{"id":12580,"date":"1999-06-02T00:00:18","date_gmt":"1999-06-01T22:00:18","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=12580"},"modified":"2022-07-26T14:26:27","modified_gmt":"2022-07-26T12:26:27","slug":"die-gegenwaertigen-bombardierungen-hinter-der-rhetorik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1999\/06\/die-gegenwaertigen-bombardierungen-hinter-der-rhetorik\/","title":{"rendered":"Die gegenw\u00e4rtigen Bombardierungen: Hinter der Rhetorik"},"content":{"rendered":"<p>Es hat viele Untersuchungen &uuml;ber die NATO (was in erster                 Linie bedeutet US-) Bombardierungen im Zusammenhang mit dem Kosovo                 gegeben. Viel wurde &uuml;ber das Thema geschrieben, nicht zuletzt                 Kommentare. Ich m&ouml;chte ein paar allgemeine Anmerkungen machen                 und halte mich dabei an Fakten, die nicht ernsthaft in Frage gestellt                 werden.               <\/p>\n<p> Es geht hier um zwei grundlegende Punkte: 1. Welche sind die                 akzeptierten &#8222;Regeln der Weltordnung&#8220;, die hier zur Anwendung                 kommen sollten? 2. Wie lassen sich diese oder andere Erw&auml;gungen                 auf den Fall Kosovo anwenden?               <\/p>\n<p><h3>Welche sind die akzeptierten &#8222;Regeln der Weltordnung&#8220;, die hier                 zur Anwendung kommen sollten?<\/h3>\n<p> Es gibt ein f&uuml;r alle Staaten verbindliches Regime internationaler               Ordnung und Gesetze, basierend auf der UN-Charta, daran anschlie&szlig;enden               Resolutionen und Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofes.               Kurzum, Androhung oder Einsatz von Gewalt sind ge&auml;chtet, wenn               sie nicht ausdr&uuml;cklich vom Sicherheitsrat autorisiert wurden,               nachdem dieser zu dem Schlu&szlig; gekommen ist, da&szlig; friedliche               Mittel versagt haben, oder als Mittel der Selbstverteidigung gegen               &#8222;bewaffnete Angriffe&#8220; (ein enges Konzept) bis der Sicherheitsrat               handelt.               <\/p>\n<p> Selbstverst&auml;ndlich gibt es noch mehr dazu zu sagen. So                 gibt es mindestens Spannungen, wenn nicht sogar offene Widerspr&uuml;che                 zwischen den Regeln der Weltordnung, wie sie in der UN-Charta                 niedergelegt worden sind und den Rechten, die in der Allgemeinen                 Erkl&auml;rung der Menschenrechte, festgehalten worden sind.               <\/p>\n<p> Sie bilden den zweiten Pfeiler der Weltordnung, die nach dem                 zweiten Weltkrieg auf Initiative der USA etabliert wurde. Die                 Charta &auml;chtet Gewalt, die staatliche Souver&auml;nit&auml;t                 verletzt; die Allgemeine Erkl&auml;rung der Menschenrechte garantiert                 die Rechte von Personen gegen unterdr&uuml;ckerische Staaten.                 Das Anliegen der &#8222;humanit&auml;ren Intervention&#8220; entsteht aus                 dieser Spannung. Die USA \/ NATO nehmen im Kosovo das Recht auf                 &#8222;humanit&auml;re Intervention&#8220; in Anspruch, und das wird im Allgemeinen                 durch die Kommentare und Nachrichten der Medien unterst&uuml;tzt                 (im letzteren Fall, sogar reflexiv durch die Wahl der Ausdrucksweise).               <\/p>\n<p> Die Frage wird in einem Bericht der New York Times vom 27. M&auml;rz                 angesprochen, der mit &#8222;Juristen unterst&uuml;tzen den Einsatz                 von Gewalt&#8220; im Kosovo &uuml;bertitelt ist.               <\/p>\n<p> Es wird ein Beispiel gegeben: Allen Gerson, vormals Berater                 der US-Delegation bei den Vereinten Nationen. Zwei weitere Gelehrte                 werden zitiert. Einer von ihnen, Ted Galen Carpenter, &#8222;&auml;u&szlig;erte                 sich absch&auml;tzig &uuml;ber das Argument der Regierung&#8220; und                 verneinte das angebliche Recht zur Intervention. Der dritte ist                 Jack Goldsmith, ein Spezialist f&uuml;r internationales Recht                 an der juristischen Fakult&auml;t in Chicago. Er sagt, da&szlig;                 die Kritiker der NATOBombardierungen &#8222;ein gutes juristisches Argument                 haben&#8220;, aber &#8222;viele Leute glauben, da&szlig; [eine Ausnahme f&uuml;r                 humanit&auml;re Intervention] auf der Grundlage des Gewohnheitsrechts                 existiert&#8220;. Damit sind die angebotenen Beweise f&uuml;r die in                 der &Uuml;berschrift angegebene, bevorzugte Schlu&szlig;folgerung                 zusammengefa&szlig;t.               <\/p>\n<p> Goldsmiths Bemerkung ist vern&uuml;nftig, zumindest, wenn wir                 darin &uuml;bereinstimmen, da&szlig; Fakten entscheidend f&uuml;r                 die Bestimmung des &#8222;Gewohnheitsrechts&#8220; sind.               <\/p>\n<p> Wir sollten auch einen Gemeinplatz beachten: das Recht auf humanit&auml;re                 Intervention, so es denn existiert, basiert auf den &#8222;guten Absichten&#8220;                 der Intervenierenden, und diese Annahme basiert nicht auf ihrer                 Rhetorik, sondern auf ihrer historischen Bilanz, insbesondere                 auf ihrem Verhalten in Bezug auf die Einhaltung der Prinzipien                 internationalen Rechts, Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofes,                 und so weiter. Wenigstens in Bezug auf andere ist dieses eine                 Binsenwahrheit.               <\/p>\n<p> Man betrachte z.B. die iranischen Angebote in Bosnien zu intervenieren,                 um Massaker zu verhindern, zu einer Zeit, als der Westen dieses                 ablehnte.               <\/p>\n<p> Diese wurden abgelehnt und verspottet (in Wirklichkeit ignoriert);                 wenn es au&szlig;er der Unterordnung unter die Macht Gr&uuml;nde                 daf&uuml;r gab, dann, weil beim Iran &#8222;gute Absichten&#8220; nicht angenommen                 werden konnten. Ein rationaler Mensch stellt dann offensichtliche                 Fragen: ist die iranische Bilanz in Bezug auf Intervention und                 Terror schlimmer, als die der USA? Und weitere Fragen, wie z.B.:                 wie sollen wir die &#8222;guten Absichten&#8220; des einzigen Landes bewerten,                 das ein Veto gegen die Entschlie&szlig;ung des Sicherheitsrates,                 die alle Staaten aufruft, sich an internationales Recht zu halten,                 ablehnt? Was ist mit dessen historischer Bilanz? Wenn solche Fragen                 nicht zuoberst auf der Tagesordnung des Diskurses stehen, wird                 ein ehrlicher Mensch ihn als blo&szlig;e Treue zur Doktrin abtun.                 Eine sinnvolle &Uuml;bung besteht darin zu ermitteln, welcher                 Anteil der Literatur, Medien oder anderes, die Erf&uuml;llung                 solch elementarer Anforderungen gew&auml;hrleistet.               <\/p>\n<p><h3>Wie lassen sich diese oder andere Erw&auml;gungen auf den Fall                 Kosovo anwenden?<\/h3>\n<p> Im vergangenen Jahr kam es im Kosovo zu einer humanit&auml;ren               Katastrophe, die in &uuml;berw&auml;ltigendem Masse den jugoslawischen               Streitkr&auml;ften anzulasten ist. Die Hauptopfer sind albanische               Kosovaren, ungef&auml;hr 90% der Bev&ouml;lkerung dieses jugoslawischen               Gebietes. Es wird allgemein gesch&auml;tzt, da&szlig; es zu 2000               Toten und mehreren hunderttausend Fl&uuml;chtlingen gekommen ist.               <\/p>\n<p> In solchen F&auml;llen haben Au&szlig;enstehende drei M&ouml;glichkeiten:<br \/>                 (I) zu versuchen die Katastrophe eskalieren zu lassen,<br \/>                 (II) nichts zu tun,<br \/>                 (III) zu versuchen die Katastrophe zu lindern.               <\/p>\n<p> Diese M&ouml;glichkeiten lassen sich durch andere gegenw&auml;rtige                 Beispiele illustrieren. Wir werden hier einige Beispiele ungef&auml;hr                 desselben Ausma&szlig;es diskutieren und abschlie&szlig;end versuchen                 zu bestimmen, wie Kosovo in dieses Raster pa&szlig;t.               <\/p>\n<p> <strong>(A) Kolumbien. <\/strong>Nach Sch&auml;tzungen des US-Au&szlig;enministeriums                 liegt die j&auml;hrliche Zahl der politischen Morde durch die                 Regierung und ihre paramilit&auml;rischen Verb&uuml;ndeten ungef&auml;hr                 auf der H&ouml;he des Kosovos und die Zahl der Fl&uuml;chtlinge,                 die, in erster Linie, vor diesen Grausamkeiten fliehen liegt bei                 weit &uuml;ber einer Million.               <\/p>\n<p> W&auml;hrend des Anstiegs der Gewalt in den 90ern ist Kolumbien,                 in der westlichen Hemisph&auml;re, zum gr&ouml;&szlig;ten Empf&auml;nger                 von Waffen und Ausbildung aus den USA geworden. Unter dem Vorwand                 eines &#8222;Drogenkrieges&#8220; wird die Unterst&uuml;tzung derzeit noch                 verst&auml;rkt, obwohl alle ernstzunehmenden Kommentatoren diese                 Erkl&auml;rung ablehnen. Die Clinton-Regierung hat Pr&auml;sident                 Gaviria, unter dessen Amtsf&uuml;hrung es nach Angabe von Menschenrechtsorganisationen                 zu einer &#8222;entsetzlichen Anzahl von Gewalttaten&#8220; gekommen ist,                 besonders enthusiastisch hochgehalten. Er hat damit sogar noch                 seine Vorg&auml;nger &uuml;bertroffen. Detaillierte Informationen                 sind reichlich verf&uuml;gbar.               <\/p>\n<p> In diesem Fall zeichnet sich das Verhalten der USA aus durch                 (I): Ausweitung der Greueltaten.               <\/p>\n<p> <strong>(B) T&uuml;rkei. <\/strong>Nach sehr konservativen Sch&auml;tzungen                 f&auml;llt die Repression der Kurden durch die T&uuml;rkei in                 die Kategorie des Kosovo. In den fr&uuml;hen 90ern erreichte sie                 einen H&ouml;hepunkt; ein Anzeichen ist die Flucht von &uuml;ber                 einer Million Kurden vom Land in die inoffizielle kurdische Hauptstadt                 Diyarbakir zwischen 1990 und 1994, als die t&uuml;rkische Armee                 die D&ouml;rfer auf dem Land zerst&ouml;rte. Das Jahr 1994 sticht                 durch zwei Entwicklungen hervor: es war &#8222;das Jahr der schlimmsten                 Repression in den kurdischen Provinzen&#8220; der T&uuml;rkei, wie Jonathan                 Randal als Beobachter vor Ort schilderte, und das Jahr in dem                 die T&uuml;rkei &#8222;gr&ouml;&szlig;ter Einzelimporteur US- amerikanischer                 R&uuml;stungsprodukte und damit gr&ouml;&szlig;ter Waffenk&auml;ufer                 der Welt&#8220; wurde. Als Menschenrechtsgruppen den Einsatz von US-Flugzeugen                 bei der Bombardierung von D&ouml;rfern aufdeckte, schaffte es                 die Clinton-Regierung, Gesetze, die das Aussetzen von Waffenlieferungen                 vorsehen, zu umgehen, so wie sie es auch in Indonesien und anderswo                 tat.               <\/p>\n<p> Kolumbien und die T&uuml;rkei erkl&auml;ren ihre (durch die                 USA unterst&uuml;tzten) Greueltaten damit, da&szlig; sie ihre                 L&auml;nder gegen die terroristische Bedrohung verteidigen m&uuml;ssen.               <\/p>\n<p> Wie dies auch die jugoslawische Regierung tut.               <\/p>\n<p> Erneut verdeutlicht dieses Beispiel (I): den Versuch die Greueltaten                 zu eskalieren.               <\/p>\n<p> <strong>(C) Laos.<\/strong> Jedes Jahr werden Tausende Menschen,                 in erster Linie Kinder und arme Bauern, in der Ebene von Jars                 im Norden Laos get&ouml;tet. Es scheint dies der Ort der massivsten,                 und wohl grausamsten, Bombardierungen ziviler Ziele in der Geschichte:                 Washingtons rasende Angriffe auf eine arme b&auml;uerliche Gesellschaft                 hatten wenig mit den Kriegen in der Region zu tun. Die schlimmste                 Periode begann 1968, als Washington gezwungen war, Verhandlungen                 aufzunehmen (ausgel&ouml;st durch Druck der Bev&ouml;lkerung und                 der Wirtschaft), wodurch die regelm&auml;&szlig;igen Bombardierungen                 Nordvietnams beendet wurden.               <\/p>\n<p> Kissinger-Nixon entschieden sich dann dazu, die Flugzeuge zur                 Bombardierung von Laos und Kambodscha umzuleiten.               <\/p>\n<p> Die Toten stammen von &#8222;Bombies&#8220;, kleinen Antipersonenwaffen,                 weitaus schlimmer als Bodenminen: sie sind speziell konstruiert                 um zu t&ouml;ten und zu verst&uuml;mmeln und haben keine Auswirkungen                 auf Lastwagen, Geb&auml;ude usw. Die Hochebene war ges&auml;ttigt                 mit mehreren hundert Millionen dieser kriminellen Ger&auml;te,                 die nach Angaben des Herstellers Honeywell eine Fehlz&uuml;ndungsrate                 von 20%-30% besitzen. Diese Zahlen deuten entweder auf eine bemerkenswert                 schlechte Qualit&auml;tskontrolle oder aber eine gezielte Politik                 zur verz&ouml;gerten T&ouml;tung von Zivilisten hin. Dabei stellten                 sie nur einen Bruchteil der eingesetzten Technologie dar, die                 auch fortgeschrittene Raketen beinhaltete, die H&ouml;hlen, in                 denen Familien Schutz suchten, durchdringen konnten. Derzeit werden                 die j&auml;hrlichen Unf&auml;lle durch &#8222;Bombies&#8220; von einigen Hundert                 pro Jahr bis zu &#8222;einer j&auml;hrlichen nationalen Unfallrate von                 20.000&#8220; gesch&auml;tzt, von denen mehr als die H&auml;lfte zum                 Tod f&uuml;hren, nach Angaben des langj&auml;hrigen Asien-Journalisten                 des Wall Street Journals, Barry Wein, in der Asien-Ausgabe des                 Magazins. Eine konservative Sch&auml;tzung ist es denn, da&szlig;                 die Krise diesen Jahres in etwa vergleichbar mit dem Kosovo ist,                 wenngleich die Toten in der Mehrzahl Kinder sind, nach Angaben                 von Analysen aus Berichten des Mennonite Central Committee, welches                 seit 1977 dort, zur Linderung der anhaltenden Greuel, t&auml;tig                 ist.               <\/p>\n<p> Es gab Versuche Informationen &uuml;ber diese humanit&auml;re                 Katastrophe zu ver&ouml;ffentlichen und sie zu beenden. Eine britische                 Mine Advisory Group (MAG) versucht die t&ouml;dlichen Gegenst&auml;nde                 zu entfernen, aber die USA &#8222;fehlen offensichtlich unter der Handvoll                 westlicher Organisationen, die MAG gefolgt sind&#8220; berichtet die                 britische Presse, obwohl sie schlie&szlig;lich der Ausbildung                 einiger laotischer Zivilisten zugestimmt haben. Mit einiger Ver&auml;rgerung                 berichtet die britische Presse auch &uuml;ber die Vorw&uuml;rfe                 von MAG-Spezialisten &uuml;ber die Weigerung der USA ihnen die                 &#8222;Prozeduren zum Unsch&auml;dlichmachen&#8220; auszuh&auml;ndigen, die                 ihre Arbeit &#8222;erheblich schneller und sicherer&#8220; machen w&uuml;rden.                 Diese Prozeduren bleiben Staatsgeheimnis wie &uuml;berhaupt die                 ganze Aff&auml;re in den Vereinigten Staaten. Die Bangkoker Presse                 berichtet &uuml;ber eine ganz &auml;hnliche Situation in Kambodscha,                 insbesondere im Osten, wo die US-Bombardements seit Anfang 1969                 am intensivsten waren.               <\/p>\n<p> In diesem Fall ist die Reaktion der USA (II): Nichtstun. Und                 die Medien und Kommentatoren reagieren mit Schweigen. Hierbei                 folgen sie dem Theorem, nach dem der Krieg gegen Laos als &#8222;Geheimkrieg&#8220;                 angelegt war, was bedeutet, da&szlig; er bekannt war, aber Informationen                 unterdr&uuml;ckt wurden, wie auch im kambodschanischen Beispiel                 vom M&auml;rz 1969. Das Ausma&szlig; an Selbstzensur war damals,                 wie auch in der gegenw&auml;rtigen Phase, au&szlig;erordentlich.                 Die Bedeutung dieses schockierenden Beispiels sollte ohne weitere                 Bemerkungen offensichtlich sein.               <\/p>\n<p> Ich werde weitere Beispiele f&uuml;r die Varianten (I) und (II),                 von denen es reichlich gibt, &uuml;berspringen, wie auch das gro&szlig;e                 Schlachten irakischer Zivilisten durch eine besonders b&ouml;sartige                 Form biologischer Kriegsf&uuml;hrung.               <\/p>\n<p> Befragt nach ihrer Reaktion auf die Ermordung einer halben Million                 irakischer Kinder in 5 Jahren bezeichnete Madeleine Albright 1996                 dies als &#8222;eine sehr schwierige Entscheidung&#8220; im US-Fernsehen,                 aber &#8222;wir denken der Preis ist es wert&#8220;. Derzeitige Sch&auml;tzungen                 liegen bei 500 get&ouml;teten Kindern monatlich und der Preis                 ist es immer noch &#8222;wert&#8220;. Diese und andere Beispiele k&ouml;nnten                 vielleicht auch im Hinterkopf behalten werden, wenn wir die Ehrfurcht                 einfl&ouml;&szlig;ende Rhetorik &uuml;ber den endlich vern&uuml;nftig                 funktionierenden &#8222;moralischen Kompa&szlig;&#8220; der Clinton-Regierung,                 wie das Beispiel Kosovo zeige, lesen.               <\/p>\n<p> Was genau aber zeigt dieses Beispiel? Die Androhung von Bombardierungen                 durch die NATO f&uuml;hrte zu einer scharfen Eskalation der Greueltaten                 der serbischen Armee und paramilit&auml;rischen Einheiten, und                 zum Abzug internationaler Beobachter, welches selbstverst&auml;ndlich                 dieselbe Wirkung hatte. Der Oberkommandierende General Wesley                 Clarke erkl&auml;rte, da&szlig; die Intensivierung des serbischen                 Terrors und Gewalt, genau wie geschehen, &#8222;vollst&auml;ndig vorhersagbar&#8220;                 gewesen war.               <\/p>\n<p> Zum ersten mal erreichte der Terror die Hauptstadt von Pristina,                 und es gibt glaubw&uuml;rdige Berichte &uuml;ber ausgedehnte Zerst&ouml;rungen                 von D&ouml;rfern, Ermordungen, Schaffung eines massiven Fl&uuml;chtlingsstroms,                 vielleicht ein Versuch einen Gro&szlig;teil der albanischen Bev&ouml;lkerung                 zu vertreiben, all dieses eine &#8222;vollst&auml;ndig vorhersagbare&#8220;                 Konseq&uuml;nz der Drohung mit und dem anschlie&szlig;enden Einsatz                 von Gewalt, wie General Clark richtig bemerkt.               <\/p>\n<p> Kosovo ist darum ein weiteres Beispiel f&uuml;r (I): den Versuch                 die Gewalt zu eskalieren, genau in Erwartung derselben.               <\/p>\n<p> Es ist fast zu einfach Beispiele f&uuml;r das unter (III) beschriebene                 Vorgehen zu finden, zumindest, wenn wir uns an die offizielle                 Rhetorik halten. Die gro&szlig; angelegte, k&uuml;rzlich erschienene,                 akademische Untersuchung &uuml;ber &#8222;humanit&auml;re Intervention&#8220;                 von Sean Murphy &uuml;berpr&uuml;ft erneut die Bilanz nach dem                 Kellogg-Briand-Pakt von 1928, der Krieg als Mittel der Politik                 ausschlo&szlig;, und weiter seit der UN-Charta, die diese Vorkehrungen                 verst&auml;rkte und darlegte.               <\/p>\n<p> In der ersten Phase, so schreibt er, waren der japanische Angriff                 auf die Mandschurei, Mussolinis Invasion in &Auml;thiopien und                 Hitlers Besetzung von Teilen der Tschechoslowakei die bekanntesten                 Beispiele &#8222;humanit&auml;rer Intervention&#8220;.               <\/p>\n<p> Alle waren begleitet von moralisch erhebender humanit&auml;rer                 Rhetorik, wie auch sachlichen Rechtfertigungen. Japan wollte,                 mit Unterst&uuml;tzung eines f&uuml;hrenden chinesischen Nationalisten,                 einer weitaus glaubw&uuml;rdigeren Figur als allen, welche die                 USA jemals w&auml;hrend ihrer Angriffe auf S&uuml;dvietnam pr&auml;sentieren                 konnten, ein &#8222;irdisches Paradies&#8220; errichten, indem es die Mandschurier                 vor den &#8222;chinesischen Banditen&#8220; verteidigte. Mussolini befreite                 Tausende von Sklaven w&auml;hrend er die westliche &#8222;zivilisierende                 Mission&#8220; ausf&uuml;hrte. Hitler verk&uuml;ndete Deutschlands Absicht                 die ethnischen Spannungen und Gewalt beenden und &#8222;die nationalen                 Eigenheiten der deutschen und tschechischen V&ouml;lker sicherstellen&#8220;                 zu wollen, durch eine Operation, &#8222;die von dem ernsthaften Wunsch                 den wirklichen Interessen der in dieser Region lebenden V&ouml;lker                 zu dienen geleitet wird&#8220;, in &Uuml;bereinstimmung mit dem Willen                 derselben; der slowakische Pr&auml;sident bat Hitler Slowakien                 zum Protektorat zu erkl&auml;ren.               <\/p>\n<p> Eine weitere hilfreiche intellektuelle &Uuml;bung besteht darin,                 diese obsz&ouml;nen Rechtfertigungen mit denen zu vergleichen,                 die f&uuml;r Interventionen, einschlie&szlig;lich &#8222;humanit&auml;rer                 Intrerventionen&#8220;, in der Periode seit der UN-Charta angeboten                 werden.               <\/p>\n<p> In diesem Zeitraum ist wahrscheinlich die vietnamesische Invasion                 nach Kambodscha im Dezember 1978, die Pol Pots Greueltaten, die                 damals ihren H&ouml;hepunkt erreichten, beendete, das bezwingendste                 Beispiel f&uuml;r (III).               <\/p>\n<p> Vietnam nahm das Recht auf Selbstverteidigung gegen bewaffnete                 Angriffe, in einem der wenigen glaubw&uuml;rdigen F&auml;lle dieser                 Periode, in Anspruch: das Regime der Roten Khmer (Demokratisches                 Kampuchea, DK) f&uuml;hrte m&ouml;rderische Angriffe gegen Vietnam                 in den Grenzregionen aus. Die Reaktion der USA ist sehr erhellend.               <\/p>\n<p> Die Presse verurteilte die asiatischen &#8222;Preu&szlig;en&#8220; f&uuml;r                 ihren ungehe&uuml;rlichen Bruch internationalen Rechts. F&uuml;r                 ihr Verbrechen das Schlachten Pol Pots beendet zu haben wurden                 sie hart gestraft, erst durch eine (von den USA unterst&uuml;tzte)                 chinesische Invasion, dann durch die Errichtung extrem harter                 Sanktionen durch die USA. Die USA anerkannten das vertriebene                 DK als die offizielle kambodschanische Regierung aufgrund dessen                 &#8222;Kontinuit&auml;t&#8220; mit dem Regime Pol Pots, wie das US-Au&szlig;enministerium                 erkl&auml;rte. Nicht allzu verdeckt unterst&uuml;tzten die USA                 die Roten Khmer in ihren weiterhin stattfindenden Angriffen in                 Kambodscha.               <\/p>\n<p> Dieses Beispiel gibt uns mehr Auskunft &uuml;ber die das &#8222;Gewohnheitsrecht&#8220;,                 welches die Grundlage f&uuml;r die &#8222;sich herausbildenden gesetzlichen                 Normen humanit&auml;rer Intervention&#8220; bilden.               <\/p>\n<p> Trotz der verzweifelten Anstrengungen der Ideologen zu beweisen,                 da&szlig; Kreise quadratisch sind, gibt es keine ernstzunehmenden                 Zweifel daran, da&szlig; die NATO-Bombardierungen das was von                 der zerbrechlichen Struktur internationalen Rechts bleibt, weiter                 unterminieren. Die USA machten dieses in der Diskussion, die zu                 der Entscheidung der NATO f&uuml;hrte absolut deutlich. Au&szlig;er                 Gro&szlig;britannien (das mittlerweile ein so unabh&auml;ngiger                 Akteur ist, wie die Ukraine in den Jahren vor Gorbatschow) waren                 die NATO-L&auml;nder der US-Politik gegen&uuml;ber skeptisch und                 waren besonders ver&auml;rgert &uuml;ber das &#8222;S&auml;belrasseln&#8220;                 (Kevin Cullen, Boston Globe, 22.2.99) der US-Au&szlig;enministerin                 Albright. Je genauer man sich heute der vom Konflikt betroffenen                 Region zuwendet, desto gr&ouml;&szlig;er ist die Opposition zu                 dem Beharren Washingtons auf dem Einsatz von Gewalt, selbst innerhalb                 der NATO (Griechenland und Italien). Frankreich hat eine Resolution                 des UN-Sicherheitsrates verlangt, um die Stationierung von NATO-                 Friedenserhaltungskraeften zu erm&auml;chtigen. Die USA lehnten                 dieses rundheraus ab, dabei auf &#8222;ihrer Position, da&szlig; die                 NATO in der Lage sein sollte, unabh&auml;ngig von den Vereinten                 Nationen zu handeln&#8220;, bestehend, wie Sprecher des Au&szlig;enministeriums                 erkl&auml;rten. Die USA weigerten sich, die Benutzung des &#8222;neuralgischen                 Wortes &#8218;erm&auml;chtigen'&#8220; in der abschlie&szlig;enden Stellungnahme                 der NATO zu erlauben, nicht gewillt, der UN-Charta und internationalem                 Recht irgendwelche Autorit&auml;t zuzugestehen; nur das Wort &#8222;zustimmen&#8220;                 wurde erlaubt (Jane Perlez, New York Times, 11.2.99). Gleichfalls                 war die Bombardierung des Irak ein unversch&auml;mter Ausdruck                 der Mi&szlig;achtung der UN, bis hin zum gena&uuml;n Zeitpunkt,                 und wurde auch so verstanden. Und nat&uuml;rlich gilt dasselbe                 auch f&uuml;r die Zerst&ouml;rung der H&auml;lfte der pharmazeutischen                 Produktion eines kleinen afrikanischen Landes wenige Monate zuvor,                 ein Vorgang, der gleichfalls nicht anzeigt, da&szlig; der &#8222;moralische                 Kompa&szlig;&#8220; sich von der Selbstgerechtigkeit entfernt, gar nicht                 zu reden von einer Bilanz die sofort h&ouml;chstrangig untersucht                 w&uuml;rde, wenn Fakten relevant f&uuml;r die Bestimmung dessen                 w&auml;ren, was &#8222;Gewohnheitsrecht&#8220; ist.               <\/p>\n<p> So k&ouml;nnte auch ziemlich glaubhaft argumentiert werden,                 da&szlig; die weitere Zerst&ouml;rung der Regeln der Weltordnung                 irrelevant ist, gerade so, wie sie ihre Bedeutung in den sp&auml;ten                 30ern dieses Jahrhunderts verloren hatten. Die Verachtung der                 f&uuml;hrenden Weltmacht gegen&uuml;ber dem Rahmen der Weltordnung                 hat sich derma&szlig;en gesteigert, da&szlig; es nichts mehr zu                 diskutieren gibt. Eine Analyse der internen dokumentierten Aufzeichnungen                 zeigt, da&szlig; diese Haltung bis in die fr&uuml;hesten Tage                 zur&uuml;ckverfolgbar ist, sogar bis hin zum ersten Memorandum                 des neugegr&uuml;ndeten Nationalen Sicherheitsrates im Jahre 1947.                 W&auml;hrend der Jahre unter Kennedy wurde diese Haltung erstmals                 &ouml;ffentlich ausgesprochen. Die wesentliche Neuerung der Jahre                 unter Reagan und Clinton ist, dass die Mi&szlig;achtung internationalen                 Rechts und der Charta mittlerweile ganz offen vor sich geht.               <\/p>\n<p> Sie ist auch mit sehr interessanten Argumentationen gest&uuml;tzt                 worden, die auf den Titelseiten zu lesen waeren, und an erster                 Stelle schulischer und universit&auml;rer Lehrpl&auml;ne st&uuml;nden,                 wenn Wahrheit und Ehrlichkeit als wichtige Werte angesehen w&uuml;rden.                 Mit brutaler Deutlichkeit erkl&auml;rten die obersten Beh&ouml;rden,                 da&szlig; der Internationale Gerichtshof, die UN und andere Institutionen                 irrelevant geworden seien, da sie nicht l&auml;nger den Vorgaben                 der USA folgen w&uuml;rden, wie sie es noch in den ersten Nachkriegsjahren                 getan h&auml;tten.               <\/p>\n<p> Man k&ouml;nnte dann die offizielle Position vertreten. Das                 w&auml;re eine ehrliche Position, zumindest wenn sie von der Weigerung                 das zynische Spiel der selbstgerechten Pose, und des Hochhaltens                 der verabscheuten Prinzipien internationalen Rechts, als hochgradig                 selektive Waffen gegen wechselnde Feinde einzusetzen, begleitet                 w&uuml;rde.               <\/p>\n<p> W&auml;hrend die Reagan-Anh&auml;nger bereits zu neuen Ufern                 aufbrachen, hat unter Clinton die Mi&szlig;achtung der Weltordnung                 so zugenommen, da&szlig; sogar den Falken zuzurechnende Analytiker                 in Besorgnis geraten. In der aktuellen Ausgabe von Foreig Affairs,                 dem f&uuml;hrenden Journal der herrschenden Elite, warnt Samuel                 Huntington davor, dass Washington einen gef&auml;hrlichen Kurs                 einschl&auml;gt. In den Augen eines Gro&szlig;teils der Welt,                 wahrscheinlich sogar fast der gesamten, wie er schreibt, sind                 die USA dabei &#8222;zur verbrecherischen Gro&szlig;macht zu werden&#8220;,                 die als &#8222;gr&ouml;&szlig;te, einzelne &auml;u&szlig;ere Bedrohung                 ihrer Gesellschaften&#8220; angesehen w&uuml;rden. Die &#8222;Theorie internationaler                 Beziehungen&#8220; der realistischen Schule, so f&auml;hrt er fort,                 sagt voraus, da&szlig; es zu Koalitionen kommen k&ouml;nne, um                 ein Gegengewicht gegen diese verbrecherische Gro&szlig;macht zu                 setzen.               <\/p>\n<p> Aus pragmatischen Gr&uuml;nden sollte deshalb diese Position                 &uuml;berdacht werden.               <\/p>\n<p> Amerikaner, die ein anderes Bild ihrer Gesellschaft bevorzugen,                 k&ouml;nnten f&uuml;r ein &Uuml;berdenken aus anderen als pragmatischen                 Gr&uuml;nden pl&auml;dieren.               <\/p>\n<p> Wie beantwortet all dieses die Frage, was man im Kosovo tun                 soll? Es l&auml;&szlig;t sie unbeantwortet. Die USA haben einen                 Kurs gew&auml;hlt, der, wie sie ausdr&uuml;cklich anerkennen,                 die Greueltaten und Gewalt &#8222;vorhersagbar&#8220; eskalieren lassen; ein                 Kurs der auch einen weiteren Schlag gegen das Regime internationaler                 Ordnung f&uuml;hrt, welches den Schwachen wenigstens ein Minimum                 an Schutz vor r&auml;uberischen Staaten bietet. Auf lange Sicht                 sind die Konsequenzen jedoch nicht vorhersagbar.               <\/p>\n<p> Eine glaubw&uuml;rdige Beobachtung ist, da&szlig; &#8222;jede Bombe                 die auf Serbien f&auml;llt und jeder ethnischer Mord im Kosovo                 vermuten l&auml;&szlig;t, da&szlig; es f&uuml;r Serben und Albaner                 kaum m&ouml;glich sein wird Seite an Seite in einem wie auch immer                 gearteten Frieden zusammenzuleben&#8220; (Financial Times, 27.3.99).                 Es wurde bereits bemerkt, da&szlig; einige der m&ouml;glichen                 Langzeitergebnisse au&szlig;erordentlich h&auml;&szlig;lich sind.               <\/p>\n<p> Ein Standardargument ist, da&szlig; wir etwas tun mu&szlig;ten:                 wir konnten nicht einfach unt&auml;tig dabeistehen als die Greueltaten                 weitergingen. Das ist niemals wahr.               <\/p>\n<p> <b>Eine M&ouml;glichkeit besteht immer darin, dem hippokratischen                 Prinzip zu folgen: &#8222;Zuallererst, f&uuml;ge kein Leid zu&#8220;. Wenn                 es keinen Weg gibt, bei diesem Prinzip zu bleiben, dann tue nichts.<\/b>               <\/p>\n<p> Es gibt immer Wege, die in Betracht gezogen werden k&ouml;nnen.                 