{"id":12929,"date":"2005-11-24T00:00:37","date_gmt":"2005-11-23T22:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=12929"},"modified":"2022-07-26T14:24:27","modified_gmt":"2022-07-26T12:24:27","slug":"willst-du-die-globalisierung-besser-verstehen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2005\/11\/willst-du-die-globalisierung-besser-verstehen-2\/","title":{"rendered":"Willst du die Globalisierung besser verstehen?"},"content":{"rendered":"<p>Diese Konferenz <i>Gewaltfreiheit globalisieren<\/i> der War Resisters&#8216; International wird eine gro\u00dfartige Gelegenheit, um Aktive aus der ganzen Welt zu treffen, ihre Hintergr\u00fcnde kennen zu lernen, und zu verstehen, wie wir alle eine andere Welt m\u00f6glich machen k\u00f6nnen. Auf der ganzen Welt entwickelt sich eine &#8222;Bewegung der Bewegungen&#8220;. Sie will die Sichtweisen und Werte der Bev\u00f6lkerung denen der Konzerne, Institutionen und Regierungen entgegensetzen &#8211; auch in den Anti-Kriegs-Aktionen. Es ist eine &#8222;Globalisierung von unten&#8220;. Die War Resisters&#8216; International denkt, dass die Gewaltfreiheit in dieser Globalisierung von unten noch viel wichtiger werden kann. Darum die \u00dcberschrift unserer internationalen Konferenz: Gewaltfreiheit globalisieren.<\/p>\n<p>Die Diskussion der Konferenz&#8230;<\/p>\n<ul>\n<li>analysiert die \u00f6konomische, kulturelle und politische Globalisierung. Welche Beziehung besteht zwischen Globalisierung und Militarismus?<\/li>\n<li>entwickelt Strategien f\u00fcr den gewaltfreien Widerstand gegen die ungerechte Globalisierung. Wie schaffen wir gewaltfreien sozialen Wandel?<\/li>\n<li>f\u00fchrt Menschen aus der globalisierungskritischen Bewegung und aus dem pazifistischen und antimilitaristischen WRI-Netzwerk zum gegenseitigen Austausch zusammen.<\/li>\n<li>st\u00e4rkt Netzwerke und schafft neue Verbindungen zwischen Aktiven aus der ganzen Welt.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Die Struktur der Konferenz<\/h3>\n<p>Jeder Vormittag beginnt mit einem Plenum zum Thema dieses Tages. Dann verteilen sich jeden Tag jeweils die selben zehn bis drei\u00dfig Menschen auf zehn Arbeitsgruppen, um ein besonderes Thema vertieft zu diskutieren. Die Nachmittage umfassen Workshops und Nachmittags-Plena.<\/p>\n<h3>Tages-Themen<\/h3>\n<h4>1. Gewaltfreiheit globalisieren<\/h4>\n<p>Wir zielen darauf ab, dies zu einer besonders partizipativen Konferenz zu machen und damit beim Er\u00f6ffnungsplenum beginnen.<\/p>\n<h4>2. Militarismus und Globalisierung<\/h4>\n<p>Das Vormittagsplenum spricht die Frage an: In welcher Beziehung stehen \u00f6konomische Globalisierung, Militarismus und Krieg? Das Nachmittagsplenums befasst sich mit Themen, die sich aus der &#8218;Privatisierung&#8216; des Krieges und dem &#8218;Outsourcing&#8216; an private Unternehmen ergeben.<\/p>\n<h4>3. Globalisierungskritik<\/h4>\n<p>Das Vormittagsplenum untersucht gewaltfreie Aktionen gegen die negativen Aspekte der Globalisierung und konzentriert sich auf die Zusammenarbeit von deutschen und ostafrikanischen Gruppen zu Kleinwaffen. Das Nachmittagsplenum befasst sich mit Strategien der Bewegung f\u00fcr eine Globalisierung von unten, die den Friedensprozess in Israel\/Pal\u00e4stina unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h4>4. Strategie der Gewaltfreiheit<\/h4>\n<p>Was kann die gewaltfreie Strategie f\u00fcr eine Bewegung zur Globalisierung von unten leisten? Was kann die Beteiligung an der Bewegung f\u00fcr eine Globalisierung von unten f\u00fcr eine gewaltfreie antimilitaristische Strategie leisten?<\/p>\n<h4>5. Protest und sozialer Wandel<\/h4>\n<p>Diskussion \u00fcber B\u00fcndnisse und Ziele sowie \u00fcber die w\u00e4hrend der Konferenz entwickelten Pl\u00e4ne und Ideen.<\/p>\n<h3>Arbeitsgruppen<\/h3>\n<h4>Milit\u00e4r und Weltwirtschaft<\/h4>\n<p>Die Milit\u00e4rindustrie wird wie andere Industrien privatisiert, diversifiziert und globalisiert doch anders als andere noch immer privilegiert.<\/p>\n<p>Diese Gruppe wird die Strategie und Praxis des milit\u00e4risch-industriellen Komplexes analysieren.<\/p>\n<h4>Militarisierung und Gesellschaft<\/h4>\n<p>Das Milit\u00e4r wirkt durch die &#8218;Militarisierung&#8216; auf die Gesellschaft. Es besetzt sowohl physische als auch kulturelle R\u00e4ume. Diese Arbeitsgruppe untersucht m\u00f6gliche Strategien des gewaltfreien Widerstands zur Entmilitarisierung.