{"id":13220,"date":"2014-01-01T00:00:57","date_gmt":"2013-12-31T22:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=13220"},"modified":"2022-07-26T13:31:02","modified_gmt":"2022-07-26T11:31:02","slug":"die-militarisierung-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2014\/01\/die-militarisierung-geht-weiter\/","title":{"rendered":"Die Militarisierung geht weiter"},"content":{"rendered":"<p>Tats\u00e4chlich wurde \u00fcber die Verhandlungen zum au\u00dfen- und sicherheitspolitischen                 Teil des Koalitionsvertrages vergleichsweise wenig berichtet.                 Dies war jedoch am ehesten der Tatsache geschuldet, dass es augenscheinlich                 so gut wie keine Streitpunkte zwischen CDU\/CSU und SPD gab. <\/p>\n<p>Schon \u00fcber die mitten im Verhandlungsprozess vorgelegte Koalitionsvereinbarung,                 die sp\u00e4ter nahezu eins zu eins in den Koalitionsvertrag \u00fcbernommen                 wurde, hie\u00df es in der FAZ (6.11.2013): &#8222;In der Au\u00dfenpolitik haben                 die Koalitionsunterh\u00e4ndler [\u2026] fast vollst\u00e4ndig vom selben Blatt                 gesungen. Die Positionen und Standpunkte [\u2026] unterscheiden sich                 nur noch in ganz wenigen Punkten.&#8220; <\/p>\n<p>Einig war man sich nicht nur darin, die Militarisierung Deutschlands                 zielstrebig weiter voranzutreiben, sondern diese Ma\u00dfnahmen dar\u00fcber                 hinaus in einen neuen Duktus &#8222;Machtpolitischer Verantwortung&#8220;                 einzubetten. <\/p>\n<p>Die scheinbar bislang in Deutschland vorherrschende &#8222;Kultur der                 Zur\u00fcckhaltung&#8220; was den Einsatz milit\u00e4rischer Gewalt anbelangt,                 m\u00fcsse endlich ad acta gelegt werden, so die wohl wichtigste Aussage                 des Koalitionsvertrags. Nat\u00fcrlich war es mit der vielbeschworenen                 &#8222;Kultur der Zur\u00fcckhaltung&#8220; noch nie allzu weit her &#8211; dass diese                 aber nun buchst\u00e4blich beerdigt und durch ein neues offensives                 Leitbild ersetzt wird, kann dennoch, zumindest was die Au\u00dfendarstellung                 anbelangt, getrost als tief greifender Paradigmenwechsel angesehen                 werden.<\/p>\n<h3>Neue Macht &#8211; Neue Verantwortung<\/h3>\n<p>Als wesentlichen &#8222;Fortschritt&#8220; machte die FAZ in dem oben bereits                 zitierten Artikel die im Gegensatz zu fr\u00fcheren schwarz-roten Papieren                 inzwischen offen reklamierten Gro\u00dfmachtambitionen aus: &#8222;Einen                 Unterschied zum Koalitionsfundament des Jahres 2005 markiert die                 au\u00dfenpolitische Pr\u00e4ambel des aktuellen Entwurfes. <\/p>\n<p>Die Formulierungen markieren einen Abschied von der Kultur au\u00dfenpolitischer                 Zur\u00fcckhaltung, die fr\u00fchere Grundsatztexte pr\u00e4gte. Stattdessen                 haben die Teilnehmer, wie es aus der Verhandlungsrunde hei\u00dft,                 eine selbstbewusste Rolle Deutschlands beschrieben, die mit dem                 Bekenntnis beginnt, die Bundesregierung wolle die globale Ordnung                 aktiv mitgestalten.&#8220;<\/p>\n<p>Selbstredend fiel dieser neue machtpolitische Duktus nicht vom                 Himmel, worauf etwa German-Foreign-Policy.com (7.11.2013) hinweist:                 &#8222;Die offensiven Ank\u00fcndigungen [\u2026] kn\u00fcpfen unmittelbar an j\u00fcngste                 Vorst\u00f6\u00dfe aus Berlin an, die in den vergangenen Wochen ein deutlich                 st\u00e4rkeres deutsches Ausgreifen in alle Welt gefordert haben. In                 enger Abstimmung mit dem au\u00dfenpolitischen Establishment in der                 deutschen Hauptstadt hat etwa Bundespr\u00e4sident Joachim Gauck in                 seiner Rede zum diesj\u00e4hrigen