{"id":1332,"date":"1997-08-02T00:00:06","date_gmt":"1997-08-01T22:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=1332"},"modified":"2022-07-26T13:11:57","modified_gmt":"2022-07-26T11:11:57","slug":"ausgrenzungs-prozesse-antwort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1997\/08\/ausgrenzungs-prozesse-antwort\/","title":{"rendered":"Ausgrenzungs-Prozesse"},"content":{"rendered":"<h3>1. Wehe, direkte gewaltfreie Aktionen sind erfolgreich&#8230;<\/h3>\n<p>&#8222;Gewaltfrei oder militant &#8211; wichtig ist der Widerstand!&#8220; &#8211; mit dieser autonomen Standardparole endet der Text. Wenn es nur so w\u00e4re! F\u00fcr einige Militante wie den GdF-Autor gilt die vielbeschworene &#8222;Toleranz&#8220; im Widerstand nur solange, wie gewaltfreie Aktion als irrelevant und ihre Beteiligten als Naivlinge, die durch Erfahrung mit Polizeigewalt schon noch zur Militanz &#8222;erzogen&#8220; werden, gewertet werden k\u00f6nnen. Stellt sich direkte gewaltfreie Aktion jedoch einmal als eigenst\u00e4ndiger Machtfaktor im Widerstand heraus &#8211; wie beim letzten Castor-Transport auf vielf\u00e4ltige Weise, nicht nur bei der Massenblockade von &#8222;X-1000mal quer&#8220;, sondern schon in Neckarwestheim oder bei den lang aufhaltenden direkten gewaltfreien Aktionen auf der Schienenstrecke usw. -, dann ist&#8217;s aus mit der &#8222;Toleranz&#8220;, dann wird auf \u00fcbelste Weise gegen eine Aktion als spalterisch polemisiert, die auch an nur einem von 20 km Stra\u00dfenstrecke zugange war und demgegen\u00fcber v\u00f6llig vergessen, da\u00df im Rahmen des Streckenkonzepts genug Platz, Raum, Eigenst\u00e4ndigkeit f\u00fcr effektive autonome Aktion vorhanden war. Es entpuppt sich bei einigen Militanten &#8211; die Betonung liegt bei &#8222;einigen&#8220;, denn wir wollen wie gesagt nicht glauben, da\u00df das repr\u00e4sentativ ist &#8211; die Phrase von der &#8222;Toleranz&#8220; als prinzipiell heuchlerisch, quasi als autonome Doppelmoral, die genau in dem Moment einer Ausgrenzungs- und Diffamierungssucht weicht, in dem gewaltfreie Aktion nicht nur Theorie oder abstrakte Willensbekundung bleibt, sondern praktisch und f\u00fcr den Widerstand relevant wird. Dann fallen alle Hemmungen. Dann werden K\u00fcbel \u00fcbelster Verleumdungen gegen gewaltfreie AktivistInnen, gewaltfreie AnarchistInnen und Graswurzelrevolution\u00e4rInnen ausgesch\u00fcttet und die l\u00e4cherlichsten Unterstellungen verbreitet. Das Ganze wird dann sogar noch als &#8222;seri\u00f6s&#8220; (GdF-Autor) bezeichnet. Solche Man\u00f6ver, die sich um die Untersuchung des Wahrheitsgehaltes nicht mehr scheren, geh\u00f6ren im Kern zu dem, was uns an autonom-militanter Diskussionskultur am meisten abst\u00f6\u00dft. Wir nehmen diese Doppelmoral nicht hin und wehren uns gegen die sich ganz offensichtlich dahinter verbergende Strategie der Ausgrenzung eigenst\u00e4ndiger gewaltfreier Aktionskonzepte aus dem Widerstand. Wenn sich gewaltfreie AktivistInnen selbst organisieren und im Rahmen eines Streckenkonzepts wie diesem ihre Aktionen machen, ist dies keine Spaltung, sondern ein Beitrag zur Vielfalt und damit zur St\u00e4rkung der Unberechenbarkeit des Widerstands!<\/p>\n<p>Nun meint der GdF-Autor aber, X-1000mal quer sei gar nicht erfolgreich gewesen. Die Zeit f\u00fcr die R\u00e4umung sei von der Polizei von vorneherein einkalkuliert gewesen, alles kein Problem, also auch kein Erfolg des gewaltfreien Widerstands. Da\u00df es nat\u00fcrlich ein Erfolg war, zeigt schon die intensive, szeneinterne Auseinandersetzung im Nachhinein um einen angeblichen &#8222;Putsch&#8220; bei der Durchsetzung des Aktionsortes (als Gegendarstellung verweisen wir auf die Artikel aus Verden in AAA 79, S.35 und S.42f) und das zeigen auch solche Ausgrenzungsversuche wie der der GdF. Der Erfolg von X-quer, aber auch aller anderen gewaltfreien Aktionen entlang der Strecke, macht sich nicht nur an der materiellen Behinderung fest, sondern auch an der politischen und internationalen Entlegitimation des BRD-Regimes durch den Polizeieinsatz. Insofern geh\u00f6rt die vorl\u00e4ufige Absage eines weiteren Gorleben- Transports im Herbst und der Umweg \u00fcber Ahaus genauso zum Erfolg (des gesamten Widerstands, aber speziell auch von X-quer) wie die vor allem durch X-quer gew\u00e4hrleistete M\u00f6glichkeit, da\u00df der Castor-Widerstand auch nach dem dritten Gorleben-Transport die Chance in sich birgt, gleichzeitig weiter zu wachsen und sich zu