{"id":11826,"date":"2013-02-01T00:00:47","date_gmt":"2013-01-31T22:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=11826"},"modified":"2022-07-26T14:22:26","modified_gmt":"2022-07-26T12:22:26","slug":"frankreichs-militar-mordet-in-mali","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2013\/02\/frankreichs-militar-mordet-in-mali\/","title":{"rendered":"Frankreichs Milit\u00e4r mordet in Mali"},"content":{"rendered":"<p>Dass Frankreich neokoloniale Kriege f\u00fchrt in seinem Hinterhof,                 dem frankophonen West- und Mittelafrika (von der Fl\u00e4che her etwa                 so gro\u00df wie Indien), war innenpolitisch nie ein Thema. <\/p>\n<p>Da kann Hollande noch so umstritten sein bei seiner bisherigen,                 allgemein als &#8222;ungl\u00fccklich&#8220; eingesch\u00e4tzten Regierungsf\u00fchrung,                 beim Thema Krieg gibt es Burgfrieden und eine Gemeinsamkeit der                 Interessen aller Parteien. Selbst Marine Le Pen vom rechtsextremen                 Front National unterst\u00fctzt Hollande als Kriegsherr. <\/p>\n<p>Diese Afrika-Kriege &#8211; in der franz\u00f6sischen Presse wird da gern                 von der franz\u00f6sischen &#8222;Bestimmung&#8220; gesprochen, als sei dies eine                 Art genetisch vererbte Verpflichtung &#8211; haben bereits durch ihre                 Anzahl \u00fcber Jahrzehnte hinweg jeden Gedanken an die Wirksamkeit                 von Antikriegsprotest auf den franz\u00f6sischen Stra\u00dfen verdr\u00e4ngt.               <\/p>\n<h3>Die franz\u00f6sische Armee schaltet und waltet im frankophonen Afrika,                 wie sie will<\/h3>\n<p>Durch logistische und milit\u00e4rische Waffenhilfe, durch milit\u00e4rische                 Ausbildung der Genozid-Milit\u00e4rs der Hutu hat Frankreich 1994 Beihilfe                 zum V\u00f6lkermord an den Tutsi geleistet &#8211; ein Faktum, das in der                 franz\u00f6sischen \u00d6ffentlichkeit bis heute kaum wahrgenommen, geschweige                 denn aufgearbeitet wird. <\/p>\n<p>Frankreich hat in fast allen frankophonen L\u00e4ndern Afrikas (mit                 wenigen Ausnahmen) Waffenlager, Flugpl\u00e4tze und stationierte Truppen.               <\/p>\n<p>Ein Zentrum franz\u00f6sischer Milit\u00e4rpr\u00e4senz ist das B\u00fcrgerkriegsland                 Tschad, von dem aus auch Mirage- und Rafale-Bomber seit dem 11.                 Januar 2013 Bombenangriffe auf St\u00e4dte in der Mitte und im Norden                 Malis fliegen (neben weiteren Angriffen aus Basen im Senegal,                 in Burkina Faso und aus Frankreich direkt, n\u00e4mlich der Milit\u00e4rbasis                 in der Haute-Marne). <\/p>\n<p>Im Tschad hat dieses franz\u00f6sische Milit\u00e4r durch seine Interventionen                 immer wieder militaristische Regime gegen Revolten gesch\u00fctzt,                 zuletzt 2008 gleich nach dem Amtsantritt Sarkozys. <\/p>\n<p>Wo jedoch die Regierung gegen franz\u00f6sische Interessen handelt,                 wie etwa 2011 in der Elfenbeink\u00fcste, wo der damalige Pr\u00e4sident                 Laurent Gbagbo auch nur ein wenig differenzieren und Rohstoffausbeutungsabkommen                 u.a. mit China abschlie\u00dfen wollte, unterst\u00fctzte die franz\u00f6sische                 Armee eine Rebellenarmee, die bei ihrem Vormarsch auf Abidjan                 massive Menschenrechtsverletzungen und Massaker (in der Stadt                 Du\u00e9kou\u00e9 wurden am 28. M\u00e4rz 2011 