<\/p>\n<h4>Gewaltfreie Zivile Intervention<\/h4>\n<p>Gewaltfreie zivile Intervention stellt ein praktisches Beispiel der Globalisierung von unten dar, die weltweite Verbindungen herstellt sowie das Peacebuilding und den Widerstand gegen Unterdr\u00fcckung in anderen Erdteilen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<h4>Gewaltfreiheit und Globalisierung<\/h4>\n<p>Welche Strategien und Ziele verfolgt die globalisierungskritische Bewegung und welche Rolle spielt die Gewaltfreiheit darin? Wie passt das zu den weltweiten Anti-Kriegs-Aktivit\u00e4ten?<\/p>\n<h4>Kriegsdienstverweigerung<\/h4>\n<p>Die Diskussionen in dieser Gruppe umfassen die Themen der Kriegsdienstverweigerung, der Kriegssteuerverweigerung, der Desertion und des Kriegswiderstandes ohne Wehrpfiicht. &#8222;Das Recht der Kriegsdienstverweigerung&#8220; ist einer der Hauptarbeitsbereiche der WRI.<\/p>\n<h4>Kriegsprofiteure<\/h4>\n<p>Diese Gruppe wird einige der gr\u00f6\u00dften Unternehmen benennen, die Profit aus Krieg schlagen und Wege zu direkten gewaltfreien Aktionen gegen diese Unternehmen aufzeigen.<\/p>\n<h4>Gewaltfreiheits-Training<\/h4>\n<p>Durch Rollenspiele, \u00dcbungen und Gespr\u00e4che werden die Teilnehmenden hier in die verschiedenen Aspekte der Gewaltfreiheit eingef\u00fchrt.<\/p>\n<h4>Video-Training<\/h4>\n<p>Diese Arbeitsgruppe befasst sich sowohl mit einer praktischen Einf\u00fchrung in die technischen Aspekte des Filmens als auch damit, wie Filme als politisches Instrument zu nutzen sind. Die Gruppe erstellt ein Video der Konferenz!<\/p>\n<h3>War Resisters&#8216; International<\/h3>\n<p>Die WRI glaubt, dass &#8218;Krieg ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit&#8216; ist, und arbeitet daran, &#8218;alle Kriege zu verweigern und alle Kriegsursachen zu beseitigen&#8216;. Sie wurde 1921 als Netzwerk von Pazifisten, Antimilitaristen und gewaltfreien Aktivisten aus allen Erdteilen gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ihrer langen Geschichte haben Mitglieder der WRI nicht nur Bewegungen gegen Kriege angef\u00fchrt, sondern auch die Gewaltfreiheit auf eine gro\u00dfe Bandbreite anderer sozialer Fragen sowohl in ihren eigenen L\u00e4ndern als auch international angewandt.<\/p>\n<h3>Die deutschen Gastgeber<\/h3>\n<p>Die Gastgeber und Organisatoren der Konferenz sind die deutschen WRI-Mitgliedsgruppen:<\/p>\n<ul>\n<li>Deutsche Friedensgesellschaft &#8211; Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen<\/li>\n<li>Deutsche Friedensgesellschaft &#8211; Internationale der Kriegsdienstgegnerinnen<\/li>\n<li>Internationale der Kriegsdienstgegnerinnen<\/li>\n<li>Institut f\u00fcr Frieden und Gewaltfreie Konfliktbearbeitung<\/li>\n<li>Graswurzelrevolution<\/li>\n<li>Archiv Aktiv<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Anreiseinformation<\/h3>\n<p>Die Tagung findet statt in Schloss Eringerfeld, nahe Paderborn, Nordrhein-Westfalen.<\/p>\n<p>Bitte erkundige Dich nach den Visa-Regelungen f\u00fcr die Einreise nach Deutschland auf der Internet-Seite des <a href=\"http:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/www\/de\/willkommen\/einreisebestimmungen\/index_html\">Ausw\u00e4rtigen Amtes<\/a>. Falls Du f\u00fcr die Einreise ein Visum ben\u00f6tigst, dann wende Dich bitte nach Deiner Anmeldung zur Konferenz an die WRI. Wir werden Dir eine Einladung schicken, sobald die Anmeldegeb\u00fchr f\u00fcr die Konferenz bei der WRI eingegangen ist.<\/p>\n<h3>Gewaltfreiheit globalisieren<\/h3>\n<h4>Aufruf zu einer Gewaltfreiheitsstrategie durch die Globale Friedens- und Gerechtigkeitsbewegung<\/h4>\n<p>Stellan Vinthagen, Mitglied des Komittees der WRI-Dreijahrestagung, and Abteilung f\u00fcr Friedens- und Entwicklungsforschung, Universit\u00e4t G\u00f6teborg, Schweden. <a href=\"mailto:stellan.vinthagen@padrigu.gu.se\">stellan.vinthagen@padrigu.gu.se<\/a><\/p>\n<p>Wir leben in einer historischen Zeit des sozialen Wandels. So wie Wirtschaft, Staatsregime und Kriege globalisiert werden, werden das auch die sozialen Kr\u00e4fte der Bewegungen. 2003 demonstrierten mehr als 15 Millionen Leute auf der ganzen Welt gegen den Krieg im Irak. Die Treffen der &#8222;globalen Bewegung der Bewegungen&#8220; auf dem Internationalen Sozial-Forum (WSF) werden immer gr\u00f6\u00dfer. An dem letzten Treffen in Brasilien nahmen 150.000 Leute teil. Diese globale Friedens- und Gerechtigkeitsbewegung hat Schl\u00fcsse gezogen aus fr\u00fcheren Reformstrategien von nationalen Parteien\/Wahlen und Revolutionen bis hin zu bewaffneter Rebellion \u2013 und man sucht jetzt eine gewaltfreie Strategie f\u00fcr den sozialen Wandel. Wir m\u00fcssen untersuchen, wie wir das Wissen und die Erfahrung aus mehr als einem Jahrhundert an gewaltfreier Widerstandstradition in die heutige globale Bewegung einbringen k\u00f6nnen. War Resisters&#8216; International ruft zur Mobilisierung gewaltfreier Aktivisten, Trainer, Organisatoren und Studierenden auf, um einen langfristigen Plan auszuarbeiten. Eine der besten Gelegenheiten zu solchen Diskussionen ist die internationale Konferenz &#8222;Gewaltfreiheit globalisieren&#8220; im Juli 2006 in Deutschland. (<a href=\"http:\/\/globalisingnonviolence.org\">http:\/\/globalisingnonviolence.org<\/a>).