{"id":12069,"date":"2005-02-06T00:00:25","date_gmt":"2005-02-05T22:00:25","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=12069"},"modified":"2022-07-26T13:11:47","modified_gmt":"2022-07-26T11:11:47","slug":"2005-atomkraftforschung-geht-unter-areva-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2005\/02\/2005-atomkraftforschung-geht-unter-areva-weiter\/","title":{"rendered":"2005: Atomkraftforschung geht unter AREVA weiter!"},"content":{"rendered":"<p>In der Arbeitsgruppe 2 (Thermo- und Fluiddynamik) besch\u00e4ftigte sich ein Beitrag dieser Tagung spezieller mit dem HTR: &#8222;Der vierte Beitrag von N. Ben Said (Institut f\u00fcr Kernenergetik und Endergiesysteme &#8211; IKE &#8211; der Universit\u00e4t Stuttgart) trug den Titel &#8218;Thermofluiddynamische Modelle und Analysen f\u00fcr den Hochtemperaturreaktor mit fester mittlerer Graphits\u00e4ule&#8216;.&#8220;<\/p>\n<p>Auf der offiziellen Homepage der Uni Stuttgart war im August 2001 \u00fcber dieses spezielle Forschungsprojekt zu lesen: &#8222;Mit dem seit 1990 wieder gestiegenen Interesse an gasgek\u00fchlten Hochtemperaturreaktoren (HTR) in der Welt wurden auch zwischenzeitlich gestoppte Entwicklungsanstrengungen zur Weiterentwicklung dieses Reaktortyps neu aufgenommen. Wesentlicher Antrieb waren neben dem vornehmlich in den Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern steigenden Bedarf an elektrischer Energie die Absicht, speziell von S\u00fcdafrika Reaktoren dieses Typs auf der Basis des deutschen HTR-Moduls quasi in Serie zu bauen.&#8220;<\/p>\n<p>Wie im THTR-Rundbrief Nr. 94 (<a href=\"http:\/\/www.thtr-a.de\">www.thtr-a.de<\/a>) gemeldet, wurden von dem franz\u00f6sischen Konzern CEA (Commissariat a l&#8217;Enegie Atomique) in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Karlsruhe die f\u00fcr den HTR ben\u00f6tigten radioaktiven PAC-K\u00fcgelchen wieder hergestellt. CEA fusionierte mit Framatome, Cogema, Siemens und KWU zu dem Dachkonzern AREVA. Ein Name, den man sich f\u00fcr die Zukunft merken muss.<\/p>\n<p>In dem gro\u00dfangelegten, siebenseitigen Konzernportrait schrieb die am 28. 12. 2004 erschienene &#8222;atw&#8220; (12\/04): &#8222;AREVA ist das einzige Unternehmen weltweit, das im gesamten Kernbrennstoffkreislauf aktiv ist sowie Dienstleistungen f\u00fcr Energie\u00fcbertragung und -verteilung bietet. (&#8230;) Das Unternehmen ist fest entschlossen, eine Hauptrolle bei der Wiederbelebung des weltweiten nuklearen Energiemarktes zu spielen. Dadurch sollen &#8211; auch in Deutschland &#8211; ein Maximum an Besch\u00e4ftigung gesichert und die Option Kernenergie als sichere, wirtschaftliche und umweltfreundliche Energiequelle f\u00fcr die folgenden Generationen offen gehalten werden. (&#8230;) \u00c4hnlich wie Framatome ANP als Ganzes ist auch das Gesch\u00e4ftsgebiet Kernbrennstoff in einer Matrix-Organisation aufgestellt: Die drei Gesch\u00e4ftslinien Design &amp; Sales, Zirconium und Manufacturing arbeiten weltweit \u00fcber alle drei Regionen.<\/p>\n<p>Diese Globalit\u00e4t ist ein wichtiger Faktor f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit, ist doch das Gesch\u00e4ftsgebiet damit in der Lage, die M\u00e4rkte in Europa, den USA und Asien zu bedienen und Synergien in Forschung und Entwicklung zu nutzen. (&#8230;) Dar\u00fcber hinaus arbeitet die AREVA-Gruppe auch an zuk\u00fcnftigen Reaktortechnologien wie dem &#8218;H\u00f6chsttemperaturreaktor&#8216; (Very High Temperatur Reactor &#8211; VHTR). Diese so genannten &#8218;Reaktoren der 4. Generation&#8216; k\u00f6nnen in 20 bis 30 Jahren zum kommerziellen Einsatz kommen. L\u00e4ngerfristig sollen sie die bestehenden Reaktorlinien erg\u00e4nzen und neue Anwendungsfelder wie Prozessw\u00e4rme, Trinkwassergewinnung aus Meerwasser und Wasserstofferzeugung erschlie\u00dfen. (&#8230;) In Deutschland arbeiten rund 6.000 Mitarbeiter auf diesem Gebiet (der Energietechnik) f\u00fcr die AREVA-Gruppe, davon je rund 3.000 f\u00fcr Framatome ANP GmbH bzw. AREVA T&amp;D.