radikalisieren. Wer die seit Jahren bestehende Bewegungsflaute realistisch einsch\u00e4tzen und mit den Massenaktionen der Anti-AKW- Bewegung der 70er und 80er Jahre vergleicht, kann sich \u00fcber die falsche Entgegensetzung Massenbewegung versus Systemkritik (&#8222;Auf B\u00fcrgerInnenmasse statt auf Inhalte setzen&#8220;, so &#8222;Ein Autonomer&#8220;) nur wundern. Nur eine potentiell systemkritische Massenbewegung kann dem System tats\u00e4chlich zusetzen und materielle Zugest\u00e4ndnisse abringen. Eine marginalisiertes H\u00e4uflein von SystemkritikerInnen richtet gar nichts aus! Nur wenn eine Aktion also gleichzeitig auch die Bewegungsdynamik voranbringt und die Herrschenden beim n\u00e4chsten Mal genausoviel oder noch mehr Widerstand bef\u00fcrchten m\u00fcssen, ist sie als erfolgreich anzusehen. X-quer hat dazu beigetragen, da\u00df im M\u00e4rz 97 ganz bestimmt kein Knick in der Anti-Castor-Bewegung zu verzeichnen war.<\/p>\n<p>Aber bleiben wir mal beim materiellen Erfolg der Blockade, der angeblich keiner war. Wie absurd solche Versuche sind, X-quer den Erfolg abzusprechen, soll einmal eine Umkehrung deutlich machen: stellt euch also mal f\u00fcr einen Augenblick vor, in 9-st\u00fcndiger Feldschlacht h\u00e4tten autonome K\u00e4mpferInnen den Transport aufgehalten. Die Polizei h\u00e4tte zwar schon ein paar Stunden vor der Zeit den Kampf aufgenommen, aber in offener Feldschlacht w\u00e4re der Transport 9 Stunden lang nicht vom Fleck gekommen. Weiter stellt euch bitte vor, da\u00df danach die gewaltfreien AktivistInnen mal eben schnell beiseitegepr\u00fcgelt worden w\u00e4ren und der Transport &#8211; von wenigen Ausnahmen abgesehen &#8211; ohne Probleme und im Rekordtempo ins Zwischenlager gerollt w\u00e4re. Wir k\u00f6nnen uns gut vorstellen, wie das dann von autonomer Seite als materieller Erfolg gefeiert worden w\u00e4re und eventuelle Anfragen, das sei ja alles eingeplant gewesen und die Bullerei habe mit der Kn\u00fcppelei ja fr\u00fcher als erwartet angefangen, verlacht und ins Reich der Absurdit\u00e4t verwiesen worden w\u00e4ren. Wir haben schon erlebt, wie 1986 bei den Pfingstk\u00e4mpfen in Wackersdorf die Zur\u00fcckdr\u00e4ngung einer Polizeireihe in offener Feldschlacht um ca. 100 Meter im Wald von autonomer Seite monatelang als &#8222;neue Qualit\u00e4t des Widerstands&#8220; bejubelt wurde! Aber wenn wir mal einen Transport neun Stunden aufhalten, dann kann das nix gewesen sein. So sieht die autonome Doppelmoral aus!<\/p>\n<p>Wir bestreiten der autonomen Bewegung doch auch nicht ihre Erfolge: die Hausbesetzungen 80\/81, die Verteidigung der Hafenstra\u00dfe 88 bis hin zu NOlympics in Berlin. Aber wir feiern eben auch unsere Erfolge, es wird ja niemand gezwungen mitzufeiern!<\/p>\n<h3>2. Nationalistische Unterstellungen<\/h3>\n<p>Einige der vielen Unwahrheiten, die in dem GdF-Papier weiterkolportiert werden und schon im Interim-Papier &#8222;X-tausendmal gewaltbereit&#8220; abgedruckt wurden:<\/p>\n<p>&#8222;Ein Autonomer&#8220; behauptet dort, nachdem er die Graswurzelrevolution\u00e4rInnen zur Distanzierung von &#8222;X-1000mal quer&#8220; aufgefordert und eine Person, die im X-quer-Lautsprecherwagen sa\u00df, pers\u00f6nlich benannt und damit der Szene zum &#8222;Abschu\u00df&#8220; freigegeben hat (ein ganz besonders \u00fcbles Verfahren, warum werden nicht die Inhalte kritisiert, sondern Personen denunziert?):<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Mit Spr\u00fcchen wie &#8218;das deutsche Volk ist wehrhaft&#8216; wurde aus dem Lauti Sch\u00fctzenhilfe f\u00fcr die Maltr\u00e4tierten geliefert, die sich das auch noch gefallen lie\u00dfen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<div class=\"text\">Wir haben diesen Vorwurf, der inzwischen schon \u00fcber mehrer Papiere fortgetragen wurde, einmal konkret untersucht. Die Red. GWR hat die am Lautsprecherwagen von &#8222;X-1000mal quer&#8220;-Beteiligten, die sie zum Teil pers\u00f6nlich kennt, extra befragt, ob an diesem Vorwurf &#8211; ein sehr gravierender, immerhin wird da X-quer Nationalismus pur unterstellt! &#8211; auch nur irgendwas dran ist. Ergebnis: schon die Nachfrage wurde als beleidigend empfunden &#8211; zurecht! &#8211; und es wurde versichert, da\u00df w\u00e4hrend der ganzen R\u00e4umung der Massenblockade kein\/e am Lautsprecherwagen Beteiligte\/r jemals einen solchen oder auch nur \u00e4hnlichen Satz gesagt hat, geschweige denn durchgesagt. So ein Spruch