{"id":12193,"date":"2012-05-12T00:00:34","date_gmt":"2012-05-11T22:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=12193"},"modified":"2022-07-26T14:22:30","modified_gmt":"2022-07-26T12:22:30","slug":"solidaritat-mit-dem-sozialen-zentrum-es-col-a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2012\/05\/solidaritat-mit-dem-sozialen-zentrum-es-col-a\/","title":{"rendered":"Solidarit\u00e4t mit dem sozialen Zentrum Es.Col.A!"},"content":{"rendered":"<p>Am 10. April 2011 wurde in Porto (Portugal) eine ehemalige Grundschule                 besetzt und zu einem selbstverwalteten sozialen Zentrum gemacht.                 In &ouml;ffentlichen Versammlungen (gemeinsam mit den Menschen                 aus dem Stadtviertel) wurde debattiert und basisdemokratisch entschieden.                 Alle Aktivit&auml;ten des Sozialen Zentrums Es.Col.A waren kostenlos                 und basierten auf freiwilliger Arbeit und Materialspenden. Da                 &#8211; viel st&auml;rker als etwa in vielen autonomen Zentren                 in Deutschland &#8211; die AnwohnerInnen eingebunden sind, existierten                 im Zentrum viele Angebote wie etwa Lernunterst&uuml;tzung f&uuml;r                 Sch&uuml;lerInnen, Spielgruppen f&uuml;r Kleinkinder und eine                 Stadtteilbibliothek. Die Es.Col.A wurde au&szlig;erdem von zahlreichen                 Initiativen genutzt, von Computer- und NetzaktivistInnen bis hin                 zu Selbstversorgungskollektiven und war seit Beginn der Besetzung                 im Viertel verankert. Trotz dieser Verankerung lie&szlig; die                 Stadtverwaltung als Eigent&uuml;merin des Geb&auml;udes die Besetzung                 am 10. Mai durch die Polizei r&auml;umen &#8211; unter den Protest                 der AnwohnerInnen. Nach einer langen und intensiven Kampagne wurde                 die R&auml;umung Ende Juli 2011 wieder r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht.<\/p>\n<p>Das Projekt kehrte wieder in das Geb&auml;ude zur&uuml;ck und                 die Aktivit&auml;ten wurden wieder aufgenommen und entsprechend                 der Bed&uuml;rfnisse der Menschen im Stadtteil erweitert: Es fanden                 Kurse und Seminare f&uuml;r Alphabetisierung, Musik, Malerei,                 Schach, Yoga, Capoeira usw. statt. Im sozialen Zentrum gab es                 inzwischen ebenfalls eine Stadtteilk&uuml;che, eine Fahrradwerkstatt,                 eine Stadtteilbibliothek, Internetzug&auml;nge, Theaterauff&uuml;hrungen                 und ein Kino.<\/p>\n<p>Nachdem die Aktivit&auml;ten eine Zeit lang ungest&ouml;rt stattfinden                 konnten, drohte die Stadtverwaltung ab Anfang 2012 damit, das                 Zentrum Ende M&auml;rz 2012 r&auml;umen zu lassen. Diese Drohung                 f&uuml;hrte zu einer gro&szlig;en Solidarit&auml;tskampagne mit                 der Es.Col.A in ganz Portugal. Der angesetzte R&auml;umungstermin                 am 31. M&auml;rz verstrich und es sah so aus, als w&uuml;rde die                 Stadtverwaltung &uuml;ber die weitere Nutzung verhandeln wollen.                 W&auml;hrend allerdings noch debattiert und verhandelt wurde,                 lie&szlig; die Stadtverwaltung von Porto das Zentrum am 19. April                 durch einen massiven Polizeieinsatz r&auml;umen. Der friedliche                 Widerstand und Protest gegen die R&auml;umung wurde gewaltsam                 niedergeschlagen. Dabei kam es zu mehreren Festnahmen und Verletzen.<\/p>\n<p>Die R&auml;umung erregte Aufsehen in Portugal und in den landesweiten                 Medien wurde sehr kritisch &uuml;ber das Vorgehen der Stadtverwaltung                 und der Polizei berichtet. In einigen portugiesischen St&auml;dten                 kam es zu spontanen Protesten. Eine &ouml;ffentliche Wiederbesetzung                 wurde f&uuml;r den 25. April, den Jahrestag der Nelkenrevolution,                 angesetzt. An der &ouml;ffentlichen Wiederbesetzung beteiligten                 sich mehrere tausend Menschen und die Polizei griff nicht ein.                 Zeitgleich besetzten AktivistInnen in Lissabon ein Geb&auml;ude,                 das sie zu einem sozialen Zentrum gestalteten, und in Coimbra                 wurde ein Feld besetzt, um es kollektiv zu bewirtschaften.<\/p>\n<p>Die Stadtverwaltung von Porto lie&szlig; sich allerdings von                 der landesweiten Kritik an der R&auml;umung und der breiten Solidarit&auml;tswelle                 f&uuml;r die Es.Col.A nicht beeindrucken und das Zentrum wurde                 am n&auml;chsten Tag, den 26. April, wieder von der Polizei ger&auml;umt.                 Die AktivistInnen ihrerseits werden diese Politik nicht hinnehmen.                 Derzeit kristallisiert sich die Auseinandersetzung um die Es.Col.A                 zu einem Fokus der K&auml;mpfe um ein &quot;besseres Leben&quot;                 heraus. Es wird &ouml;ffentlich &uuml;ber Besetzungen von Geb&auml;uden                 und Felder debattiert und zunehmend auch umgesetzt.<\/p>\n<h3>Solidarit&auml;t muss Bargeld werden<\/h3>\n<p>Gegen die Ans&auml;tze geht der portugiesische Staat derzeit                 mit massiver Repression vor. So wurden mehrere Menschen, die am                 19. April gegen die R&auml;umung friedlich protestiert haben,                 angeklagt. Die juristischen Kosten sind immens und f&uuml;r die                 AktivistInnen kaum zu bew&auml;ltigen. Anwaltskosten von mehreren                 tausend Euro sind bei einem Mindestlohn von unter 500 Euro f&uuml;r                 regul&auml;re Vollzeitstellen eine zu gro&szlig;e B&uuml;rde.                 Es wird in Portugal Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Betroffenen                 zusammengetragen, aber eure (nicht nur finanzielle) Solidarit&auml;t                 ist essentiell. Jeder Betrag, noch so klein, ist ein sinnvoller                 Beitrag dazu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 10. April 2011 wurde in Porto (Portugal) eine ehemalige Grundschule besetzt und zu einem selbstverwalteten sozialen Zentrum gemacht. In &ouml;ffentlichen Versammlungen (gemeinsam mit den Menschen aus dem Stadtviertel) wurde debattiert und basisdemokratisch entschieden. Alle Aktivit&auml;ten des Sozialen Zentrums Es.Col.A waren kostenlos und basierten auf freiwilliger Arbeit und Materialspenden. 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