                 Interesse.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Je direkter die gewaltfreie Aktion mit konventionell-milit\u00e4rischem                 Krieg verglichen wird, je mehr Disziplin und Strategie eingefordert                 wird, je mehr ihr jede spontaneistische, unkalkulierbare und un\u00fcberschaubare                 (und auch jede sozialistische) Dimension abgesprochen wird, desto                 kompatibler wird sie f\u00fcr Strategien des &#8222;Regime Change&#8220;. <\/p>\n<p>Der arme Popovic, der sich f\u00fcr selbstbestimmt hielt, er wusste                 gar nicht mehr, was er in Venezuela tat (ja nicht einmal einen                 Diktator st\u00fcrzen, denn Chavez stellt sich regelm\u00e4\u00dfig demokratischen                 Wahlen!). <\/p>\n<p>Diese Verwicklungen um das Konzept Gene Sharps zeigen, dass es                 wichtig ist, genau zu wissen, welche Ziele wir inhaltlich verfolgen,                 wenn wir gewaltfreien AktivistInnen sagen: &#8222;Unsere Mittel entsprechen                 unseren Zielen.&#8220; Es sind die Ziele einer selbstorganisierten,                 gewalt- und herrschaftsfreien Gesellschaft. Wir k\u00e4mpfen nicht                 f\u00fcr Demokratie &#8211; auch wenn die Errichtung einer Demokratie gegen\u00fcber                 einer vorhergehenden Diktatur zweifellos ein zeitweiliger Fortschritt                 sein kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der US-amerikanische Theoretiker der gewaltfreien Aktion, Gene Sharp, wird der gewaltfreien Ziel-Mittel-Relation nicht gerecht, weil er als gesellschaftliches Ziel der Aufst\u00e4nde gegen Diktaturen generell die &#8222;Demokratie&#8220; ausruft. Wie unverbl\u00fcmt Sharp dabei die bestehenden westlich-demokratisch-kapitalistischen Gewaltsysteme als unhinterfragte Zielvision der Widerstandsbewegungen gegen Diktaturen behandelt, zeigt gleich zu Beginn seines Buches eine Statistik, in welcher er f\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2012\/11\/gene-sharp-ubersieht-die-gewalt-des-demokratischen-kapitalismus\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Gene Sharp \u00fcbersieht die Gewalt des demokratischen Kapitalismus - graswurzelrevolution","description":"Der US-amerikanische Theoretiker der gewaltfreien Aktion, Gene Sharp, wird der gewaltfreien Ziel-Mittel-Relation nicht gerecht, weil er als gesellschaftliches Z"},"footnotes":""},"categories":[642,1030,1042],"tags":[],"class_list":["post-11656","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-373-november-2012","category-es-wird-ein-laecheln-sein","category-ohne-chef-und-staat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11656","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11656"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11656\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}