{"id":12002,"date":"2004-07-08T00:00:33","date_gmt":"2004-07-07T22:00:33","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=12002"},"modified":"2022-07-26T14:15:07","modified_gmt":"2022-07-26T12:15:07","slug":"8-anarchistisches-sommercamp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2004\/07\/8-anarchistisches-sommercamp\/","title":{"rendered":"8. Anarchistisches Sommercamp"},"content":{"rendered":"<p>Die letzten zwei Camps fanden auf Burg Luther statt. Die anarchistische                 Kommune n\u00f6rdlich vom Harz bot sehr gute M\u00f6glichkeiten, die die                 Organisation sehr vereinfacht hat. Aber dieses Jahr sind wir auf                 dem Kesselberg nahe Berlin. Dieses Gel\u00e4nde scheint auch sehr geeignet                 zu sein. Ihr werdet sehen. Aber leider nicht so komfortabel. Einiges                 k\u00f6nnte noch gebaut werden.<\/p>\n<h3>Herrschaftsfreiheit leben<\/h3>\n<p> Auf den bisherigen A-Camps hat sich gezeigt, da\u00df es wichtig                 ist, einen Ort zu schaffen, an dem sich regelm\u00e4\u00dfig Menschen (wieder-)                 treffen, um anarchistische Theorie und Praxis miteinander zu verbinden                 und zusammen einen spa\u00dfigen Urlaub zu verbringen. Uns ist klar,                 da\u00df ein zeitlich begrenztes Camp einem R\u00fcckzug auf eine Insel                 gleicht. Doch schaffen wir uns gerade dadurch einen Freiraum jenseits                 der allt\u00e4glichen gesellschaftlichen Normalit\u00e4t und erm\u00f6glichen                 uns, unsere Ideen vom herrschaftsfreien Zusammenleben umzusetzen                 und weiter zu entwickeln. Grundkonsens ist, dass Herrschaftsfreiheit                 mit sexistischen, rassistischen und patriarchalen Verhaltensweisen                 nicht vereinbar ist. &Uuml;berhaupt sind Diskriminierungen aller                 Art nicht zu dulden und Leute, die hier anderer Meinung sind,                 haben auf dem Camp nichts verloren. Wir gehen davon aus, da\u00df sich                 alle auf dem Camp aktiv einmischen, wenn sie solches Verhalten                 wahrnehmen und das alle zusammen daf\u00fcr sorgen, da\u00df der herrschaftsfreie                 Raum erhalten bleibt. Dennoch mu\u00df grunds\u00e4tzlich auch immer Zeit                 sein, sich mit Herrschaftsverh\u00e4ltnissen und ihren Auswirkungen                 auseinanderzusetzen. Wir als Organisationsgruppe verstehen uns                 selbst nur als Teil des Camps und letztendlich h\u00e4ngt von allen                 TeilnehmerInnen ab, was funktioniert, Spa\u00df macht und wie weit                 wir unsere Utopien umsetzen.<\/p>\n<h3>Selbstorganisierte Vielfalt<\/h3>\n<p>Wie in den letzten Jahren w\u00e4re es sch\u00f6n, wenn sich eine Reihe                 von Workshops ergeben. Die Inhalte werden von den TeilnehmerInnen                 des Camps vorbereitet. Wir als Vorbereitungsgruppe tragen lediglich                 die angek\u00fcndigten Workshops zusammen und versuchen, einige Leute                 und Gruppen anzusprechen.<\/p>\n<p>Falls ihr Ideen habt, was ihr organisieren wollt, meldet euch                 bei uns. Wir hoffen, dass es einf\u00fchrende Workshops geben wird,                 die sich mit den <i>Grundlagen des Anarchismus<\/i> besch\u00e4ftigen,                 <i>diverse anarchistische Str\u00f6mungen<\/i> vertreten sein werden                 und verschiedene Ans\u00e4tze vorgestellt und diskutiert werden.<\/p>\n<p>Denkbar w\u00e4ren auch Workshops zu verschiedenen Themen wie: <i>Antimilitarismus<\/i>,                 <i>Arbeit<\/i>, <i>Leben in einer Kommune<\/i>, <i>P\u00e4dagogik\/Antip\u00e4dagogik<\/i>&#8230;                 Vielleicht auch auf einige praktische Workshops: <i>Terrassenbau<\/i>,                 <i>Kompostklobau<\/i>, <i>Biokl\u00e4ranlage bauen<\/i>, <i>Baumklettern<\/i>,                 <i>Zeitung oder Radio machen<\/i> bis zu <i>Strassentheater<\/i>.                 