{"id":12004,"date":"2007-04-19T00:00:38","date_gmt":"2007-04-18T22:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=12004"},"modified":"2022-07-26T14:14:53","modified_gmt":"2022-07-26T12:14:53","slug":"her-mit-dem-schonen-leben-liebe-luxus-anarchie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2007\/04\/her-mit-dem-schonen-leben-liebe-luxus-anarchie\/","title":{"rendered":"Her mit dem sch\u00f6nen Leben! Liebe Luxus Anarchie!"},"content":{"rendered":"<p>Widerstand, das hei&szlig;t f&uuml;r uns Lebendigkeit &#8211; in diesem                 Sinne wollen wir beim zweiten anarchistischen Sommercamp in &Ouml;sterreich                 eine Woche lang gemeinsam leben, lieben, lachen, diskutieren,                 Pl&auml;ne aushecken, tanzen, Ideen sammeln, baden, kuscheln oder                 machen, worauf wir gerade Lust haben. <\/p>\n<p>Dabei ist das A-Camp in dem Sinne kein &quot;Urlaub&quot;, weil                 dieser Begriff aus der Trennung von Arbeit und Freizeit resultiert.                 Dagegen wollen wir f&uuml;r die Zeit des Camps unser Leben gemeinsam                 ohne Zw&auml;nge gestalten, uns kennenlernen und die anarchistische                 Theorie mit einer solidarischen Praxis auff&uuml;llen: bei den                 Dingen des allt&auml;glichen Lebens ebenso, wie bei Diskussionen                 oder Workshops. Uns ist bewusst, dass es sich dabei nur um &quot;relative                 Herrschaftsfreiheit&quot; handeln kann &#8211; denn erstens tragen wir                 alle errschaftsmechanismen in unseren K&ouml;pfen und K&ouml;rpern                 mit uns herum und zweitens ist das anarchistische Camp eine r&auml;umlich                 und zeitlich begrenzte Insel in einer von Herrschaft bestimmten                 Gesellschaft.<\/p>\n<p> Aber vielleicht gelingt es uns f&uuml;r die Zeit des Camps einen                 Freiraum jenseits dieser gesellschaftlichen Normalit&auml;t mit                 all ihren allt&auml;glichen Widerw&auml;rtigkeiten zu schaffen,                 wo wir sp&uuml;ren k&ouml;nnen, wof&uuml;r wir eigentlich k&auml;mpfen                 und wo wir hin wollen.<\/p>\n<p> Grundvoraussetzung daf&uuml;r ist, dass Diskriminierungen und                 Unterdr&uuml;ckungsmechanismen jeder Art auf dem Camp nicht geduldet                 werden und sich daf&uuml;r auch jede\/r verantwortlich f&uuml;hlt.                 Das hei&szlig;t: aufmerksam sein,<br \/>                 selbst eingreifen und thematisieren, wenn solche Verhaltensweisen                 wahrgenommen werden &#8211; bei anderen oder bei sich selbst. Herrschaftsfreiheit                 und Solidarit&auml;t wirklich erlebt, gibt Liebe &amp; Kraft f&uuml;r                 unser allt&auml;gliches Engagement.<\/p>\n<h3> Was es gibt und was es kann<\/h3>\n<p> Das Gel&auml;nde erstreckt sich &uuml;ber mehrere Wiesen, es                 gibt B&auml;ume, B&uuml;sche, einen kleinen Bach und Feuerpl&auml;tze.                 Neben gen&uuml;gend Platz zum Zelten bietet das Camp die unterschiedlichste                 Infrastruktur. Es stehen trockene R&auml;ume, eine K&uuml;che                 und bei Bedarf eine begrenzte Zahl an Betten zur Verf&uuml;gung.                 F&uuml;r ausreichende sanit&auml;re Einrichtungen ist ebenfalls                 gesorgt und in der n&auml;heren Umgebung gibt es die M&ouml;glichkeit                 zu baden. Dar&uuml;ber hinaus organisieren wir die Computerinfrastruktur                 (z.B. f&uuml;r eine Campzeitung \/ Workshops \/ Internet).<\/p>\n<p> Gemeinsam wird so gekocht, dass alle etwas essen k&ouml;nnen                 (VeganerInnen, R&uuml;cksicht auf Allergien oder stillende M&uuml;tter).                 Wenn wir die anfallenden Alltagsarbeiten (einkaufen, kochen, putzen,                 aufr&auml;umen&#8230;) gemeinsam bew&auml;ltigen und in Kooperation                 auf alle CampteilnehmerInnen aufteilen, muss jede \/ jeder Einzelne                 nur wenig Zeit daf&uuml;r aufbringen &#8211; bleibt jedoch alles an                 einzelnen Menschen h&auml;ngen, so hat das wenig mit Vorstellungen                 eines herrschaftsfreien und solidarischen Umgangs miteinander                 zu tun.<\/p>\n<p> Was w&auml;hrend des Camps inhaltlich passiert, h&auml;ngt davon                 ab, was die Leute, die hinkommen, dort machen wollen oder was                 sich vor Ort spontan entwickelt. Erwartet kein &quot;fertiges                 Programm&quot; an Vortr&auml;gen oder Workshops, vielmehr geht                 es darum, sich einzubringen, Workshops und Diskussionen anzuregen.                 