versto\u00dfe massiv gegen deren transnational\/internationalistisches Selbstverst\u00e4ndnis.Es interessiert uns hier weniger, wie diese dreiste Unterstellung von &#8222;Ein Autonomer&#8220; zustande kam, ob sie bewu\u00dft und absichtlich ausgestreut wurde (und damit eine glatte L\u00fcge w\u00e4re) oder irgendwie zuf\u00e4llig zustandekam. Verfolgen wir lieber den Vorgang weiter: In einem Papier zu einem weiteren Interim-Text eines &#8222;Jim aus Berlin&#8220; haben wir die Entlarvung dieser L\u00fcge publik machen wollen, allein die Interim hat dieses Papier nicht abgedruckt und auch nicht in den Interim-\u00fcblichen Ordner aufgenommen. Es ist also nicht unsere Schuld, wenn sich diese Unterstellung \u00fcber z.B. das GdF-Papier immer weiter fortpflanzt. Es ist diese unhinterfragte Weiterkolportierung unbewiesener Behauptungen ein durchaus szene\u00fcblicher Vorgang &#8211; und er gereicht der Szene keineswegs zur (revolution\u00e4ren) Ehre. Denn unwahr bleibt unwahr, darauf bestehen wir.<\/p>\n<p>Nun nennt sich der &#8222;Geist der Freiheit&#8220; unseres Wissens eine libert\u00e4re Zeitung und auch die unhinterfragte Weiterleitung des Textes ins A-Infos News Service und ins Internet &#8211; die internationale Verbreitung dieser Unterstellung also! &#8211; weist ja darauf hin, da\u00df die GdF sich dem libert\u00e4ren Spektrum zuordnet. Die &#8222;Interim&#8220; kann unseretwegen ebenfalls als libert\u00e4re Zeitung durchgehen, obwohl sie sich im Untertitel &#8222;W\u00f6chentliches Berlin-Info&#8220; nennt. Doch auch die Graswurzelrevolution &#8211; von der &#8222;Ein Autonomer&#8220; die Distanzierung zu &#8222;X-quer&#8220; gefordert hat und die sie ihm nicht gegeben hat &#8211; nennt sich seit nunmehr 25 Jahren im Untertitel explizit u.a. &#8222;herrschaftslos&#8220;, bekennt sich also explizit zur libert\u00e4ren und\/oder anarchistischen Tradition. Was aber macht der GdF- Autor? Er glaubt unbesehen dem Autonomen aus der Interim die \u00fcbelsten nationalistischen Unterstellungen. Obwohl er wei\u00df, da\u00df die GWR eine libert\u00e4re Zeitung ist und die namentlich benannte Person aus dem Lautsprecherwagen von X- quer u.a. in der GWR publiziert, nimmt er die Behauptung dieser Lauti-Durchsage f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte Selbstverst\u00e4ndlichkeit und als wahr hin, weil sie in sein Konzept der Diffamierung pa\u00dft. Da kann die GWR noch so lange und wiederholt bewiesen haben, da\u00df sie sich als libert\u00e4re Zeitung und die gewaltfreien Aktionsgruppen sich als libert\u00e4re Str\u00f6mung verstehen: die Behauptung, GWR-Autoren w\u00fcrden mit nationalistischen Parolen um sich werfen, wird umstandslos geglaubt, weiterkolportiert und auch noch in internationale libert\u00e4re Netze eingespeist. Es kam dem GdF-Autor nicht etwa in den Sinn, sich mal zu fragen, ob so ein Satz tats\u00e4chlich den in der GWR propagierten Inhalten entspricht und vielleicht nicht ganz stimmig sein k\u00f6nnte. Er kam keineswegs auf die Idee, als Autor einer libert\u00e4ren Zeitung (GdF) vielleicht einmal bei der Red. einer anderen libert\u00e4ren Zeitung (GWR) nachzufragen, ob sie solche Behauptungen best\u00e4tigen k\u00f6nnen, bevor er mit dieser Anklage an die \u00d6ffentlichkeit geht. So siehts aus mit dem Vertrauen und dem solidarischen Umgang unter Libert\u00e4ren! Aber der GdF-Autor l\u00e4\u00dft ja auch bei dieser Gelegenheit raus, was er schon immer \u00fcber die Graswurzelrevolution\u00e4rInnen dachte:<\/p>\n<\/div>\n<blockquote><p>&#8222;Sorry Leute, selbst wenn ich euch immer noch den besten Willen unterstelle und meine Zweifel, ob wir auch nur ansatzweise noch gemeinsame Bezugspunkte haben, au\u00dfen vor lasse: Sowas hat nicht den Hauch von einer seri\u00f6sen Auseinandersetzung&#8230;&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<div class=\"text\">Aber wir sollen von einer seri\u00f6sen Auseinandersetzung reden, wenn solche dreisten Unterstellungen verbreitet werden! Am Beispiel der GdF zeigt sich exemplarisch das Dilemma des militanten Anarchismus: wenn es um den Wahrheitsgehalt der absurdesten Behauptungen geht, wird jeder und jedem Militanten geglaubt, ob sie\/er sich nun als Libert\u00e4rer versteht oder nicht und das Ressentiment gegen die Gewaltfreiheit erschl\u00e4gt das Vertrauen in die libert\u00e4re Tradition der Graswurzelrevolution!Eine weitere glatte Unwahrheit: &#8222;Ein Autonomer&#8220; behauptet zu X-quer:<\/p>\n<\/div>\n<blockquote><p>&#8222;Die