{"id":12447,"date":"2013-05-01T00:00:32","date_gmt":"2013-04-30T22:00:32","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=12447"},"modified":"2022-07-26T14:22:24","modified_gmt":"2022-07-26T12:22:24","slug":"zensur-und-widerstand-in-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2013\/05\/zensur-und-widerstand-in-griechenland\/","title":{"rendered":"Zensur und Widerstand in Griechenland"},"content":{"rendered":"<p>Vor Ankunft der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission in Athen                 eine Woche zuvor hatten die zwei sozialdemokratischen Regierungsparteien                 Pasok und Demokratische Linke (Dimar) die Backen aufgeblasen und                 dem konservativen Ministerpr\u00e4sidenten Ant\u00f3nis Samar\u00e1s (N\u00e9a Dimokrat\u00eda)                 mit Aufk\u00fcndigung der Koalition gedroht. &#8222;Entlassungen im \u00d6ffentlichen                 Dienst wird es mit uns nicht geben&#8220;, so F\u00f3tis Kouv\u00e9lis, der Parteichef                 von Dimar. <\/p>\n<p>Dann ging alles recht schnell.<\/p>\n<p>Am Samstag, den 13. April trafen Samar\u00e1s und seine Koalitionspartner                 zusammen und am Abend konnte Vollzug gemeldet werden. &#8222;Ich gehe                 davon aus, dass bis Montagabend die letzten Details gekl\u00e4rt sein                 werden&#8220;, erkl\u00e4rte der stellvertretende Finanzminister Chr\u00edstos                 Staiko\u00faras im Fernsehen. Kouv\u00e9lis: &#8222;Es muss eine Umstrukturierung                 geben&#8220;, und Pasok-Chef Ev\u00e1ngelos Veniz\u00e9los: &#8222;Es geht um die Reduzierung                 des Personals im staatlichen Bereich&#8220;, schlossen sich an. Intern                 war die Rede davon, man habe sich auf die Entlassung von 15.000                 Staatsbediensteten bis Ende des Jahres geeinigt. Auch die umk\u00e4mpfte                 Sondersteuer auf Haus- und Wohnungsbesitz bleibt und wird weiterhin                 \u00fcber die Stromrechnung eingetrieben.<\/p>\n<p>Da alles glatt lief, sollen bald die n\u00e4chsten Kredittranchen                 in H\u00f6he von 2,8 und 7,2 Milliarden Euro freigegeben werden. Der                 gr\u00f6\u00dfere Betrag ist f\u00fcr die Rekapitalisierung der griechischen                 Banken gedacht.<\/p>\n<p>Nationalbank und Eurobank sollen bei Entlassung Tausender Angestellter                 noch in diesem Jahr fusionieren. <\/p>\n<p>Laut einer Studie des Instituts f\u00fcr Arbeit der beiden Dachgewerkschaftsverb\u00e4nde                 GSEE und ADEDY gingen von Anfang 2009 bis Ende 2012 mehr als 507.000                 Arbeitspl\u00e4tze in Griechenland verloren.<\/p>\n<h3>Auf den Barrikaden<\/h3>\n<p>&#8222;Sie kommen nicht durch&#8220;, skandieren die BewohnerInnen von Ieriss\u00f3s,                 die von MAT-Sondereinsatztruppen, vermummten EKAM-Terrorkommandos                 und Fernsehkameras umzingelten &#8222;Freien &#8211; Belagerten&#8220;, wie sie                 sich selbst bezeichnen. <\/p>\n<p>Seit dem 10. April haben sie die Dorfeing\u00e4nge mit Barrikaden                 dicht gemacht. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend &#8222;B\u00fcrgerschutzminister&#8220; N\u00edkos D\u00e9ndias und die gro\u00dfen Fernsehkan\u00e4le                 die dem geplanten Goldabbau Widerstand leistende Bev\u00f6lkerung im                 Norden Chalkidik\u00eds als Terroristen bezeichnen, verst\u00e4rken diese                 ihre Barrikaden. <\/p>\n<p>Kinder, Eltern, Omas und Opas erkl\u00e4ren entschlossen, keinen Schritt                 zur\u00fcckzuweichen im Kampf gegen die Zerst\u00f6rung der Natur und ihrer                 D\u00f6rfer. <\/p>\n<p>Der umk\u00e4mpfte Wald von Skouri\u00e9s, in den Bergen oberhalb von Ieriss\u00f3s                 im Norden Chalkidik\u00eds gelegen, ist einer der wenigen verbliebenen                 urspr\u00fcnglichen Prim\u00e4rw\u00e4lder Europas. <\/p>\n<p>Er besteht aus Buchen und Eichen, die teils \u00e4lter sind als der                 griechische Staat. Die Gegend ist reich an Bodensch\u00e4tzen, angeblich                 k\u00f6nnten \u00fcber 100 Tonnen Gold gewonnen werden.