{"id":12558,"date":"2012-03-04T00:00:07","date_gmt":"2012-03-03T22:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=12558"},"modified":"2022-07-26T14:22:31","modified_gmt":"2022-07-26T12:22:31","slug":"tuerkei-kriegsdienstverweigerer-machen-mobil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2012\/03\/tuerkei-kriegsdienstverweigerer-machen-mobil\/","title":{"rendered":"T\u00fcrkei: Kriegsdienstverweigerer machen mobil"},"content":{"rendered":"<p>&quot;Auf dem Treffen diskutierten wir die Probleme und Schwierigkeiten,                 das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in der T&uuml;rkei in Anspruch                 nehmen zu k&ouml;nnen&quot;, erkl&auml;rten die Aktiven aus der                 T&uuml;rkei nach dem Treffen. &quot;Nach den k&uuml;rzlich ergangenen                 Urteilen des Europ&auml;ischen Gerichtshofes f&uuml;r Menschenrechte                 erarbeiteten wir M&ouml;glichkeiten, wie wir die rechtliche Anerkennung                 der Kriegsdienstverweigerung durchsetzen k&ouml;nnen.&quot;<\/p>\n<p> Der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte hatte                 in zwei Urteilen im November 2011 und Januar 2012 die T&uuml;rkei                 verurteilt, weil die Verfolgung von Kriegsdienstverweigerern die                 Artikel 9 (Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit), Artikel                 3 (Verbot unmenschlicher Behandlung) und Artikel 6 (Recht auf                 gerichtliches Geh&ouml;r) der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention                 verletzen. Das Gericht stellte klar heraus, dass das Recht auf                 Kriegsdienstverweigerung aufgrund der Praxis in fast allen L&auml;ndern                 des Europarates ein Menschenrecht darstellt. Die t&uuml;rkische                 Regierung zeigt sich aber trotz verschiedener Urteil und Gesetzentw&uuml;rfe                 bislang nicht bereit, Kriegsdienstverweigerer anzuerkennen. Die                 Strafverfolgung wird fortgesetzt.<\/p>\n<h3> &quot;Wir rufen zum Widerstand auf&quot;<\/h3>\n<p> &quot;Wir betonen&quot;, so die Aktiven in der T&uuml;rkei,                 &quot;dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung als Teil einer                 neuen Verfassung und als Recht f&uuml;r jeden B&uuml;rger anerkannt                 werden muss.&quot; Mit einer &ouml;ffentlichen Kampagne, einem                 eigenen Gesetzentwurf und Lobbyarbeit wollen sie weiter daf&uuml;r                 und gegen die Militarisierung in der T&uuml;rkei streiten. &quot;Seit                 vielen Jahren leidet die T&uuml;rkei unter dem Krieg in Kurdistan.                 Er hat bereits mehr als 40.000 Menschen das Leben gekostet und                 zahlreiche Menschenrechtsverletzungen, politische Morde, Vermisste                 und Folter zur Folge. Der einzige Weg, um den Krieg zu beenden,                 ist eine demokratische und friedliche L&ouml;sung der kurdischen                 Frage. Wir sehen den Militarismus als das entscheidende Hindernis                 f&uuml;r eine friedliche und freie Koexistenz. Wir rufen alle                 zum Widerstand dagegen auf.&quot;<\/p>\n<h3> Halil Savda in Haft<\/h3>\n<p> Nur einen Tag vor dem Treffen wurde der Kriegsdienstverweigerer                 Halil Savda festgenommen. Er war aufgrund seiner &ouml;ffentlichen                 Unterst&uuml;tzung von zwei israelischen Kriegsdienstverweigerern                 am 1. August 2006 wegen &quot;Distanzierung des Volkes vom Milit&auml;r&quot;                 zu f&uuml;nf Monaten Haft verurteilt worden. Das Urteil gegen                 Halil Savda erging im Juni 2008, wurde im November 2010 vom Berufungsgericht                 best&auml;tigt und ihm im Februar 2011 zugestellt. Nun lag ein                 Haftbefehl gegen ihn vor.<\/p>\n<p> Gegen Halil Savda gibt es drei weitere Verfahren wegen &quot;Distanzierung                 des Volkes vom Milit&auml;r&quot;. So wurde er im Juni 2010 aufgrund                 einer &ouml;ffentlichen Solidarit&auml;tserkl&auml;rung f&uuml;r                 den t&uuml;rkischen Kriegsdienstverweigerer Enver Aydemir zu sechs                 Monaten Haft verurteilt.<\/p>\n<p> Halil Savda war bereits 17 Monate wegen seiner Kriegsdienstverweigerung                 inhaftiert. Er wurde 2008 ausgemustert.<\/p>\n<h3> Artikel 318 &#8211; Strafverfolgung kritischer &Auml;u&szlig;erungen<\/h3>\n<p> Mit der Strafandrohung von bis zu zwei Jahren wegen &quot;Distanzierung                 des Volkes vom Milit&auml;r&quot; werden in der T&uuml;rkei kritische                 &Auml;u&szlig;erungen gegen das Milit&auml;r strafrechtlich verfolgt.                 &quot;Artikel 318 des t&uuml;rkischen Strafgesetzbuches ist eines                 der Gesetze, die die Meinungsfreiheit einschr&auml;nken&quot;,                 erkl&auml;rten die Aktiven in ihrer gemeinsamen Erkl&auml;rung.                 &quot;Es ist ein Instrument der Unterdr&uuml;ckung gegen Antimilitaristen                 und Kriegsdienstverweigerer. Der Artikel muss ersatzlos aufgehoben                 werden.&quot;<\/p>\n<h3> Bitte um Unterst&uuml;tzung<\/h3>\n<p> &quot;Die T&uuml;rkei setzt die Verfolgung der Kriegsdienstverweigerer                 fort&quot;, so Rudi Friedrich von Connection e.V., der an dem                 Treffen in der T&uuml;rkei teilnahm. &quot;Trotz zahlreicher Urteile                 und Empfehlungen internationaler Institutionen h&auml;lt die t&uuml;rkische                 Regierung an ihrer Politik der harten Hand fest. Die Verweigerer                 brauchen f&uuml;r ihren Kampf f&uuml;r die Menschenrechte dringend                 weitere Unterst&uuml;tzung.&quot;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&quot;Auf dem Treffen diskutierten wir die Probleme und Schwierigkeiten, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in der T&uuml;rkei in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen&quot;, erkl&auml;rten die Aktiven aus der T&uuml;rkei nach dem Treffen. &quot;Nach den k&uuml;rzlich ergangenen Urteilen des Europ&auml;ischen Gerichtshofes f&uuml;r Menschenrechte erarbeiteten wir M&ouml;glichkeiten, wie wir die rechtliche Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung durchsetzen k&ouml;nnen.&quot; Der Europ&auml;ische Gerichtshof &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2012\/03\/tuerkei-kriegsdienstverweigerer-machen-mobil\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"T\u00fcrkei: Kriegsdienstverweigerer machen mobil - graswurzelrevolution","description":"&quot;Auf dem Treffen diskutierten wir die Probleme und Schwierigkeiten, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in der T&uuml;rkei in Anspruch nehmen zu k&ouml;"},"footnotes":""},"categories":[1025,12,1027],"tags":[],"class_list":["post-12558","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-waffen-nieder","category-news","category-wir-sind-nicht-alleine"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12558","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12558"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12558\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12558"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12558"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12558"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}