{"id":13723,"date":"2014-10-01T00:00:06","date_gmt":"2014-09-30T22:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=13723"},"modified":"2022-07-26T14:12:06","modified_gmt":"2022-07-26T12:12:06","slug":"frauen-arbeit-migration-und-einiges-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2014\/10\/frauen-arbeit-migration-und-einiges-mehr\/","title":{"rendered":"Frauen, Arbeit, Migration&#8230; und einiges mehr!"},"content":{"rendered":"<h3>Freitag, 29.08.<\/h3>\n<p>Der erste Tag war vom Publikum her recht \u00fcbersichtlich. Das bot aber umso mehr M\u00f6glichkeiten in Ruhe alle St\u00e4nde zu inspizieren. Und ich muss sagen, wer sich mit anarchistischer und artverwandter Literatur besch\u00e4ftigt, dem muss da einfach das Herz aufgegangen sein!<\/p>\n<p>Insgesamt mag der eigentliche Ausstellungsbereich recht klein gewesen sein, aber ich w\u00fcsste in NRW keinen anderen Bereich, der eine so breite Masse an antiquarischen (mitunter Erstausgaben von Stirner, Rocker, Bookchin, u.a.) und aktuellen Werken bereit stellt! Schmetterling-Verlag, Edition Nautilus, Karin Kramer Verlag, Edition Assemblage, Assoziation A, AG SPAK, Edition AV, Unrast, Graswurzelrevolution, Syndikat A, Trotzdem, Alibri und viele andere Verlage, sowie Antiquariate und Projekte waren mit St\u00e4nden anwesend.<\/p>\n<p>Aber es gab ja nicht nur B\u00fccher und anarchistische Zeitungen wie DA, GWR und Gai Dao, sondern auch Vortr\u00e4ge. Der Vortrag zum Antiziganismus zeigte deutlich, wie dramatisch mit Sinti und Roma umgegangen wird. Und inwiefern eben immer noch das alte &#8222;Zigeuner&#8220;bild verwendet wird, um explizit Front gegen Sinti und Roma, aber auch allgemein gegen alle Menschen aus dem Balkan zu machen.<\/p>\n<p>Danach folgte Claudia Frob\u00f6hse mit einem Bericht zur Gleichstellung von Frau und Mann. Sie zeigte dabei anschaulich, dass Frauen auch in Deutschland immer noch im Durchschnitt deutlich weniger verdienen.<\/p>\n<p>Besonders betroffen sind aktuell Rentnerinnen, da sie sich f\u00fcr die Familie aufopferten, anstatt rentenpflichtigen Jobs nachgehen zu k\u00f6nnen, weswegen ihre Rente oft nicht einmal f\u00fcr das Existenzminimum reicht. Schade finde ich dabei besonders, dass das l\u00e4nger schon bekannt ist.<\/p>\n<p>Aber es \u00e4ndert sich leider viel zu wenig!<\/p>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Diskussion fiel mir noch auf, dass es oft auch M\u00e4nner gibt, die sich zur Emanzipation der Frau berufen f\u00fchlen. Jedoch nicht immer mit Frauen, sondern quasi aus der Rolle der wissenden Person, die etwas Gutes f\u00fcr Nichtwissende tun will. Leider ist das in dem Bereich, wie auch in der Fl\u00fcchtlingsarbeit immer noch weit verbreitet&#8230;<\/p>\n<h3>Samstag, 30.08.<\/h3>\n<p>Maria Braig las am Samstagmorgen auf der Limesse aus ihrem 2014 im Verlag 3.0 erschienenen Buch &#8222;Nennen wir Sie Eugenie&#8220;. Schon im Sommer 2012 war in der GWR 370 ihr gleichnamiger Artikel erschienen. Maria Braig beschreibt ihre Idee zum Buch: &#8222;Bei der Recherche f\u00fcr diesen Artikel \u00fcber lesbische Fl\u00fcchtlinge im deutschsprachigen Raum stie\u00df ich auf die Geschichte von Eugenie. Eine junge Frau aus den Senegal hatte Asyl in der Schweiz gesucht, weil sie wegen der Liebe zu einer Frau und der drohenden Zwangsverheiratung mit einem Mann ihre Heimat verlassen musste. Eine Mitarbeiterin von amnesty international erz\u00e4hlte mir in anonymisierter Form, was sie vom Schicksal der jungen Senegalesin wusste, einem am zweiten Tag der Messe vom Eichh\u00f6rnchen zu ihrem 2014 im Verlag Graswurzelrevolution erschienenen Buch Schicksal unter vielen&#8220;. Auf der realen Grundlage dieses Schicksals beruht die Roman-Handlung. Die Einzelheiten allerdings sind erfunden oder anderen Lebensgeschichten entnommen. Sie k\u00f6nnten so geschehen sein, aber auch ganz anders.<\/p>\n<p>Die Lesung am zweiten Tag der Messe vom Eichh\u00f6rnchen zu ihrem 2014 im Verlag Graswurzelrevolution erschienenen Buch &#8222;Kommen Sie da runter!