Auch die Anarchie der Geschlechter, also Themen wie: <i>Antisexismus<\/i>,                 <i>Intersexualit\u00e4t<\/i>, <i>Kritik der RZB (romantischen Zweierbeziehung)<\/i>                 usw. sollten nicht zu kurz kommen.<\/p>\n<p>Letztendlich h\u00e4ngt dies aber davon ab, was ihr macht und vorbereitet,                 also meldet euch zahlreich mit Dingen, die ihr machen wollt. Die                 gewohnte Vielfalt des A-Camps ensteht erst, wenn diejenigen, die                 zuhause sowieso zu irgend einem Thema praktisch oder theoretisch                 arbeiten, einen Workshop vorbereiten und anbieten. <\/p>\n<p>Das gilt in \u00e4hnlicher Weise f\u00fcr die gemeinsame Organisation des                 Camps. Wir werden zwar die Vorbereitung gemeinsam mit anderen                 Gruppen \u00fcbernehmen, aber ohne Leute, die das Camp auf- und abbauen,                 aber auch ohne Camp- und K\u00fcchenorga, Essen besorgen, kochen usw.                 geht nat\u00fcrlich gar nichts. Die Vorbereitungsgruppe wird mit Beginn                 des Camps aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall soll es ein m\u00f6glichst reichhaltiges Kulturprogramm                 geben. Wenn ihr Musik machen, Kabarett- oder Theaterst\u00fccke auff\u00fchren                 oder das Abendprogramm f\u00fcllen wollt, meldet euch bitte bei uns.                 Auch gute Videos k\u00f6nnt ihr gerne mitbringen. Auf dem Gel\u00e4nde ist                 auch Platz f\u00fcr Spiel und Tanz, bringt einfach B\u00e4lle usw. mit.<\/p>\n<p>Auch wenn ihr euch zutraut, als Sanis kleinere und gr\u00f6\u00dfere Wehwehchen                 zu behandeln oder ihr irgendeine Sanit\u00e4tsausbildung habt, meldet                 euch bei uns, denn wir brauchen unbedingt noch Camp-Sanis f\u00fcr                 Notf\u00e4lle. Auch eine Reihe weiterer organisatorischer Probleme                 sind noch zu l\u00f6sen und werden auf die Homepage gesetzt.<\/p>\n<h3>Ya Basta @ A-Camp <\/h3>\n<p>Wir laden dich ein zum Ya-Basta Sommercamp im Rahmen des A-Camps.                 Wir sind Menschen aus dem Ya-Basta-Netz, inspiriert und befl\u00fcgelt                 durch die Ideen und Aktionen der Zapatistas in Chiapas, Mexico.                 Wir wollen die Tage des A-Camps nutzen, uns mit anderen Menschen                 auszutauschen, die wie wir in eben diesen Ideen einen m\u00f6glichen                 Weg sehen, die Dinge zu \u00e4ndern. Einen Weg zu einer Welt, in der                 ein w\u00fcrdevolles Leben f\u00fcr Alle m\u00f6glich wird.<\/p>\n<p>Wir wollen uns informieren und austauschen: <\/p>\n<ul>\n<li> Grunds\u00e4tzliches, Einf\u00fchrendes und Aktuelles zum Zapatistischen                   Aufstand in Chiapas\/ Mexiko, Menschenrechtsarbeit, Campamentos                   Civiles por la paz (\u201ezivile Friedenscamps\u201c), Kritische Reflexion                   der neuen zapatistischen Organisationsstruktur der &quot;Juntas                   de Buen Gobierno&quot;<\/li>\n<li> Berichte aus unseren St\u00e4dten, Regionen, K\u00e4mpfen: Welche politischen\/sozialen                   Prozesse nehmen wir derzeit wahr? An welchen Punkten stehen                   wir und gegen welche Windm\u00fchlen haben wir zu k\u00e4mpfen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir wollen uns Fragen stellen und Antworten finden: Was bedeutet                 &quot;Alles f\u00fcr Alle!