{"id":12653,"date":"2001-05-05T00:00:13","date_gmt":"2001-05-04T22:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=12653"},"modified":"2022-07-26T14:16:54","modified_gmt":"2022-07-26T12:16:54","slug":"raeumung-in-muenster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2001\/05\/raeumung-in-muenster\/","title":{"rendered":"R\u00e4umung in M\u00fcnster"},"content":{"rendered":"<p>Guten Tag!<\/p>\n<p>Seit 1999 steht das ehemalige Gesundheitsamtsgeb&auml;ude an                 der Robert-Koch-Stra&szlig;e leer. Mit der Er&ouml;ffnung eines                 soziokulturellen Zentrums am Karfreitag, den 13.4., konnte es                 vor&uuml;bergehend durch ein vielf&auml;ltiges Veranstaltungsprogramm                 sinnvoll genutzt werden. Am Donnerstag, den 19.4., erzwangen 180                 PolizistInnen im Auftrag der Stadtverwaltung das Ende dieses Projektes.                 Entgegen der Absprache mit Einsatzleiter Udo Struebbe mussten                 15 aus dem Schlaf gerissene Unterst&uuml;tzerInnen nicht nur ihre                 Personalien angeben, sondern sich nach dem friedlichen Verlassen                 des Geb&auml;udes erkennungsdienstlich behandeln lassen (Fingerabdr&uuml;cke,                 &#8222;Verbrecherfotos&#8220;).<\/p>\n<p>Ziel der AktivistInnen ist ein soziales, selbstorganisiertes                 und hierarchiefreies Zentrum verschiedener Initiativen. Diese                 sollen nicht nur unter einem Dach zusammengefasst sein und ausschlie&szlig;lich                 ihre eigene Arbeit betreiben, sondern sich dar&uuml;ber hinaus                 vernetzen, aufeinander beziehen und ihren jeweiligen Bereich als                 Teil des Ganzen betrachten.<\/p>\n<p>Geplant ist ein Ort f&uuml;r unkommerzielle Informations- und                 Kulturveranstaltungen (Kabarett, Kino, Lesungen, Konzerte, Vortr&auml;ge),                 eine Volxk&uuml;che, ein Infocaf&eacute; mit Bibliothek sowie                 Prober&auml;ume. Des weiteren R&auml;ume f&uuml;r alternative                 Therapie und K&ouml;rperarbeit, FrauenLesben, Bildungsinitiativen,                 antirassistische Gruppen, Kinderbetreuung uvm.<\/p>\n<p>Die finanzielle Unabh&auml;ngigkeit des Zentrums von der Stadt                 ist f&uuml;r uns selbstverst&auml;ndlich. Anfallende Nebenkosten                 sowie Aufwendungen f&uuml;r Reparaturen und Renovierungen werden                 von uns selber getragen.<\/p>\n<p>Der von der Verwaltung nahegelegte &#8222;demokratisch legitimierte                 B&uuml;rgerantrag&#8220; f&uuml;r das soziokulturelle Zentrum unterliegt                 der politischen Willk&uuml;r der Entscheidungstr&auml;gerInnen                 und ist aus diesem Grund f&uuml;r uns keine ernstzunehmende Alternative.                 Auch etliche andere Vereine und Initiativen sind dieser Willk&uuml;r                 ausgesetzt und befinden sich seit Jahren in der Warteschlange.                 Diese ist darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass die Stadt &uuml;ber                 eine gr&ouml;&szlig;ere Anzahl leerstehender Geb&auml;ude verf&uuml;gt,                 sie aber h&ouml;chstbietend verkaufen will, statt sie gemeinn&uuml;tzigen                 Zwecken zugute kommen zu lassen. Stadtk&auml;mmerin Frau Bickeboeller                 verweist in diesem Zusammenhang auf die &#8222;angespannte Haushaltslage&#8220;                 der Stadt. Das ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, wenn                 konsumorientierte Wahlkampfversprechen wie Musikhalle inkl. Museum                 (ca. 65 Mio.), Preussenstadion (ca. 16 Mio), Erweiterung der Halle                 M&uuml;nsterland (ca. 23 Mio) oder diverse Parkh&auml;user das                 zur Verf&uuml;gung stehende Geld verschlingen.<\/p>\n<p>Insofern ist die Argumentation der Stadt unsinnig, unser Projekt                 als Konkurrent anderer kleiner Initiativen darzustellen, der sich                 auf illegale Weise einen Vorteil verschafft. Ganz im Gegenteil                 verstehen wir unser Zentrum als ein gemeinn&uuml;tziges Projekt,                 das diesen angeblich konkurrierenden Initiativen R&auml;umlichkeiten                 zur Verf&uuml;gung stellt, die die Stadt der Allgemeinheit bewusst                 vorenth&auml;lt. Selbst die laut Stadtk&auml;mmerin theoretisch                 m&ouml;gliche Zwischennutzung leerstehender H&auml;user durch                 verschiedene Gruppen und Vereine wird nicht erwogen. Die Baul&uuml;cke                 auf dem Gel&auml;nde der ehemaligen besetzten Uppenbergschule                 verdeutlicht diese politische Linie, da nach Aussage von B. Leuters,                 Mitglied des Bauausschusses der Stadt M&uuml;nster, ein Weiterbetrieb                 des damaligen soziokulturellen Zentrums aus bautechnischer Sicht                 m&ouml;glich gewesen w&auml;re. Au&szlig;erdem ist die urspr&uuml;ngliche                 Planung der Stadt, hier mit einem Medienkompetenzzentrum und sozialem                 Wohnungsbau gemeinn&uuml;tzige Ziele zu verfolgen, mit der gegenw&auml;rtigen                 Suche nach einem privaten Investor stark in Frage gestellt.<\/p>\n<p>Ebenso ungewiss ist die Zukunft des ehemaligen Gesundheitsamtes,                 das seit Ende 1999 leersteht und zum Erhalt der guten Bausubstanz                 durchgehend beheizt wird. Trotzdem ist der Abriss laut Liegenschaftsamtsleiter                 B. Roth absurderweise &#8222;nicht ausgeschlossen&#8220;.<\/p>\n<p>Um einen wom&ouml;glich mehrj&auml;hrigen Leerstand oder einen                 unn&ouml;tigen, profitorientierten Abriss zu verhindern, fordern                 wir Sie hiermit auf, mit uns in Verhandlungen &uuml;ber eine Nutzung                 des Geb&auml;udes an der Robert-Koch-Stra&szlig;e 27 zu treten.                 Wir werden weiterhin als InteressensvertreterInnen verschiedener                 Gruppen und Initiativen die klientelorientierte Stadtplanungspolitik                 transparent machen, um unserem Raumbedarf und dem Wunsch nach                 einem selbstverwalteten soziokulturellen Zentrum &ouml;ffentlich                 Nachdruck zu verleihen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guten Tag! Seit 1999 steht das ehemalige Gesundheitsamtsgeb&auml;ude an der Robert-Koch-Stra&szlig;e leer. Mit der Er&ouml;ffnung eines soziokulturellen Zentrums am Karfreitag, den 13.4., konnte es vor&uuml;bergehend durch ein vielf&auml;ltiges Veranstaltungsprogramm sinnvoll genutzt werden. Am Donnerstag, den 19.4., erzwangen 180 PolizistInnen im Auftrag der Stadtverwaltung das Ende dieses Projektes. 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