{"id":13119,"date":"2013-11-01T00:00:07","date_gmt":"2013-10-31T22:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=13119"},"modified":"2022-07-26T14:22:22","modified_gmt":"2022-07-26T12:22:22","slug":"zum-100-geburtstag-kulturkampf-um-albert-camus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2013\/11\/zum-100-geburtstag-kulturkampf-um-albert-camus\/","title":{"rendered":"Zum 100. Geburtstag: Kulturkampf um Albert Camus"},"content":{"rendered":"<p>Tats\u00e4chlich hei\u00dft das Terrain der Kulturhauptstadt denn auch                 Marseille-Provence und schlie\u00dft damit den Bestattungsort Camus&#8216;                 mit ein. <\/p>\n<p>Seit dieser Bewerbung hat es einen unausgesetzten, in vielerlei                 Hinsicht grotesk anmutenden Kulturkampf um die jeweils als &#8222;richtig&#8220;                 angesehene Interpretation des politischen Erbes Camus&#8216; gegeben.                 Jede Partei und Str\u00f6mung war und ist &#8211; zum Teil mit erheblichen                 Verrenkungen, oft mit gro\u00dfer Unkenntnis und nicht zuletzt manchmal                 mit glatten Unwahrheiten dabei, Camus als Fackeltr\u00e4ger der eigenen                 Ideologie oder politischen Str\u00f6mung f\u00fcr sich zu vereinnahmen.               <\/p>\n<p>Das geht von ehemaligen Algerienfranzosen der nationalrevolution\u00e4ren                 Rechten \u00fcber die Pr\u00e4sidenten Sarkozy und Hollande &#8211; beides \u00f6ffentlich                 bekennende Camus-Liebhaber &#8211; und endet bei Interpretationen Camus&#8216;                 als &#8222;libert\u00e4rem Linken&#8220; (Historiker Benjamin Stora) noch lange                 nicht. Ich nehme mich dabei nicht aus, denn ich mische da in der                 franz\u00f6sischen \u00d6ffentlichkeit inzwischen als anarchistisch-gewaltkritischer                 Camus-Interpret ordentlich mit.<\/p>\n<p>Das Interessante an diesem Kulturkampf um Frankreichs bekanntesten                 Schriftsteller ist meiner Meinung nach, dass durch eine libert\u00e4re                 Interpretation seiner Werke und durch die Ver\u00f6ffentlichung der                 Artikel, die Camus in franz\u00f6sischen und spanischen anarchistischen                 Zeitungen publiziert hat (Solidaridad Obrera, Le Libertaire, Le                 Monde libertaire, T\u00e9moins, Libert\u00e9, D\u00e9fense de l&#8217;Homme, La R\u00e9volution                 prol\u00e9tarienne), libert\u00e4re Inhalte \u00fcber das Vehikel Camus weit                 in die b\u00fcrgerliche \u00d6ffentlichkeit hineingetragen werden k\u00f6nnen                 &#8211; zumal es viele Leute sehr interessiert, betrifft das doch den                 einzigen Bereich seines Werkes, der bisher weithin unbekannt geblieben                 ist. <\/p>\n<p>Es ist eigentlich schon ein Erfolg dieser Bem\u00fchungen, im Diskurs                 um Camus ernst genommen zu werden und den libert\u00e4ren politischen                 Hintergrund von Camus als eine legitime und nicht mehr \u00fcbersehbare                 Interpretationsm\u00f6glichkeit etabliert zu haben. ((1))<\/p>\n<h3>Der Streit um die \u00dcberf\u00fchrung der Leiche Camus&#8216; ins Pariser                 Pantheon<\/h3>\n<p>Angefangen haben diese f\u00fcnf Jahre Kulturkampf noch unter Pr\u00e4sident                 Sarkozy. In einem Privatgespr\u00e4ch hat ihm der Philosoph Michel                 Onfray den Floh ins Ohr gesetzt, Camus doch seines Grabes in Lourmarin                 zu exhumieren und ihn als Nationalschrifsteller in das Pariser                 Pantheon zu \u00fcberf\u00fchren, wo er dann neben Victor Hugo, Jean-Jacques                 Rousseau oder Alexandre Dumas liegen sollte. Der medienbekannte                 Michel Onfray stellt sich \u00fcbrigens selbst \u00f6ffentlich seit Jahren                 als &#8222;Libert\u00e4rer&#8220; dar, er tritt als solcher im franz\u00f6sischen Fernsehen                 mindestens so oft auf wie Peter Sloterdijk im deutschen Fernsehen.                 