ca. 800 Personen ermordet) beging,                 um einen Marionettenpr\u00e4sidenten an die Macht zu hieven. ((1))<\/p>\n<h3>Wichtiges Kriegsinteresse: Schutz des Uranabbaus in Niger und                 Mali<\/h3>\n<p>Hollande sagte im Fernsehen zur Begr\u00fcndung des milit\u00e4rischen                 Eingreifens in Mali, dass Frankreich dort keine eigenen Interessen                 verfolge, sondern lediglich den Kampf gegen den islamistischen                 Terror f\u00fchre. <\/p>\n<p>Eine solche offensichtliche Frechheit h\u00e4tte ich kaum geglaubt,                 wenn ich diese Phrasen nicht selbst im franz\u00f6sischen Fernsehen                 gesehen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Die franz\u00f6sische Presse, die dem Krieg durch ihre Berichterstattung                 im Wesentlichen kritiklos sekundiert, die linksliberale <i>Le                 Monde<\/i> ganz genauso wie die angeblich linke <i>Lib\u00e9ration<\/i>,                 muss da notgedrungen ansprechen, was eh jede\/r Informierte l\u00e4ngst                 wei\u00df: <\/p>\n<p>&#8222;Frankreich hat nat\u00fcrlich nicht zu vernachl\u00e4ssigende Interessen                 in Westafrika. Das strategisch wichtigste unter diesen Interessen                 ist das Uran des Niger, das von Areva ausgebeutet wird und den                 Rohstoff f\u00fcr ein Drittel [in Wahrheit eher mehr; d.A.] der Atomkraftwerke                 des Stromkonzerns EDF liefert.&#8220; ((2))               <\/p>\n<p>Au\u00dferdem, so schreibt der auf Kriegskurs befindliche Journalist                 der <i>Lib\u00e9ration<\/i> weiter, gehe es um den Schutz der franz\u00f6sischen                 BewohnerInnen in der Region, die nun mal ein koloniales Erbe sei.                 Diese Franzosen und Franz\u00f6sinnen seien nicht sicher, was die acht                 Entf\u00fchrungen seit 2010 beweisen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Sechs dieser acht Entf\u00fchrten sind Areva-Mitarbeiter und stammen                 aus dem Niger (wie \u00fcberhaupt die franz\u00f6sische Kolonie fast aller                 frankophonen L\u00e4nder Westafrikas zu 90 Prozent aus MitarbeiterInnen                 gro\u00dfer franz\u00f6sischer Firmen oder Staatskonzerne besteht, die Rohstoffe                 ausbeuten). <\/p>\n<p>Sie sind von Al-Qaida im inneren Maghreb (AQMI), deren milit\u00e4rischer                 Aktionsradius nicht nur Mali, sondern auch das gesamte Staatsgebiet                 des Niger umfasst, im Niger entf\u00fchrt und dann nach Mali verschleppt                 worden. ((3)) <\/p>\n<p>Unter diesen Bedingungen kann Areva nicht mehr ihrer ausbeuterischen                 Arbeit nachgehen, deren Dimension im Niger folgenderma\u00dfen aussieht:<\/p>\n<p>&#8222;Die Republik Niger etwa liefert circa 40% des Urans, das in                 dem v\u00f6llig \u00fcberdimensionierten Atomanlagenpark Frankreichs (58                 Atomreaktoren [&#8230;]) zum Einsatz kommt. Doch Niger mit derzeit                 rund 15 Millionen EinwohnerInnen z\u00e4hlt zu den \u00e4rmsten L\u00e4ndern                 des Planeten. <\/p>\n<p>2006 machte die Ausfuhr von Uran zwar einen gro\u00dfen Anteil der                 Exporterl\u00f6se, doch nur 1,6% des Bruttosozialprodukts des Landes                 aus &#8211; das einen L\u00f6wenanteil seines BSP noch immer durch vorwiegend                 dem Eigenbedarf dienender Landwirtschaft und kleinerer Industrieeinheiten                 auf niedrigem Produktionsniveau erwirtschaftete. Allein der franz\u00f6sische                 Atomkonzern AREVA, der einen wesentlichen Anteil des Urans im                 Niger abbaut, erzielte im selben Jahr einen Umsatz in H\u00f6he von                 10,86 Milliarden Euro (das bedeutete 3,7 mal das Bruttosozialprodukt                 des gesamten Landes Niger) und einen Gewinn von 649 Millionen.                 