{"id":13305,"date":"2014-03-01T00:00:58","date_gmt":"2014-02-28T22:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=13305"},"modified":"2022-07-26T14:12:08","modified_gmt":"2022-07-26T12:12:08","slug":"nicht-das-klassische-weisse-bild-des-kollektivs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2014\/03\/nicht-das-klassische-weisse-bild-des-kollektivs\/","title":{"rendered":"&#8222;Nicht das klassische, wei\u00dfe Bild des Kollektivs&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><b>Bernd Dr\u00fccke: Stellt Euch bitte mal vor.<\/b><\/p>\n<p><i>Carina B\u00fcker:<\/i> Ich bin die Carina und ich habe auf ein bisschen verschlungenen Pfaden zu diesem Verlag gefunden. Schon ziemlich lange habe ich mich f\u00fcr politische Themen, also insbesondere einfach was geht zwischen den Leuten ab, nicht so Politik im Parlamentskramsinne, interessiert. Aber erst w\u00e4hrend meines Studiums habe ich da dann auch andere Leute gefunden, mit denen ich das dann auch zusammen machen konnte. Das Studium habe ich dann irgendwann abgebrochen und bin Buchh\u00e4ndlerin geworden.<\/p>\n<p>Als das fertig war, wollte ich ein Praktikum in einem politischen Verlag machen und habe dann auf der Buchmesse den Willi getroffen und ihn danach gefragt. Als ich dann sp\u00e4ter noch mal angerufen habe, wie das jetzt aussieht mit dem Praktikum, sagte der mir, ach komm doch einfach mal zum Gr\u00fcndungstreffen vom neuen Verlag edition assemblage. Da bin ich dann hingegangen und anstatt ein Praktikum zu machen, habe ich dann gedacht &#8218;entweder ganz oder gar nicht&#8216; und bin deswegen jetzt von Anfang an dabei.<\/p>\n<p><i>Willi Bischof:<\/i> Ich bin seit 25 Jahren Verleger und nach dem Unrast Verlag ist die edition assemblage das zweite Verlagsprojekt, das ich mitinitiert habe.<\/p>\n<p><b>Ann-Kathrin Petermann: Wie ist die Idee zu edition assemblage entstanden?<\/b><\/p>\n<p><i>Willi Bischof:<\/i> Sie entstand, weil uns ein politisches Verlagsprojekt fehlte und wir kollektiv arbeiten wollten. Mit dem Ende des Unrast-Kollektivs und der Privatisierung des Verlages entstand in unserem politischen Umfeld das Konzept f\u00fcr unseren neuen Verlag, das politisch und organisatorisch aus alten Fehlern Konsequenzen zieht und ein politisches Verlagsprojekt erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><b>Bernd Dr\u00fccke: Was macht Euer Verlag? Was bringt Ihr f\u00fcr B\u00fccher raus?<\/b><\/p>\n<p><i>Carina B\u00fcker: <\/i>Wir haben B\u00fccher zu verschiedensten Themen, die in einem politischen Kontext stehen. Das sind klassische Anarchismus-, Kommunismus-, Antirassimus- und Antifa-Sachen, Vielf\u00e4ltiges von theoretischen Standpunkten bis hin zu Romanen, Kurzgeschichten und Theaterst\u00fccken. Das ist alles noch ein bisschen in den Anf\u00e4ngen, unser Schwerpunkt liegt bei politischen Sachb\u00fcchern. Weitere Themen sind (Queer-)Feminismus, Sozialpolitik, Bewegungen von unten, Empowerment und viele andere.<\/p>\n<p><b>Bernd Dr\u00fccke: Besonders gut aus Eurem neuen Programm gef\u00e4llt mir das diskussionsanregende Buch &#8222;Triple A&#8220; von Oskar Lubin, \u00fcber Anarchismus, Aktivismus und Allianzen. Diese &#8222;kleine Streitschrift f\u00fcr ein Upgrading&#8220; hat Horst Blume im Oktober 2013 in der Graswurzelrevolution Nr. 382 rezensiert. Versteht sich Euer Verlag als anarchistisch? Versteht Ihr euch als libert\u00e4r? Habt Ihr eine Utopie?