{"id":12968,"date":"2005-06-12T00:00:45","date_gmt":"2005-06-11T22:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=12968"},"modified":"2022-07-26T14:15:04","modified_gmt":"2022-07-26T12:15:04","slug":"graswurzelrevolution-hoch-300-presseinformation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2005\/06\/graswurzelrevolution-hoch-300-presseinformation\/","title":{"rendered":"Graswurzelrevolution hoch 300: Presseinformation"},"content":{"rendered":"<p>Als im Sommer 1972 in Augsburg die Nullnummer der <i>graswurzelrevolution<\/i> (GWR) erschien, prophezeiten viele dem gewaltfrei-anarchistischen Blatt nur eine kurze Lebensdauer.<\/p>\n<p>Doch es kam anders. Das alternative und bis heute selbst verwaltete Organ \u00fcberlebte alle H\u00f6hen und Tiefen der neuen sozialen Bewegungen. Seit Anfang der achtziger Jahre erscheint es zehnmal im Jahr als &#8222;Monatszeitung f\u00fcr eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft&#8220; (Untertitel), und mit Auflagen zwischen 3.000 und 6.000 St\u00fcck. GWR-Extrabl\u00e4tter wie die 2003 im Vorfeld des Golfkriegs herausgebrachte NO WAR!-Aktionszeitung erreichten sogar Auflagen bis zu 55.000 St\u00fcck.<\/p>\n<p>Im Juni 2005 erschien die <i>graswurzelrevolution<\/i> Nr. 300. Ein Grund zum Feiern. Und das tut die Redaktion in dieser Ausgabe ausgiebig. &#8222;Als langlebigstes und \u00e4ltestes Organ des Anarchismus in Deutschland g\u00f6nnen wir uns mal ein bisschen Selbstbeweihr\u00e4ucherung, ein bisschen Verherrlichung des gewaltfreien Widerstands, des libert\u00e4ren Konsensprinzips, der Anarchie&#8220;, so hei\u00dft es im Editorial.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend viele &#8222;68er&#8220; l\u00e4ngst den langen Marsch durch die Institutionen angetreten und einst-mals linke Bl\u00e4tter &#8222;die Chefredaktion&#8220; eingef\u00fchrt haben oder verschwunden sind, funktioniert die GWR auch nach 33 Jahren immer noch nach basisdemokratischen Prinzipien. &#8222;Und die Themenvielfalt, die Utopiefreudigkeit, die Analysen aus gewaltfreier und libert\u00e4rer Sicht, die Vitalit\u00e4t globaler Graswurzelbewegungen, die sich in unserem Blatt widerspiegeln, das sucht mensch in allen anderen Zeitungen vergebens.&#8220;<\/p>\n<p>Neben einem hauptamtlichen Koordinationsredakteur im M\u00fcnsteraner GWR-B\u00fcro arbeiten rund 30 AktivistInnen aus der ganzen Republik ehrenamtlich im HerausgeberInnenkreis der Zeitung mit; dar\u00fcber hinaus beteiligen sich weitere, in den Bewegungen engagierte Menschen mit Aktionsberichten und Analysen. Auch VertreterInnen anderer Alternativmedien (z.B. <i>labournet<\/i> und <i>CILIP\/B\u00fcrgerrechte und Demokratie<\/i>) ver\u00f6ffentlichen Gastkommentare.<\/p>\n<p>Die <i>graswurzelrevolution<\/i> ist assoziiertes Mitglied der War Resisters&#8216; International (WRI), der Internationale der KriegsgegnerInnen, die sich 1922 gegr\u00fcndet hat und heute aus 90 Mitgliedsgruppen in 45 L\u00e4ndern besteht. Diese globale Vernetzung mit &#8222;Bewegungen von unten&#8220; spiegelt sich auch im Inhalt der Zeitung wider.<\/p>\n<p>&#8222;Unter den Kleinen eine der Gr\u00f6\u00dften&#8220;, so titelte anl\u00e4sslich des Kongresses zum 30sten Geburtstag der <i>graswurzelrevolution<\/i> im Sommer 2002 das <i>Neue Deutschland<\/i>.<\/p>\n<p>Der Sozialwissenschaftler Ralf Vandamme konstatiert in seiner 2001 publizierten Doktorarbeit \u00fcber &#8222;Basisdemokratie als zivile Intervention&#8220;: &#8222;Die periodisch erscheinende &#8218;Graswurzelrevolution&#8216; ist das Hauptorgan basisdemokratischer Akteure.