Keine anarchistische Str\u00f6mung oder Organisation, von denen er                 sich wohlweislich fernh\u00e4lt, hat ihn je dazu legitimiert, im Namen                 der Libert\u00e4ren medial zu sprechen &#8211; wohl aber f\u00fchlten sich einige                 Libert\u00e4re einige Jahre lang geschmeichelt, wenn er als &#8222;Libert\u00e4rer&#8220;                 im Fernsehen als &#8211; vor allem &#8211; Theoretiker des Atheismus ja auch                 manchmal nicht Unkluges von sich gab. <\/p>\n<p>Das hat sich aber in den letzten Jahren ver\u00e4ndert. Als 2010 Onfrays                 Buch &#8222;L&#8217;Ordre libertaire. La vie philosophique d&#8217;Albert Camus&#8220;                 (w\u00f6rtlich: Die libert\u00e4re Ordnung. Das philosophische Leben von                 Albert Camus) erschien ((2)),                 hatte ich es in der anarchistischen Wochenzeitung &#8222;Le Monde libertaire&#8220;                 grunds\u00e4tzlich kritisiert, was eine zwar kontroverse, aber insgesamt                 fruchtbare und kl\u00e4rende Diskussion in anarchistischen Kreisen                 \u00fcber Vor- und Nachteile eines selbsternannten &#8222;Libert\u00e4ren&#8220; in                 Fernsehtalkshows ausl\u00f6ste. ((3))               <\/p>\n<p>Inhaltliche Gr\u00fcnde daf\u00fcr lagen erstens in seinem offenbar konkurrenzorientierten                 Schlechtmachen aller Arbeiten von AktivistInnen aus der anarchistischen                 Bewegung, die zu Camus seit dessen Tod erschienen waren; zweitens                 im absichtlichen Ignorieren wichtiger Quellen und Seminare, bei                 denen er selbst keinen Starauftritt hatte, wie etwa das Colloquium                 zum libert\u00e4ren Camus im Jahre 2008 in Lourmarin und den dazugeh\u00f6rigen                 Tagungsband; drittens das Fehlen der Behandlung des Einflusses,                 den die anarchosyndikalistischen Schriften Simone Weils ((4))                 auf Camus aus\u00fcbten; und viertens eine geradezu abenteuerliche                 Spekulation auf den letzten 60 Seiten seines Buches dar\u00fcber, wie                 wohl die Position Camus&#8216; heute aussehen w\u00fcrde. <\/p>\n<h3>Camus &#8211; ein libert\u00e4rer Kapitalist?<\/h3>\n<p>Dabei unterstellte Onfray, Camus w\u00fcrde heute einen &#8222;capitalisme                 libertaire&#8220; (libert\u00e4ren Kapitalismus) propagieren, wof\u00fcr es in                 seinen Schriften nirgends auch nur den geringsten Hinweis gibt.               <\/p>\n<p>Im Gegenteil: Camus verfocht zeit seines Lebens immer einen &#8222;socialisme                 libertaire&#8220; oder schrieb etwa: &#8222;La propri\u00e9t\u00e9, c&#8217;est le meurtre&#8220;                 (&#8222;Eigentum ist Mord&#8220;, eine Radikalisierung von Proudhons &#8222;Eigentum                 ist Diebstahl&#8220;) &#8211; w\u00e4hrend Onfray fatalistisch schrieb, Eigentum                 habe es immer schon gegeben und werde es auch immer geben. Diese                 bereits vorher und zu anderen Anl\u00e4ssen medial von Onfray ausge\u00fcbte                 Propaganda eines &#8222;libert\u00e4ren Kapitalismus&#8220; erkl\u00e4rt denn auch,                 warum f\u00fcr ihn der Zugang zu Sarkozy so leicht war und ihm dieser                 sogar eine Privataudienz gew\u00e4hrte. <\/p>\n<p>So ist denn auch typisch f\u00fcr Onfray, libert\u00e4re Diskurse oder                 Projekte unter Umgehung jeder Diskussion mit der libert\u00e4ren Bewegung                 mit meist f\u00fcr Libert\u00e4re unm\u00f6glich zu akzeptierenden