<\/b><\/p>\n<p><i>Willi Bischof:<\/i> Wir publizieren anarchistische B\u00fccher. Wichtiger als die Frage, ob wir uns als Anarchisten oder Anarchistinnen verstehen, ist es mir insbesondere, dass wir auch den Anarchismus oder die anarchistische Bewegung mit bewegen und pr\u00e4gen. Es ist nicht nur der Anarchismus, sondern es sind auch andere soziale Bewegungen und politische Theorien, in die wir reinwirken wollen.<\/p>\n<p>Wenn du mich nach einer konkreten Utopie fragst, dann denke ich an Walter Benjamin und den Geschichtsengel, der den Utopiegedanken kritisch denkt. Dieser Engel der Geschichte, fliegt r\u00fcckw\u00e4rts und schaut auf die sich auft\u00fcrmenden Katastrophen der Geschichte, die immer gr\u00f6\u00dfer werden. Mit dieser Utopiefigur w\u00fcrde ich formulieren: Der weitblickendste Engel, fliegt r\u00fcckw\u00e4rts und schaut weit nach hinten und schaut wie es den Menschen am Rand dieser Gesellschaft geht. Man sollte niemanden zur\u00fccklassen in der Gesellschaft, es sollte niemand ausgegrenzt werden.<\/p>\n<p>Es erscheint mir wichtig, nicht mit einem Traumbild nach vorne zu schauen, sondern tats\u00e4chlich zu schauen, was schief gegangen ist in dieser Geschichte, was schief geht in dieser Gesellschaft, wenn wir uns eine andere Zukunft vorstellen wollen. Die Perspektive ist, dass man auf die Gesellschaft und die Menschen schaut, die ausgegrenzt werden. Sie sind die Expert*innen, die selten geh\u00f6rt werden. Wir ben\u00f6tigen mehr B\u00fccher, die das Wissen dieser Menschen, ihren Widerstand und ihre ganz allt\u00e4glichen Themen und K\u00e4mpfe sprechen lassen. In dem Sinne w\u00fcnsche ich mir auch f\u00fcr den Anarchismus eine Bereicherung mit diesen Themen und Perspektiven.<\/p>\n<p><i>Carina B\u00fcker:<\/i> Ich w\u00fcrde auch sagen, dass unser Anarchismus eher einer ist, in dem wir bestimmte Ziele vertreten.<\/p>\n<p>Wir lehnen Herrschaft ab, haben eine Utopie von einem guten, nicht hierarchischen Umgang von Menschen miteinander.<\/p>\n<p>Aber es ist nicht so, dass wir uns das Label &#8218;anarchistisch&#8216; geben oder dass wir andere Wege zu dem gleichen Ziel ablehnen. Ich glaube, ein konsequent zu Ende gedachter Kommunismus kommt letztendlich auf das Gleiche raus wie der Anarchismus. Insofern finde ich es \u00fcberhaupt nicht so wichtig, wie man sich nennt oder welche Wege unsere Leser*innen, Autor*innen und wir selber pers\u00f6nlich bevorzugen, sondern dass wir auf ein \u00e4hnliches oder gemeinsames Ziel zuarbeiten.<\/p>\n<p><i>Willi Bischof: <\/i>Das Bild, das wir vom Kollektiv haben, und die Art wie wir uns organisieren, dr\u00fcckt viel aus. Asamblea kennt man zum Beispiel aus S\u00fcdeuropa und aus der Occupy-Bewegung als Versammlung. Bei uns versammeln sich nicht einfach Gleiche, sondern alle sind sehr unterschiedlich in ihrer Politik und ihrem Herangehen. Das braucht seinen Platz und eine Struktur, die nicht autorit\u00e4r ist. Das braucht auch eine Wirtschaftsform, die Sachen kollektiviert und nicht privatisiert. Das sind anarchistische Themen und wir haben nicht das klassische wei\u00dfe Bild des Kollektivs gew\u00e4hlt, nach dem Motto: Wir sind gleich, wir haben alle die gleichen Anspr\u00fcche.<\/p>\n<p><b>Ann-Kathrin Petermann: Wie sieht Euer Arbeitsalltag aus? Wie ist der Vertrieb geregelt?