&quot; f\u00fcr uns hier und heute? Wie k\u00f6nnte                 &quot;eine Welt der vielen Welten&quot; aussehen? Was k\u00f6nnen wir                 von den Zapatistas und ihrem Verst\u00e4ndnis von Politik und Widerstand                 lernen? Was bedeutet, &quot;den Zapatismo&quot; hier, &quot;im                 Herzen der Bestie&quot; zu leben? Was l\u00e4\u00dft sich vom zapatistischen                 Kampf im Lakandonischen Urwald \u00fcberhaupt in unsere Wirklichkeiten                 \u00fcbertragen?<\/p>\n<p>Wir wollen uns (weiter) vernetzen und (noch besser) koordinieren:                 Organisierung unserer Widerst\u00e4nde; Vermittlung unserer K\u00e4mpfe;                 Kennenlernen anderer Aktions- und Widerstandsformen; Vernetzung                 autonomer R\u00e4ume und Lebensformen; Austausch und bessere Koordination                 von Chiapas-Infoveranstaltungen, -Infomaterial etc.<\/p>\n<p>Wir wollen uns unsere eigene Geschichte aneignen, Erfahrungen                 austauschen und Perspektiven \u00f6ffnen: Politisch bleiben \u00fcber 30;                 Politisch sein mit Kindern; Rebellische Alltagspraxen; &quot;VeteranInnentreffen&quot;:                 was ist denn nun damals im Lakandonischen Urwald mit uns passiert&#8230;?                 und was ist aus uns geworden?<\/p>\n<p>Wir wollen die Zapatistas in Chiapas konkret unterst\u00fctzen: Direkte,                 materielle Soli-Arbeit f\u00fcr die Aufst\u00e4ndischen in Chiapas koordinieren;                 Bekanntmachung und Weiterentwicklung konkreter Projekte; Kommunikation                 mit dem S\u00fcdosten Mexikos; Malen eines Wandgem\u00e4ldes auf dem Kesselberg.               <\/p>\n<p>Wir wollen die Durchf\u00fchrung des Camps selbst als Inhalt begreifen:                 gemeinsam Kochen, Kinder betreuen, konstruktiv mit internen Konflikten                 umgehen, Infrastruktur aufbauen und instandhalten, Feste feiern,                 uns in Selbstorganisation \u00fcben und sowohl Verantwortung als auch                 Erholung kollektivieren. <\/p>\n<p>Wir wollen die Welt ver\u00e4ndern.<\/p>\n<h3>Vernetzung mit Anderen<\/h3>\n<p> Das A-Camp bietet die M\u00f6glichkeit, zu \u00fcberlegen und auszuprobieren,                 wie wir leben wollen. Jenseits vom allt\u00e4glichen Kampf gegen Autorit\u00e4ten,                 sexistischer oder rechter Anmache und anderen in dieser Gesellschaft                 leider selbstverst\u00e4ndlichen Widerw\u00e4rtigkeiten. Auch die &Uuml;berwindung                 dieser Herrschaftsverh\u00e4ltnisse in unserer eigenen Lebenspraxis.                 Um den Widerstand gegen Herrschaft und Unterdr\u00fcckung \u00fcberall in                 der Welt weiterzuf\u00fchren und mit den Inhalten des A-Camps zu verkn\u00fcpfen,                 sollten wir versuchen, das Camp mit konkreten politischen Auseinandersetzungen                 zu vernetzen. Deshalb ist es gut, wenn es Leute gibt, die an diesen                 Auseinandersetzungen beteiligt sind und auf dem Camp aktuelle                 Entwicklungen und Planungen darstellen k\u00f6nnen. Gut w\u00e4ren auch                 Kontakte zu anderen libert\u00e4ren Camps oder Karavanen usw&#8230;. toll                 w\u00e4re auch, wenn Leute aus anderen L\u00e4ndern vorbeikommen w\u00fcrden,                 falls ihr also da Kontakte habt&#8230; sowieso freuen wir uns auf                 viele Kinder (es soll auch eine Kinderbetreuung geben).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten zwei Camps fanden auf Burg Luther statt. Die anarchistische Kommune n\u00f6rdlich vom Harz bot sehr gute M\u00f6glichkeiten, die die Organisation sehr vereinfacht hat. Aber dieses Jahr sind wir auf dem Kesselberg nahe Berlin. Dieses Gel\u00e4nde scheint auch sehr geeignet zu sein. Ihr werdet sehen. Aber leider nicht so komfortabel. 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