Personen zu                 initiieren. Sarkozy nahm sofort seinen Vorschlag der \u00dcberf\u00fchrung                 Camus&#8216; ins Pantheon auf, bezeichnete sich medienwirksam als Camus-Fan                 und interpretierte Camus als braven Vertreter demokratisch-kapitalistischer                 Freiheit, als Vertreter seines herrschenden Status Quo also. <\/p>\n<p>Zu entscheiden hatten die \u00dcberf\u00fchrung zum Gl\u00fcck die noch lebenden                 Kinder Camus&#8216;, die Zwillinge Jean und Catherine, welche die Nachlassrechte                 innehaben und beide zustimmen m\u00fcssen, damit solche Projekte durchgef\u00fchrt                 werden k\u00f6nnen. Catherine bekam viel zustimmende Post von LeserInnen                 der Romane Camus&#8216; und sprach sich nach langem Z\u00f6gern f\u00fcr die \u00dcberf\u00fchrung                 aus (heute ist sie \u00f6ffentlich froh dar\u00fcber, dass es nicht dazu                 kam). Von einigen Intellektuellen und linken bis libert\u00e4ren Camus-InterpretInnen                 wurde jedoch eine Gegenposition in die \u00d6ffentlichkeit getragen,                 die bereits damals nicht zu \u00fcbersehen war &#8211; ob sie jedoch letztlich                 entscheidend f\u00fcr Jeans Veto gegen die \u00dcberf\u00fchrung war, ist zweifelhaft.                 Immerhin wandte sich Jean mit demselben Argument wie die Libert\u00e4ren                 gegen die \u00dcberf\u00fchrung: Dass sich n\u00e4mlich Camus vor allem in den                 Nachkriegsjahren als Gegner des Nationalismus bezeichnet hat und                 zum Beispiel antinationalistische Kampagnen wie die von Garry                 Davis aktiv unterst\u00fctzt hatte, der 1948 in Paris seinen Pass \u00f6ffentlich                 zerriss und sich als Weltb\u00fcrger erkl\u00e4rte; dass also Camus als                 Nationalheld nicht taugte. Letztlich lag es am nicht widerrufenen                 Veto von Jean, dass der Sarkozy-Onfray-Plan scheiterte. Aus anarchistischer                 Sicht war das schon mal nicht schlecht.<\/p>\n<h3>Die Diskussionen um zwei gescheiterte Gro\u00df-Ausstellungen zu                 Camus<\/h3>\n<p>Doch es kam noch besser: H\u00f6hepunkt und Abschluss des Jahres der                 europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt Marseille-Provence sollte schon                 nach den Planungen bei der Bewerbung eine gro\u00dfe Camus-Ausstellung                 in Aix-en-Provence werden (ca. 20 km n\u00f6rdlich von Marseille).                 Den Zuschlag als Gestalter der Ausstellung bekam urspr\u00fcnglich                 Benjamin Stora, seines Zeichens anerkannter Historiker des Algerienkrieges,                 der politisch nach 1968 aus trotzkistischen Gruppen um den Wiederaufbau                 der IV. Internationale kam. <\/p>\n<p>Er entwarf ein Konzept mit f\u00fcnf Ausstellungsbereichen, wobei                 die Positionierung Camus&#8216; zum Algerienkrieg nur ein Bereich war.                 Trotzdem kam es nun schnell zum Streit dar\u00fcber, ob die Ausstellung                 eine Schwerpunktausstellung zu Algerien werden w\u00fcrde und andere                 wichtige Aspekte Camus&#8216; nicht ausreichend gew\u00fcrdigt w\u00fcrden. <\/p>\n<p>Nun entstand ein undurchsichtiges Geflecht von Entscheidungen                 und Interessen, deren ProtagonistInnen waren: die Leitung der                 Kulturhauptstadt von Marseille, die B\u00fcrgermeisterin Maryse Joissaince                 von Aix, die Rechte- und Archivinhaberin Catherine Camus und &#8211;                 wieder einmal &#8211; Michel Onfray. Dazu muss man nun wissen, dass                 erstens Benjamin Stora als qualifizierter Historiker zwar kaum                 anfechtbar ist, trotzdem aber heute, nach seiner Abwendung vom                 Trotzkismus ((5)) eine offensichtliche                 N\u00e4he zum Parti socialiste (Sozialistische Partei) und zur Regierung                 Hollande nicht verhehlt. Ganz sicher, das ist mehrfach belegt,                 war diese Tatsache der B\u00fcrgermeisterin von Aix ein Dorn im Auge                 (inwiefern das auch bei Catherine Camus und der Leitung der Kulturhauptstadt                 in Marseille der Fall war, bleibt f\u00fcr mich bis heute undurchsichtig).                 