&#8220; ((2)) war wirklich super und teilweise sehr erheiternd, auch wenn das Thema Repression durch staatliche Organe an sich nicht wirklich witzig ist. Sch\u00f6n auch jemanden zu sehen, die mit Herzblut und viel Charme kreativen Widerstand leistet und sich nicht durch Schikane einsch\u00fcchtern l\u00e4sst! Davor kann ich wirklich nur den Hut ziehen und meinen gr\u00f6\u00dften Respekt zollen!<\/p>\n<p>Die anschlie\u00dfende Lesung von GWR-Redakteur Bernd Dr\u00fccke war ebenfalls gut, h\u00e4tte aber insgesamt einen deutlich gr\u00f6\u00dferen Zeitrahmen verdient. Impressionen von zwei von insgesamt 40 Interviews ist doch arg knapp f\u00fcr mehr als einen fl\u00fcchtigen ersten Eindruck in das im M\u00e4rz 2014 im Karin Kramer Verlag erschienene Buch &#8222;Anarchismus Hoch 2&#8220; ((3)) und den Vorg\u00e4ngerband &#8222;ja! Anarchismus&#8220;.<\/p>\n<p>Insbesondere die Diskussion im Anschluss litt durch das abrupte Ende. Leider l\u00e4sst sich das bei einem engen Zeitrahmen mit vielen Lesungen und Vortr\u00e4gen nicht vermeiden.<\/p>\n<p>Der Vortrag von Rainer Knirsch war dann f\u00fcr mich die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung, da er den selbst erlebten &#8222;Fall BMW&#8220; (Verlag Die Buchmacherei, 2014) fesselnd vortrug und anschaulich zeigte, wie sehr der gewerkschaftliche Alltag frustrieren kann, wenn man denn wirklich etwas bewegen will und nicht nur firmenfreundlich die &#8222;Interessen der Belegschaft&#8220; repr\u00e4sentiert und dabei eigentlich nur das eigene Ego streichelt.<\/p>\n<p>Weitere Vortr\u00e4ge gerade zu den feministischen Ans\u00e4tzen h\u00e4tten mich zwar noch sehr interessiert, aber irgendwann raucht dann einfach der Kopf bei soviel Input. Zumal die Gespr\u00e4che und Diskussionen an allen drei Tagen am Rande der Vortr\u00e4ge nicht unerw\u00e4hnt bleiben sollen. Denn es herrschte eine wirklich offene Atmosph\u00e4re! Also alles in allem ein super Tag!<\/p>\n<h3>Sonntag, 31.08.<\/h3>\n<p>Der dritte Tag war nicht mehr ganz so gut besucht. Da waren wohl einige noch vom Vorabend geschlaucht. Trotzdem verfolgten etliche den Worten von Ralf Landmesser in Gedenken an Erich M\u00fchsam. Seine Mischung aus historischem Input und eingestreuten Gedichten M\u00fchsams war wirklich gut gew\u00e4hlt. Auch hier machte sich der enge Zeitrahmen bemerkbar. Deswegen trug er kurzerhand vor einigen Interessierten den zweiten Teil im Au\u00dfenbereich des Caf\u00e9s vor.<\/p>\n<p>Im Anschluss gab es noch einen Vortrag zu solidar\u00f6konomischen Projekten, wo mehrere Kommunen und Kollektive vorgestellt wurden und wie diese aufzeigen, dass es auch anders geht, als es uns allen von diversen \u00d6konomen, Politiker*innen und sonstigen Menschen im kapitalistischen Umfeld herunter gebetet wird. Zeitgleich stellte sich das Projekt FREE! ((4)) vor.<\/p>\n<p>Dabei gingen die anwesenden Referenten auf die Schwierigkeiten der Kommunikation im weltweiten Netz ein und welche M\u00f6glichkeiten es gibt, um sich im www ein wenig sicherer zu vernetzen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass es eine absolute Sicherheit vor \u00dcberwachung nicht gibt. Egal, wie verschl\u00fcsselt und egal \u00fcber welche Umwege E-Mails verschickt werden. Trotzdem sollte jede*r sich Gedanken machen, inwiefern dezentrale Wege nicht doch besser sind, als \u00fcber zentrale Anbieter a la facebook, twitter und whatsapp zu kommunizieren.<\/p>\n<p>Damit endete f\u00fcr mich auch der dritte Tag. Und alles in Allem kann ich sagen, dass die Veranstalter*innen eine wirklich eindrucksvolle Messe organisiert und durchgef\u00fchrt haben!<\/p>\n<p>Much respect for that!<\/p>\n<p>Sch\u00f6n auch zu sehen, wie bunt das Publikum gemischt war und wie viele an diesem Ort zusammen kamen (an allen drei Tagen sicherlich einige Hundert).<\/p>\n<p>Das macht Mut, gibt Kraft und Hoffnung f\u00fcr eine bessere, eine anarchistisch-libert\u00e4re Welt zu streiten und zu leben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freitag, 29.08. Der erste Tag war vom Publikum her recht \u00fcbersichtlich. Das bot aber umso mehr M\u00f6glichkeiten in Ruhe alle St\u00e4nde zu inspizieren. Und ich muss sagen, wer sich mit anarchistischer und artverwandter Literatur besch\u00e4ftigt, dem muss da einfach das Herz aufgegangen sein! 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