Nationalfeiertag erkl\u00e4rt, Deutschland                 sei &#8218;bev\u00f6lkerungsreich, in der Mitte des Kontinents gelegen und                 die viertgr\u00f6\u00dfte Wirtschaftsmacht der Welt&#8216;; er lehne es ab, &#8218;dass                 Deutschland sich klein macht'&#8220;. <\/p>\n<p>Besonders einflussreich war auch ein von 50 f\u00fchrenden Vertretern                 des au\u00dfenpolitischen Establishments erstelltes Papier, das nahezu                 wortgleich diesen Gedanken \u00fcbernahm. Der vielsagende Titel des                 von &#8222;Stiftung Wissenschaft und Politik&#8220; und &#8222;German Marshall Fund&#8220;                 ver\u00f6ffentlichten Strategiedokuments lautet: &#8222;Neue Macht &#8211; Neue                 Verantwortung&#8220;. In dem zwischen November 2012 und September 2013                 erarbeiteten Pamphlet hei\u00dft es etwa: &#8222;Deutschland war noch nie                 so wohlhabend, so sicher und so frei wie heute. Es hat &#8211; keineswegs                 nur durch eigenes Zutun &#8211; mehr Macht und Einfluss als jedes demokratische                 Deutschland vor ihm. Damit w\u00e4chst ihm auch neue Verantwortung                 zu.&#8220; Deutschland habe ein gro\u00dfes Interesse an der Aufrechterhaltung                 der internationalen Ordnung und habe hierf\u00fcr als eine der F\u00fchrungsm\u00e4chte                 des Systems k\u00fcnftig gr\u00f6\u00dfere Verantwortung zu tragen, so die Kernaussage                 des Papiers. <\/p>\n<p>Ein Dissens herrschte zwischen den einzelnen an der Erstellung                 des Papiers beteiligten Exponenten deutscher Gro\u00dfmachtambitionen                 dabei lediglich, ob milit\u00e4rische Gewalt ausschlie\u00dflich mit einem                 Mandat der Vereinten Nationen ausge\u00fcbt werden d\u00fcrfe oder &#8211; nat\u00fcrlich                 nur im &#8222;Ausnahmefall&#8220; &#8211; auch ohne. <\/p>\n<p>\u00dcber die grunds\u00e4tzliche Frage, dass n\u00e4mlich &#8222;St\u00f6rer&#8220; des f\u00fcr                 Deutschland so hochprofitablen Systems gegebenenfalls milit\u00e4risch                 zur Ordnung gerufen werden m\u00fcssen, herrschte traute Einigkeit:                 &#8222;Da aber, wo St\u00f6rer die internationale Ordnung in Frage stellen;                 wo sie internationale Grundnormen (etwa das V\u00f6lkermordverbot oder                 das Verbot der Anwendung von Massenvernichtungswaffen) verletzen;                 wo sie Herrschaftsanspr\u00fcche \u00fcber Gemeinschaftsr\u00e4ume oder die kritische                 Infrastruktur der Globalisierung geltend machen oder gar diese                 angreifen; wo mit anderen Worten Kompromissangebote oder Streitschlichtung                 vergeblich sind: Da muss Deutschland bereit und imstande sein,                 zum Schutz dieser G\u00fcter, Normen und Gemeinschaftsinteressen im                 Rahmen v\u00f6lkerrechtsgem\u00e4\u00dfer kollektiver Ma\u00dfnahmen auch milit\u00e4rische                 Gewalt anzuwenden oder zumindest glaubw\u00fcrdig damit drohen zu k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Diese engagiert in den Eliten gef\u00fchrte Debatte und die darin                 formulierten Forderungen flossen dann auch zun\u00e4chst in die &#8222;Koalitionsvereinbarung                 CDU, CSU und SPD&#8220; der &#8222;AG Ausw\u00e4rtiges, Verteidigung, Entwicklungspolitik                 und Menschenrechte&#8220; vom 19.11.2013 und sp\u00e4ter dann in den Koalitionsvertrag                 ein, der Ende desselben Monats fertiggestellt war. <\/p>\n<p>Die Pr\u00e4ambel des Koalitionsvertrags klingt, als w\u00e4re sie nahezu                 wortgleich aus dem Papier &#8222;Neue Macht &#8211; Neue Verantwortung&#8220; abgepinselt                 worden: &#8222;Deutschland stellt sich seiner internationalen Verantwortung.                 