<\/b><\/p>\n<p><i>Carina B\u00fcker:<\/i> Unser Arbeitsalltag sieht so aus, dass meistens Willi und ich gemeinsam im B\u00fcro sitzen, seit kurzem ist auch der Robin dabei. Wir erledigen unsere Sachen und sprechen viel dar\u00fcber, wie wir Probleme angehen. Zudem arbeiten wir an den Buchprojekten und den Vorschauen. Dar\u00fcber hinaus sind wir ja auch mit anderen Leuten organisiert, vor allem in unserem Programmrat. Das ist sozusagen der \u00dcberbau des Verlags und da wohnen einige Leute in M\u00fcnster und viele in anderen St\u00e4dten. Wir treffen uns zwei mal j\u00e4hrlich entweder in M\u00fcnster oder Berlin und sprechen da dann Grundsatzdinge durch. W\u00e4hrend bei uns im B\u00fcro der Alltag abl\u00e4uft, passiert auf diesen Treffen dann so etwas wie: Wir f\u00e4llen Entscheidungen, welche Themen wir im Programm haben wollen oder welches Buch wir jetzt konkret wirklich machen und welches nicht.<\/p>\n<p>Zwischendurch kommunizieren wir \u00fcber ein Forum, aber die Hauptsachen sind auf diesen Programmkonferenzen.<\/p>\n<p><b>Bernd Dr\u00fccke: Wie seid Ihr dazu gekommen, \u00fcberhaupt so einen politischen Verlag ins Leben zu rufen? Wie verlief Eure politische Sozialisation? <\/b><\/p>\n<p><i>Carina B\u00fcker:<\/i> Meine politische Sozialisation fing ganz klischeehaft mit Antifa-Arbeit an, weil das die erste Gruppe in meinem Alter war, zu der ich Kontakt gefunden habe. Im Prinzip wird ja jeder Mensch quasi von klein auf mit Themen des menschlichen Miteinanders konfrontiert, es sei denn, man ist alleine in irgendeinen Raum gesperrt.<\/p>\n<p>Dass ich dann irgendwann den Wunsch hatte, politische B\u00fccher zu machen, kam daher, dass ich eine Ausbildung als Buchh\u00e4ndlerin gemacht habe. Da habe ich gemerkt, wie Menschen mit B\u00fcchern umgehen und wie wichtig das f\u00fcr sie ist. Wie gro\u00df der Unterschied ist, ob jemand in den Laden geht und sich einen Pullover kauft oder in die Buchhandlung kommt und dann wirklich etwas zum Lesen haben will. Da war dann meine Idee: Ich m\u00f6chte gerne daran mitarbeiten, politische B\u00fccher zu machen, die als Sachb\u00fccher Themen auf den Punkt bringen, die als Literatur spannend sind, nicht mit dem Zeigefinger etwas vorgeben, sondern die die Realit\u00e4t auch auf besondere Weise zeigen, so dass Leute dazu angesto\u00dfen werden, \u00fcber Dinge nachzudenken und sich zu engagieren oder auch einfach an ihrem pers\u00f6nlichen Verhalten etwas zu \u00e4ndern. Indem man Impulse gibt, was dieser Welt helfen k\u00f6nnte, damit es Leuten besser geht.<\/p>\n<p><i>Willi Bischof:<\/i> Neben B\u00fcchern und Schreiben, politisierte mich vor allem die autonome Bewegung in den 80ern. In M\u00fcnster war es das Umw\u00e4lzzentrum und das autonome Kulturzentrum Themroc und die anarchistische Zeitschrift <i>ProjektIL<\/i>. Es ging um Anti-AKW, um Hausbesetzung, um Patriarchatskritik und um solche Fragen, Themen und Strukturen. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass ich literarisch nicht mehr schreibe, sondern politische Texte verfasse. Sp\u00e4ter entstand die Idee, dass Brosch\u00fcren nicht reichen und wir Menschen mit B\u00fcchern erreichen m\u00f6chten. So bin ich dazu gekommen Buch- und Verlagsprojekte anzugehen.<\/p>\n<p><i>Carina B\u00fcker:<\/i> Es gibt unglaublich viele Leute, die tolle Sachen zu sagen haben und die auch irgendwie ausdr\u00fccken k\u00f6nnen, aber oft Probleme mit Rechtschreibung und Grammatik haben. Da habe ich meinen Platz als Lektorin gefunden, weil ich eine geborene Klugschei\u00dferin bin. Ich kann super an Sachen rumfeilen, die andere gemacht haben, aber ich bin, glaub ich, nicht in der Lage, drei gute S\u00e4tze am St\u00fcck alleine zu schreiben. Das ist eine Arbeitsteilung, die sich total gut ergibt.<\/p>\n<p><b>Ann-Kathrin Petermann: Die edition assemblage sagt \u00fcber sich selbst, dass es ein Wunsch von ihnen ist, in neuen Konstellationen, gemeinsame Projekte zu realisieren. Was sind das f\u00fcr Projekte?