{"id":11952,"date":"2004-05-23T00:00:17","date_gmt":"2004-05-22T22:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=11952"},"modified":"2022-07-26T14:24:34","modified_gmt":"2022-07-26T12:24:34","slug":"pressespiegel-junge-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2004\/05\/pressespiegel-junge-welt\/","title":{"rendered":"Pressespiegel: Junge Welt"},"content":{"rendered":"<h3>Demonstration zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung am Sonnabend     in M&uuml;nster<\/h3>\n<p>&raquo;Deserteure wirken wie Sand im Getriebe der Kriegsmaschinerie&laquo;,                 hei&szlig;t es im Aufruf zu einer Demonstration in M&uuml;nster,                 die am Samstag zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung                 stattfindet. Anliegen des weltweiten Aktionstages, der seit 1985                 begangen wird, ist die Forderung, das &raquo;Menschenrecht auf                 Kriegsdienstverweigerung&laquo; durchzusetzen und die Diskriminierungen                 zu beenden, denen Kriegsdienstverweigerer h&auml;ufig ausgesetzt                 sind.<\/p>\n<p>&raquo;Was haben die T&uuml;rkei, S&uuml;dkorea und Israel gemeinsam?&laquo;,                 wird im Aufruf gefragt &#8211; die Antwort: &raquo;In keinem dieser                 L&auml;nder gibt es ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung.&laquo;                 Die Liste lie&szlig;e sich erweitern. Da&szlig; es auch in Deutschland                 Bedarf gibt, die Lage von Kriegsdienstverweigerern zum Anliegen                 einer Demonstration zu machen, mag zun&auml;chst &uuml;berraschen:               <\/p>\n<p>Schlie&szlig;lich verweigern hierzulande jedes Jahr &uuml;ber                 100 000 junge M&auml;nner &#8211; mehr, als zur Bundeswehr gehen. Die                 vergleichsweise freiz&uuml;gigen Regelungen gelten aber nicht                 f&uuml;r totale Kriegsdienstverweigerer. Bernd Dr&uuml;cke von                 der anarchistischen Zeitschrift Graswurzelrevolution weist darauf                 hin, da&szlig; diejenigen, die nicht nur den Wehrdienst, sondern                 auch den Zivildienst verweigern, nach wie vor Bundeswehrarrest                 oder Strafverfahren erhalten. Dem pazifistischen Anliegen, das                 mit der Kriegsdienstverweigerung verkn&uuml;pft ist, werde der                 Zivildienst aufgrund seiner Einbindung in Konzepte zivilmilit&auml;rischer                 &raquo;Gesamtverteidigung&laquo; nicht gerecht.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Aktion in M&uuml;nster steht allerdings die                 Solidarit&auml;t mit t&uuml;rkischen und kurdischen Kriegsdienstverweigerern.                 In der T&uuml;rkei ist jeder Mann zur Ableistung eines &raquo;Vaterlandsdienstes&laquo;                 im Milit&auml;r verpflichtet. Kriegsdienstverweigerung gibt es                 offiziell nicht einmal als Begriff &#8211; wer sich verweigert, gilt                 als Deserteur. Nach offiziellen Angaben entziehen sich Hunderttausende                 junge M&auml;nner der beh&ouml;rdlichen Erfassung, indem sie ihren                 Wohnsitz verheimlichen. Wer der Einberufung nicht folgt, macht                 bald Erfahrung mit dem &raquo;Dreht&uuml;rprinzip&laquo; des t&uuml;rkischen                 Milit&auml;rs: Der Festnahme durch Feldj&auml;ger folgt eine Haftstrafe                 im Milit&auml;rgef&auml;ngnis, der Haftentlassung die Aufforderung,                 sich zum Dienst zu melden &#8211; eine Verj&auml;hrung der angeblichen                 &raquo;Fahnenflucht&laquo; ist im Gesetz nicht vorgesehen. Die                 wenigen Antimilitaristen, die in der T&uuml;rkei aktiv sind &#8211;                 auch in Istanbul wird der Aktionstag begangen &#8211; laufen stets Gefahr,                 wegen &raquo;Beleidigung des Milit&auml;rs&laquo; oder anderer                 Gesinnungsparagraphen festgenommen zu werden.<\/p>\n<p>T&uuml;rkische und kurdische Kriegsdienstverweigerer, die in                 der BRD Zuflucht suchen, erhalten nur in Ausnahmef&auml;llen Asyl,                 weil die deutschen Beh&ouml;rden deren Bestrafung nicht als politische                 Verfolgung werten. Die Abschiebung dieser Verweigerer komme der                 Auslieferung von Kanonenfutter f&uuml;r das t&uuml;rkische Milit&auml;r                 gleich, kritisiert etwa die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte                 Kriegsdienstgegner (DFG-VK). Bernd Dr&uuml;cke von der Graswurzelrevolution                 sieht hier M&ouml;glichkeiten f&uuml;r erfolgreiche Solidarit&auml;tsarbeit.                 Die bisherigen Erfahrungen h&auml;tten gezeigt, da&szlig; ein                 Asylbescheid durchaus positiv ausfallen k&ouml;nne, wenn es dem                 Fl&uuml;chtling gelinge, zusammen mit Friedens- und Menschenrechtsgruppen                 &ouml;ffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.<\/p>\n<p>Die Anerkennung von Kriegsdienstverweigerung und Desertion als                 Asylgrund ist die zentrale Forderung der Demonstration, die am                 Samstag um 11 Uhr am Rathaus in M&uuml;nster beginnt. Unterst&uuml;tzt                 wird sie von der &raquo;Initiative kurdisch-t&uuml;rkischer KriegsgegnerInnen                 in Deutschland&laquo;, der DFG-VK, dem Verein connection e.V.,                 PRO ASYL und Amnesty International. Bereits am 14. Mai findet                 um 19.30 Uhr in der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) in M&uuml;nster                 eine Podiumsveranstaltung &uuml;ber &raquo;Asyl f&uuml;r Kriegsdienstverweigerer                 in Deutschland&laquo; statt.