Bullen und die Atomlobby hatten keinen Grund, sich zu \u00e4ngstigen. Alles war abgesprochen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<div class=\"text\">Da\u00df es keine Absprachen mit Polizei und Atomlobby gab, ist selbstverst\u00e4ndlich. Darauf wurde schon bei der in AAA 79 abgedruckten GWR-Erkl\u00e4rung, die \u00fcbrigens eine dezidierte Erwiderung auf das Papier &#8222;Gift und Galle&#8220; aus AAA 78, S.50\/51 war und keineswegs eine Erwiderung auf &#8222;X-tausendmal gewaltbereit&#8220; &#8211; wie vom GdF-Autor unterstellt und dann als unzureichend kritisiert &#8211; hingewiesen, da\u00df es keine Absprachen mit der Polizei gab. Allein, da\u00df wir das Selbstverst\u00e4ndliche wieder und wieder sagen m\u00fcssen und es uns dann durch die GdF wieder aufgetischt wird, obwohl dort unsere Erkl\u00e4rung aus AAA 79 anscheinend bekannt ist, \u00e4rgert uns. Wir sind nicht verantwortlich daf\u00fcr, da\u00df sich diese und andere Unterstellungen weiter und weiter verbreiten. Und wir sehen durchaus nicht ein, da\u00df wir dazu verpflichtet w\u00e4ren, von uns aus jede Weiterkolportage dieser Unterstellungen richtigzustellen. Wir fordern also die VerbreiterInnen und WeiterverbreiterInnen der Unterstellungen dazu auf, selbst daf\u00fcr zu sorgen, da\u00df in allen ihnen bekannten Publikationen der beschriebene Sachverhalt richtiggestellt wird. Und wenn das nicht geschieht, sehen wir uns dazu veranla\u00dft, nicht mehr von Unterstellungen, sondern von politisch und strategisch bewu\u00dft eingesetzten L\u00fcgen zu sprechen.<\/p>\n<h3>3. Sogenannte &#8222;Dokumentationen&#8220;<\/h3>\n<p>Im Gegensatz zum GdF-Autor sind wir durchaus der Meinung, da\u00df wir in ausreichender Weise auf die Kritiken vor und nach dem Castor-Transport eingegangen sind. Alle im Vorfeld und danach in der GWR publizierten Artikel waren nicht etwa eine Kampagne unsererseits gegen Autonome, sondern Antworten auf Papiere, die in autonomen Bl\u00e4ttern bereits ver\u00f6ffentlicht waren und uns angegriffen haben. Wir haben in der GWR immer nur geantwortet, das sollte nie vergessen werden. Auch der vom GdF-Autor angesprochene Artikel zum Papier von Jutta Ditfurth (GWR 218, S.9) ist eine solche Antwort, die zu vielen Argumentationsmustern Stellung nimmt, die auf Nachbereitungstreffen in der Anti-AKW-Bewegung und in autonomen Bl\u00e4ttern gegen uns und X-quer ganz genauso aufgetaucht sind (etwa zum Vorwurf, X-quer h\u00e4tte die Presse- und Medienberichterstattung okkupiert). Wir haben keine Lust, das alles hier zu wiederholen. Wer in dem Artikel die Argumentationsmuster nicht von Jutta Ditfurth abstrahieren kann, ist selber schuld. Weil aber nun Jutta Ditfurths Argumentation nach Strich und Faden auseinandergenommen wird, wird vom GdF-Autor das Ditfurth-Papier kurzerhand als &#8222;dubios&#8220; und Ditfurths Argumentation als untypisch f\u00fcr autonome Argumentationsmuster hingestellt. Wer einmal eine Ditfurth-Veranstaltung besucht hat, wei\u00df aber nur zu gut und aus eigener Erfahrung, wie die gesamte autonome Gemeinde dort hinpilgert und auf besch\u00e4mende Weise kritiklos an ihren Lippen h\u00e4ngt&#8230; So schreibt das Wendland-Magazin &#8222;Zero&#8220; \u00fcber eine Ditfurth-Veranstaltung nach dem Transport, da\u00df Autonome &#8222;f\u00fcnf Stunden and\u00e4chtig schweigend ihrer Gura Jutta zuh\u00f6ren&#8230;&#8220; (Nr. 33, S.14) Wer stilisiert da irgendwas hoch?<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel autonomer Heuchelei und Doppelmoral sind in der Nach-Castor-Transport-Debatte zwei sogenannte &#8222;Dokumentationen&#8220;. Mit dem seri\u00f6s klingenden Etikett &#8222;Dokumentation&#8220; wird bewu\u00dft die billigste anti-gewaltfreie Propaganda transportiert, reinste Demagogie. Und auch hier ist es unsere Schuld nicht, wenn zum Beispiel in der sogenannten &#8222;Dokumentation&#8220; &#8222;Kampf dem Atomstaat&#8220; vom sogenannten &#8222;Rat der Gnome&#8220; zwar Jutta Ditfurths Artikel &#8222;dokumentiert&#8220; wird (warum das denn, wo sie doch so untypisch f\u00fcr Autonome argumentiert?), nicht aber die besagte GWR-Antwort dazu. Wir k\u00f6nnen nichts daf\u00fcr, wenn der &#8222;Gift und Galle&#8220;-Artikel von AAA 78 gegen eine Einzelperson, die sich angeblich zum F\u00fchrer des Widerstands aufschwinge, publiziert wird (unter dem verharmlosenden Titel &#8222;Anmerkungen&#8220;, wogegen aber der GWR-Artikel &#8222;Erst drei, dann sechs, dann neun?