<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens seit Beginn der Neunziger Jahre waren lokale Aufst\u00e4nde im S\u00fcden, internationale Gegen-Konferenzen und Kampagnen, die die Weltregime mit den Buchstabensuppen-Namen (WTO, WB, IMF etc.) anvisierten, zunehmend global vernetzt. W\u00e4hrend des &#8222;N30&#8220; in Seattle 1999 erzielte die Bewegung einen bedeutsamen symbolischen Sieg, durch die Zusammenarbeit von &#8222;teamsters and turtles&#8220; und anderer kritischer Bewegungen, weil sie eine zum Abschluss des WTO Treffens eine gut ausgearbeitete gewaltfreie Widerstandsstrategie angewendet haben. Von da an entstand eine bisher nie dagewesene globale Bewegung. Der von den Teilnehmern des Europ\u00e4ischen Sozialforums in Florenz (Italien) beschlossene Protest gegen den Irakkrieg am 15. Februar 2003 war wohl der gr\u00f6\u00dfte in der Geschichte. Zwischen 15 und 30 Millionen Leute protestierten gemeinsam durch eine Kombination vorhandener Netzwerke und das Internet, ohne eine zentrale internationale Koordination. Die drei letzten internationalen Sozial-Forums-Treffen (Brasilien 2003, Indien 2004 und wieder Brasilien 2005) vereinigten jedes Mal erstaunliche 100.000 Teilnehmer. \u00dcber 1000 unterschiedliche Organisationen und Bewegungen aus mehr als 120 L\u00e4ndern haben in \u00fcber 1000 Workshops und Seminaren bei jedem dieser letzten Treffen des Netzwerks von Bewegungen (das einer wirklich globalen Friedens- und Gerechtigkeitsbewegung am n\u00e4chsten kam) interagiert. Was auch wichtig ist: bis jetzt gibt es kein Zeichen daf\u00fcr, dass dieses globale Netzwerk kleiner wird, au\u00dfer in den Medienberichten (nat\u00fcrlich). Allerdings existiert eine politische und strategische Unklarheit, die auf lange Sicht diese hoffnungsvolle Herausforderung an Unterdr\u00fcckung, Ausbeutung und Gewalt zur Aufl\u00f6sung bringen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Neben der problematischen Suche nach einer gemeinsamen Basis f\u00fcr politische Forderungen &#8211; breit genug f\u00fcr eine globale Mobilisierung, aber auch begrenzt genug, um Verschiedenartigkeit zuzulassen &#8211; fehlt eine koh\u00e4rente Strategie. Derzeitige globale Konfrontationen, wie in Prag mit der Weltbank, in G\u00f6theborg mit der EU oder in Genf mit dem G8-Treffen zeigen ein Doppel-Problem auf: gewaltt\u00e4tige Aufst\u00e4nde und unwirksamer gewaltfreier Widerstand. Diese und andere Protestaktionen konnten keine effektiven gewaltfreien Konfrontationen und neue koh\u00e4rente Strategien f\u00fcr gewaltfreies Engagement mit globalen Kr\u00e4ften organisieren. Die Entwicklung der &#8222;Schlacht von Seattle&#8220; war nicht m\u00f6glich, da die Polizei schneller neue Taktiken lernt als die Aktivisten.<\/p>\n<p>Dieses Doppelproblem &#8211; gewaltt\u00e4tige Aufst\u00e4nde und unwirksamer gewaltsamer Widerstand &#8211; resultiert teilweise aus einem Mangel an Erfahrung mit Gewaltfreiheit innerhalb der Bewegung. Sehr wenige Leute, die die Theorie der Gewaltfreiheit und die Praxis der Bewegung kennen, nehmen an der Organisation innerhalb dieser Bewegung teil (mit ein paar Ausnahmen in den USA). An dem Internationalen Rat (der der F\u00fchrungsausschuss des WSF ist) nehmen mehr als 120 verschiedene Organisationen teil, aber nicht eine einzige aus der Tradition des gewaltfreien Widerstandes kommende Friedensorganisation (z. B. War Resisters&#8216; International, Nonviolence International, Network of Engaged Buddhism oder International Fellowship of Reconciliation) &#8211; trotz der globalen Friedensdemonstration am 15. Februar 2003.<\/p>\n<p>Es ist bereits klar, da\u00df diese globale Bewegung nicht einfach ein spontane sondern eine andauernde Mobilisierung darstellt. Sie k\u00f6nnte sogar zu einer \u00e4hnlich historischen Mobilisierung werden, wie die modernen Friedens-, Anti-Sklaverei-, Feminismus-und Arbeiterbewegungen vor 150 Jahren werden, die unsere Gesellschaft grundlegend ver\u00e4nderten. Wie die Rebellionen im Jahre 1968 entwickelt sie sich aus fundamentaler Kritik an der Wahlpolitik der Nationalstaaten, aber sie sucht keine L\u00f6sung durch &#8222;neue&#8220; linke Parteien oder bewaffnete K\u00e4mpfe der &#8222;V\u00f6lker&#8220;, wie das die Radikalen der 70er Jahre forderten. Das WSF sucht ausdr\u00fccklich unbewaffnete Politik ohne Wahlen (siehe die Charter des WSF auf <a href=\"http:\/\/www.forumsocialmundial.org\/\">http:\/\/www.forumsocialmundial.org\/<\/a>) &#8211; eine Art &#8222;gewaltfreien sozialen Widerstand&#8220; ohne hervorzuheben, was das wirklich bedeutet.