Die A-Camps der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich so vor                 Ort vielf&auml;ltigste Programmpunkte entwickeln k&ouml;nnen.                 Beim Camp 2006 etwa fanden Workshops und Diskussionen zu Themen                 wie Postanarchismus, Anarchafeminismus und Anarchosyndikalismus                 in der Slowakei ebenso statt, wie ein Konzert, Selbstverteidigungskurse                 f&uuml;r Frauen und ein mehrsprachiges Puppentheater (&quot;A-Camp                 in Gefahr&quot;). Andere TeilnehmerInnen organisierten Spr&uuml;hschablonenworkshops,                 Spiele (&quot;Anarcholympics&quot;), Filmabende oder eben eine                 kleine Party&#8230;<\/p>\n<p> Die Bandbreite der Themen und M&ouml;glichkeiten soll sich nicht                 nur auf den &quot;klassischen Anarchismus&quot; beschr&auml;nken.                 Gemeinsam wollen wir aus einem herrschaftskritischen Blickwinkel                 unterschiedlichste Themenbereiche diskutieren: Von (anarchistischen)                 Utopien und Theorien &uuml;ber Geschlechterverh&auml;ltnisse oder                 die Kritik an der &quot;romantischen Zweierbeziehung&quot; bis                 hin zu Aktionsformen und praktischen Erfahrungen der politischen                 Arbeit und alternativen Formen des Zusammenlebens. Das Camp bietet                 Raum f&uuml;r eine vielschichtige Gestaltung &#8211; gef&uuml;llt mit                 Theorie und Praxis, mit Workshops, Spielen, Musik, Vortr&auml;gen                 und Diskussionen, Kochen, Filmen, Tanz usw.<\/p>\n<h3> Was die Organisationsgruppe tut<br \/>               <\/h3>\n<p> Die Orgagruppe &uuml;bernimmt zwar die Vorbereitung, hat den                 Platz organisiert, sorgt f&uuml;r die grenz&uuml;berschreitende                 Information und stellt die ben&ouml;tigte Infrastruktur bereit                 &#8211; aber ohne Leute, die das Camp auf- und abbauen, ohne Camp- und                 K&uuml;chenorganisation, Leute die Essen besorgen, kochen, aufr&auml;umen,                 die gemeinsame Betreuung von Kindern organisieren usw. geht vor                 Ort gar nichts. Wir sind uns der Wissenshierarchie bewusst, die                 mit einer solchen Vorbereitungsgruppe verbunden ist und versuchen                 die Informationen im Camp m&ouml;glichst transparent zu verbreiten,                 damit hoffentlich andere, gemeinsam gefundene Organisationsstrukturen                 in den Vordergrund treten.<\/p>\n<p> Einige Punkte haben wir allerdings nach intensiven Diskussionen                 (zum Teil auch auf Grund der Erfahrungen aus anderen Camps und                 des letzten Jahres) schon im Vorfeld entschieden und wollen diese                 Punkte auf dem Camp nicht grundlegend neu diskutieren. Uns ist                 klar, dass gerade mit der Einschr&auml;nkung bzgl. der Hunde nicht                 alle gleicherma&szlig;en gl&uuml;cklich sein werden!<\/p>\n<ul>\n<li> Lasst eure Hunde zu Hause!: Eine gr&ouml;&szlig;ere Anzahl                   von Hunden auf dem Campgel&auml;nde ist einerseits sehr m&uuml;hsam,                   andererseits wollen wir auch Menschen mit Kindern die Teilnahme                   erleichtern. Wir haben uns aus diesen<br \/>                   Gr&uuml;nden und wegen der Erfahrungen auf verschiedensten Camps                   bewu&szlig;t daf&uuml;r entschieden, dass dies ein hundefreies                   Camp werden soll.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Es wird ein eigenes Zelt ausschlie&szlig;lich f&uuml;r Frauen                   und Transgender zur Verf&uuml;gung stehen &#8211; als Treffpunkt und                   Freiraum oder wie auch immer es genutzt wird.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Wir m&ouml;chten Eltern Lust darauf machen, mit ihren Kindern                   zu kommen. Auf dem Gel&auml;nde gibt es viel Platz und M&ouml;glichkeiten                   sich auszutoben und es wird auch ein Kinderzelt aufgestellt.                   