{"id":13433,"date":"2014-05-01T00:00:17","date_gmt":"2014-04-30T22:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=13433"},"modified":"2022-07-26T14:22:19","modified_gmt":"2022-07-26T12:22:19","slug":"merkel-beim-wichser-in-athen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2014\/05\/merkel-beim-wichser-in-athen\/","title":{"rendered":"Merkel beim &#8222;Wichser&#8220; in Athen"},"content":{"rendered":"<p>Die Finanzm\u00e4rkte hatten den roten Teppich f\u00fcr die Inaugenscheinnahme                 der s\u00fcdlichen Randprovinzen des Reiches ausgerollt und Merkel                 war gekommen ihre politische Hegemonie in Europa zu feiern und                 Statthalter Samar\u00e1s im Wahlkampf zu fordern und zu f\u00f6rdern. <\/p>\n<p>Der erstmaligen Ausgabe griechischer Staatsanleihen seit f\u00fcnf                 Jahren waren triumphierende Verlautbarungen von Regierung und                 Troika gefolgt, die dies als &#8222;gutes Zeichen f\u00fcr Griechenland und                 Europa&#8220; verbuchten. Die tats\u00e4chlichen Gewinner werden Banken und                 Versicherungen sein, die bei minimalen Risiken gro\u00dfe Profite erwarten.                 Griechenland, das f\u00fcr die f\u00fcnfj\u00e4hrigen Staatsanleihen 3 Milliarden                 Euro auf den Finanzm\u00e4rkten bekam, wird in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren                 allein 742,5 Millionen Euro an Zinsen daf\u00fcr zu bezahlen haben                 (Tageszeitung Efimer\u00edda ton sintakton, 11.4.). <\/p>\n<p>IWF-Chefin Christine Langarde stellte denn auch klar, dass Griechenland                 zwar &#8222;in die richtige Richtung&#8220; schreitet, das &#8222;Reformprogramm                 jedoch l\u00e4ngst nicht beendet ist und noch viel zu tun bleibt.&#8220;               <\/p>\n<p>Die Jubelarien zur Platzierung der Staatsanleihen auf den internationalen                 Finanzm\u00e4rkten und zum Merkelbesuch hat die griechische Regierung                 aus konservativer N\u00e9a Dimokrat\u00eda (ND) und sozialdemokratischer                 Pasok n\u00f6tiger denn je. Die Dachgewerkschaftsverb\u00e4nde GSEE und                 ADEDY hatten am 9.4. erneut zum Generalstreik mobilisiert, ein                 Autobombenanschlag mit 74 kg Sprengstoff am 10.4. das Zentrum                 Athens ersch\u00fcttert. In unmittelbarer N\u00e4he der Explosion befindet                 sich das Zentralgeb\u00e4ude der Griechischen Nationalbank und das                 Verbindungsb\u00fcro der Troika aus Europ\u00e4ischer Zentralbank, EU-Kommission                 und Internationalem W\u00e4hrungsfonds. <\/p>\n<p>Alle Meinungsumfragen sagen f\u00fcr die Europawahl einen klaren Sieg                 des Linksb\u00fcndnisses Syriza voraus, was zu baldigen Neuwahlen des                 griechischen Parlaments f\u00fchren k\u00f6nnte. Denn trotz aller Erfolgsmeldungen,                 die Realit\u00e4t in Griechenland ist eine andere. 350 Milliarden Euro                 betrug das Defizit des griechischen Staatshaushalts Ende des Jahres                 2009, was damals 145 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entsprach                 und nach Ansicht der Troika als &#8222;nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig&#8220; galt.                 