<\/p>\n<p>Die Mehrheit der dort lebenden Menschen geht allerdings davon                 aus, dass der geplante Abbau ein \u00f6kologisches Desaster verursachen                 wird. <\/p>\n<p>Da ist zun\u00e4chst die Fl\u00e4che von 128 Quadratkilometern, die ausgebeutet,                 gr\u00f6\u00dftenteils abgeholzt und in einen riesigen Tagebau verwandelt                 werden soll.<\/p>\n<p>Dann die gro\u00dfen Mengen an Wasser und Chemie, die ben\u00f6tigt werden                 um das Gold vom Gestein zu trennen. Und es ist v\u00f6llig unklar,                 was mit dem giftigen Abraum und den giftigen Schl\u00e4mmen passiert,                 die beim Auswaschen des Goldes anfallen. <\/p>\n<p>Das Konsortium Hellas Gold, an dem der kanadische Konzern Eldorado                 Gold mit 95 Prozent und der griechische Baukonzern Aktor mit f\u00fcnf                 Prozent beteiligt sind, behauptet, das Gold werde mit dem so genannten                 Schwebeschmelzverfahren extrahiert. <\/p>\n<p>Dies gilt als vergleichsweise &#8222;umweltvertr\u00e4glich&#8220;, weil dabei                 kein Zyanid, die giftigste im Bergbau verwendete Substanz, eingesetzt                 wird. <\/p>\n<p>Das Verfahren ist aber nur dann vergleichsweise sicher, wenn                 das behandelte Gestein weniger als 0,4 Prozent Arsen enth\u00e4lt.                 Der vorherige Besitzer der Mine, TVX Gold, hatte jedoch eine Arsen-Konzentration                 von elf Prozent ermittelt. <\/p>\n<p>Bereits 2002 war TVX Gold auf Grund des massiven Widerstands                 gezwungen, den Betrieb einzustellen. 2003 kaufte der Staat die                 Minen f\u00fcr elf Millionen Euro, um sie am gleichen Tag zum gleichen                 Preis an Hellas Gold zu verkaufen. Eine erst zwei Tage zuvor mit                 nur 60.000 Euro Eigenkapital gegr\u00fcndete Gesellschaft. <\/p>\n<p>Die damals alleinigen Eigent\u00fcmer von Hellas Gold, die Gro\u00dfkapitalisten                 Leon\u00eddas B\u00f3bolas und Dim\u00edtrios Ko\u00fatras, geh\u00f6ren zum ber\u00fcchtigten                 griechischen Interessengeflecht aus Wirtschaft und Politik. Sie                 verf\u00fcgen \u00fcber hervorragende Kontakte zu den beiden Staatsparteien                 Pasok und N\u00e9a Dimokrat\u00eda, besitzen mit Aktor einen der gr\u00f6\u00dften                 Baukonzerne des Landes und betreiben mit dem TV-Kanal Mega, Radiostationen                 und den gro\u00dfen Tageszeitungen To V\u00edma und Ta N\u00e9a Propaganda in                 eigener Sache (siehe GWR 376). <\/p>\n<p>Eingef\u00e4delt wurde der Deal von Chr\u00edstos P\u00e1chtas (Pasok), dem                 korrupten damaligen Staatssekret\u00e4r im Finanzministerium und heutigem                 B\u00fcrgermeister des betroffenen Gemeindeverbands Aristoteles. Sogar                 die EU-Kommission befasste sich mit diesem Schn\u00e4ppchenkauf und                 entschied, er sei rechtswidrig beg\u00fcnstigend. <\/p>\n<p>Als gen\u00fcge nicht der lachhaft niedrige Kaufpreis (der Marktwert                 der Bodensch\u00e4tze betr\u00e4gt \u00fcber 15 Milliarden Euro), wurden Hellas                 Gold auch die \u00dcbertragungsgeb\u00fchren und die Anwaltskosten erlassen.               <\/p>\n<p>Deshalb wurde Hellas Gold verurteilt, dem griechischen Staat                 15 Millionen Euro plus Zinsen zur\u00fcckzuzahlen &#8211; wogegen nicht etwa                 Hellas Gold sondern der damalige Finanzminister Gi\u00f3rgos Papakonstant\u00ednou                 im Namen Griechenlands vor dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof klagte.                 