<\/p>\n<p>Zu Beginn des vierten World Social Forums am 18. Januar 2004 in Indien ruft die weltbekannte Autorin und Narmada-Anti-Dam-Aktivistin Arundhati Roy in einem Artikel (der gleichzeitig in zahlreichen L\u00e4ndern ver\u00f6ffentlicht wurde, siehe <a href=\"http:\/\/www.infochangeindia.org\">www.infochangeindia.org<\/a>) zu einem gewaltfreien Widerstand auf, der \u00fcber &#8222;Freizeitproteste, die keine Kriege beenden&#8220; hinausgeht. &#8222;Wir d\u00fcrfen es nicht zulassen, dass gewaltfreier Widerstand zu ineffektivem politischem Wohlf\u00fchltheater verk\u00fcmmert,&#8220; sagt sie. Sie ruft uns auf zu verstehen, dass wir Teil eines Krieges sind und dass unser Widerstand f\u00fcr die politisch-wirtschaftliche Elite auch materiell sp\u00fcrbar sein muss. &#8222;Wir m\u00fcssen dringend \u00fcber Widerstandsstrategien sprechen&#8220; &#8211; genau dessen m\u00f6chte sich die WRI annehmen. In dieser Hinsicht hat WRI bereits eine Kampagne gegen Kriegsprofiteure gestartet, die w\u00e4hrend der Dreijahrestagung weiterentwickelt werden wird.<\/p>\n<p>Die jetzige globale Bewegung ist meiner Meinung nach bereit, gewaltfreie Widerstandsstrategien anzunehmen als ihre Einstellung zu Politik und gesellschaften Wandel. Die Sprache der Gewaltfreiheit gibt es bereits in zahlreichen Workshops, Erkl\u00e4rungen und Organisationen: gleichgesinnte Gruppen, Ungehorsam, friedlich, Dialog, Richtlinien, usw.<\/p>\n<p>Aber da bisher keine gewaltfreien Strategien angenommen wurden diskutiert man nun weiter dar\u00fcber, sich von globalen Konfrontationen abzuwenden. Die Konfrontationen werden als unproduktiv angesehen und zu sehr sehr als symbolisches Eindreschen auf die Logos der gegenw\u00e4rtigen Weltordnung (Bush, WTO, G8, usw.). Man m\u00f6chte lieber Alternativen aufzeigen und lokalen Widerstand aufbauen. Naomi Klein, die Begr\u00fcnderin von &#8222;No Logo&#8220; ist eine der Gegnerinnen des gegenw\u00e4rtigen &#8222;McProtest&#8220;. Man legt gro\u00dfen Wert auf konstruktive Alternativen &#8211; die ja ein zentraler Punkt der Art von gewaltfreier Strategie sind, die Ghandi vorgeschlagen hatte &#8211; aber das Problem ist, dass es noch keinen Ansatz f\u00fcr Widerstand gibt.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach fehlen offensichtlich das Wissen und die Erfahrung, die die historischen gewaltfreien Bewegungen entwickelten, und deren Bedeutung f\u00fcr den heutigen Widerstand. In der Bewegung und der WSF-F\u00fchrung scheint nicht genug Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr vorhanden zu sein, was es bedeutet, einen nicht parteilichen und unbewaffneten politischen Kampf zu w\u00e4hlen, der die Machtverh\u00e4ltnisse herausfordert.<\/p>\n<p>Das Rad wurde wieder neu erfunden, da wir nicht voneinander lernen; die Betonung der gleichgesinnten Gruppen z. B. wurde nicht in Seattle erfunden, sondern wuchs aus der Frustration durch die Machthierarchien der B\u00fcrgerbewegung. Dies war notwendig, um Graswurzelgruppen zur Beteiligung zu ermutigen und Krawallmacher zu kontrollieren. Der Durchbruch kam 1976 mit Seabrook (angeregt durch Besetzungen in Deutschland), als Tausende gemeinsame kreative Aktionen durchf\u00fchrten, auf der Basis eines dezentralisierten Netzwerks von gleichgesinnten Gruppen und Richtlinien. Diese Erfahrung wurde in der neuen globalen Bewegung vollkommen vergessen &#8211; ausgenommen in Seattle 1999 &#8211; deshalb wollen wir Seattle betonen! Seattle war ein Sieg einer konfrontativen und pragmatischen gewaltfreien Strategie, nicht von legalen Demonstrationen oder gewaltt\u00e4tigen Krawallen. Wenn, wie in Prag 2000, Gewaltfreiheit versucht wird, tut man das ohne die Leute, die ihre Lektionen aus den Experimenten mit dieser Aktionsform seit 1976 gelernt haben, und das Ergebnis sind gewaltt\u00e4tige Krawalle, \u00fcber die mit den Bildern brennender Autos und Polizei in der ganzen Welt berichtet wird.