Heute, nach zwei aufeinander folgenden &#8222;Hilfspaketen&#8220; und f\u00fcnf                 Jahren brutalster Spardiktate, k\u00f6nnen trotz des Schuldenschnitts                 2012 keine besseren Zahlen pr\u00e4sentiert werden. <\/p>\n<p>Im Gegenteil, die Staatsverschuldung ist auf 380 Milliarden Euro                 und nunmehr 175 % des BIP gestiegen, heute wie damals ist klar,                 dass das Land nie in der Lage sein wird die Summe je abbezahlen                 zu k\u00f6nnen. Worum es auch niemals ging, weshalb trotz der eigentlich                 schockierenden Zwischenbilanz die uneingeschr\u00e4nkte Unterst\u00fctzung                 der europ\u00e4ischen Eliten f\u00fcr Samar\u00e1s aus deren Sicht durchaus Sinn                 macht. <\/p>\n<p>Immerhin gelang es die L\u00f6hne und Renten um gut 40 % zu k\u00fcrzen,                 die staatliche Infrastruktur zur privaten Auspl\u00fcnderung sturmreif                 zu schie\u00dfen, in Jahrzehnten erk\u00e4mpfte Arbeitnehmer_innenrechte                 zu schleifen und den Widerstand breiter Teile der Bev\u00f6lkerung                 ohne R\u00fccksicht auf Verluste niederzuschlagen. <\/p>\n<p>Nach Ansicht vieler Griech_innen sind Parallelen zur Milit\u00e4rdiktatur                 offensichtlich. Es droht der offene Polizeistaat, da die Repressionskr\u00e4fte                 mit immer neuen Befugnissen ausgestattet werden. Schon Anfang                 April hatte die Polizei anl\u00e4sslich des in Athen stattfindenden                 Treffens der Finanzminister der Eurostaaten im Europ\u00e4ischen Rat                 (Eurogroup) und in der EU (ECOFIN) jede Demonstration in der Innenstadt                 verboten. <\/p>\n<p>In einem Land, in dem Demonstrationen und Kundgebungen in der                 Regel nicht einmal angemeldet werden, ein beachtlicher Eingriff                 in das Versammlungsrecht. Die Gewerkschaftsdachverb\u00e4nde GSEE und                 ADEDY, die kommunistisch dominierte Gewerkschaftsfront Pame, das                 Linksb\u00fcndnis Syriza, au\u00dferparlamentarische linke Parteien und                 anarchistische\/antiautorit\u00e4re Organisationen hatten dazu aufgerufen,                 trotz des Verbots auf die Stra\u00dfe zu gehen. Alle Kundgebungen und                 Demonstrationsversuche wurden jedoch mit Tr\u00e4nengas, Blendschockgranaten                 und Schlagstockeinsatz zerschlagen.<\/p>\n<p>Das Beschneiden demokratischer Rechte ist nur eine der Ma\u00dfnahmen,                 mit denen die Regierung den Widerstand gegen die Spardiktate endg\u00fcltig                 zu brechen versucht. Im M\u00e4rz wurde ein Gesetzesentwurf zur Einrichtung                 diverser &#8222;Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse&#8220; nur f\u00fcr &#8222;Mitglieder terroristischer                 Vereinigungen&#8220; oder deshalb Angeklagter pr\u00e4sentiert. Den zuk\u00fcnftigen                 Gefangenen w\u00fcrden elementare Rechte wie Hafturlaub oder die M\u00f6glichkeit                 durch Arbeit die Haftzeit zu verk\u00fcrzen genommen. <\/p>\n<p>Auch ihre Besuchszeiten, sowie die telefonische oder schriftliche                 Kommunikation mit Drau\u00dfen w\u00e4ren stark eingeschr\u00e4nkt. Zu &#8222;lebensl\u00e4nglich&#8220;                 Verurteilte sollen mindesten 20 statt wie heute 15 Jahre eingeknastet                 bleiben. Der Gesetzesentwurf richtet sich ausschlie\u00dflich gegen                 den &#8222;inneren Feind&#8220;, also diejenigen, die sich gegen die kapitalistische                 Verelendungspolitik und die st\u00e4ndig zunehmende Repression auch                 unter Einsatz von Gewalt zur Wehr setzen. Vor den Kn\u00e4sten Korydall\u00f3s                 und Domok\u00f3s haben am 5. und 6. April jeweils mehr als 1000 Menschen,                 vor allem aus dem anarchistischen Spektrum, gegen die Pl\u00e4ne demonstriert.                 