&#8220; aus GWR 215 ohne Angabe von Gr\u00fcnden um die Kritik des Verfassungsschutzpapiers gek\u00fcrzt wird und die daraus folgende Auseinandersetzung mit autonomen Konzepten gedruckt wird, als sei&#8217;s der Hauptteil des Artikels), nicht aber die dazugeh\u00f6rige Stellungnahme der Redaktion Graswurzelrevolution. Und es ist auch nicht uns anzulasten, wenn der Interim-Artikel von &#8222;Jim aus Berlin&#8220; (&#8222;Die Autonomen &#8211; allseits beliebt als Watschenmann&#8220;) wiederabgedruckt wird, nicht aber unsere Antwort auf Jim! Das Ganze nennt sich dann &#8222;Dokumentation&#8220; und hat doch nur den Zweck, X-quer und gleich die GWR auch noch als spalterisch zu denunzieren.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnlich perfide politische Absicht steckt hinter der sogenannten &#8222;Dokumentation&#8220; der &#8222;Antifaschistischen Arbeitsgruppe Uelzen&#8220; (AAUE), auf die wir nach GdF-Aufforderung endlich antworten sollen. Wir haben das bisher nicht gemacht, weil wir dachten, solch niveaulose Anschuldigungen erledigen sich von selbst und die Aktiven in der Bewegung seien intelligent genug, eine tats\u00e4chliche Dokumentation von diesem Pamphlet zu unterscheiden. Aber die Realit\u00e4t hat uns wieder mal bewiesen, da\u00df im Niveau nach unten keine Grenzen auszumachen sind&#8230;<\/p>\n<p>Schon der Titel &#8222;Hilfspolizei&#8220; ist eine Frechheit und das durchg\u00e4ngige Gerede vom &#8222;Spaltungskonzept von X-tausendmal quer&#8220; verr\u00e4t den primitiv-demagogischen Charakter des Papiers. An eine tats\u00e4chliche &#8222;Dokumentation&#8220; w\u00e4re zun\u00e4chst einmal das Kriterium der Nachpr\u00fcfbarkeit zu stellen. Wenn aus Personenschutzgr\u00fcnden &#8211; auf die im Falle der X-Quer-InitiatorInnen ja immer gepfiffen wird &#8211; die &#8222;Dokumente&#8220; und Aussagen nicht ver\u00f6ffentlicht werden k\u00f6nnen (was wir verstehen k\u00f6nnten), dann m\u00fc\u00dfte den Beschuldigten (in dem Fall &#8222;X- 1000mal quer&#8220;) evtl. in Form einer Delegation die M\u00f6glichkeit zum Einblick in die belastenden Dokumente gegeben werden. Andernfalls bleiben das blo\u00dfe Behauptungen, die niemand nachpr\u00fcfen kann. Die Dokumente m\u00fc\u00dften zudem eindeutig belegen, da\u00df tats\u00e4chlich vorgekommene Verhaltensweisen wie Kontrollen an der Blockade oder Drohungen, Leute der Polizei auszuliefern (die wir selbstverst\u00e4ndlich verurteilen!) keine spontanen Einzelf\u00e4lle waren, sondern entweder von den OrganisatorInnen oder dem SprecherInnenrat von &#8222;X-quer&#8220; initiiert, geplant oder von ma\u00dfgeblichen Personen von X-quer selbst ausgef\u00fchrt worden sind. Wir bezweifeln, da\u00df sich in den &#8222;Dokumenten&#8220; auch nur irgendwelche Hinweise auf solche Personen oder solche Pl\u00e4ne finden lassen. Und bis zum Beweis des Gegenteil gilt, was zwei Leute aus Verden f\u00fcr X-quer zu den Vorw\u00fcrfen in AAA 79 erkl\u00e4rt haben:<\/p>\n<\/div>\n<blockquote><p>&#8222;Es tut uns leid, wenn einige Leute in Einzelf\u00e4llen von anderen wegen ihres Aussehens bedr\u00e4ngt oder gar angegriffen wurden (Herunterziehen von Vermummung, Durchsuchung von Rucks\u00e4cken etc.) Unserer Meinung nach haben wir unser Bestes gegeben, um eben das zu verhindern. (&#8230;) Mit den MittlerInnen wurde die Brisanz ihrer Aufgabe besprochen, damit sie nicht in eben beschriebener Weise handeln. Wenn einzelne sich wider diese Idee verhalten haben, ist das nicht im Sinne des SprecherInnenrates und der Vorbereitungsgruppe gewesen.&#8220; (S.42f)<\/p><\/blockquote>\n<div class=\"text\">Geht&#8217;s noch eindeutiger? Das Problem autonomer Betrachtung dieser Vorkommnisse ist eine falsche Wahrnehmung der Realit\u00e4t einer Massenblockade, an der sich immerhin bis zu 9.000 Menschen beteiligt haben, also ca. die H\u00e4lfte der im Wendland anwesenden Menschen. Vorbereitet war sie jedoch von einem viel kleineren B\u00fcndnis gewaltfreier AktivistInnen. Der autonome Blick auf die Realit\u00e4t verengt sich auf eine Zweiteilung zwischen &#8222;gewaltfreien&#8220; und &#8222;autonomen&#8220; Anti-AKW-AktivistInnen, doch Tatsache ist, da\u00df es bei X-quer und auch an anderen Teilen der Strecke mindestens noch eine andere, dritte Kategorie gab: die B\u00fcrgerInnen, \u00fcberzeugte DemokratInnen, viele die sich zum ersten Mal an Widerstandsaktionen beteiligten. (Mit gutem Recht k\u00f6nnte von vielen spektrenm\u00e4\u00dfig nicht