So wurde Benjamin Stora als Verantwortlicher der Ausstellung 2012                 ohne Begr\u00fcndung abgesetzt &#8211; Drahtzieherin war die B\u00fcrgermeisterin                 von Aix, eine unm\u00f6gliche und kreuzdumme Person, die zum Beispiel                 2012 eine Veranstaltungswoche von unabh\u00e4ngigen Initiativen zum                 50. Jahrestag der algerischen Unabh\u00e4ngigkeit verbot. <\/p>\n<h3>Interessen der Verb\u00e4nde alter Algerienk\u00e4mpfer und der OAS<\/h3>\n<p>Joissaince geh\u00f6rt zu jener H\u00e4lfte der konservativen Partei UMP,                 die inzwischen offen f\u00fcr ein Regierungsb\u00fcndnis mit dem neofaschistischen                 Front national (Nationale Front) von Le-Pen-Tochter Marine eintritt.<\/p>\n<p>Hintergrund ist dabei, dass die kommunale W\u00e4hlerbasis der B\u00fcrgermeisterin                 aus ehemaligen algerienfranz\u00f6sischen Siedlerfamilien und deren                 Nachkommen besteht, die 1962 bei der Unabh\u00e4ngigkeit Algeriens                 mit viel Ressentiment geladen nach Frankreich zur\u00fcckgekehrt sind,                 darunter auch einflussreiche Veteranenverb\u00e4nde der OAS (Organisation                 de l&#8217;arm\u00e9e s\u00e9cr\u00e8te, Organisation der Geheimarmee), die gegen De                 Gaulle erst vom 21.-25. April 1961 putschte und dann &#8211; nach Niederschlagung                 des Putsches &#8211; Attentate gegen die von de Gaulle eingeschlagene                 Entkolonialisierungspolitik durchf\u00fchrte. Der B\u00fcrgermeisterin und                 ihrer W\u00e4hlerbasis war Stora erstens zu PS-nah, zweitens zu kritisch                 gegen\u00fcber der brutalen Repressionspolitik der franz\u00f6sischen Armee                 im Algerienkrieg, welche die B\u00fcrgermeisterin selbst bisweilen                 sogar \u00f6ffentlich verteidigt, nach dem Motto, das sei nur eine                 Handvoll Aufst\u00e4ndischer gewesen und die Geschichte werde ihr noch                 recht geben!<\/p>\n<p>Nun fand zuf\u00e4llig in dieser Zeit gerade eine Buchvorstellung                 von Onfray zu seinem Buch \u00fcber Camus in Aix statt. Kurzerhand                 pr\u00e4sidierte die B\u00fcrgermeisterin bei dieser Veranstaltung und \u00fcberredete                 Onfray auch gleich, die Ausstellungsorganisation des geschassten                 Stora zu \u00fcbernehmen, was Onfray sofort zusagte. <\/p>\n<p>Peinlich f\u00fcr Onfray ist dabei Mehreres: Erstens, dass er sich                 von Maryse Joissains \u00fcberhaupt dazu \u00fcberreden lie\u00df (ohne jede                 R\u00fccksprache mit libert\u00e4ren Bewegungszusammenh\u00e4ngen oder auch nur                 mit Stora), obwohl er Joissains&#8216; politische Positionierung kannte;                 zweitens aber auch, dass sich die reaktion\u00e4ren algerienfranz\u00f6sischen                 OAS-Organisationen \u00f6ffentlich f\u00fcr Onfray und gegen Stora aussprachen.               <\/p>\n<p>So meinte der Vorsitzende einer dieser Organisationen, Jean Fran\u00e7ois                 Collin, bei Stora &#8222;kommt der Gemeinschaft der Algerienfranzosen                 das Kotzen&#8220;. <\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber sei seiner Meinung nach Onfray &#8222;tats\u00e4chlich ein                 wirklicher Fortschritt&#8220;. ((6))                 Diese Reputation hatte sich Onfray u.a. damit verdient, dass er                 kurz vorher, bei einer Algerienreise in einer franz\u00f6sischsprachigen                 algerischen Zeitung (El Watan, dt. Arabische Heimat) behauptet                 hatte, die franz\u00f6sische Armee habe seit 1945 (Massaker von S\u00e9tif                 und Guelma) keine Massaker in Algerien mehr begangen &#8211; also wohl                 auch nicht w\u00e4hrend des Unabh\u00e4ngigkeitskrieges? Und das im Namen                 eines Camus-Experten! ((7)) <\/p>\n<p>Gleichzeitig gab es noch einen Sturm publizistischer und intellektueller                 Entr\u00fcstung gegen Storas&#8217;Absetzung, so dass Onfray angesichts dieses                 Klimas schon nach wenigen Wochen das Handtuch warf und auf die                 Ausstellungsleitung verzichtete. Eine entscheidende Rolle spielte                 dabei auch, dass aufgrund dieses Parteienstreits (SP-naher Stora                 gegen UPM-rechter-Fl\u00fcgel-Joissains) nach der Absetzung Storas                 alle staatlichen Zusch\u00fcsse (400.000 Euro) f\u00fcr die Ausstellung                 von der PS-Kultusministerin Filippetti gestrichen wurden &#8211; und                 wir wissen ja, dass diese ganzen Profis bei ihren Projekten immer                 nur teure staatliche Zusch\u00fcsse verbraten k\u00f6nnen und sie, wenn                 ihnen keine Subventionen zur Verf\u00fcgung stehen, strukturell unf\u00e4hig                 sind, eine solche Ausstellung dann eben selbstorganisiert zu stemmen.                 Ohne staatliche Gelder war&#8217;s also vorbei mit Onfrays Bereitschaft.               <\/p>\n<h3>Kleines Bonmot zum Schluss<\/h3>\n<p>In einem ersten Konzeptentwurf zur Ausstellung nach seiner Ernennung                 hatte sich Onfray schon gleich ein Nachfolgeprojekt einfallen                 lassen, das er Joissaince vorlegte und offensichtlich auch mit                 ihr verwirklichen wollte, n\u00e4mlich tats\u00e4chlich ein &#8222;Haus der Anarchie&#8220;                 in Aix, einer rechten Hochburg &#8211; selbstverst\u00e4ndlich auch wieder                 ohne jede R\u00fccksprache mit libert\u00e4ren BewegungsaktivistInnen, direkt                 an eine B\u00fcrgermeisterin gewandt, die erstens nicht wei\u00df, was Anarchie                 ist und sie zweitens verbieten w\u00fcrde, wenn sie es w\u00fcsste.<\/p>\n<p>Am Ende jedenfalls finanzierte die B\u00fcrgermeisterin von Aix im                 Hau-Ruck-Verfahren allein und aus kommunalen Geldern die jetzt                 von Anfang Oktober bis Ende Dezember laufende kleine Alibi-Ausstellung                 &#8222;Camus &#8211; Citoyen du monde&#8220; (Camus &#8211; Weltb\u00fcrger), die leider kaum                 etwas mit Antinationalismus zu tun hat und in ersten \u00fcberregionalen                 Presseberichten bereits als Peinlichkeit sondergleichen kritisiert                 worden ist. ((8))<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tats\u00e4chlich hei\u00dft das Terrain der Kulturhauptstadt denn auch Marseille-Provence und schlie\u00dft damit den Bestattungsort Camus&#8216; mit ein. Seit dieser Bewerbung hat es einen unausgesetzten, in vielerlei Hinsicht grotesk anmutenden Kulturkampf um die jeweils als &#8222;richtig&#8220; angesehene Interpretation des politischen Erbes Camus&#8216; gegeben. Jede Partei und Str\u00f6mung war und ist &#8211; zum Teil mit erheblichen Verrenkungen, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2013\/11\/zum-100-geburtstag-kulturkampf-um-albert-camus\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Zum 100. 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