Am 13. April verweigerten 80% der Gefangenen aller Kn\u00e4ste des                 Landes aus Protest die Nahrungsaufnahme.<\/p>\n<p>Auch ein Passus des neuen Einwanderungsgesetzes von Innenminister                 Gi\u00e1nnis Michel\u00e1kis ist skandal\u00f6s. Demnach sollte jeder Migrant,                 der Polizeibeamte &#8222;f\u00e4lschlich&#8220; des Rassismus beschuldigt, ausgewiesen                 werden. Als falsche Beschuldigung soll jede Anzeige gelten, die                 vor Gericht keinen Erfolg hatte. Angesichts der bisher fast ausnahmslos                 straffrei gebliebenen zahlreichen F\u00e4lle schwerster polizeilicher                 Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Folter und Mord, ist dies                 ein eindeutiges Signal an die Repressionskr\u00e4fte so weiter zu machen                 wie bisher. <\/p>\n<p>Der Passus wurde zuletzt aufgrund von Protesten selbst in den                 Reihen der Regierungsparteien vorerst zur\u00fcckgezogen, soll jedoch                 erneut eingebracht werden. Das vorl\u00e4ufig letzte Opfer staatlicher                 Gewalt ist der Ende M\u00e4rz von Justizvollzugsbeamten zu Tode gefolterte                 albanische Gefangene Ili Kareli. Dem wegen Mordversuchs zu lebenslanger                 Haft verurteilten Kareli war nach abgesessenen 16 Jahren, auf                 Grund der letzten Versch\u00e4rfungen des Gef\u00e4ngnisregimes, ein ihm                 zustehender Hafturlaub verweigert worden. W\u00e4hrend eines Streits                 hatte er daraufhin am 25. M\u00e4rz einen als Schl\u00e4ger ber\u00fcchtigten                 W\u00e4rter erstochen. <\/p>\n<p>Nach schweren Misshandlungen durch Kollegen des Toten wurde er                 ins nordgriechische Gef\u00e4ngnis Nigr\u00edta bei S\u00e9rres verlegt und dort,                 belegt durch schockierende Videoaufnahmen, die die konservative                 Tageszeitung Kathimerin\u00ed ver\u00f6ffentlichte, \u00fcber Stunden brutal                 gefoltert. In derselben Nacht fand man ihn tot in der Zelle; die                 Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 15 Beamte. <\/p>\n<h3>Neues Spardiktat<\/h3>\n<p>Dem Okay der Eurogroup zur Auszahlung einer neuen Kredittranche                 am 4. April in Athen war eine parlamentarische Farce vorausgegangen.                 Um 2 Uhr nachts war den Abgeordneten der Text zum zu verabschiedenden                 neuen Ma\u00dfnahmenpaket vorgelegt worden. <\/p>\n<p>H\u00e4tte jemand alles Relevante lesen wollen, so w\u00e4ren dies mit                 Querverweisen 800 Seiten Text gewesen. Mit den Stimmen von 151                 der 300 Parlamentarier_innen erhielt das Sparpaket am n\u00e4chsten                 Tag gerade so die n\u00f6tige Mehrheit, da zwei unabh\u00e4ngige Abgeordnete                 die Regierung unterst\u00fctzten. <\/p>\n<p>Drei Regierungsabgeordnete, darunter der ehemalige Premier Giorgos                 Papandr\u00e9ou sowie der ehemalige Parlamentspr\u00e4sident und mehrfache                 Minister Ap\u00f3stolos Kaklam\u00e1nis (beide Pasok), hatten die Zustimmung                 verweigert. Papandr\u00e9ou konnte vom amtierenden Pasok-Chef Ev\u00e1ngelos                 Veniz\u00e9los nur deshalb nicht aus der Partei geworfen werden, weil                 er amtierender Pr\u00e4sident der Sozialistischen Internationalen ist.               <\/p>\n<p>Veniz\u00e9los belie\u00df es bei einer R\u00fcge und beschimpfte Kaklam\u00e1nis                 noch im Parlament als &#8222;alter schwuler Sack&#8220;. Sein Namensvetter,                 der fr\u00fchere Athener B\u00fcrgermeister und mehrfache Minister Nik\u00edtas                 Kaklam\u00e1nis (ND), wurde dagegen von Samar\u00e1s sofort aus der Partei                 geworfen. Das Gesetzespaket sieht weitere Lohnk\u00fcrzungen vor, schr\u00e4nkt                 das Streikrecht ein, erleichtert Massenentlassungen und f\u00f6rdert                 Leiharbeit.<\/p>\n<h3>Legal, illegal, schei\u00dfegal<\/h3>\n<p>Skrupellos bedient sich die herrschende Kaste noch immer der                 Privilegien der Macht. Gut 35 % der Griech_innen sind inzwischen                 verarmt und haben ohne Krankenversicherung keinen Anspruch auf                 staatliche Gesundheitsversorgung. <\/p>\n<p>So genannte Gesundheitsgutscheine sollen mittellosen B\u00fcrger_innen                 nun zumindest die kostenlose Behandlung einer ernsthaften Erkrankung                 sichern. W\u00e4hrend viele bei der Verteilung der Gutscheine leer                 ausgehen, lie\u00df sich der Bruder des einstigen Rechtsradikalen,                 heutigen Gesundheitsministers Ad\u00f3nis Georgi\u00e1dis (ND), per Gutschein                 die Nasenscheidewand richten. Auf Staatskosten bekam er ein ger\u00e4umiges                 Einzelzimmer, w\u00e4hrend selbst versicherte Normalb\u00fcrger in Sechs-Bett-Zimmern                 liegen.<\/p>\n<p>Die ehemalige Pasok-Abgeordnete Nantia Giannakopo\u00falou bewohnt                 die f\u00fcnfte und sechste Etage eines Hauses, das laut Genehmigung                 nur \u00fcber vier Stockwerke verf\u00fcgen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Giannakopo\u00falou wurde nach ihrem parlamentarischen Scheitern mit                 einem Posten im Umweltministerium versorgt und ist dort f\u00fcr die                 Kontrolle von Schwarzbauten verantwortlich. <\/p>\n<p>Schmiergeldzahlungen an ND- und Pasok-Politiker und Beamte in                 H\u00f6he von 13 Millionen Euro gestand Ende M\u00e4rz ein Manager der Firma                 Ericsson. <\/p>\n<h3>Samaras, der Wichser<\/h3>\n<p>Ist die Aufdeckung solcher Vorf\u00e4lle, auch in dieser H\u00e4ufung,                 eher Alltag in Athen, sprach kurz vor Merkels Ankunft ganz Griechenland                 \u00fcber den Ausspruch: &#8222;Samaras, der Wichser&#8220;, in einer Parlamentsrede                 des Sprechers der Nazipartei Chrys\u00ed Avg\u00ed (Goldene Morgenr\u00f6te,                 CA), Il\u00edas Kasidi\u00e1ris. Bei der Debatte um die Aufhebung der parlamentarischen                 Immunit\u00e4t von f\u00fcnf Abgeordneten der Partei, unter anderem Kasidi\u00e1ris                 selbst, las er gen\u00fcsslich aus seinem Manuskript wiederholt die                 Wertung des Premiers als Wichser vor. Stammte der Spruch doch                 nicht von ihm, sondern vom Generalsekret\u00e4r der Regierung, T\u00e1kis                 Balt\u00e1kos. Samar\u00e1s&#8216; rechte Hand und Koordinator des Kabinetts hatte                 in Geheimtreffen mit Kasidi\u00e1ris in freundschaftlichem Ton geplaudert.               <\/p>\n<p>Balt\u00e1kos, ausgewiesener Rechtsextremist in Samar\u00e1s&#8216; Beraterstab,                 veranlasste im letzten Sommer unter anderem die Schlie\u00dfung der                 staatlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt ERT und hat mehrmals                 die Verabschiedung eines Antirassismusgesetzes verhindert. 2013                 hatte er in einem Radiointerview betont, er sei &#8222;als Antikommunist                 geboren und werde als Antikommunist sterben&#8220;. <\/p>\n<p>Die Linke habe das Land &#8222;seit 1942 geplagt&#8220;. Das Parlament hob                 wie geplant die Immunit\u00e4t der f\u00fcnf CA-Abgeordneten auf. Im Vorjahr                 hatte es dies bereits bei neun anderen Abgeordneten der Partei                 getan von denen sechs inzwischen in Untersuchungshaft sitzen.<\/p>\n<p>Der zeitgleich zu Kasidi\u00e1ris Rede im Parlament auf der russischen                 Videoplattform rutube ver\u00f6ffentlichte Videomitschnitt des Gespr\u00e4chs                 stellt die Regierung blo\u00df. Mit vulg\u00e4rer Wortwahl spricht Balt\u00e1kos                 dar\u00fcber, die juristische Verfolgung von CA sei politisch motiviert,                 da es &#8222;keine Beweise&#8220; gebe. Samar\u00e1s habe Angst, weil ihm die Neofaschisten                 &#8222;Stimmen abkn\u00f6pfen, die er braucht, um Syriza zu \u00fcberholen&#8220;. Staatsanw\u00e4ltin                 Eft\u00e9rpi Goutzam\u00e1ni betreue den Fall, weil sie &#8222;aus dem Nachbardorf&#8220;                 stamme. Offen beschuldigt er Justizminister Char\u00e1lambos Athanas\u00edou                 und B\u00fcrgerschutzminister Nikos D\u00e9ndias der Justiz die Ermittlungen                 diktiert zu haben. Balt\u00e1kos, der die h\u00e4ufigen Treffen mit Kasidi\u00e1ris                 damit begr\u00fcndete, dass sein B\u00fcro im Parlament direkt neben denen                 von CA liege, trat sofort zur\u00fcck. Athanas\u00edou versucht, mit Dementis                 einen R\u00fccktritt zu verhindern und D\u00e9ndias geht seinerseits in                 die Offensive, indem er behauptet die R\u00fccktrittsforderungen st\u00e4rkten                 CA.<\/p>\n<p>Nach Angaben von F\u00f3tis Kouv\u00e9lis, dem Chef der einstigen Koalitionspartei                 Demokratische Linke (Dimar), habe Balt\u00e1kos ihm 2013 mit den Rechtsradikalen                 gedroht, falls die Abgeordneten von Dimar Gesetzesentw\u00fcrfe der                 Regierung nicht mittr\u00fcgen. &#8222;Wenn ihr nicht zustimmt, koalieren                 wir eben mit CA.&#8220; <\/p>\n<p>Zwar bleibt die Frage, warum Kouv\u00e9lis dies erst jetzt ver\u00f6ffentlicht.                 Klar wird jedoch, dass Samar\u00e1s und seine Regierung die Terrorakte                 der Nazis gegen MigrantInnen, AnarchistInnen, Linke und besetzte                 H\u00e4user nicht nur duldeten, sondern zugleich in st\u00e4ndigem Kontakt                 zu Repr\u00e4sentanten der Nazipartei standen um diese als zweite Machtoption                 in der Hinterhand zu behalten. Erst im Sp\u00e4tsommer 2013, nachdem                 ND-Politiker von CA-Nazis beim patriotischen Gedenken in Meligal\u00e1                 vertrieben wurden, dem folgenden brutalen Angriff auf die Plakatkleber                 der Gewerkschaftsfront Pame in P\u00e9rama und dem Mord am antifaschistischen                 Musiker P\u00e1vlos Fyssas in Kerats\u00edni, muss ihnen bewusst geworden                 sein, dass CA auch vor Angriffen auf ihre eigene Macht und k\u00f6rperliche                 Unversehrtheit nicht zur\u00fcckschreckt.