Wir wollen die globale Ordnung aktiv mitgestalten. Dabei lassen                 wir uns von den Interessen und Werten unseres Landes leiten. [\u2026]                 Wir stehen bereit, wenn von unserem Land Beitr\u00e4ge zur L\u00f6sung von                 Krisen und Konflikten erwartet werden. Dabei stehen f\u00fcr uns die                 Mittel der Diplomatie, der friedlichen Konfliktregulierung und                 der Entwicklungszusammenarbeit im Vordergrund.&#8220; Ganz so friedlich,                 wie man sich in der Pr\u00e4ambel gibt, will man Deutschlands &#8222;internationale                 Verantwortung&#8220; nun aber doch nicht gewahrt wissen. So wird f\u00fcr                 die EU eine &#8222;strategische Diskussion&#8220; eingefordert, \u00fcber die gekl\u00e4rt                 werden solle, &#8222;was sie mit vorrangig zivilen Mitteln oder gegebenenfalls                 auch milit\u00e4rischen Eins\u00e4tzen erreichen kann und will&#8220;. Gleichzeitig                 bekennt man sich konsequenterweise auch zu einer &#8222;starken Verteidigung&#8220;                 und betont: &#8222;Die Bundeswehr wird auch in Zukunft in Auslandseins\u00e4tzen                 gefordert. Das setzt ein breites milit\u00e4risches F\u00e4higkeitsspektrum                 voraus.&#8220;<\/p>\n<p>Bei alledem sollte man auf keinen Fall den Fehler begehen zu                 denken, die SPD m\u00fcsste hier zum Jagen getragen werden, wie etwa                 der <i>Tagesspiegel<\/i> (05.11.2013) betont: &#8222;Zur Vorgeschichte                 des offensiven Ansatzes geh\u00f6rt, dass die SPD in den vergangenen                 vier Jahren immer wieder kritisiert hatte, die Au\u00dfenpolitik unter                 Minister Guido Westerwelle (FDP) bleibe unter ihren M\u00f6glichkeiten                 und nutze in Konflikten wie Iran, Naher Osten und Syrien ihren                 Handlungsspielraum und ihren potenziellen Einfluss nicht aus.&#8220;                  ((1)) Geradezu triumphierend                 freut sich die Welt (19.11.2013), dass nun der &#8211; aus Sicht des                 Blattes grundfalschen &#8211; &#8222;Westerwelle-Doktrin&#8220; au\u00dfenpolitischer                 Zur\u00fcckhaltung in trauter Einigkeit eine klare Absage erteilt wurde:                 &#8222;Einig waren sich Union und SPD aber tats\u00e4chlich immer dann, wenn                 es darum ging, die Doktrin des amtierenden Au\u00dfenministers Guido                 Westerwelle (FDP) zu beerdigen. So ist die von Westerwelle am                 h\u00e4ufigsten zitierte Formulierung des alten Koalitionsvertrages,                 man lasse sich bei milit\u00e4rischen Interventionen von einer &#8218;Kultur                 der Zur\u00fcckhaltung&#8216; leiten, im neuen Vertrag nicht mehr enthalten.&#8220;<\/p>\n<p>Verhandlungsf\u00fchrer f\u00fcr die CDU war Verteidigungsminister Thomas                 de Maizi\u00e8re, der schon im Mai 2011 in seiner &#8222;Rede zur Neuausrichtung                 der Bundeswehr&#8220; die heutige Marschroute vorgab, als er sagte,                 der &#8222;Einsatz von Soldaten&#8220; k\u00f6nne auch dann erforderlich sein,                 &#8222;wenn keine unmittelbaren Interessen Deutschlands erkennbar sind.                 F\u00fcr andere demokratische Nationen ist so etwas l\u00e4ngst als Teil                 internationaler Verantwortung selbstverst\u00e4ndlich. Wohlstand erfordert                 Verantwortung.