Als Papakonstant\u00ednou 2011 vom Finanz- ins Umweltministerium wechselte,                 unterzeichnete er 20 Tage nach Amtseinf\u00fchrung den 4000 Seiten                 starken gesch\u00f6nten und gef\u00e4lschten Umweltreport von Hellas Gold                 und genehmigte den Beginn des Minenbetriebs. <\/p>\n<p>Seine Vorg\u00e4ngerin, Tina Birb\u00edli, hatte ihre Unterschrift wegen                 der offensichtlichen M\u00e4ngel des Reports zwei Jahre verweigert.               <\/p>\n<p>Der seitdem wachsende Widerstand \u00e4hnelt anderen K\u00e4mpfen gegen                 umweltzerst\u00f6rende Gro\u00dfprojekte in Europa. <\/p>\n<p>Der \u00f6kosoziale Charakter, die Beteiligung breiter Teile der Bev\u00f6lkerung,                 das Erfahren von Solidarit\u00e4t, die Selbsterm\u00e4chtigung und die Vielfalt                 der Aktionsformen erinnern an die Auseinandersetzungen um die                 geplante M\u00fclldeponie in Kerat\u00e9a bei Athen, den Bau der Hochgeschwindigkeitsbahntrasse                 TAV im Susa-Tal in Italien, den geplanten Gro\u00dfflughafen bei Lyon                 in Frankreich oder die Castor-Transporte im Wendland.<\/p>\n<p>Als in der Nacht des 18. Februar eine Gruppe von ca. 40 Leuten                 die Absperrungen des geplanten Abbaugel\u00e4ndes \u00fcberwand und nahezu                 alle Einrichtungen der Bergbaugesellschaft zerst\u00f6rte und Baufahrzeuge                 abfackelte, war dies f\u00fcr den Staat der Vorwand zum Generalangriff.                 Private Security-Firmen und staatliche Beh\u00f6rden haben die Region                 in eine Art besetztes Gebiet verwandelt. <\/p>\n<p>Checkpoints mit privaten Wachleuten im Wald, Stacheldraht, Kameras                 und Stra\u00dfensperren rund um die D\u00f6rfer. Die MAT-Sondereinsatzkommandos                 sch\u00fctzen die Infrastruktur von Hellas Gold gegen die AnwohnerInnen                 und patrouillieren in den umliegenden Gemeinden. <\/p>\n<p>Vermummte EKAM-Terrortruppen st\u00fcrmen H\u00e4user, treten T\u00fcren ein,                 nehmen die BewohnerInnen fest und erzwingen DNA-Proben. <\/p>\n<p>Immer wieder werden Menschen stundenweise verschleppt, Protestkundgebungen                 mit Tr\u00e4nengas- und Blendschockgranaten auseinandergejagt. <\/p>\n<p>Insgesamt 20 EinwohnerInnen verschiedener D\u00f6rfer sind inzwischen                 mit haarstr\u00e4ubenden Anklagen bis hin zum Mordversuch konfrontiert.               <\/p>\n<p>Ein landesweites Solidarit\u00e4tsnetzwerk von Menschen, die gegen                 die M\u00fclldeponie in Kerat\u00e9a gek\u00e4mpft haben, \u00fcber anarchistische                 und \u00f6kologische Gruppen, die Linksallianz Syriza bis hin zur KKE,                 unterst\u00fctzt die Kriminalisierten. <\/p>\n<p>Am 9. M\u00e4rz demonstrierten in Thessalon\u00edki knapp 20.000 Menschen                 gegen die wochenlangen Repressalien der Polizei und den Goldabbau.                 Vom 13. bis 15. April fanden Tage des Widerstands mit Solidarit\u00e4tsaktionen                 in ganz Griechenland statt. Am 17. April wurde bei Sonnenaufgang                 die Polizeiwache von Ieriss\u00f3s von Unbekannten in Brand gesteckt.                 Die Wache war bereits seit einer Woche nicht mehr in Betrieb,                 da aufgebrachte B\u00fcrgerInnen sie schon mehrmals verw\u00fcstet und Materialien                 verbrannt hatten.<\/p>\n<h3>50 Jahre Knast f\u00fcr Mitglieder der Stadtguerilla<\/h3>\n<p>Mit f\u00fcnf Verurteilungen und drei Freispr\u00fcchen endete am 3. April                 2013 das erstinstanzliche Verfahren gegen acht angebliche Mitglieder                 der Stadtguerillaorganisation Epanastatik\u00f3s Ag\u00f3nas (Revolution\u00e4rer                 Kampf). Die ab 2003 aktive Organisation ver\u00fcbte insgesamt 14 Anschl\u00e4ge                 gegen staatliche Einrichtungen, Banken, Botschaften und die Polizei.               <\/p>\n<p>Am 10. M\u00e4rz 2010 hatten Polizeibeamte das Mitglied der Gruppe                 L\u00e1mbros Fo\u00fandas erschossen und in der Folge im April 2010, sechs                 der Angeklagten, die AnarchistInnen Nikos Mazi\u00f3tis, Kostas Gourn\u00e1s,                 P\u00f3la Ro\u00fapa, Sar\u00e1ntos Nikit\u00f3poulos, Christ\u00f3foros Kort\u00e9sis und Vang\u00e9lis                 Stath\u00f3poulos festgenommen. Maria Beracha erhielt Haftverschonung,                 der als mutma\u00dfliches Mitglied gesuchte Kostas Kats\u00e9nas stellte                 sich kurz vor dem Proze\u00dfbeginn.<\/p>\n<p>Erstmalig trat der Revolution\u00e4re Kampf im September 2003 mit                 einem Bombenanschlag auf das Gerichtsgeb\u00e4ude in Athen in Aktion.                 Internationale Beachtung erlangte die Organisation, als sie 2006                 mit einem Raketenwerfer die US-Botschaft im Zentrum von Athen                 angriff.<\/p>\n<p>Nach der Ermordung des 15j\u00e4hrigen Al\u00e9xandros Grigor\u00f3poulos am                 6. Dezember 2008 durch die Polizei, schossen Mitglieder der Organisation                 im Januar 2009 mit einer Kalaschnikow auf Polizisten und verletzten                 einen Beamten schwer. <\/p>\n<p>In ihren Texten wird der Aufbau einer ausbeutungsfreien Gesellschaft                 als Ziel benannt und dem bewaffneten Kampf eine Schl\u00fcsselrolle                 f\u00fcr den Sturz des herrschenden Systems zugewiesen. <\/p>\n<p>Nach 52 Verhandlungstagen wurden Mazi\u00f3tis, Ro\u00fapa und Gourn\u00e1s,                 die die politische Verantwortung f\u00fcr die Organisation \u00fcbernommen                 hatten, der &#8222;Bildung einer terroristischen Vereinigung&#8220; und ohne                 jeden Beweis, der Beteiligung an all ihren Anschl\u00e4gen schuldig                 gesprochen und zu je 50 Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt. <\/p>\n<p>Mazi\u00f3tis und seine Lebensgef\u00e4hrtin Ro\u00fapa haben sich dem Zugriff                 der Beh\u00f6rden entzogen und sind seit vergangenem Sommer abgetaucht.<\/p>\n<p>Stath\u00f3poulos und Kort\u00e9sis erhielten sieben Jahre und sechs Monate                 beziehungsweise sieben Jahre Gef\u00e4ngnis f\u00fcr die &#8222;Bildung einer                 terroristischen Vereinigung&#8220;. Die \u00fcbrigen drei Angeklagten, Nikit\u00f3poulos,                 Kats\u00e9nas und Gourn\u00e1s Partnerin Beracha wurden aus Mangel an Beweisen                 freigesprochen. Alle f\u00fcnf hatten eine Mitgliedschaft im Revolution\u00e4ren                 Kampf verneint. Die Verurteilten haben Berufung gegen die Entscheidung                 eingelegt.<\/p>\n<h3>Knastk\u00e4mpfe und Hungerstreik inhaftierter MigrantInnen<\/h3>\n<p>&#8222;Die t\u00e4glichen Festnahmen und brutale Behandlung &#8222;undokumentierter&#8220;                 MigrantInnen, im Rahmen des griechischen Polizeimassenpogroms                 unter dem einladenden Namen &#8222;Xenios Zeus&#8220; &#8211; welches Schl\u00e4ge, Erniedrigungen                 und Folter in Polizeibussen, in den Kerkern der Polizeistationen                 und den ber\u00fcchtigten Internierungslagern beinhaltet &#8211; sind ein                 integraler Bestandteil des modernen Totalitarismus, der Armut                 und sozialen Kannibalismus auferlegt (\u2026)&#8220; (www.contrainfo.net)<\/p>\n<p>Seit Monaten sind Tausende MigrantInnen inhaftiert und in den                 Polizeikerkern buchst\u00e4blich gestapelt. Sie bleiben monatelang                 inhaftiert und leiden unter den f\u00fcrchterlichen Haftbedingungen                 wie dem Mangel an sanit\u00e4ren Anlagen, nahrhaftem Essen und Hofgang.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sind sie mit der brutalen, menschenfeindlichen und                 rassistischen Behandlung durch die Polizeibeamten konfrontiert.                 Ihr vor\u00fcbergehender Gewahrsam wird alle drei Monate ohne jegliche                 formelle Begr\u00fcndung verl\u00e4ngert, weil sie keine Aufenthaltspapiere                 haben. <\/p>\n<p>Seit Anfang 2013 kommt es deshalb immer wieder zu Knastrevolten                 und Hungerstreiks. So sind seit dem 13. M\u00e4rz insgesamt 70 MigrantInnen                 im ber\u00fcchtigten Polizeirevier von Drapetz\u00f3na in Pir\u00e4us im Hungerstreik.                 