Hingegen nahm Niger in jenem Jahr insgesamt 46,3 Millionen Euro                 aus dem Verkauf von Uran ein.<\/p>\n<p>Nicht die Bedeutung der Republik Niger f\u00fcr die franz\u00f6sische \u00d6konomie                 war also geringf\u00fcgig, sondern geringf\u00fcgig waren die Kr\u00fcmel, die                 von den bestehenden Wirtschaftsbeziehungen an dieses Land abfielen.&#8220;                  ((4))<\/p>\n<p>Hinzu kamen die &#8222;Kollateralsch\u00e4den&#8220; des Uranabbaus: die massive                 Verseuchung von Trinkwasser in der Abbauregion ebenso wie die                 massive Verstrahlung der Arbeitskr\u00e4fte vor Ort: &#8222;Bis 2014 soll                 dort in der Region Agadez [Nord-Niger], nahe dem Dorf Imouaren,                 die zweitgr\u00f6\u00dfte oberirdische Uranmine bereit zum Abbau sein. Die                 Verstrahlung der Region ist damit programmiert.<\/p>\n<p>Schon jetzt haben unabh\u00e4ngige franz\u00f6sische Forscher nachgewiesen,                 dass die Jahrzehnte des Uranabbaus durch Areva dazu gef\u00fchrt haben,                 dass die MinenarbeiterInnen, die Wasservorr\u00e4te und der Boden um                 die Abbaugebiete radioaktiv verstrahlt sind. Areva hofft aber                 darauf, seine Erfahrungen im Niger auf Mali \u00fcbertragen zu k\u00f6nnen.                 Denn die geologischen Formationen sind sich in beiden L\u00e4ndern                 sehr \u00e4hnlich.&#8220; ((5))<\/p>\n<h3>Die Rohstoffe im Norden Malis<\/h3>\n<p>In ihren Zukunftspl\u00e4nen hatte also Areva Mali fest eingeplant.                 Doch nun machte die Besetzung Nord-Malis durch Djihadisten einen                 Strich durch die profitablen Pl\u00e4ne, der durch den Einsatz der                 franz\u00f6sischen Armee wieder ausradiert werden soll. In der westlichen                 Berichterstattung fallen die Uranvorkommen in Nord-Mali immer                 wieder unter den Tisch: <\/p>\n<p>&#8222;Frankreich h\u00e4ngt aber als Atommacht und Atomstromland von der                 Versorgung mit Uran ab. Die Abh\u00e4ngigkeit von dieser Region wird                 dabei immer gr\u00f6\u00dfer. \u201aEs gibt im Norden des Landes bislang zwar                 noch keinen Bergbau, aber beachtliche Bodensch\u00e4tze, vor allem                 Uran&#8216;, stellt Afrikaexpertin Gaelle Aerson zum Azawad [Tuareg-Name                 f\u00fcr Nord-Mali: \u201aLand der Nomaden&#8216;] fest. Bisher bekannte Uranvorkommen                 bef\u00e4nden sich zwischen Gao und Kidal [beide St\u00e4dte waren bereits                 Ziel franz\u00f6sischer Bombenangriffe, obwohl Kidal weit von der Demarkationslinie                 zwischen Nord und S\u00fcd entfernt liegt; d.A.]. Wundert man sich                 also noch, dass die Region um Gao und Kidal genauso befreit werden                 soll wie Timbuktu, um die Einheit des Landes zu sichern?