Diplomatie und Verhandlungen sind nie am Ende. Es ist wahrscheinlich,                 da&szlig;, nachdem die Vorw&auml;nde des Kalten Krieges ihre Effektivit&auml;t                 verloren haben, das Recht auf &#8222;humanit&auml;re Intervention&#8220; in                 den kommenden Jahren regelm&auml;&szlig;iger in Anspruch genommen                 wird, vielleicht berechtigterweise, vielleicht nicht. In einer                 solchen &Auml;ra mag es lohnend sein, den Ansichten hochrespektabler                 Kommentatoren Beachtung zu schenken, ganz zu schweigen vom Internationalen                 Gerichtshof, der ausdr&uuml;cklich in dieser Materie urteilte,                 dessen Entscheidung aber von den Vereinigten Staaten abgelehnt                 wurde und &uuml;ber dessen Kernpunkte nicht einmal berichtet wurde.               <\/p>\n<p> Es d&uuml;rfte schwer sein respektablere Stimmen als Hedley                 Bull oder Leon Henkin in den wissenschaftlichen Disziplinen der                 internationalen Angelegenheiten und des internationalen Rechts                 zu finden. Bull warnte vor 15 Jahren davor, da&szlig; &#8222;einzelne                 Staaten oder Staatengruppen, die sich zu autorisierten Richtern                 des Wohlergehens der Welt aufschwingen, unter Mi&szlig;achtung                 der Ansichten anderer, tats&auml;chlich eine Bedrohung der internationalen                 Ordnung, und damit des wirksamen Vorgehens auf diesem Gebiet,                 darstellten&#8220;. In einem Standardwerk zur Weltordnung schreibt Henkin:                 &#8222;[der, L.S.] Druck, der das Verbot der Anwendung von Gewalt aush&ouml;hlt,                 ist bedauerlich, und die Argumente, mit denen die Anwendung von                 Gewalt in diesen F&auml;llen gerechtfertigt wird, sind gef&auml;hrlich                 und &uuml;berzeugen nicht (&#8230;)               <\/p>\n<p> In der Tat kommen Verletzungen der Menschenrechte nur allzu                 h&auml;ufig vor und wenn es erlaubt w&auml;re, ihre Verletzung                 durch den Einsatz &auml;u&szlig;erer Gewalt zu beheben, g&auml;be                 es praktisch kein Gesetz den Einsatz von Gewalt irgendeines Staates                 gegen irgendeinen anderen Staat zu verhindern. Ich denke, die                 Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte und dem Beheben anderer                 Ungerechtigkeiten, mu&szlig; durch andere, friedliche Ma&szlig;nahmen                 durchgesetzt werden, und nicht dadurch, da&szlig; der Aggression                 T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet werden und die grunds&auml;tzlichen                 Fortschritte im internationalen Recht, die &Auml;chtung des Krieges                 als Mittel der Politik und das Verbot des Einsatzes von Gewalt,                 zerst&ouml;rt werden.               <\/p>\n<p> Anerkannte Prinzipien des internationalen Rechts und der Weltordnung,                 bindende Vertragsauflagen, Entscheidungen des Internationalen                 Gerichtshofes, all dieses f&uuml;hrt nicht automatisch zur L&ouml;sung                 bestimmter Probleme. Jede Angelegenheit mu&szlig; f&uuml;r sich                 betrachtet werden. Diejenigen, die nicht die Standards von Saddam                 Hussein annehmen, m&uuml;ssen viele Beweise erbringen, um die                 Androhung und den Einsatz von Gewalt durchzusetzen und damit die                 Prinzipien der internationalen Ordnung zu verletzen. Vielleicht                 k&ouml;nnen diese Beweise erbracht werden, aber das mu&szlig;                 gezeigt werden, nicht nur mit leidenschaftlicher Rhetorik vorgetragen                 werden. Die Konseq&uuml;nzen solcher Verletzungen m&uuml;ssen                 genauestens bewertet werden, insbesondere was wir unter &#8222;vorhersagbar&#8220;                 verstehen. Und f&uuml;r diejenigen, die wenigstens ein bi&szlig;chen                 ernsthaft sind, gilt, da&szlig; die Gr&uuml;nde f&uuml;r das Vorgehen                 analysiert werden m&uuml;ssen, wiederum nicht einfach durch Verherrlichung                 unserer F&uuml;hrer und ihres &#8222;moralischen Kompasses&#8220;. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es hat viele Untersuchungen &uuml;ber die NATO (was in erster Linie bedeutet US-) Bombardierungen im Zusammenhang mit dem Kosovo gegeben. Viel wurde &uuml;ber das Thema geschrieben, nicht zuletzt Kommentare. Ich m&ouml;chte ein paar allgemeine Anmerkungen machen und halte mich dabei an Fakten, die nicht ernsthaft in Frage gestellt werden. 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