Mehrere Hungerstreikende wurden inzwischen in andere Reviere verlegt.               <\/p>\n<h3>Solidarit\u00e4t mit Indymedia Athen<\/h3>\n<p> Seit dem 11. April 2013 sind Indymedia Athen und der freie,                 subversive Radiosender 98FM staatlicher Repression und Zensur                 ausgesetzt. <\/p>\n<p>Nach jahrelanger Hetze und starkem politischen Druck, kappte                 der Rektor des Athener Polytechnikums Simos Sim\u00f3poulos ihre Internetverbindung,                 indem er den Zugang zu dem im Unigeb\u00e4ude untergebrachten Server                 abschaltete.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Tage vom 15. bis 21. April wurde zu landesweiten und                 internationalen Solidarit\u00e4tsaktionen aufgerufen. <\/p>\n<p>Am 15. April besetzten Protestierende die Verwaltungsgeb\u00e4ude                 auf dem Campus und sendeten \u00fcber die Internetverbindung der Verwaltung.               <\/p>\n<p>Als Antwort auf diese direkte Aktion wurde der Internetzugang                 des gesamten Campus des Polytechnikums gekappt.<\/p>\n<p>Der Internetprovider des Polytechnikums ist die Telekommunikationsorganisation                 OTE, die der Deutschen Telekom (90 %) und dem griechischen Staat                 (10%) geh\u00f6rt. Indymedia Athen berichtet seit L\u00e4ngerem von st\u00e4ndigen                 Drohungen und au\u00dfergerichtlichen Abmahnungen durch die OTE. <\/p>\n<p>Bereits im Jahre 2009 drohte die Telekomtochter Indymedia Athen                 und dem damals noch existierenden Indymedia P\u00e1tras damit, sie                 vom Netz zu nehmen. Den Unis beider St\u00e4dte sollten die Telefonverbindungen                 gekappt werden, wenn sie nicht innerhalb weniger Tage die Portale                 von Indymedia schl\u00f6ssen.<\/p>\n<p>Der ebenfalls staatliche Netzwerkbetreiber lehnte die Ma\u00dfnahme                 mit der Begr\u00fcndung ab, dass Zensur von Inhalten nicht in seinem                 Zust\u00e4ndigkeitsbereich l\u00e4ge.<\/p>\n<p>Aktuell ist die Zensurma\u00dfnahme leider erfolgreich, es muss auf                 das stark beschnittene, alternative Angebot <a href=\"http:\/\/indymedia.squat.gr\/\">http:\/\/indymedia.squat.gr\/<\/a>                 zur\u00fcckgegriffen werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor Ankunft der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission in Athen eine Woche zuvor hatten die zwei sozialdemokratischen Regierungsparteien Pasok und Demokratische Linke (Dimar) die Backen aufgeblasen und dem konservativen Ministerpr\u00e4sidenten Ant\u00f3nis Samar\u00e1s (N\u00e9a Dimokrat\u00eda) mit Aufk\u00fcndigung der Koalition gedroht. &#8222;Entlassungen im \u00d6ffentlichen Dienst wird es mit uns nicht geben&#8220;, so F\u00f3tis Kouv\u00e9lis, der Parteichef &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2013\/05\/zensur-und-widerstand-in-griechenland\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Zensur und Widerstand in Griechenland - graswurzelrevolution","description":"Vor Ankunft der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission in Athen eine Woche zuvor hatten die zwei sozialdemokratischen Regierungsparteien Pasok und Demokratische"},"footnotes":""},"categories":[677,1026,1027],"tags":[530],"class_list":["post-12447","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-379-mai-2013","category-geld-oder-leben","category-wir-sind-nicht-alleine","tag-griechenland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12447","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12447"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12447\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12447"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12447"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12447"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}