&#8220; <\/p>\n<p>Doch dieses Gerede von der &#8211; milit\u00e4risch umzusetzenden &#8211; internationalen                 Verantwortung ist nichts anderes als der wenig verklausulierte                 Versuch, mit der &#8222;Kultur der Zur\u00fcckhaltung&#8220; zugunsten einer auf                 Gewalt gest\u00fctzten Weltmachtpolitik endg\u00fcltig aufzur\u00e4umen. So schreibt                 etwa der Politikprofessor Gunther Hellmann in einem Beitrag f\u00fcr                 die <i>Internationale Politik<\/i>, nach eigenem Bekunden &#8222;Deutschlands                 f\u00fchrende au\u00dfenpolitische Zeitschrift&#8220;, \u00fcber die machtpolitischen                 Hintergr\u00fcnde dieser Verantwortungsrhetorik: &#8222;Deutschland, so hei\u00dft                 es, hat &#8218;F\u00fchrungsverantwortung&#8216; zu \u00fcbernehmen. Eine &#8218;Kultur der                 Zur\u00fcckhaltung&#8216;, wie sie in Bonner Zeiten verstanden wurde, ist                 mit einer derart gewachsenen au\u00dfenpolitischen &#8218;Verantwortung&#8216;                 nicht mehr vereinbar, sei es im Kontext der EU oder in Afghanistan.                 [\u2026] Berlin sagt &#8218;Verantwortung \u00fcbernehmen&#8216;, meint aber &#8218;Macht                 aus\u00fcben&#8216;.&#8220; <\/p>\n<h3>Attraktivit\u00e4tsoffensive und finanzieller Schluck aus der Pulle<\/h3>\n<p>Damit den deutschen Gro\u00dfmachtambitionen auch k\u00fcnftig genug Personal                 zur Verf\u00fcgung steht, wird im Koalitionsvertrag betont, der &#8222;Steigerung                 der Attraktivit\u00e4t des Auftraggebers Bundeswehr&#8220; m\u00fcsse hohe Priorit\u00e4t                 zukommen. Als Teil einer solchen &#8222;Attraktivit\u00e4tsoffensive&#8220; wird                 u.a. der &#8222;Aufbau der Kinderbetreuung [\u2026] f\u00fcr mehr Familienfreundlichkeit&#8220;                 genannt. <\/p>\n<p>Ferner wird ein grunds\u00e4tzliches Bekenntnis zur Propagandat\u00e4tigkeit                 im Inland abgegeben, um \u00fcber die T\u00e4tigkeit der Truppe &#8222;aufzukl\u00e4ren&#8220;:                 &#8222;Der Dialog der Bundeswehr mit der Gesellschaft soll insbesondere                 mit jungen Menschen gef\u00fchrt werden. Die Jugendoffiziere leisten                 eine wichtige Arbeit bei der Information \u00fcber den Auftrag der                 Bundeswehr. Wir begr\u00fc\u00dfen es, wenn m\u00f6glichst viele Bildungsinstitutionen                 von diesem Angebot Gebrauch machen. Der Zugang der Bundeswehr                 zu Schulen, Hochschulen, Ausbildungsmessen und \u00e4hnlichen Foren                 ist f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndlich.&#8220;<\/p>\n<p>Den &#8222;Soldatinnen und Soldaten&#8220; wird gleichzeitig die &#8222;bestm\u00f6gliche                 Ausr\u00fcstung&#8220; versprochen. Hierf\u00fcr &#8211; und generell f\u00fcr Deutschlands                 milit\u00e4rische Potenz &#8211; bed\u00fcrfe es jedoch einer schlagkr\u00e4ftigen                 R\u00fcstungsindustrie, weshalb der Koalitionsvertrag eine regelrechte                 Liebeserkl\u00e4rung an die Branche enth\u00e4lt: &#8222;Deutschland hat ein elementares                 Interesse an einer innovativen, leistungs- und wettbewerbsf\u00e4higen                 nationalen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Der Erhalt                 eigener industrieller F\u00e4higkeiten sichert nationale Souver\u00e4nit\u00e4t,                 schlie\u00dft milit\u00e4rische F\u00e4higkeitsl\u00fccken und st\u00e4rkt die Kooperationsf\u00e4higkeit.&#8220;<\/p>\n<p>Auch konkrete R\u00fcstungsprojekte werden im Koalitionsvertrag angek\u00fcndigt,                 dieses etwa verspricht besonders teuer zu werden: &#8222;Die Bundesregierung                 bekennt sich zu ihren b\u00fcndnispolitischen Zusagen und wird ihren                 Beitrag zum Aufbau der NATO-Raketenabwehr leisten, die wir f\u00fcr                 den effektiven Schutz vor der Bedrohung durch Raketen in den H\u00e4nden                 von Risikostaaten ben\u00f6tigen.