festgelegten Kids und Jugendlichen noch als von einer vierten Kategorie gesprochen werden usw.). Sie alle kamen ins Wendland mit ihrem vorgegebenen Bewu\u00dftseinsstand. Das X-quer-Konzept war als B\u00fcndniskonzept mit diesen Leuten angelegt. Das war ein Vabanque-Spiel und ein gro\u00dfes Risiko, denn es war klar, da\u00df sie w\u00e4hrend der Aktion nicht von einem Tag auf den anderen ihr Denken \u00e4ndern. Dasselbe gilt f\u00fcr b\u00fcrgerliche Verhaltensweisen auf der Strecke, die nun wiederum mit X-quer aber auch gar nichts zu tun haben.Diese dritte Kategorie von B\u00fcrgerInnen sind nun durchaus keine &#8222;Gewaltfreien&#8220; oder lassen sich gar umstandslos den Graswurzelrevolution\u00e4rInnen zuordnen, das sollte doch klar sein. Wenn sie nun aus ihrem falschen Bewu\u00dftsein heraus meinen, sie m\u00fc\u00dften zwar der Polizei gegen\u00fcber gewaltfrei bleiben, nicht aber Autonomen gegen\u00fcber (Drohung mit Polizei, Durchsuchung, Hand anlegen), dann sind sie f\u00fcr uns zuallererst mal nicht gewaltfrei! Denn f\u00fcr gewaltfreie AnarchistInnen ist Gewaltfreiheit ein Prinzip, das selbstverst\u00e4ndlich auch gegen\u00fcber Autonomen gilt, umso mehr sogar, als wir die Motive f\u00fcr Gegengewalt verst\u00e4ndlich und achtenswert, wenn auch falsch finden. Also: ein\/e B\u00fcrgerIn, die sich vielleicht sogar selbst &#8222;gewaltfrei&#8220; nennt, die aber gleichzeitig Hand an Autonome anlegt, ist gar kein\/e Gewaltfreie\/r, so wie auch Gr\u00fcne keine Gewaltfreie sind, wenn sie sich an der Staatsgewalt beteiligen, so wie auch Kohl kein Libert\u00e4rer ist, wenn er sich zur Freiheit bekennt! Was aber machen die autonomen KritikerInnen? Sie schreien den B\u00fcrgerInnen nicht etwa ins Gesicht, da\u00df sie Gewalt anwenden, sondern sie best\u00e4tigen noch ihr falsches Bewu\u00dftsein, dadurch da\u00df sie sie als Gewaltfreie behandeln. Denn nur so ist es ihnen m\u00f6glich, uns ihre Taten in die Schuhe zu schieben, nur so k\u00f6nnen sie uns gewaltfreie AnarchistInnen in demagogischer Weise f\u00fcr die Taten aller B\u00fcrgerInnen bei den Widerstandsaktionen im Wendland verantwortlich machen!<\/p>\n<p>Dabei sieht ein Blinder, da\u00df \u00fcberall im Wendland, nicht nur bei &#8222;X-quer&#8220;, B\u00fcrgerInnen mit solchem Bewu\u00dftsein herumliefen, dabei aber oft im guten Willen, nicht alles von dem Rechtsstaat hinzunehmen, den sie ansonsten auch verteidigen. Zudem haben sie nat\u00fcrlich alle Berechtigung zur Kritik militanter Aktionen aus ihrer Sicht, solange sie nicht mit Gewalt (Polizeigewalt) drohen oder selbst Hand anlegen. Hier wird von der militanten Kritik oft das Kind mit dem Bade ausgesch\u00fcttet.<\/p>\n<p>Um das mal zu verdeutlichen: Kritik, von wem auch immer, auch w\u00e4hrend der Aktion verbal zu \u00e4u\u00dfern, ist v\u00f6llig legitim und dr\u00fcckt nur ein berechtigtes Bed\u00fcrfnis nach dem Verlauf der Auseinandersetzungen aus. Au\u00dferdem sind die \u00c4ngste der B\u00fcrgerInnen vor verantwortungslosen Aktionen von Autonomen dem b\u00fcrgerlichen Bewu\u00dftsein nicht einfach nur zum 100 % vom Staat eingebleut, sondern es geben manch tats\u00e4chlich verantwortungslose Verhaltensweisen von Autonomen auch verst\u00e4ndlichen Anla\u00df f\u00fcr b\u00fcrgerliche \u00c4ngste, deren Ausdruck dann aber oft die Falschen trifft oder &#8211; schlimmerweise und selbstredend zu verurteilen &#8211; spontan gewaltsam wird. Autonome sollten sich tats\u00e4chlich mal \u00fcber ihren eigenen &#8211; und nicht immer nur den staatlich-internalisierten &#8211; Anteil an b\u00fcrgerlichen \u00c4ngsten vor ihnen Gedanken machen, etwa wenn die Berliner Autonmen Sanis \u00fcber autonome Verantwortungslosigkeiten berichten:<\/p>\n<\/div>\n<blockquote><p>&#8222;Wir mu\u00dften zusehen, da\u00df sich viele Szene-Leute offensichtlich \u00fcberhaupt nicht mit den \u00f6rtlichen Gegebenheiten auseinandergesetzt hatten. Damit meinen wir z.B., da\u00df es etlichen Leuten nicht eingefallen ist, sich mal zu \u00fcberlegen, was denn auf dem Land so alles anders ist und wie man eigene Verhaltensweisen dem anpa\u00dft. Das f\u00fchrte dann zu wunderbar durchdachten Aktionen wie dem Anstecken von Heu und R\u00fcbenmieten, wahrscheinlich wirklich aus der puren Gedankenlosigkeit heraus, da\u00df die entsprechenden Leute nicht wu\u00dften, wof\u00fcr Heu oder R\u00fcben so n\u00f6tig sind (bei uns kommt das Essen schlie\u00dflich aus der Dose, oder was?) (&#8230;) Was hat es mit dem Gefasel von Solidarit\u00e4t zu tun, wenn Menschen nicht nur in Panik \u00fcbertrampelt, dabei z.T. erheblich verletzt werden, sondern sich hinterher einen Schei\u00dfdreck drum gek\u00fcmmert wurde? Nach einer verletzten, vermi\u00dften Frau wurde immerhin schon zw\u00f6lf Stunden sp\u00e4ter gefragt!