&#8220;<\/p>\n<p>In dem Artikel wird weiterhin betont, dass zahlreiche Komponenten (Reaktordruckbeh\u00e4lter usw.) in die ganze Welt geliefert werden, auch nach S\u00fcdafrika. Die Matrix-Struktur von Framatome ANP als Bestandteil der AREVA-Gruppe in Deutschland wird laut &#8222;atw&#8220; wie folgt angegeben:<\/p>\n<ul>\n<li>Lingen: Brennelementefertigung<\/li>\n<li>Duisburg: H\u00fcllrohrfertigung<\/li>\n<li>Offenbach: SWR-Technologie, Elektro- und Leittechnik, Service<\/li>\n<li>Karlstein: Brennelementkomponenten, Service Center, Technical Center, intelligeNDT<\/li>\n<li>Erlangen: DWR-Technologie, Service, Elektro- und Leittechnik, Brennelemente-Engineering und Vertrieb, Technical-Enter, intelligeNDT<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn ein wirtschaftlich \u00fcberm\u00e4chtiger Konzern wie AREVA sich erkl\u00e4rterma\u00dfen stark f\u00fcr die HTR-Technologie interessiert und engagiert, wird dies ohne Zweifel schwerwiegende Konsequenzen f\u00fcr die Zukunft haben. Denn die AREVA-Gruppe ist ein klassisches Beispiel, wie sich eine internationalisierte Konzernstruktur mit Niederlassungen in 40 L\u00e4ndern und weltweit 30 Prozent der installierten nuklearen Kraftwerkskapazit\u00e4t m\u00fchelos \u00fcber nationalstaatliche Beschl\u00fcsse (etwa einen Atomausstieg) hinwegsetzen kann. Wenn es irgendwo Schwierigkeiten gibt, weicht der Konzern einfach zu einem Produktions- oder Forschungsstandort in einem anderen Staat aus. Das hat AREVA allerdings in Deutschland nicht n\u00f6tig. Hier wird mit staatlicher Unterst\u00fctzung flei\u00dfig weiter an der Atomkraft geforscht. Man nennt es einfach nur Sicherheitsforschung und Kompetenzerhalt!<\/p>\n<h3>Zivile und milit\u00e4rische Technologien verschmelzen in der EU<\/h3>\n<p>Unter dieser bezeichnenden \u00dcberschrift konnte mensch am 17. 12. 2004 einen Artikel der &#8222;VDI-Nachrichten&#8220; lesen, der sich mit der EU-Sicherheitsforschung besch\u00e4ftigt. Es geht darum, wie &#8222;entt\u00e4uschte&#8220; Sektoren verschiedener Unternehmen und ihrer staatlichen Forschungsinstitute Druck machen, um von dem zu verteilenden Kuchen zuk\u00fcnftiger EU-Gelder eine gr\u00f6\u00dfere Portion abzubekommen als bisher. Vor dem Hintergrund der HTR-F\u00f6rderung durch die EU eine interessante &#8222;Diskussion&#8220;:<\/p>\n<p>&#8222;Auch im Jahr 2005 wird in der EU kaum mehr Geld f\u00fcr die Sicherheitsforschung flie\u00dfen. Erst mit dem Beginn des 7. Forschungsrahmenprogramms (2007 bis 2010) &#8211; in das die Sicherheitsforschung eingebettet werden soll &#8211; d\u00fcrften die F\u00f6rdert\u00f6pfe gr\u00f6\u00dfer werden. Doch noch ist unklar, wie viel Geld flie\u00dfen wird: Denn in der finanziellen Vorausschau der EU, ihrem mittelfristigen Finanzplan, ist daf\u00fcr kein Geld eingestellt. Etwas Klarheit d\u00fcrfte der April 2005 bringen: Dann sollen die ersten Vorschl\u00e4ge f\u00fcr das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU vorliegen. (&#8230;) Die Europ\u00e4ische Kommission will mit der F\u00f6rderung der Sicherheitsforschung nicht etwa die milit\u00e4rische Sicherheitsforschung st\u00e4rken. Ihre Strategie ist es, solche Technologien und Verfahren zu f\u00f6rdern, die sowohl milit\u00e4risch wie auch zivil genutzt werden