<\/b><\/p>\n<p><i>Willi Bischof:<\/i> In M\u00fcnster arbeiten wir mit verschiedenen Gruppen zusammen und mit zwei Infozentren. Eine Perspektive ist der Wunsch nach einem Autonomen Zentrum hier in M\u00fcnster, das von Antifa bis Antirepressionsarbeit, \u00fcber viele verschiedene aktive Gruppen hier reicht. Dort machen wir gemeinsame Pl\u00e4ne und organisieren uns, das ist unser Anspruch miteinander. Wir haben ein klassisches Standing im Buchhandel und eine professionelle Auslieferung. Au\u00dferdem arbeiten wir mit professionellen, guten Druckereien zusammen, haben mit der Edition AV und der AG SPAK die Vertriebskooperation book:fair gegr\u00fcndet. Intern arbeiten wir mit verschiedenen Projekten zusammen oder es entwickeln sich Projekte.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, jeder findet seinen Platz und es entstehen neue Herausgeber*innengruppen, die eigene Reihen konzipieren und sich selbst\u00e4ndig organisieren. Beispielsweise die Reihe Witnessed, eine Reihe von Schwarzen Autor*innen; die Reihe Antifaschistische Politik, die klassisch die antifaschistischen Themen bearbeitet; die Reihe <i>kritik praxis <\/i>oder <i>kitchen politics<\/i>, die sich mit queerfeministischen Themen, \u00d6konomie, Kapitalismus und Kommunismus besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p><i>Carina B\u00fcker: <\/i>Wir verstehen uns weder als Dienstleistungsverlag, der alles druckt, was uns irgendjemand rein reicht, noch sind wir diejenigen, die Autor*innen anrufen und etwas &#8218;bestellen&#8216;. Es geht immer um die Zusammenarbeit, das Entwickeln, die Kommunikation und darum, dass etwas entstehen soll.<\/p>\n<p><b>Bernd Dr\u00fccke: Viel Aufsehen erregte das bei Euch 2013 erschienene Buch &#8222;Rechte Euro-Rebellion &#8211; Alternative f\u00fcr Deutschland und Zivile Koalition e.V.&#8220; von Andreas Kemper. K\u00f6nnt ihr dazu etwas erz\u00e4hlen?<\/b><\/p>\n<p><i>Willi Bischof:<\/i> Es gibt einen Anspruch, auf aktuelle Themen schnell zu reagieren. Da haben wir ein gro\u00dfes Umfeld und kennen uns in den verschiedenen Bewegungen aus. Wir wissen, welche Leute und Themen wir im Verlauf ansprechen k\u00f6nnen. Wir suchen die Diskussion und fragen uns, wo wir als radikale Linke reagieren m\u00fcssen. Dann versuchen wir auch mit B\u00fcchern zu intervenieren und es entstehen oft in drei-vier Wochen aus intensiv gef\u00fchrten Debatten Fachbeitr\u00e4ge. Jetzt tauchte die AfD auf und wir waren tats\u00e4chlich der erste Verlag, der etwas grundlegendes zu diesem Ph\u00e4nomen sagen konnte.<\/p>\n<p><i>Carina B\u00fcker: <\/i>Andreas Kemper hat sich tief in diesen Sumpf von Vereinen und Verb\u00e4nden, die dahinter stehen, reingefuchst. Da kamen dann nat\u00fcrlich von denen auch nicht unbedingt positive Reaktionen, aber ich glaube, er geht da ganz gut mit um.<\/p>\n<p>Er macht viele Veranstaltungen und das Buch wird gut angenommen. Ich glaube, wenn man erfahren will wie sich das alles zusammensetzt und dass das eben nicht nur eine Partei ist, die da agiert, sondern ein ganzes Konglomerat dahinter steckt, dann ist das ein gutes Einstiegsbuch dazu. Es ist auch leicht zu lesen, das finde ich auch immer wichtig, dass politische Themen f\u00fcr m\u00f6glichst viele zug\u00e4nglich gemacht werden.<\/p>\n<p><b>Ann-Kathrin Petermann: Die edition assemblage arbeitet ja nach den Prinzipien einer solidarischen \u00d6konomie. Was kann man sich darunter vorstellen?