<\/p>\n<h3>Die Rolle des gewaltfreien Widerstands<\/h3>\n<p>Die St\u00e4rke jeder globalen Bewegung radikalen sozialen Wandels ist wohl die wirklich verbundene Kooperation zwischen einer Vielzahl lokaler t\u00e4glicher K\u00e4mpfe um die ganze Welt. Meiner Meinung nach gibt es keine Wahl zwischen zusammengefa\u00dften globalen Konfrontationen mit den M\u00e4chten und dem Aufbau lokaler Alternativen. Es ist eigentlich die schwierige Aufgabe, die notwendige Kombination aus den NEINs und Jas der Bewegungen sowohl lokal als auch global herzustellen. Das Einzigartige an gewaltfreiem Widerstand sind &#8211; lt. Barbara Deming und anderen &#8211; die zwei Seiten der Gewaltfreiheit: einerseits der Respekt des Gegners als Person und andererseits die absolute Ablehnung der schlechten Handlungen eben dieser Person. Wir k\u00f6nnen eine solche transformative Bewegung nur durch die Anwendung einer Mischung von gewaltfreien Strategien bilden, aber nicht von den spezifischen Gewaltfreiheitsarten, die wir bei unseren bisherigen lokalen, nationalen oder teilweise transnationalen K\u00e4mpfen um einzelne Theme angewendet haben. Dieses Mal wird es eine Bewegung aus zahlreichen Bewegungen, eine, die nicht nur die lokalen\/globalen Ebenen der Politik transzendiert, sondern auch die Idee von in bestimmte Gebiete (z. B. Militarismus, Wirtschaft, Kultur oder Umwelt) oder Themen (z. B. Atomwaffen, Wehrpflicht, genmanipuliertes Getreide und das Landwirtschaftsgesch\u00e4ft oder tausend andere Themen mit schlechten Auswirkungen des heutigen internationalen Systems) geteilte Politik. Diese Bewegung wird richtig verschiedenartig sein, so wie das soziale Leben und die Vielzahl von Taktiken, die zum Schutz dieses Lebens ben\u00f6tigt werden. Was das f\u00fcr gewaltfreien Widerstand bedeutet, ist schwer zu verstehen, aber es ist ganz bestimmt etwas Anderes. Wir brauchen einen umfassenden strategischen Rahmen, der die verschiedenen Kontexte und Bed\u00fcrfnisse abdeckt.<\/p>\n<p>Also, die globalen Bewegungen brauchen eine gewaltfreie Strategie und die historischen gewaltfreien Bewegungen haben das Wissen und das K\u00f6nnen, aber nicht das angemessene erforderliche globale Repertoire. Das stellt gewaltfreie Aktivisten und Forscher die Herausforderung, etwas Neues aus den gemachten Erfahrungen zu entwickeln.<\/p>\n<p>Ans\u00e4tze, die die Machtverh\u00e4ltnisse kritisieren (wie Feminismus und Anarchismus), sowie gewaltfreier Widerstand waren normalerweise nur marginal zu der haupts\u00e4chlichen Oppositionspolitik &#8211; dies ist heute nicht unbedingt mehr der Fall. Zumindest scheinen heute mehr Ans\u00e4tze n\u00f6tig zu sein, die sich nicht nur kritisch mit Unterdr\u00fcckung und Gewalt jeglicher Art besch\u00e4ftigen, sondern die auch die aus Jahrhunderten von Erfahrung entstandenden praktischen Werkzeuge haben. Ich glaube fest daran, dass den globalen Bewegungen die Wahl einer umfassenden Alternative zu den jetzigen normalen politischen Traditionen gegeben werden muss. Wenn die bevorstehenden Auseinandersetzungen mit globaler Konfrontation nicht auf der (begrenzten aber wohl fundierten) historischen Erfahrung der gewaltfreien Bewegungen aufgebaut werden, dann wird diese zerbrechliche Bewegung der Bewegungen wenige effektiv sein und k\u00f6nnte sogar ihr Mobilisierungsmomentum und ihre Kapazit\u00e4t f\u00fcr einen andauernden Wandel verlieren.<\/p>\n<p>Es gibt nat\u00fcrlich bereits gro\u00dfe Versuche durch verschiedene andere politische Traditionen, vor allem Trotzkiismus, Schwarzer Block (militante gewaltbereite Anarchisten) und sozialdemokratische Parteien, die alle versuchen, die Entwicklung der Politik der globalen Bewegung zu beinflussen.<\/p>\n<p>Aber nicht nur der globalen Bewegung fehlt das Verst\u00e4ndnis einer gewaltfreien Strategie &#8211; uns, die wir seit langem mit Gewaltfreiheit arbeiten, fehlt ein globales Verst\u00e4ndnis von Gewaltfreiheit.<\/p>\n<h3>Globalisierung und neue Bedingungen f\u00fcr gewaltfreie Aktionen<\/h3>\n<p>Sowohl das fr\u00fchere als auch das heutige Verst\u00e4ndnis gewaltfreier Aktionen leidet an zwei gro\u00dfen Schwachpunkten: Der Fokus auf den Wandel von Staatsregimen (obwohl man in einer zunehmen globalen und marktorientierten Welt lebt) und der Fokus auf staatlich organisierte Kriege (obwohl diese Art von Krieg am Verschwinden ist). Keiner dieser Bereiche ist unwichtig, aber sie stellen weniger wichtige Probleme in unserer heutigen Welt dar. Die Globalisierung des Nationalstaates \u00e4ndert die Bedingungen f\u00fcr gewaltfreie Aktionen in allen Staaten der Welt, in einigen mehr, in anderen weniger. Die neuen Kriege plagen nur ein paar Staaten, sind aber irgendwie in den meisten Staaten in ihren politisch-wirtschaftlichen Randbereichen pr\u00e4sent &#8211; z. B. in den Armenvierteln von New York, London und Berlin. Dieser einseitige Fokus auf den Staat kommt von Problemen, die die Gesellschaften seit Beginn der Moderne dominieren und zu \u00e4lteren in \u00dcbereinstimmung mit diesen Problemen entwickelten Theorien passen.