{"id":11966,"date":"2006-05-07T00:00:36","date_gmt":"2006-05-06T22:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=11966"},"modified":"2022-07-26T14:24:24","modified_gmt":"2022-07-26T12:24:24","slug":"asyl-fur-kriegsdienstverweigerer-und-deserteure-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2006\/05\/asyl-fur-kriegsdienstverweigerer-und-deserteure-4\/","title":{"rendered":"Asyl f\u00fcr Kriegsdienstverweigerer und Deserteure"},"content":{"rendered":"<p>Seit 1985 finden am Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung                 (15. Mai) weltweit Aktionen f&uuml;r ein umfassendes Recht auf                 Kriegsdienstverweigerung statt. Es ist ein Aktionstag gegen Wehrpflicht,                 Milit&auml;r und Zwangsdienste weltweit, mit dem gegen die Verfolgung                 und Inhaftierung von Kriegsdienstverweigerern in vielen L&auml;ndern                 protestiert wird.<\/p>\n<p> Beispiel USA: Blake Lemoine, der als US-Soldat in Darmstadt                 stationiert war, wurde im Jahre 2005 zu f&uuml;nf Monaten Haft                 verurteilt, weil er nicht mehr am Krieg gegen den Irak teilnehmen                 wollte. <\/p>\n<p>Beispiel T&uuml;rkei: Der Kriegsdienstverweigerer Mehmet Tarhan                 war im August 2005 wegen Befehlsverweigerung zu vier Jahren Haft                 verurteilt worden. Mit einer internationalen Kampagne konnte erreicht                 werden, dass er nach elf Monaten aus der Haft entlassen wurde.                 Ihm droht aber eine erneute Rekrutierung.<\/p>\n<p> Beispiel Eritrea: Dort sind M&auml;nner und Frauen wehrpflichtig                 und wurden im Krieg gegen &Auml;thiopien eingesetzt. Wer sich                 dem Kriegsdienst verweigert, bleibt auf unbestimmte Zeit in Haft                 und wird gefoltert. Paulos Iyassu, Isaac Moges und Negede Teklemariam                 sind seit 1994 inhaftiert &#8211; ohne jemals verurteilt worden zu sein.<\/p>\n<p> Beispiel Angola: Seit Ende 2002 kommt es erneut zu K&auml;mpfen                 in der erd&ouml;lreichen angolanischen Exklave Cabinda zwischen                 Separatisten und angolanischem Milit&auml;r. Wer sich diesem Krieg                 widersetzt, wer sich der Rekrutierung entzieht, wird verfolgt                 und inhaftiert.<\/p>\n<p>Die Kriegsdienstverweigerung und Desertion ist in vielen L&auml;ndern                 ein mutiger Schritt und zugleich ein wichtiges Signal. In &uuml;ber                 30 derzeit stattfindenden Kriegen weigern sich allj&auml;hrlich                 Tausende, an den Verbrechen eines Krieges teilzunehmen. Sie alle                 sind Sand im Getriebe der Kriegsmaschine.<\/p>\n<h3> Kriegsdienstverweigerer und Deserteure brauchen Asyl<\/h3>\n<p>Trotz der drohenden Verfolgung in ihren Herkunftsl&auml;ndern                 erhalten KriegsdienstverweigerInnen in der Europ&auml;ischen Union                 in der Regel kein Asyl. Ihre Verfolgung wird nicht als politische                 Verfolgung anerkannt. Deutsche Beh&ouml;rden billigen anderen                 Staaten das Recht zu, M&auml;nner und Frauen zu verfolgen, die                 sich der Ableistung des Milit&auml;rdienstes widersetzen. Das                 ist kein Wunder: Auch die deutsche Regierung h&auml;lt an der                 milit&auml;rischen Verf&uuml;gung &uuml;ber ihre Staatsb&uuml;rger                 fest, z.B. &uuml;ber die Wehrpflicht. Verfolgten KriegsdienstverweigerInnen                 anderer L&auml;nder droht die Abschiebung und Auslieferung an                 die Kriegsherren als &quot;Kanonenfutter&quot;. Auf diese Weise                 werden Krisen und Kriege angeheizt, die Menschen zur Flucht zwingen.<\/p>\n<h3> Fl&uuml;chtlingsabwehr mit deutschen Soldaten<\/h3>\n<p>Zugleich dienen Kriege und Menschenrechtsverletzungen in anderen                 L&auml;ndern als Begr&uuml;ndung, um die Bundeswehr weltweit einzusetzen.                 So wurde vor wenigen Tagen der Einsatz von Truppen der Europ&auml;ischen                 Union unter deutscher F&uuml;hrung in die DR Kongo beschlossen,                 offiziell, um die Wahlen abzusichern. Dabei geht es der Europ&auml;ischen                 Union vielmehr darum, milit&auml;risch eigenst&auml;ndig im Ausland                 die Interessen zu vertreten, z.B. den Zugang zu Rohstoffen zu                 erhalten und Fluchtbewegungen zu verhindern. Das ist damit gemeint                 wenn der deutsche Verteidigungsminister von &quot;zentralen Sicherheitsinteressen&quot;                 in Bezug auf den Bundeswehreinsatz in der DR Kongo spricht, damit                 nicht &quot;ganz Europa ein gro&szlig;es Fl&uuml;chtlingsproblem&quot;                 bekommt.<\/p>\n<h3> Aktionstag am Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung<\/h3>\n<p>Mit einem Aktionstag wollen wir auf die Situation in verschiedenen                 L&auml;ndern hinweisen. KriegsgegnerInnen aus den USA, der T&uuml;rkei,                 aus Eritrea und Angola werden darstellen, warum sie verweigert                 haben. Dort und in vielen anderen L&auml;ndern gibt es Menschen,                 die sich weigern, am Verbrechen des Krieges teilzunehmen. Viele                 mussten wegen ihrer Antikriegsarbeit fliehen. Sie haben Anspruch                 auf unsere Solidarit&auml;t. Sie brauchen Schutz und Asyl.<\/p>\n<h3>Ausstellung &quot;Internationale Arbeit f&uuml;r Kriegsdienstverweigerer                 und Deserteure&quot;<\/h3>\n<p> Am Samstag, dem 13. Mai 2006 wird um 17 Uhr die Ausstellung                 &quot;Internationale Arbeit f&uuml;r Kriegsdienstverweigerer und                 Deserteure&quot; von Connection e.V. in der Katharinenkirche (Frankfurt\/M.                 Hauptwache) er&ouml;ffnet. Die Ausstellung ist vom 15. Mai bis                 5. Juni 2006 Mo.-Fr. von 14-18 Uhr ge&ouml;ffnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 1985 finden am Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung (15. Mai) weltweit Aktionen f&uuml;r ein umfassendes Recht auf Kriegsdienstverweigerung statt. Es ist ein Aktionstag gegen Wehrpflicht, Milit&auml;r und Zwangsdienste weltweit, mit dem gegen die Verfolgung und Inhaftierung von Kriegsdienstverweigerern in vielen L&auml;ndern protestiert wird. 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