{"id":11893,"date":"2013-03-01T00:00:58","date_gmt":"2013-02-28T22:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=11893"},"modified":"2022-07-26T13:18:01","modified_gmt":"2022-07-26T11:18:01","slug":"brillante-umsetzung-einer-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2013\/03\/brillante-umsetzung-einer-geschichte\/","title":{"rendered":"Brillante Umsetzung einer Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Seine Cartoons zieren unz\u00e4hlige Plakate. Mehrere hervorragende                 Sachcomicb\u00e4nde hat er auch schon ver\u00f6ffentlicht. Zum Beispiel                 im Verlag Graswurzelrevolution den schwarz-roten Leitfaden &#8222;Kleine                 Geschichte des Anarchismus&#8220;. &#8211; Wer kennt ihn (noch) nicht, den                 findigen Zeichner, dessen Karikaturen zu einer Art Markenzeichen                 avancierten, ohne die libert\u00e4re Periodika wie <i>Graswurzelrevolution<\/i>                 und <i>Direkte Aktion<\/i> heute kaum noch zu denken sind? <\/p>\n<p>Die Rede ist nat\u00fcrlich von Findus. <\/p>\n<p>Nach &#8222;Kleine Geschichte des Zapatismus&#8220;, zusammen mit Luz Kerkeling,                 ist der Zeichner neuerlich auf Kooperationskurs gegangen. Gemeinsam                 mit der Journalistin Caterina Metje hat Findus nun mit &#8222;Kleine                 Geschichte der Genossenschaften&#8220; einen ebenfalls im Unrast Verlag                 erschienenen Sachcomicband vorgelegt. <\/p>\n<p><h3>Idealer Leitfaden<\/h3>\n<p>               Und der &#8222;kleine Leitfaden&#8220; hat es in sich. Der Bogen wird von den               utopischen Sozialisten wie Robert Owen und Charles Fourier, den               verschiedenen Gr\u00fcndungversuchen von Arbeiterkolonien, \u00fcber die aus               dem liberalen B\u00fcrgertum und der ArbeiterInnenbewegung heraus entstandenen               Kredit-, Konsum- und Produktionsgenossenschaften bis hin zu den               heute gewandelten Formen der Kooperativen gespannt. Durch drei Jahrhunderte               hindurch.               <\/p>\n<p>Weder die Kibuzzim in Israel, noch die Kollektive in der Spanischen                 Revolution oder die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften                 in der DDR werden dabei ausgeklammert. Beredtes Zeugnis daf\u00fcr,                 dass die Idee fortlebt, geben die Kooperativen in Argentinien,                 Nicaragua und Mexiko. Aber auch in hiesigen Gefilden aus dem Boden                 sprie\u00dfende Food-Coops, vergleichsweise junge Genossenschaften,                 etwa im Medienbereich und Verlagswesen, oder das Mietsh\u00e4user Syndikat.<\/p>\n<p><h3>Kollektiv und solidarisch<\/h3>\n<p>               Doch nicht allein Bekanntes wird vorgestellt; viel mehr noch wurde               dem Vergessen erst entrissen! Von besonderem Interesse erscheinen               gerade all jene Versuche kollektiven Wirtschaftens, die \u00fcber die               bestehende Gesellschaftsordnung hinausweisen. Die nicht allein auf               die Hebung des Lebensstandards all derjenigen Menschen angelegt               waren, die daran partizipierten.               <\/p>\n<p>Einerlei, ob das nun aus der ArbeiterInnenbewegung heraus entstandene                 Genossenschaften waren, die von in Streiks entlassenen ArbeiterInnen                 gegr\u00fcndet wurden, oder jenen, die von vornherein darauf angelegt                 waren, die Arbeiterschaft in harten und entbehrungsreichen K\u00e4mpfen                 finanziell zu st\u00fctzen. <\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen eine \u00e4u\u00dferst interessante Verzahnung, die auch f\u00fcr                 heutige Auseinandersetzungen von Belang w\u00e4re. <\/p>\n<p>Am Ende wei\u00df dieser Band Neugier zu entfachen. Und zwar auf all                 jene kollektiven Versuche, bei denen es den ProtagonistInnen von                 Grund auf um den Aufbau sozialer und \u00f6kologischer Formen des Wirtschaftens                 und Zusammenlebens ging. Also um nicht weniger als der Entwicklung                 einer Alternative zum Kapitalismus.<\/p>\n<p><h3>Auf den Punkt gebracht<\/h3>\n<p>               Caterina und Findus stellen in diesem Band nicht nur Ideen und Ideale               vor, die hinter derartigen Versuchen und Erfolgen steck(t)en. Sondern               legen den Finger in die Wunde, beantworten die Frage nach M\u00f6glichkeiten               und Grenzen. Denn jede Bewegung steht zwangsl\u00e4ufig in einer Wechselbeziehung               mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Nicht zu vergessen               die M\u00f6glichkeit ihres Scheiterns entlang innerer Konfliktlinien.               <\/p>\n<p>Es ist eine bemerkenswerte Leistung, in einem knappen Band derart                 differenziert und anschaulich die Geschichte der Genossenschaftsbewegung                 samt ihrer Vorl\u00e4ufer und Ideengeber in Wort und Bild nachzuzeichnen!                 LeserInnen und BetrachterInnen wird eine anspruchsvolle und doch                 leicht verst\u00e4ndliche Einstiegslekt\u00fcre geboten. Die man wirklich                 getrost Tante Hilda und Opa Alfred an die Hand geben kann.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sei dieser Band all jenen ans Herz gelegt, die                 wissen wollen, wie es fernab zentralistischer Strukturen kollektiv                 und basisdemokratisch einfach besser zu machen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seine Cartoons zieren unz\u00e4hlige Plakate. 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