<\/p>\n<p>Heutigen Machtverh\u00e4ltnisse und Gewaltdynamik rufen nach der Entwicklung neuer Fragen, Theorien und Methoden, die den spezifischen M\u00f6glichkeiten und Einschr\u00e4nkungen transnationaler und lokaler gewaltfreier Aktionen gegen unterschiedliche nichtstaatliche Akteure, z. B. transnationale Firmen, Rechnung tragen.<\/p>\n<p>Manuel Castells u. a. zeigt auf, dass Globalisierung grunds\u00e4tzlich die Rolle des Nationalstaates und des kapitalistischen Marketes fundamental ver\u00e4ndert. Der Staat basiert seit der Schaffung des internationalen Systems in der Mitte des 17. Jahrhunderts auf gegenseitige Anerkennung der Souver\u00e4nit\u00e4t jedes einzelnen Staates. Staaten schlie\u00dfen seitdem internationale Abkommen, d. h. Abkommen zwischen unabh\u00e4ngigen Staaten. Jetzt \u00fcberschreiten transnationale multidimensionale Prozesse (aus Wirtschaft, Finanzen, Verbrechen, Information, Handel, Technik, Politik, Tourismus, Fl\u00fcchtlinge usw.) Grenzen, die au\u00dferhalb der Souver\u00e4nit\u00e4tskontrolle eines Staates liegen. Der Staat verschwindet nicht unbedingt &#8211; ein paar brechen zusammen, w\u00e4hrend andere eine verst\u00e4rkte Rolle als Vermittler innerhalb des globalen Machtnetzwerkes finden &#8211; aber die Rolle des Staates ver\u00e4ndert sich definitiv. Viel h\u00e4ngt von der relativen wirtschaftlichen, administrativen und kulturellen St\u00e4rke des einzelnen Staates ab. Aber auch die globale Supermacht USA zeigt sich frustiert, weil sie die globalen Prozesse nicht kontrollieren kann.<\/p>\n<p>Im Zuge dieses globalen sozialen Wandels wurden uns neue politische Institutionen gegeben, sogenannte globale Regime (WTO, IMF, die Weltbank, den internationalen Gerichtshof), die zusammen ein Patchwork nicht gew\u00e4hlter Kontrollm\u00e4chte ohne Regierung ergeben. Wir haben auch eine neue Art von Kapitalismus bekommen, einen flexiblen vernetzten Kapitalismus, wie Castells ihn nennt, eine Art grenzenlose Markterweiterung. Diese Markterweiterung versteht sich nat\u00fcrlich geographisch, indem die neuen durch das Ende des Kalten Krieges geschaffenen M\u00f6glichkeiten genutzt werden, aber die Erweiterung ist noch viel grenzenloser &#8211; sie ereignet sich innerhalb der fr\u00fcher geschlossenen und b\u00fcrokratischen Gro\u00dfkonzerne, innerhalb des fr\u00fcheren Privatbereichs der Familie, innerhalb der fr\u00fcher \u00f6ffentlichen Bereiche der Zivilbev\u00f6lkerung und sogar innerhalb der Sozialisierung der Pers\u00f6nlichkeit (durch die Unterhaltungsindustrie und die bedarfserzeugenden Medienfabriken). Die unsicheren (prek\u00e4ren) Arbeitsbedingungen aufgrund weit verbreiteter Produktionsflexibilit\u00e4t schaffen eine neue gesellschaftliche Kategorie, das &#8222;Pr\u00e4kariat&#8220;, wie Hardt &amp; Negri es nennen, das die zentrale Rolle des industriellen Proletariats einnehmen wird. Wir werden Teil einer Konsum-Kultur und zeitweise angestellte Diener der ausbeutenden sozialen Fabrik, &#8222;Gesellschaft&#8220; genannt, oder bleiben im \u00d6dland, den W\u00fcsten, aus denen man noch keinen Profit schlagen kann, z. B. in den afrikanischen L\u00e4ndern um die Sahara. Der neue Kapitalismus ist grundlegend das Gegenteil der fr\u00fcheren Massenproduktionsindustrie der Gro\u00dfkonzerne, wie Ford, die f\u00fcr Massenverbrauch produzierten, wo jeder das gleiche Auto, den gleichen K\u00fchlschrank, den gleichen Fernsehapparat kaufen sollte. Jetzt zielt die Produktionskreativit\u00e4t auf Individuen-\/Gruppenauswahl und vor\u00fcbergehende heutige Verbrauchertrends ab, sogar innerhalb z.B. oppositioneller Jugendkulturen in schwarzen Vororten oder Anti-Verbraucher-Kulturen in globalen Bewegungen. Die heutige Antwort auf den Protest in Seattle sind die Modenschauen in Paris, die die schicken Rebellionsklamotten und Che Guevara T-Shirts zeigen. Karl Marx h\u00e4tte nicht schlecht \u00fcber die Grenzenlosigkeit derzeitiger Profitkreativit\u00e4t gestaunt. Heute werden Profite aus immaterieller Produktion, Wissen und Kommunikationsnetzwerken geschlagen und &#8211; wichtig &#8211; aus der grenzenlosen Ausbeutung unserer Identit\u00e4ten und pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse. &#8222;Drink Revolution Soda and Just Do it!&#8220;<\/p>\n<p>Aber die Globalisierung schafft auch neue Arten sozialer Protestbewegungen. Die heutigen gewaltfreien Bewegungen besch\u00e4ftigen sich weniger mit der Nationalstaatpolitik der poltischen Parteien oder Gewerkschaften. Sie konzentrieren sich zunehmend auf transnationale Beziehungen, individuellen Lebensstil und soziale Lebensformen im lokalen Kontext. Sie haben erkannt, dass die heutigen K\u00e4mpfe auf neuen Kampfpl\u00e4tzen und an neuen Fronten stattfinden. Das Parlament ist nicht mehr der zentrale Ort f\u00fcr die Politik.