&#8220; ((6))<\/p>\n<p>Neben Uran, das sicher das gr\u00f6\u00dfte Interesse der franz\u00f6sischen                 Konzerne weckt und f\u00fcr die Zukunft der franz\u00f6sischen Atomindustrie                 eine gro\u00dfe Bedeutung hat, gibt es in Nord-Mali zudem Phosphat,                 Gas, \u00d6l und Gold. Phosphat wird weltweit immer knapper und wird                 dringend zur Erzeugung von D\u00fcnger f\u00fcr die Agrarindustrie ben\u00f6tigt.                 Und das verarmte Mali ist bereits heute Afrikas drittgr\u00f6\u00dfter Gold-Produzent.<\/p>\n<h3>Hollande und seine Regierung: Martialische Kriegspropaganda<\/h3>\n<p>Doch nein, f\u00fcr Hollande gab es in seiner Fernseh-Kriegserkl\u00e4rung                 vom 11. Januar 2013 keine franz\u00f6sischen Sonderinteressen zu verteidigen!                 Wir m\u00fcssen uns nur einmal das von den Zeitungen kommentarlos wiedergegebene                 Vokabular Hollandes und seiner Regierungscrew vor Augen f\u00fchren:                 Es gehe, laut Hollande, um einen &#8222;Krieg ohne Gnade&#8220; gegen den                 Terrorismus. <\/p>\n<p>Er sprach auch gleich von &#8222;schweren Verlusten, die unserem Gegner                 zugef\u00fcgt&#8220; wurden &#8211; in der Tat hatte es nach ersten Meldungen allein                 am ersten Tag der Bombardements bereits \u00fcber hundert Tote gegeben.                 Kriegsminister Le Drian sprach, besoffen von der Illusion eines                 ersten Siegesrausches, davon, die bewaffneten Gruppen w\u00fcrden &#8222;liquidiert&#8220;                 werden. Und der Schily-Innenminister-Verschnitt der Sozialistischen                 Partei, Manuel Valls, gab in nicht zu \u00fcbertreffender D\u00fcmmlichkeit                 die staatsm\u00e4nnische Gr\u00f6\u00dfe Hollandes zum Besten: &#8222;Jedes Mal, wenn                 es die au\u00dfergew\u00f6hnlichen und schwierigen Umst\u00e4nde erfordern, offenbart                 sich der Staatsmann.&#8220; ((7)) <\/p>\n<p>Schlimm daran ist, dass franz\u00f6sische Staatspr\u00e4sidenten durch                 Kriege immer gleich noch einen Popularit\u00e4tsschub in den Umfragen                 bekommen, das war schon bei Sarkozy so.<\/p>\n<p>Nichts ist geblieben von den Versprechungen der westlichen und                 europ\u00e4ischen Staaten aus den letzten Monaten: Noch vor wenigen                 Wochen hatte Hollande bei seinem Staatsbesuch in Algerien vom                 einvernehmlichen Vorgehen Frankreichs und Algeriens, das f\u00fcr eine                 Verhandlungsl\u00f6sung eintrat, gesprochen. Nun wird die fr\u00fchere Kolonie,                 immerhin wichtigste Regionalmacht, pl\u00f6tzlich bedenkenlos vor den                 Kopf gesto\u00dfen. Heute schreibt selbst die kritische algerische                 Zeitung <i>El Watan<\/i> von einem &#8222;Fait Accompli&#8220; und eine andere                 franz\u00f6sischsprachige algerische Zeitung, <i>Libert\u00e9<\/i>, schreibt:<\/p>\n<p>&#8222;Die Aktion Frankreichs wird die terroristischen Gruppen zusammenr\u00fccken                 lassen. Die Djihadisten aus der ganzen Welt werden nun nach Mali                 einsickern, um ihren Waffenbr\u00fcdern zu helfen.&#8220; ((8))<\/p>\n<p>Dann dieses hoch hinausposaunte Versprechen, die Befreiung des                 Nord-Mali werde ausschlie\u00dflich von malischen Truppen im Verein                 mit Soldaten aus dem westafrikanischen B\u00fcndnis (CEDEAO) bewerkstelligt,                 ohne europ\u00e4ische Kampfeinheiten. Die europ\u00e4ischen M\u00e4chte w\u00fcrden                 nur Logistik und Ausbilder stellen. Alles wie weggewischt: Am                 10. Januar 2013 wusste die Welt\u00f6ffentlichkeit nicht einmal, dass                 Frankreich \u00fcberhaupt Truppen auf dem Gebiet Malis besitzt.