Bringt Ideen und Spielzeug mit! Dabei ist es nicht nur Aufgabe                   der Eltern, sich um ihre Kinder zu k&uuml;mmern &#8211; wir sollten                   alle versuchen, auf Kinder und ihre Bed&uuml;rfnisse R&uuml;cksicht                   zu nehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> F&uuml;r WagenbewohnerInnen: Auf dem A-Campgel&auml;nde d&uuml;rfen                   keine Autos geparkt werden, daf&uuml;r gibt es in der nahen                   Umgebung Abstellpl&auml;tze. Bau- oder Wohnw&auml;gen, die als                   Wohnraum genutzt werden, k&ouml;nnen in begrenzter Anzahl auf                   einer kleinen Wiese des Gel&auml;ndes abgestellt werden. Um                   Sch&auml;den an der Wiese zu vermeiden und auf Grund des stark                   eingeschr&auml;nkten Platzes sollen die dort abgestellten Wohnw&auml;gen                   aber f&uuml;r die Dauer deines Campaufenthalts stehenbleiben                   und nicht mehr f&uuml;r Fahrtzwecke verwendet werden &#8211; Eink&auml;ufe                   im Supermarkt usw. lassen sich gemeinsam auch anders organisieren.                   Ist dieser Platz voll, k&ouml;nnen auch Bau- oder Wohnw&auml;gen                   nur in der nahen Umgebung abgestellt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h3> Was es werden kann<\/h3>\n<p> Das anarchistische Camp 2007 in &Ouml;sterreich hat zum Ziel,                 Menschen aus unterschiedlichen L&auml;ndern\/ Gegenden und mit                 verschiedensten Erfahrungen zusammenzubringen, um anarchistische                 Theorie und Praxis miteinander zu verkn&uuml;pfen. Herrschaftslose                 Gesellschaftsalternativen k&ouml;nnen nicht aus B&uuml;chern in                 die Wirklichkeit &uuml;bertragen werden &#8211; sie m&uuml;ssen im &quot;richtigen                 Leben&quot; entwickelt, erprobt oder auch ver&auml;ndert werden.                 Das praktische Zusammenleben und &quot;miteinander handeln&quot;                 beim Camp kann uns Erfahrungen mit Selbstorganisation bieten,                 die auch f&uuml;r unseren (sozialen und politischen) Alltag n&uuml;tzlich                 sind. Auf der anderen Seite f&ouml;rdert die gemeinsame Auseinandersetzung                 mit anarchistischen Theorien und herrschaftskritischen Ideen wiederum                 die M&ouml;glichkeit, das eigene Handeln zu hinterfragen oder                 neue (Denk-)Ans&auml;tze zu entdecken.<\/p>\n<p> Gemeinsam ein Camp zu gestalten bedeutet nicht, kritiklos im                 &quot;Gemeinschaftsgef&uuml;hl der Szene&quot; aufzugehen (schlie&szlig;lich                 sind ja wir die Guten!). Es ist wichtig, Widerspr&uuml;che aufzuzeigen                 und Kritik einzubringen, damit wir von einander lernen und unser                 Verhalten hinterfragen k&ouml;nnen. Und es ist in Ordnung, sich                 zu streiten! Dabei sollte der Umgang untereinander bei einem anarchistischen                 Camp jedoch von Solidarit&auml;t und Respekt gepr&auml;gt sein,                 was die Akzeptanz unterschiedlicher Ans&auml;tze und Herangehensweisen                 miteinschlie&szlig;t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Widerstand, das hei&szlig;t f&uuml;r uns Lebendigkeit &#8211; in diesem Sinne wollen wir beim zweiten anarchistischen Sommercamp in &Ouml;sterreich eine Woche lang gemeinsam leben, lieben, lachen, diskutieren, Pl&auml;ne aushecken, tanzen, Ideen sammeln, baden, kuscheln oder machen, worauf wir gerade Lust haben. Dabei ist das A-Camp in dem Sinne kein &quot;Urlaub&quot;, weil dieser Begriff aus der Trennung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2007\/04\/her-mit-dem-schonen-leben-liebe-luxus-anarchie\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Her mit dem sch\u00f6nen Leben! Liebe Luxus Anarchie! - graswurzelrevolution","description":"Widerstand, das hei&szlig;t f&uuml;r uns Lebendigkeit - in diesem Sinne wollen wir beim zweiten anarchistischen Sommercamp in &Ouml;sterreich eine Woche lang ge"},"footnotes":""},"categories":[12,1042],"tags":[],"class_list":["post-12004","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news","category-ohne-chef-und-staat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12004","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12004"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12004\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12004"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12004"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12004"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}