<\/b><\/p>\n<p><i>Carina B\u00fcker:<\/i> Das hei\u00dft konkret, dass wir mit dem Geld, was wir zur Verf\u00fcgung haben, nicht darauf aus sind, mehr daraus zu machen. Im Sinne von &#8218;wir wollen Profit f\u00fcr uns pers\u00f6nlich&#8216; oder &#8218;wir wollen, dass der Verlag immer reicher wird&#8216;, sondern das Geld ist Mittel zum Zweck, um coole B\u00fccher zu machen und die unter die Leute zu bringen. Das hei\u00dft dann auch, dass wir, wenn wir mal etwas mehr Geld haben, andere Projekte damit unterst\u00fctzen. Das hei\u00dft zum Beispiel auch, dass wir das Projekt &#8218;B\u00fccher statt Zinsen&#8216; haben. Da k\u00f6nnen zum Beispiel Leute ihr Geld im Verlag anlegen, aber nicht f\u00fcr eine Gewinnbeteiligung, sondern sie kriegen stattdessen dann B\u00fccher im Wert von zehn Prozent des Angelegten pro Jahr. Das ist eine nette Sache, wenn man etwas sowieso lesen will und gerade nicht wei\u00df, wo man sein Geld hin tun soll.<\/p>\n<p><b>Ann-Kathrin Petermann: Gibt es bisher gute Resonanzen? Was habt Ihr f\u00fcr 2014 noch geplant?<\/b><\/p>\n<p><i>Willi Bischof:<\/i> Die Resonanz war ziemlich gut, im Buchhandel wird es sehr gut aufgenommen. Wir planen ungef\u00e4hr zehn bis f\u00fcnfzehn B\u00fccher im Jahr.<\/p>\n<p><i>Carina B\u00fcker:<\/i> Seit der Gr\u00fcndung ging es rasant voran, wir haben schon ein dickes Programm. Neben unseren Inhalten spielen auch Kleinigkeiten wie sch\u00f6ne bunte Cover eine Rolle, nicht das klassische Schwarz-Rot der politischen Verlage, was man meistens auf den Tischen findet. Da merkt man dann, dass das, was wir machen, auch von den Leuten gesch\u00e4tzt wird. Das macht Spa\u00df. F\u00fcr 2014 freue ich mich gerade pers\u00f6nlich ganz besonders auf eine Kinderbuchreihe, deren erster Titel jetzt erscheinen wird: &#8222;Das Wort das Bauchschmerzen macht&#8220;.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt stehen dabei schwarze deutsche Zwillinge, Lukas und Lennard, die so einiges erleben und davon erz\u00e4hlen. Die Reihe richtet sich an Kinder im Grundschulalter, der erste Band spielt auch in der Schule, und ich bin gespannt, wie es in den Folgeb\u00e4nden weitergeht.<\/p>\n<p><b>Bernd Dr\u00fccke: Welche Perspektiven seht ihr allgemein, einmal f\u00fcr die linken Verlage und auf der anderen Seite f\u00fcr soziale Bewegungen, in denen Ihr euch bewegt und die Ihr mit den Inhalten der im Verlag publizierten B\u00fccher ja in gewisser Weise spiegelt? <\/b><\/p>\n<p><i>Carina B\u00fcker: <\/i>Es ist wichtig, dass aktuelle Dinge direkt und spektren\u00fcbergreifend diskutiert werden. Es soll kein Thema in der Anarcho-Ecke h\u00e4ngen bleiben und f\u00fcr das andere interessieren sich nur bestimmte andere Gruppen. Wir gucken, wie Sachen zusammengef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, ohne dass dabei die Verschiedenheit der Menschen und ihrer K\u00e4mpfe verloren geht. Also um mehr solidarisches Miteinander zu finden.<\/p>\n<p><b>Bernd Dr\u00fccke: Seid Ihr 2014 auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt vertreten?<\/b><\/p>\n<p><i>Carina B\u00fcker: <\/i>In Leipzig dieses Jahr leider nicht. In Frankfurt sind wir im Oktober aber wieder. Mal sehen, ob es 2015 mit Leipzig klappt.<\/p>\n<p><b>Ann-Kathrin Petermann und Bernd Dr\u00fccke: Herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bernd Dr\u00fccke: Stellt Euch bitte mal vor. Carina B\u00fcker: Ich bin die Carina und ich habe auf ein bisschen verschlungenen Pfaden zu diesem Verlag gefunden. 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