<\/p>\n<p>Einen Tag sp\u00e4ter waren bereits franz\u00f6sische Bodentruppen mitten                 im Gefecht. <\/p>\n<p>Sie sollen nun innerhalb weniger Tage von 550 auf \u00fcber 2.500                 erh\u00f6ht werden, kein Ende absehbar. ((9))<\/p>\n<p>Es ist noch nicht einmal v\u00f6llig sicher, dass es die islamistische                 Offensive mit einem angeblichen Zielvorsto\u00df bis nach Bamako so                 \u00fcberhaupt gab, mit der das Eingreifen der franz\u00f6sischen Milit\u00e4rs                 legitimiert wird. Sicher, die Djihadisten hatten die Stadt Konna                 erobert und damit Zugriff zum strategisch wichtigen Flughaften                 S\u00e9var\u00e9. Fakt ist jedoch, dass die vorerst gef\u00e4hrlichste Gegenoffensive                 der Islamisten erst einige Tage <i>nach<\/i> den franz\u00f6sischen                 Bombardierungen und nach der &#8222;Befreiung&#8220; von Konna in einem westw\u00e4rts                 gerichteten, mobilen Ausfall zur Einnahme der Stadt Diabali gef\u00fchrt                 hat. Siegestrunken und blind von den angeblichen Bombardierungserfolgen                 musste die <i>Lib\u00e9ration<\/i> am 15. Januar 2013 kleinlaut vermelden:<\/p>\n<p>&#8222;Gegen alle Erwartungen sind die djihadistischen Gruppen in Mali,                 die man angesichts von vier Tagen Bombardements am Boden festgenagelt                 w\u00e4hnte, gestern zur Offensive \u00fcbergegangen.&#8220; ((10))                 Ja, hoppla!<\/p>\n<h3>Rot-Rot-Gr\u00fcn: Das europaweite Elend<\/h3>\n<p>So langsam wird allen klar, dass es wohl so schnell nicht gehen                 wird. Und endlich werden auch einmal kritische Fragen in der franz\u00f6sischen                 Presse gestellt: Ob denn die Gefahr eines lang andauernden Krieges                 bestehe, warum denn das Parlament nicht informiert wurde, warum                 denn Frankreich trotz zahlreicher westlicher Solidarit\u00e4tsbekundungen                 noch immer allein als kriegf\u00fchrende Macht neben den korrumpierten,                 nichtsnutzigen Truppen Malis k\u00e4mpfe?<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns den eigentlichen Skandal an dieser Stelle einmal                 deutlich vor Augen f\u00fchren: Wir haben es in Frankreich mit der                 derzeit mit Abstand am weitesten links stehenden, am st\u00e4rksten                 &#8222;fortschrittlichen&#8220; Regierung der westlichen Hemisph\u00e4re \u00fcberhaupt                 zu tun! Der Parti socialiste (PS) Hollandes steht in einer Allianz                 (nicht direkt mit einer Koalition zu vergleichen) mit den franz\u00f6sischen                 Gr\u00fcnen und der vom PCF (Parti communiste fran\u00e7ais) unterst\u00fctzten                 Linksfront (Front de gauche). Doch die <i>Lib\u00e9ration<\/i> kann                 beruhigt vermelden: &#8222;Auf der Linken dominiert die Zustimmung,                 mit Ausnahme einzelner \u00f6kologischer und linksfrontistischer Stimmen.&#8220;                  ((11)) <\/p>\n<p>Jean-Luc M\u00e9lenchon, der gro\u00dfe linke Wahlk\u00e4mpfer und innenpolitische                 Kritiker Hollandes, meinte nur, die Kriegsentscheidung sei &#8222;diskussionsw\u00fcrdig,                 weil die grunds\u00e4tzlichen franz\u00f6sischen Interessen nicht bedroht                 sind.