<\/p>\n<h3>Absetzbewegung und Neugr\u00fcndung<\/h3>\n<p>Seit Beginn der juristischen Verfolgung von CA sind auf Seiten                 der Nazis Absetzbewegungen zu beobachten. Um der drohenden Untersuchungshaft                 zu entgehen haben sich zwei Abgeordnete im M\u00e4rz f\u00fcr unabh\u00e4ngig                 von CA erkl\u00e4rt. Ehemalige und aktive Mitglieder geben sich in                 den letzten Monaten die Klinke der B\u00fcros der Untersuchungsrichter                 in die Hand, um Aussagen zu kriminellen Aktivit\u00e4ten von CA zu                 machen. <\/p>\n<p>Aus der Demontage der Nazipartei versucht die ND hinsichtlich                 der anstehenden Europawahl und den parallel stattfindenden Kommunalwahlen                 zu profitieren. Um die R\u00fcckkehr traditioneller W\u00e4hler zu erreichen                 wird mit finanziellen Anreizen bei den Schl\u00e4gertruppen, der f\u00fcr                 ihre harmonischen Beziehungen zu CA allgemein bekannten staatlichen                 Repressionskr\u00e4fte begonnen. F\u00fcr die r\u00fcckwirkende Nachzahlung von                 Geldern, die bei der Besoldung der Uniformtr\u00e4ger w\u00e4hrend der Sparmemoranden                 gek\u00fcrzt wurden, erfolgte nach pers\u00f6nlicher Intervention von Samar\u00e1s                 eine au\u00dferordentliche Finanzspritze \u00fcber 7 Millionen Euro an B\u00fcrgerschutzminister                 D\u00e9ndias. <\/p>\n<p>Unterdessen hat Kasidi\u00e1ris auf einer Kundgebung vor 3000 Nazis                 in Athen die vorbeugend erfolgte Gr\u00fcndung einer neuen Partei verk\u00fcndet.                 Sollte die neofaschistische Goldene Morgenr\u00f6te als kriminelle                 Vereinigung verboten werden, trete die Nationale Morgenr\u00f6te ihr                 Erbe an. &#8222;Patrioten werden eine Partei haben, f\u00fcr die sie stimmen                 k\u00f6nnen, wenn die Regierung ihren Putsch zum Verbot von Chrys\u00ed                 Avg\u00ed fortsetzt&#8220;, t\u00f6nte Kassidi\u00e1ris.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Finanzm\u00e4rkte hatten den roten Teppich f\u00fcr die Inaugenscheinnahme der s\u00fcdlichen Randprovinzen des Reiches ausgerollt und Merkel war gekommen ihre politische Hegemonie in Europa zu feiern und Statthalter Samar\u00e1s im Wahlkampf zu fordern und zu f\u00f6rdern. Der erstmaligen Ausgabe griechischer Staatsanleihen seit f\u00fcnf Jahren waren triumphierende Verlautbarungen von Regierung und Troika gefolgt, die dies als &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2014\/05\/merkel-beim-wichser-in-athen\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Merkel beim \"Wichser\" in Athen - graswurzelrevolution","description":"Die Finanzm\u00e4rkte hatten den roten Teppich f\u00fcr die Inaugenscheinnahme der s\u00fcdlichen Randprovinzen des Reiches ausgerollt und Merkel war gekommen ihre politische"},"footnotes":""},"categories":[741,1026,1027],"tags":[530],"class_list":["post-13433","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-389-mai-2014","category-geld-oder-leben","category-wir-sind-nicht-alleine","tag-griechenland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13433","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13433"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13433\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13433"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13433"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13433"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}