k\u00f6nnen. &#8218;Zivile und milit\u00e4rische Forschung sind ein Kontinuum&#8216;, so Pieter de Smet von der Generaldirektion Forschung der Kommission. Die EU-Kommission will damit die Sicherheitsforschung in den Rahmlen ihrer so genannten Lissabon Strategie ((1)) &#8211; Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit Europas &#8211; integrieren. (&#8230;) Die neuen Ausschreibungen (&#8218;calls for proposals&#8216;) f\u00fcr die Fortsetzung des PASR-Programms (vorbereitende Ma\u00dfnahme) werden f\u00fcr Januar 2005 erwartet.&#8220;<\/p>\n<p>Damit die Atomindustrie bei der Energieforschung nicht zu kurz kommt, legte sich Hermann-Josef Wagner, Vorsitzender der Gesellschaft f\u00fcr Energietechnik (VDI-GET) und Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Energiesysteme und Energiewirtschaft an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum, in seinem Artikel in den &#8222;VDI-Nachrichten&#8220; am 14. 1. 2005 kr\u00e4ftig ins Zeug: &#8222;Im internationalen Vergleich erscheint die Energieforschung in Deutschland derzeit unterfinanziert. (&#8230;) Den deutschen Kernkraftwerken wird international ein hoher Sicherheits- und Verf\u00fcgbarkeitsstandard zugesprochen.&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr den Zeitraum bis 2015 sind seiner Meinung nach unter anderem folgende Schwerpunkte zu setzen: &#8222;Weitere Forschung zur Reaktorsicherheit und Lagerung nuklearer Abf\u00e4lle auch unter dem Aspekt, international gespr\u00e4chsf\u00e4hig zu bleiben.&#8220;<\/p>\n<p>Die langfristige Energieforschung soll nach dem langj\u00e4hrigen Mitglied in Beir\u00e4ten nationaler und internationaler Forschungsorganisationen \u00fcber 2015 hinaus Folgendes beinhalten: &#8222;Auch wenn die Bundesregierung beschlossen hat, aus der wirtschaftlichen Nutzung der Kernenergie auszusteigen, sollte zumindest ein Monotoring der internationalen Bem\u00fchungen um die Entwicklung neuer Reaktortypen erfolgen.&#8220; Es ist klar, auch dieser Atomlobbylist wartet nur auf die n\u00e4chste Gelegenheit, wieder v\u00f6llig ungez\u00fcgelt Nuklearforschung betreiben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Arbeitsgruppe 2 (Thermo- und Fluiddynamik) besch\u00e4ftigte sich ein Beitrag dieser Tagung spezieller mit dem HTR: &#8222;Der vierte Beitrag von N. Ben Said (Institut f\u00fcr Kernenergetik und Endergiesysteme &#8211; IKE &#8211; der Universit\u00e4t Stuttgart) trug den Titel &#8218;Thermofluiddynamische Modelle und Analysen f\u00fcr den Hochtemperaturreaktor mit fester mittlerer Graphits\u00e4ule&#8216;.&#8220; Auf der offiziellen Homepage der Uni &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2005\/02\/2005-atomkraftforschung-geht-unter-areva-weiter\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"2005: Atomkraftforschung geht unter AREVA weiter! - graswurzelrevolution","description":"In der Arbeitsgruppe 2 (Thermo- und Fluiddynamik) besch\u00e4ftigte sich ein Beitrag dieser Tagung spezieller mit dem HTR: \"Der vierte Beitrag von N. Ben Said (Insti"},"footnotes":""},"categories":[12,26,1039],"tags":[],"class_list":["post-12069","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news","category-okologie","category-quergestellt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12069","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12069"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12069\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12069"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12069"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12069"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}