&#8220; Wie wir sahen, sind die Interessen Arevas sehr wohl bedroht!               <\/p>\n<p>F\u00fcr den PCF h\u00e4tte die Intervention unter UN-Flagge laufen m\u00fcssen,                 und die \u00d6kologistInnen bedauern, dass das Parlament nicht konsultiert                 (sic!; von einer parlamentarischen Entscheidungsbefugnis ist gar                 nicht erst die Rede!) wurde. Das alles ist keine grundlegende                 Kriegskritik. ((12)) <\/p>\n<p>Das alles ist j\u00e4mmerlich. Es ist ein weiterer Beweis daf\u00fcr &#8211;                 wenn es denn seit der rot-gr\u00fcnen Kriegspolitik Schr\u00f6der-Fischers                 beim Bundeswehreinsatz im Kosovo 1999 \u00fcberhaupt noch eines Beweises                 bedurft h\u00e4tte -, dass in den grunds\u00e4tzlichen Fragen von Krieg                 und Frieden heute europaweit eine rot-gr\u00fcne oder gar rot-rot-gr\u00fcne                 Konstellation sich nicht von konservativer Kriegsrhetorik und                 Kriegsf\u00fchrung unterscheidet.<\/p>\n<p>In Deutschland zeigt das zum Beispiel auch J\u00fcrgen Trittin -Ex-Umweltminister                 und angeblicher Atomgegner -, indem er Westerwelle mal wieder                 von rechts kritisiert, Frankreich milit\u00e4risch nicht klar genug                 zu unterst\u00fctzen: &#8222;Frankreich hat zu Recht auf Bitten der malischen                 Regierung und mit Zustimmung des Sicherheitsrates eingegriffen.&#8220;                  ((13)) <\/p>\n<p>Heute ist Trittin und sind andere Gr\u00fcne und SozialdemokratInnen,                 die angeblich stolz auf den Beschluss der BRD zum butterweichen                 &#8222;Atomausstieg&#8220; sind, dabei, sich zum B\u00fcttel franz\u00f6sischer neokolonialer                 Kriege im Interesse der franz\u00f6sischen Atomindustrie zu machen.                 Na, dann h\u00e4tten sie den Atomausstiegsbeschluss auch gleich ganz                 lassen k\u00f6nnen. Tiefer kann man nicht sinken. Tritt ihn!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Frankreich neokoloniale Kriege f\u00fchrt in seinem Hinterhof, dem frankophonen West- und Mittelafrika (von der Fl\u00e4che her etwa so gro\u00df wie Indien), war innenpolitisch nie ein Thema. Da kann Hollande noch so umstritten sein bei seiner bisherigen, allgemein als &#8222;ungl\u00fccklich&#8220; eingesch\u00e4tzten Regierungsf\u00fchrung, beim Thema Krieg gibt es Burgfrieden und eine Gemeinsamkeit der Interessen aller Parteien. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2013\/02\/frankreichs-militar-mordet-in-mali\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Frankreichs Milit\u00e4r mordet in Mali - graswurzelrevolution","description":"Dass Frankreich neokoloniale Kriege f\u00fchrt in seinem Hinterhof, dem frankophonen West- und Mittelafrika (von der Fl\u00e4che her etwa so gro\u00df wie Indien), war innenpo"},"footnotes":""},"categories":[651,1025,1039,1027],"tags":[],"class_list":["post-11826","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-376-februar-2013","category-die-waffen-nieder","category-quergestellt","category-wir-sind-nicht-alleine"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11826","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11826"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11826\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11826"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11826"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11826"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}