<\/p>\n<p>* www.connection-ev.de<\/p>\n<h3> Interview<\/h3>\n<p> Interview: Thomas Klein<\/p>\n<h4>Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung: Kein Asyl                 f&uuml;r t&uuml;rkische Deserteure in der BRD?<\/h4>\n<p>jW sprach mit Rudi Friedrich, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer von Connection                 e.V. in Offenbach. Der Verein unterst&uuml;tzt Kriegsdienstverweigerer                 und Deserteure <\/p>\n<p>F: Heute und am Samstag finden in M&uuml;nster Aktionen zum &raquo;Internationalen                 Tag der Kriegsdienstverweigerung&laquo; statt. Was steht auf dem                 Programm?<\/p>\n<p>Viele Kriegsdienstverweigerer, die vor einem Kriegseinsatz, vor                 Repression und Folter geflohen sind, stehen vor der Abschiebung.                 Auf diese Weise unterst&uuml;tzen die deutschen Beh&ouml;rden                 die Kriegspolitik zum Beispiel in der T&uuml;rkei und in Ru&szlig;land.                 Dies wird am Freitagabend in der Evangelischen StudentInnen Gemeinde                 (ESG) in M&uuml;nster auf einer Podiumsdiskussion zum Thema gemacht.                 Am Samstag werden wir ab 11 Uhr vom Prinzipalmarkt zum t&uuml;rkischen                 Konsulat ziehen, um gegen die Verfolgung t&uuml;rkischer Kriegsdienstverweigerer                 zu protestieren. Besonders erfreulich ist, da&szlig; diese Aktionstage                 von der Initiative der kurdisch-t&uuml;rkischen KriegsgegnerInnen                 angeregt worden sind. Sehr viele deutsche Gruppen haben sich dem                 Aufruf angeschlossen.<\/p>\n<p>F: Was l&auml;uft in anderen L&auml;ndern?<\/p>\n<p>Aktionen wird es unter anderem in der T&uuml;rkei, in Serbien\/Montenegro                 und Mazedonien, aber auch in lateinamerikanischen L&auml;ndern                 geben. &Uuml;berall geht es darum, die weltweite Durchsetzung                 des Menschenrechts auf Kriegsdienstverweigerung einzufordern.                 Die sogenannte Internationale der Kriegsgegner legt ihren Schwerpunkt                 auf die Situation der Verweigerer in Lateinamerika, wo fl&auml;chendeckend                 so gut wie kein Recht auf Kriegsdienstverweigerung besteht. In                 einigen L&auml;ndern werden Jugendliche sogar einfach von der                 Stra&szlig;e weg rekrutiert.<\/p>\n<p>F: Wie steht es um ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung in                 Europa?<\/p>\n<p>Die EU schickt sich mit der Erweiterung nach Osten gerade an,                 sich eine neue Verfassung zu geben. Mit dem Entwurf w&uuml;rden                 die bestehenden restriktiven Regelungen in verschiedenen L&auml;ndern                 legitimiert. Aber selbst in Westeuropa haben Wehrpflichtige und                 Soldaten oft genug kein Recht, den Kriegsdienst zu verweigern.                 Totalverweigerer, die den Ersatzdienst als Zwangs- und Kriegsdienst                 ablehnen, werden auch in Deutschland verfolgt.<\/p>\n<p>F: Wie mu&szlig; Solidarit&auml;t mit Verweigerern und Deserteuren                 aussehen, die &uuml;ber Sympathiebekundungen hinausgeht?<\/p>\n<p>Internationale Aufrufe, gegen die Praktiken von Regierungen bei                 der Behandlung von Verweigerern zu protestieren, haben durchaus                 ihre Wirkung. F&uuml;r Verweigerer, die in Deutschland Asyl suchen,                 w&auml;re es eine gro&szlig;e Hilfe, wenn sie auf Unters&uuml;tzergruppen                 in ihren Heimatl&auml;ndern z&auml;hlen k&ouml;nnen. Entscheidend                 dabei ist vor allem, ob und in welchem Ma&szlig;e es gelingt,                 vor Ort &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;r die Sache der Verweigerer                 und Deserteure herzustellen.<\/p>\n<p>* Infos: www.connection-eV.de oder Tel.: 069\/82375534<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Demonstration zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung am Sonnabend in M&uuml;nster &raquo;Deserteure wirken wie Sand im Getriebe der Kriegsmaschinerie&laquo;, hei&szlig;t es im Aufruf zu einer Demonstration in M&uuml;nster, die am Samstag zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung stattfindet. Anliegen des weltweiten Aktionstages, der seit 1985 begangen wird, ist die Forderung, das &raquo;Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung&laquo; durchzusetzen und die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2004\/05\/pressespiegel-junge-welt\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Pressespiegel: Junge Welt - graswurzelrevolution","description":"Demonstration zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung am Sonnabend in M&uuml;nster &raquo;Deserteure wirken wie Sand im Getriebe der Kriegsmaschine"},"footnotes":""},"categories":[1025,12],"tags":[],"class_list":["post-11952","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-waffen-nieder","category-news"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11952","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11952"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11952\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11952"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11952"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11952"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}