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen es uns nicht leisten, die neuen globalen\/lokalen gewaltfreien Aktionen nicht durchzuf\u00fchren, nur weil wir nach Aktionen gegen den Nationalstaat-Apparat suchen. Wir m\u00fcssen versuchen, sowohl die heutigen transnationalen als auch antikapitalistischen gewaltfreien Aktionen zu verstehen. Die transnationalen Bewegungen richten ihre Politik auf andere Regime als den Nationalstaat aus (global, regional und lokal). Die heutigen anti-neo-liberalen Akteure und Methoden unterscheiden sich von den klassischen nationalen Gewerkschaften und politischen Parteien, mit ihren (in liberalen Demokratien) nun gut etablierten Streiks der Arbeiter und Abstimmungen der B\u00fcrger.<\/p>\n<h3>Neue Kriege und neue Bedingungen f\u00fcr gewaltfreie Aktionen<\/h3>\n<p>Mary Kaldor hat aufgezeigt, dass &#8222;neue Kriege&#8220; nicht durch die zentralisierte Staatsb\u00fcrokratie organisiert werden, sondern eher aus den zusammenbrechenden Staaten resultieren. Die neuen Kriege sind grunds\u00e4tzlich das Gegenteil der traditionellen Art professioneller, \u00f6ffentlicher und hierarchischer &#8222;Politik mit anderen Mitteln&#8220; des staatlich organisierten Milit\u00e4rs. Die neuen Kriege werden durch eine Privatisierung der Armeen angetrieben, und das Ziel dieser von der Identit\u00e4t getriebenen Gewalt ist die Zivilbev\u00f6lkerung. Anstatt zu versuchen, von den Leuten legitim die Macht zu bekommen, erreichen sie die Kontrolle durch eine Politik der Angst und Uneinigkeit. Die von diesen Akteuren entwickelte &#8222;Kriegswirtschaft&#8220; macht einstmals illegale Aktivit\u00e4ten, wie Drogen, Schmuggel, Prostitution, Schutzgelder und Diebstahl, zu der Haupteinkommensquelle f\u00fcr den gef\u00fchrten Krieg, den Aufbau von War-Lords und f\u00fcr den t\u00e4glichen Unterhalt der armen Soldaten. Fr\u00fcher wichtige Unterschiede zwischen Krieg und Frieden oder Legitimit\u00e4t\/Legalit\u00e4t und Kriminalit\u00e4t werden systematisch verzerrt. Kriegs-\/Friedenszonen \u00fcberschneiden sich und \u00e4ndern sich andauernd; gut organisierte War-Lords werden nach Ende des Krieges sogar zu einer Art Halbautorit\u00e4t wegen ihrer Machtpolitik und weil sie in die sogenannten Friedensverhandlungen mit einbezogen werden.<\/p>\n<p>Das hat beunruhigende Konsequenzen f\u00fcr die Forschung und die Praxis der gewaltfreien Aktionen, da der gr\u00f6\u00dfte Teil der durchgef\u00fchrten Gewaltfreiheitsforschung auf eine Verteidigung durch Zivilpersonen, gewaltfreie Aktion\/Bewegung oder soziale Verteidigung in einem nationalen Rahmen und in Verbindung mit einer unbedingt legitimen Zentralregierung fokusiert. Wenn diese Grundlage der gewaltfreien Aktion sich \u00e4ndert, bedeutet das, dass wir neue M\u00f6glichkeiten suchen m\u00fcssen. Aber bevor wir wirklich kreativ Wege f\u00fcr neue gewaltfreie Aktionen gegen die heutigen Kriege untersuchen k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir mehr \u00fcber die durch diese Kriege verursachten Probleme erfahren. Die Probleme, denen sich die gewaltfreie Aktion gegen\u00fcbersieht, werden manchmal radikal anders sein als fr\u00fcher. Z. B. welchen Sinn macht es, durch gewaltfreien zivilen Ungehorsam das Gesetz eines Staates zu brechen, wenn der Staat den Krieg gar nicht f\u00fchrt? Gibt es andere Machtstrukturen, von denen die neuen War-Lords abh\u00e4ngig sind und die die gewaltfreien Aktivisten nutzen k\u00f6nnten, um Druck auszu\u00fcben?<\/p>\n<h3>Was wir tun wollen<\/h3>\n<p>War Resisters&#8216; International ruft zu diesem Treffen gewaltfreier Widerstandstrainer, Forscher, Aktivisten und Organisatoren auf, um zusammen herauszufinden, wie man strategischen gewaltfreien Widerstand in globalen Netzwerken leisten kann. Wir glauben nicht, dass wir bereits die Antwort darauf haben, wie mit diesem \u2013 milde ausgedr\u00fcckt \u2013 gigantischen Vorhaben umgegangen werden soll, aber wir wissen, dass wir es versuchen m\u00fcssen. Die Geschichte beruft uns dazu. Wir sind alle aufgerufen, etwas dazu beitragen zu wollen. Ich glaube noch nicht einmal, dass es das Ziel ist, eine Vereinbarung unter den gewaltfreien Expertengruppen zu erreichen, und ich denke definitiv nicht, dass es unser ultimatives Ziel ist, eine Vereinbarung in dem gesamten WSF oder der globalen Bewegung zu erleichtern.