&#8220; (Interim 419, S.6)<\/p><\/blockquote>\n<div class=\"text\">Meint ihr wirklich, die im Wendland anwesenden B\u00fcrgerInnen kriegen sowas nicht mit und holen sich ihre \u00c4ngste vor Autonomen nur von den Propagandasendungen im Fernsehen? Das rechtfertigt nat\u00fcrlich keine spontanen Gewalthandlungen von B\u00fcrgerInnen. Wir glauben aber, da\u00df verbale Kritik erstens viel \u00f6fter vorkam als die Einzelf\u00e4lle des Handanlegens und da\u00df diese verbale Kritik zweitens von autonomer Seite viel zu leicht als pauschal kleinb\u00fcrgerlich abgetan und sich nicht wirklich damit auseinandergesetzt wird.Was also mit den B\u00fcrgerInnen und ihrem mitgebrachten Bewu\u00dftsein (das keineswegs bei der Aktion von X-quer erst geschaffen wurde, wie ein weiterer absurder Vorwurf lautet) in dieser schwierigen Situation mit deren teils legitimer, teils illegitimer Kritik tun? Sie wieder nach Hause schicken? Das k\u00e4me der Selbstmarginalisierung von Widerstand gleich. Unsere Antwort war zu versuchen, sie in den Widerstand gleichzeitig zu integrieren und dadurch auch zu radikalisieren. Die GWR-Red. hat in ihrer Redaktionsantwort auf &#8222;Gift und Galle&#8220; formuliert: &#8222;Das ist und bleibt ein schwieriger Balanceakt, mit dem konstruktiv umzugehen ist, und da kann in Zukunft bestimmt einiges besser &#8218;ausbalanciert&#8216; werden.&#8220; Dem ist nichts hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Und wie immer ist das Ganze nur die halbe Wahrheit. Um das n\u00e4mlich auch mal aus anderer Seite zu beleuchten: der GdF f\u00e4llt es nat\u00fcrlich nicht ein, etwas zu ber\u00fccksichtigen, was ebenfalls im Papier der Berliner autonomen Sanis steht:<\/p>\n<\/div>\n<blockquote><p>&#8222;Wir mu\u00dften nicht nur erleben, da\u00df es zu Verhaltensweisen kam, die schlicht schweinisch und menschenverachtend sind, z.B. dem Werfen von Mollis (an anderer Stelle Steine) in Menschengruppen, angeblich auf Bullen, in Wirklichkeit in eine Sitzblockade, die davor war (eh alles nur Gewaltfreie, werden schon sehen, was sie davon haben, oder was???), sondern auch jede Menge von anderem geduldeten Schwachsinn, der genauso Opfer gekostet hat, wie z.B. Fallen im Wald in Form von Fu\u00df- und sogar Halsangeln. Rhetorische Frage: Was meint Ihr wohl, auf welcher Seite es deshalb Verletzte gegeben hat?&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir wissen zudem durch eine nachpr\u00fcfbare Aussage einer Person unseres Vertrauens, die die entsprechenden Diskussionen selbst erlebt hat, da\u00df es sehr wohl Planungen zu einer autonomen Feldschlacht direkt am Verladekran und mit der direkten Absicht, das X-quer-Konzept damit zu treffen, gegeben hat und da\u00df das erst kurz vor Verwirklichung abgeblasen worden ist.<\/p>\n<p>Und was machen wir mit diesen Informationen? Werden wir nun auch eine &#8222;Dokumentation&#8220; herausgeben, nur mit anderer Tendenz als die der AAUE? Werden wir nun auch alle Betroffenen, die von einem Molli oder Stein aus den eigenen Reihen getroffen wurden, die sich in autonomen Fu\u00df- und Halsangeln verfangen haben, dazu aufrufen, sich zu melden und diejenigen zu denunzieren, die geworfen oder die Fallen aufgestellt haben? Einen Teufel werden wir tun! Das ist nicht unser Niveau! Man\/frau mu\u00df sich das mal vorstellen: der Jugendtreff Abraxas in Dannenberg wird kurz vor dem Transport von Nazis zerst\u00f6rt, w\u00e4hrend des Transports werden einzelne AKW- GegnerInnen von Nazis \u00fcberfallen, Tausende, ob gewaltfrei oder nicht, werden beim Polizeieinsatz verpr\u00fcgelt, doch die &#8222;Antifaschistische Arbeitsgruppe Uelzen&#8220; dokumentiert nicht etwa neonazistische Gewalt, sie dokumentiert auch nicht die Polizeigewalt, nein, sie sieht es als ihre vordringlichste Aufgabe an, Gewaltfreie zu diffamieren und zu weiterer Denunziation aufzurufen. Es fehlte eigentlich nur noch, so hatten wir schon gewitzelt, da\u00df X-quer gleich selbst als faschistisch, \u00f6kofaschistisch oder so diffamiert wird (auch das w\u00e4re drin, erinnern wir uns nur an die Unterstellung von der nationalistischen Lauti-Parole, aber das Papier haben die Uelzener