{"id":12314,"date":"2013-04-01T00:00:47","date_gmt":"2013-03-31T22:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=12314"},"modified":"2022-07-26T14:22:25","modified_gmt":"2022-07-26T12:22:25","slug":"proteste-in-portugal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2013\/04\/proteste-in-portugal\/","title":{"rendered":"Proteste in Portugal"},"content":{"rendered":"<p>Daraufhin gibt es Protest, wobei die Abfolge, wer welche Aktionsformen                 w\u00e4hlt, ebenso recht \u00fcberschaubar ist. Nachdem die linken Gewerkschaften                 am 14. November 2012 zu einem Generalstreik in Portugal mobilisiert                 hatten, das in ganz Europa Widerhall fand, waren jetzt die sozialen                 Bewegungen an der Reihe.<\/p>\n<p>Das Netzwerk &#8222;Que se Lixe a Troika!&#8220; (&#8222;Zur H\u00f6lle mit der Troika&#8220;)                 rief zu Massenprotesten am 2. M\u00e4rz gegen die schier nicht aufh\u00f6rende                 Liste der sozialen K\u00fcrzungen und die zunehmende Armut in Portugal.                 Eine Forderung, die bereits in der Mobilisierungsphase immer wieder                 auftauchte, war, dass die portugiesische Regierung zur\u00fccktreten                 solle, manchmal verbunden mit der Forderung nach Neuwahlen. <\/p>\n<p>Am Tag der Proteste waren in \u00fcber 30 portugiesischen St\u00e4dten                 Hunderttausende Menschen auf der Stra\u00dfe. Schwerpunkt der Proteste                 (neben Lissabon) war Porto, die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Landes,                 wo es nach Auseinandersetzungen zwischen DemonstrantInnen und                 der Polizei zu einigen Festnahmen kam. In einer Reihe von europ\u00e4ischen                 St\u00e4dten gab es Solidarit\u00e4tsaktionen, so etwa in London und Paris.<\/p>\n<p>Die OrganisatorInnen geben an, dass 1,5 Millionen Menschen an                 den Protesten teilgenommen h\u00e4tten &#8211; eine viel zu \u00fcbertrieben hohe                 Zahl. <\/p>\n<p>Dabei lassen sich auch ohne solche Zahlenspiele interessante                 Entwicklungen ausmachen, die aus der Perspektive der sozialen                 Bewegungen einen vorsichtigen Optimismus rechtfertigen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend es bisher die partei- und gewerkschaftsunabh\u00e4ngigen Vernetzungen                 lediglich geschafft hatten, zu einem Massenevent zu mobilisieren,                 um dann von der n\u00e4chsten Vernetzung abgel\u00f6st zu werden, hat &#8222;Que                 se Lixe a Troika!&#8220; es geschafft, nach ihrer Mobilisierung am 15.                 September 2012 (damals 400.000 DemonstrantInnen) ihre Strukturen                 auszubauen und AktivistInnen zu integrieren. Dies dr\u00fcckte sich                 auch in der Mobilisierungsphase f\u00fcr den 2. M\u00e4rz 2013 aus. <\/p>\n<p>In vielen portugiesischen St\u00e4dten entstanden lokale Vorbereitungsgruppen,                 es wurden Wandbilder gemalt und \u00f6ffentlich &#8222;wild&#8220; plakatiert.               <\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Wochen und Monaten wird sich herausstellen, ob                 sich die Vernetzung dauerhaft etablieren wird.<\/p>\n<p>Eine parallele Entwicklung ist die zunehmende Relevanz von (partei)politischen                 Fragen in den sozialen Protesten. W\u00e4hrend sich die Proteste bisher                 haupts\u00e4chlich gegen konkrete Austerit\u00e4tsma\u00dfnahmen, wie etwa soziale                 K\u00fcrzungen, Lohnk\u00fcrzungen und Steuererh\u00f6hungen richteten, tauchen                 inzwischen Forderungen auf, wie etwa nach dem R\u00fccktritt der konservativen                 Regierung und nach Neuwahlen. Wie diese Entwicklung einzusch\u00e4tzen                 ist, bleibt noch unklar: Ist es die Unzufriedenheit damit, dass                 die Regierung die sozialen Proteste einfach aussitzt? <\/p>\n<p>Geht mit der Verfestigung der Strukturen und Vernetzungen ein                 Machtgewinn derjenigen PolitaktivistInnen einher, die den linken                 Oppositionsparteien wesentlich n\u00e4her stehen?<\/p>\n<p>Diese Fragen lassen sich noch nicht beantworten. <\/p>\n<p>Klarer ist die weitere Krisenchoreographie: Der linke Gewerkschaftsverband                 CGTP hat bereits die n\u00e4chsten Demonstrationen festgesetzt, die                 Regierung debattiert \u00fcber die kommenden Ma\u00dfnahmenpakete und die                 Troika wacht dar\u00fcber, dass der vorgesehene Lauf der neoliberalen                 Krisenpolitik nicht verlassen wird. <\/p>\n<p>\u00dcber eine spontane Schritt\u00e4nderung wird man sich in Br\u00fcssel und                 Berlin nicht freuen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daraufhin gibt es Protest, wobei die Abfolge, wer welche Aktionsformen w\u00e4hlt, ebenso recht \u00fcberschaubar ist. 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