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach kann und sollte nur ein Prozess der Verbreitung von Wissen und Interaktion von Erfahrung zwischen denjenigen geschaffen werden, die das theoretische und praktische Know-How \u00fcber gewaltfreien Widerstand haben und denen, die das nicht haben (aber offen daf\u00fcr und interessiert daran sind). Wir glauben, da\u00df durch diese Dialoge und durch praktisches Engagement in Auseinandersetzungen innerhalb der Bewegungungen nach einer gewissen Zeit ein klareres Verst\u00e4ndnis entstehen wird und einige der Aktionsnetzwerke gewaltfreien Widerstand als ihre Haltung gegen\u00fcber Politik annehmen werden. Das werden sie mit geschultem, kreativem und gutem Wissen tun.<\/p>\n<h3>Heutiger Basis-Aktionsplan<\/h3>\n<p>Die grundlegende Idee ist, dass diese gewaltfreie Globalisierung klar ben\u00f6tigt wird, aber bis jetzt noch nicht geschehen ist. Was uns daran hindert ist, dass wir genug geschulte Organisatoren\/Denker finden m\u00fcssen, die sich dem Projekt verpflichten, sowie logistische L\u00f6sungen hinsichtlicher der Resourcen (Geld, Organisation, Kommunikation usw.). Deshalb ist es logisch, mit einem Treffen derer zu beginnen, die sich davon betroffen f\u00fchlen: das ist die Idee hinter der Dreijahrestagung in Deutschland im Juli 2006. W\u00e4hrend dieses Treffens werden wir die Probleme und M\u00f6glichkeiten der Globalisierung von Gewaltfreiheit herausfinden.<\/p>\n<p>Mein eigener Vorschlag ist, einen &#8222;Globalen Aufruf zum gewaltfreien Widerstand&#8220; zu machen, in dem wir Leute bitten, sich selbst f\u00fcr ein gemeinsames Interventionsprogramm in der globalen Bewegung zu verpflichten. Wir brauchen eine gewaltige Anzahl geschulter Leute, die sich f\u00fcr eine bestimmten Zeitraum engagieren.<\/p>\n<p>Es gibt eine Reihe m\u00f6glicher Treffen, auf denen gewaltfreie Strategien untersucht werden k\u00f6nnten: das europ\u00e4ische Sozialforum, das asiatische Sozialforum, das amerikanische Sozialforum, das afrikanische Sozialforum, das internationale Sozialforum im n\u00e4chsten und den darauffolgenden Jahren. Auch w\u00e4hrend anderer Treffen (So hat z. B. das gewaltfreie, auf direkte Aktionen ausgerichtete Netzwerk &#8222;Peoples Global Action&#8220; (PGA) seine eigenen internationalen und kontinentalen Treffen.) wird es die M\u00f6glichkeit geben, solche Strategien zu besprechen.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re gut, wenn wir sowohl die Dokumentation gewaltfreien Widerstandes und die Forschung an den zuk\u00fcnftig zu behandelnden Schl\u00fcsselthemen durchf\u00fchren k\u00f6nnten. Ein Buchprojekt wurde bereits gestartet \u00fcber Fallstudien aus dem gewaltfreien Widerstand gegen Firmen &#8211; sowie ein neues Handbuch \u00fcber Gewaltfreiheitstraining, welches die globalen Bedingungen der unterschiedlichen Auseinandersetzungen best\u00e4tigen wird. Man diskutiert auch dar\u00fcber, ein Netzwerk von Forschern der Bewegung und Aktivisten-Autoren einzurichten.<\/p>\n<p>Und wie immer werden Trainings, Bildungs-Workshops und Organisationshilfe f\u00fcr die Bewegungen\/Organisationen ben\u00f6tigt, die Interesse an strategischem, gewaltfreiem Widerstand in den kommenden Jahren zeigen.<\/p>\n<p>Ein paar m\u00fcssen auch versuchen, in den Internationalen Rat des WSF zu kommen, um da auch Gewaltfreiheit zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Aber vor allem ist es wichtig, dass wir erkennen, dass das derzeitige gewaltfreie Wissen, die Trainingsformen, die Strategie, die Organisations- und Aktionsformen (d. h. unser ganzes derzeitiges gewaltfreies Repertoire) in \u00dcbereinstimmung mit globalen Bedingungen weiterentwickelt werden m\u00fcssen. Es ist noch nicht klar, wie diese spezifische Entwicklung aussehen mu\u00df, aber mein Hauptargument ist, dass wir anerkennen, dass wir uns in einer neuen Situation befinden. Die globalen Bewegungen werden uns die neue Situation lehren, und wir werden dann hoffentlich davon lernen und mit unserem Verst\u00e4ndnis von gewaltfreier Strategie dazu beitragen k\u00f6nnen, dass die globale Bewegung der Bewegungen die heutige Weltordnung nicht nur herausfordert, sondern sie auch wirksam ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Eine andere und gewaltfreie Welt ist m\u00f6glich!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Konferenz Gewaltfreiheit globalisieren der War Resisters&#8216; International wird eine gro\u00dfartige Gelegenheit, um Aktive aus der ganzen Welt zu treffen, ihre Hintergr\u00fcnde kennen zu lernen, und zu verstehen, wie wir alle eine andere Welt m\u00f6glich machen k\u00f6nnen. Auf der ganzen Welt entwickelt sich eine &#8222;Bewegung der Bewegungen&#8220;. 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