wohl zuf\u00e4llig nicht gelesen, sonst w\u00e4ren sie auf die Idee auch noch gekommen&#8230;), dann w\u00fcrde wenigstens der eigene politische Ansatz wieder stimmen und die Antifa w\u00fcrde sich wirklich der Antifa-Politik widmen! Doch tats\u00e4chlich: auch dieser Witz wurde noch unglaubliche, ungeahnte autonome Realit\u00e4t. In dem Einleitungstext der sogenannten &#8222;Dokumentation&#8220; des &#8222;Rat der Gnome&#8220; hei\u00dft es nach spaltenlanger Hetze gegen X-1000mal quer unmittelbar im n\u00e4chsten Absatz, so da\u00df der Bezug zu X-quer kaum zu \u00fcbersehen ist, da\u00df eine Auseinandersetzung im Wendland &#8222;um den Umgang mit autorit\u00e4ren, &#8218;heimattreuen&#8216;, faschistoiden und anti-emanzipatorischen Str\u00f6mungen innerhalb der Anti-Castor-Bewegung&#8220; (S.4) anstehe.<\/p>\n<p>Tut uns leid, aber wir m\u00fcssen tats\u00e4chlich mal zynisch werden bei dieser verdammten autonomen Doppelmoral! Welche\/r Autonome hat sich denn bisher bei uns entschuldigt f\u00fcr die Steinw\u00fcrfe und die Mollis auf Gewaltfreie? Keine\/r! Wer hat sich entschuldigt f\u00fcr die nationalistischen Unterstellungen bis hin zum Faschistoiden? Wer hat sich entschuldigt f\u00fcr Andeutungen im &#8222;Gift und Galle&#8220;-Papier, die dort benannte Person von X-quer w\u00fcrde Angaben an den Verfassungsschutz gemacht haben? Keine\/r! Wenn beim 12 km entfernten Laase\/Grippel irgendwelche Leute irgendwas gegen Autonome machen, werden die Splietauer X-quer-InitiatorInnen daf\u00fcr verantwortlich gemacht, obwohl sie den T\u00e4ter mit Sicherheit nie gesehen haben. Wenn Autonome in ihren Auswertungspapieren \u00fcberhaupt mal auf peinliche eigene Aktionen eingehen, dann ist das schnell mit &#8222;Schei\u00dfe&#8220; (&#8222;X-tausendmal Gewaltbereit&#8220;), &#8222;d\u00e4mlicher Mackerbeweis&#8220; (das &#8222;d\u00e4mlich&#8220; ist dabei schon wieder &#8222;Mackerbeweis&#8220; der Autoren!; &#8222;Rat der Gnome&#8220;) oder dem Hinweis auf Provo- und Zivil-Bullen (&#8222;X-tausendmal Gewaltbereit&#8220; wie auch &#8222;Rat der Gnome&#8220;) abgetan. Nie taucht die Frage auf, ob vielleicht solche peinlichen, verantwortungslosen Aktionen notwendig mitproduziert werden, wenn auf grunds\u00e4tzlich militante Aktion gesetzt wird. Nie wird wirklich politische Verantwortung f\u00fcr solche Aktionen \u00fcbernommen! Aber wir sollen uns permanent f\u00fcr Taten von B\u00fcrgerInnen verantworten und entschuldigen, denen wir selbst ihre Gewaltfreiheit absprechen, wenn sie sich wie dargestellt verhalten! Es reicht&#8230;! Und seid froh, wenn wir eure Konsequenzen am Ende des GdF-Artikels nicht als direkte Aufforderung zur Gewalt gegen Gewaltfreie werten. Kehrt zu einer solidarischen Form der Auseinandersetzung zur\u00fcck, die auf Unterstellungen und widerliche Doppelmoral verzichtet, die kritisch sein kann, aber vom Bewu\u00dftsein getragen werden mu\u00df, da\u00df beide Str\u00f6mungen nun einmal zum Widerstand geh\u00f6ren!<\/p>\n<p>Und deshalb fordern wir vom &#8222;Geist der Freiheit&#8220;:<\/p>\n<ol>\n<li>Den Abdruck dieser Antwort (schlie\u00dflich war sie gefordert!) im n\u00e4chsten &#8222;Geist der Freiheit&#8220;, und zwar vollst\u00e4ndig und ohne K\u00fcrzungen.<\/li>\n<li>Den Abdruck der beiliegenden &#8222;Gegendarstellung und Unterlassungsaufforderung&#8220; sowie die Weiterreichung dieser Gegendarstellung an alle Publikationen, die die L\u00fcge von der nationalistischen Parole weiterverbreitet haben. Wir appellieren an das Gerechtigkeits- und Wahrhaftigkeitsethos des GdF-Autors in dieser Sache.<\/li>\n<li>Die Einspeisung unserer Antwort ins Internet und ins &#8222;A-Infos News Service&#8220; durch den &#8222;Geist der Freiheit&#8220;<\/li>\n<\/ol>\n<p>Und wenn ihr das nicht macht, werdet ihr sicher verstehen, da\u00df wir in Zukunft von euch kaum noch als vom &#8222;Geist der Freiheit&#8220; beseelt sprechen k\u00f6nnen, passender w\u00e4re da schon &#8222;Geistlose Freiheit&#8220;, &#8222;Vernebelung der Freiheit&#8220; oder auch &#8222;Geist im Nebel&#8220;&#8230;<\/p>\n<p><strong>Umherschweifende Graswurzelrevolution\u00e4rInnen, 24.7.97<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Wehe, direkte gewaltfreie Aktionen sind erfolgreich&#8230; &#8222;Gewaltfrei oder militant &#8211; wichtig ist der Widerstand!&#8220; &#8211; mit dieser autonomen Standardparole endet der Text. Wenn es nur so w\u00e4re! 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