&#8220; <\/p>\n<p>Was die Anschaffung von Kampfdrohnen anbelangt, ist diese keineswegs                 vom Tisch, sondern lediglich auf Wiedervorlage vertagt: &#8222;Vor einer                 Entscheidung \u00fcber die Beschaffung qualitativ neuer Waffensysteme                 werden wir alle damit im Zusammenhang stehenden v\u00f6lker- und verfassungsrechtlichen,                 sicherheitspolitischen und ethischen Fragen sorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen.                 Dies gilt insbesondere f\u00fcr neue Generationen von unbemannten Luftfahrzeugen,                 die \u00fcber Aufkl\u00e4rung hinaus auch weitergehende Kampff\u00e4higkeiten                 haben.&#8220; <\/p>\n<p>Fest im Koalitionsvertrag verankert wurde dagegen bereits die                 Herstellung einer EU-Drohne: &#8222;Die Koalition wird eine europ\u00e4ische                 Entwicklung f\u00fcr unbemannte Luftfahrzeuge voranbringen.&#8220; <\/p>\n<p>Da trifft es sich, dass EADS (bald: Airbus) sowohl in den Bau                 der NATO-Raketenabwehr als auch der EU-Drohne einsteigen will.               <\/p>\n<p>Was die Kontrolle der steigenden R\u00fcstungsexporte anbelangt, wird                 lediglich eine zeitnahe Unterrichtung des Bundestages \u00fcber &#8222;Genehmigungsentscheidungen                 im Bundessicherheitsrat&#8220; sowie eine fr\u00fchere &#8222;Vorlage des j\u00e4hrlichen                 R\u00fcstungsexportberichtes noch vor der Sommerpause des Folgejahres&#8220;                 angek\u00fcndigt. <\/p>\n<p>Hierbei handelt es sich um ein verfr\u00fchtes Weihnachtsgeschenk                 an die R\u00fcstungsindustrie, denn dadurch werden die deutschen R\u00fcstungsexporte,                 die 2012 mit Exportgenehmigungen in einer H\u00f6he von 8,87 Mrd. Euro                 ein Allzeithoch erreicht haben, jedoch &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; nur                 minimal behindert. ((2)) <\/p>\n<p>Ein letzter wesentlicher Punkt findet sich nicht im Koalitionsvertrag                 selbst, war aber im Prinzip schon vor Abschluss der Verhandlungen                 klar: N\u00e4mlich dass das vereinbarte Sparziel vom Juni 2010, nach                 dem der Bundeswehr-Etat bis 2014 auf 27,6 Mrd. Euro h\u00e4tte reduziert                 werden m\u00fcssen, weiter geflissentlich ignoriert wird. F\u00fcr 2014                 sind aktuell 32,8 Mrd. Euro eingeplant (au\u00dferdem wurden bis zu                 750 Mio. Euro Personalkosten in den allgemeinen Haushalt verschoben).               <\/p>\n<p>Dieser Betrag soll laut dem Unionsvorsitzenden Volker Kauder                 nun augenscheinlich &#8211; zumindest gab es bislang keine Dementis                 &#8211; auf diesem hohen Niveau verstetigt werden: So hei\u00dft in der FAZ                 (05.11.2013): &#8222;Was politische Vorhaben kosten, verraten Politiker                 weder im Wahlkampf noch in der Fr\u00fchphase von Koalitionsverhandlungen                 gern. [\u2026] Volker Kauder, der alte und neue Vorsitzende der Unionsfraktion                 im Bundestag, hat eine geradezu spektakul\u00e4re Ausnahme gemacht.                 Noch im Wahlkampf hat er die H\u00f6he des Verteidigungshaushalts bis                 zum Jahr 2017 pr\u00e4zise festgelegt. \u00dcber die komplette Legislaturperiode                 solle es bei den f\u00fcr 2014 beschlossenen 32,8 Milliarden Euro f\u00fcr                 die Bundeswehr bleiben, versprach Kauder im September.&#8220;<\/p>\n<p>So ist also sichergestellt, dass den deutschen Weltmachtambitionen                 auch die notwendigen Soldaten, industriellen Kapazit\u00e4ten und nicht                 zuletzt auch Gelder zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tats\u00e4chlich wurde \u00fcber die Verhandlungen zum au\u00dfen- und sicherheitspolitischen Teil des Koalitionsvertrages vergleichsweise wenig berichtet. Dies war jedoch am ehesten der Tatsache geschuldet, dass es augenscheinlich so gut wie keine Streitpunkte zwischen CDU\/CSU und SPD gab. 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