&#8220;<\/p>\n<p>Gruppen und Initiativen, die zum Beispiel zu Themen wie \u00d6kologie, Anti-Atom, Antirassismus, Antimilitarismus, Antikapitalismus oder Frauenbewegung arbeiten, nutzen die GWR als Sprachrohr und Diskussionsplattform. Gleichzeitig verzichten die Zeitung und die in ihr aufgef\u00fchrten Aktionsgruppen nicht auf eine eigenst\u00e4ndige Programmatik: den gewaltfreien Anarchismus. Von der ersten Ausgabe an schreibt die <i>graswurzelrevolution<\/i> gegen das Klischee des &#8222;bombenwerfenden Anarchisten&#8220; an und versucht das Konzept der gewaltfreien Revolution entgegenzusetzen, das sich in der Tradition der anarchistischen Bewegung findet. So unterschiedliche Theorien wie diejenigen Gustav Landauers, Mahatma Gandhis, Michail Bakunins, Leo Tolstois, Emma Goldmans, Martin Luther Kings oder der niederl\u00e4ndischen feministischen Antimilitaristinnen Clara Wichmann und Henriette Roland-Holst werden als Inspiration und historische Beispiele heran gezogen f\u00fcr das, was Graswurzelrevolution\u00e4rInnen in den heutigen sozialen Auseinandersetzungen erreichen wollen.<\/p>\n<h3>Zur aktuellen Ausgabe<\/h3>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/category\/ausgaben\/300-juni-2005\/\"><i>graswurzelrevolution<\/i> Nr. 300<\/a> enth\u00e4lt einen Comic, der typische Arbeitsfelder aufgreift, und beleuchtet gewaltfreie Aktionen, die die Welt ver\u00e4nderten, z.B. den antirassistische Bus-Boykott in Montgomery vor 50 Jahren und den Salzmarsch in Indien vor 75 Jahren. Es finden sich Berichte \u00fcber Konsens als gewaltfreie Entscheidungsfindung, \u00fcber Illegalisierte in Spanien, die Situation von (Totalen) Kriegsdienstverweigerern u.a. in der T\u00fcrkei, in Finnland und in Griechenland.<\/p>\n<p>Graswurzelrevolution\u00e4rInnen erinnern sich an ihr &#8222;1. Mal&#8220; und analysieren Macht ohne Herrschaft als Realisierung einer M\u00f6glichkeit.<\/p>\n<p>Der Politologe Ekkehardt Krippendorff besch\u00e4ftigt sich in seinem Artikel mit Vietnam, der zu erinnernden offenen Wunde. Und nat\u00fcrlich wird auch das neueste Buch aus dem Verlag Graswurzelrevolution vorgestellt: &#8222;Krieg ist der Mord auf Kommando&#8220;, ein Werk, in dem die \u00f6sterreichische Professorin Beatrix M\u00fcller-Kampel b\u00fcrgerliche und anarchistische Friedenskonzepte, namentlich von Bertha von Suttner und Pierre Ramus, vergleicht. ((1))<\/p>\n<h3>Graswurzelrevolution<\/h3>\n<p>Graswurzelrevolution bezeichnet eine tiefgreifende gesellschaftliche Umw\u00e4lzung, in der durch Macht von unten alle Formen von Gewalt und Herrschaft abgeschafft werden sollen. Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr eine Welt, in der die Menschen nicht l\u00e4nger wegen ihres Geschlechtes oder ihrer geschlechtlichen Orientierung, ihrer Sprache, Herkunft, \u00dcberzeugung, wegen einer Behinderung, aufgrund rassistischer oder antisemitischer Vorurteile diskriminiert und benachteiligt werden. Wir streben an, da\u00df Hierarchie und Kapitalismus durch eine selbstorganisierte, sozialistische Wirtschaftsordnung und der Staat durch eine f\u00f6deralistische, basisdemokratische Gesellschaft ersetzt werden. Schwerpunkte unserer Arbeit lagen bisher in den Bereichen Antimilitarismus und \u00d6kologie. Unsere Ziele sollen &#8211; soweit es geht &#8211; in unseren Kampf- und Organisationsformen vorweggenommen und zur Anwendung gebracht werden. Um Herrschafts- und Gewaltstrukturen zur\u00fcckzudr\u00e4ngen und zu zerst\u00f6ren, setzen wir gewaltfreie Aktionsformen ein. In diesem Sinne bem\u00fcht sich die anarchistische Zeitung Graswurzelrevolution, seit 1972, Theorie und Praxis der gewaltfreien Revolution zu verbreiten und weiterzuentwickeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als im Sommer 1972 in Augsburg die Nullnummer der graswurzelrevolution (GWR) erschien, prophezeiten viele dem gewaltfrei-anarchistischen Blatt nur eine kurze Lebensdauer. Doch es kam anders. Das alternative und bis heute selbst verwaltete Organ \u00fcberlebte alle H\u00f6hen und Tiefen der neuen sozialen Bewegungen. 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