{"id":13777,"date":"2014-11-01T00:00:21","date_gmt":"2014-10-31T22:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=13777"},"modified":"2022-07-26T14:12:06","modified_gmt":"2022-07-26T12:12:06","slug":"utopie-gemeinsam-und-solidarisch-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2014\/11\/utopie-gemeinsam-und-solidarisch-leben\/","title":{"rendered":"Utopie gemeinsam und solidarisch leben"},"content":{"rendered":"<p><b>Janina Rott (GWR): Wie bist Du dazu gekommen in einer Kommune zu leben? Gab es irgendwann einen entscheidenden Punkt, wo Du gesagt hast: Ich werde so leben?<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina Kruse:<\/i> Den entscheidenden Punkt gab es nicht. Ich bin ganz klassisch in einer Kleinfamilie gro\u00dfgeworden und habe mir da auch nicht viele Gedanken zu gemacht. Ich war allerdings, als ich nach Kiel gezogen bin, Mitte der 90er Jahre, in einer Graswurzelgruppe aktiv und wir haben das einerseits als Gewaltfreie Aktionsgruppe gesehen und uns andererseits mit dem Thema Anarchie im Alltag besch\u00e4ftigt. Einige Menschen aus der Graswurzelgruppe Kiel waren damals in einer Kommune-Gr\u00fcndungsgruppe. Da haben wir auch dar\u00fcber gesprochen in wie weit das eine M\u00f6glichkeit ist, anarchistische Utopien im Alltag zu versuchen umzusetzen. Ich fand das einleuchtend, dass Politik nicht nur auf Demos oder in Aktionen stattfinden sollte, sondern auch im Alltag und zuhause. Dann habe ich einige Umwege gemacht, war unterwegs im Ausland. Am Ende bin ich in einer Kommune gelandet.<\/p>\n<p><b>Bernd Dr\u00fccke (GWR): Viele Menschen wissen wahrscheinlich nicht, was eine Kommune ist. Kannst Du etwas zur Geschichte der Kommunen erz\u00e4hlen?<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Jein. Ich habe mich zun\u00e4chst nicht viel mit der Geschichte der Kommunen besch\u00e4ftigt. Als ich aber gemerkt habe, dass Leute oft diese &#8222;Kommune I&#8220; und die &#8222;Otto M\u00fchl Kommune&#8220; damit assoziieren, habe ich mich doch damit auseinandergesetzt. Gerade diese zwei Gruppen hatten nichts mit den Ideen zu tun, mit denen ich mich identifiziere, weil es da \u00fcberhaupt nicht um Herrschaftsfreiheit ging. Da ging es viel um Grenz\u00fcberschreitungen und deshalb habe ich gemerkt, dass ich mich von diesen Sachen, die unter dem Label &#8222;Kommune&#8220; laufen, distanzieren m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Im alten Kommunebuch habe ich etwas gefunden \u00fcber die &#8222;Kommune 3&#8220;. In dieser ging es auch viel &#8211; von Frauen eingebracht &#8211; um Alltagsumgang, um Leben mit Kindern. Das fand ich interessant. Als ich mich selber mit Kommune angefangen habe zu besch\u00e4ftigen, habe ich mich mehr an Gruppen orientiert, die Mitte der 90er aktiv waren.<\/p>\n<p>Vor allem geh\u00f6rt da f\u00fcr mich die Kommune Niederkaufungen dazu, weil die sich gut organisieren, viel Praxis und viele Strukturen haben. Ich finde Strukturen toll. Inspiriert hat mich auch, was ich im Wendland bei den Anti-Castor-Aktionen erlebt habe, so eine gro\u00dfe Solidarit\u00e4t auch im Alltag. Spannend finde ich, dass sich da in den letzten 10 Jahren viele kleine Kommunen gegr\u00fcndet haben. Manche gibt es da auch schon l\u00e4nger.<\/p>\n<p>Die machen miteinander einen Austausch im freien Fluss, ohne etwas zu verrechnen. Was jetzt gelebt wird und wo ich mit Leuten im Austausch bin, das finde ich am spannendsten.<\/p>\n<p><b>Janina: Interessant, auch wie Du dazu gekommen bist dich dazu zu entscheiden, in einer Kommune zu leben. Wann und wie ist Eure Kommune entstanden? Wie seid Ihr an das Grundst\u00fcck gekommen? <\/b><\/p>\n<p><i>Bettina: <\/i>Da war ich noch nicht wirklich dabei. Aber weil ich mit einigen aus der Gr\u00fcndungsgruppe in einer Gruppe war, habe ich das eng verfolgen k\u00f6nnen. Es gab viele Gr\u00fcndungstreffen, wo zwischen 10 und 30 Leute aufgetaucht sind. Am Ende haben sich acht zusammengetan und gesagt, jetzt wollen wir etwas kaufen, denn ohne Ort k\u00f6nnen wir schlecht starten. Die haben dann Anzeigen geschaltet, z.B. im Bauernblatt, und so den Ort gefunden. Das ist ein ehemaliger Hof, der verkauft werden sollte. Das war 2001 und da ich in diesem Umfeld war, bin ich ein halbes Jahr sp\u00e4ter mit auf das Projekt gezogen, als Gast und noch nicht als Kommunardin. Damals habe ich im Bauwagen gewohnt.<\/p>\n<p><b>Janina: Wie viele Leute seid Ihr jetzt? Produziert Ihr selber? Wenn ja, was? <\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> (lacht) Manche der Leute, die angefangen haben, haben gemerkt, dass Kommune doch nichts f\u00fcr sie ist und manche Konflikte haben wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen. Insofern gab es da viele Ver\u00e4nderungen. Im Moment sind wir f\u00fcnf Erwachsene und zwei Kinder. Wir sind aber noch mit einigen weiteren im Gespr\u00e4ch, damit wir wieder mehr werden. Ich h\u00e4tte gerne mindestens 10 Erwachsene hier, das ist eine stabilere Gruppengr\u00f6\u00dfe und macht das Zusammenleben einfacher. Wir produzieren irgendwie nichts (lacht), au\u00dfer das, was der Garten von selber macht: \u00c4pfel, Birnen,&#8230;<\/p>\n<p>Die meisten von uns arbeiten au\u00dferhalb, sind abh\u00e4ngig besch\u00e4ftigt, haben aber keine Vollzeitstellen, sonst h\u00e4tten wir gar keine Zeit mehr f\u00fcr uns.<\/p>\n<p><b>Janina: Wie sieht der Alltag bei Euch auf dem Hof aus?<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Wir treffen uns einmal die Woche zum Plenum und da versuchen wir auch einen halben Tag in der Woche gemeinsam etwas auf dem Hof zu machen, was nicht immer nur aufr\u00e4umen oder so etwas sein muss, sondern es k\u00f6nnen auch sch\u00f6ne Sachen sein. Vielleicht auch interessant, das eine Kind ist 6 Jahre alt und da haben wir uns ein bisschen aufgeteilt, auch mit der Kinderbetreuung, dass das nicht nur die Eltern machen, das finde ich sehr sch\u00f6n. Wir haben hier \u00f6kologische Ferienwohnungen, das ist mein Hauptarbeitsbereich.<\/p>\n<p>Bei so einem Gemeinschaftsprojekt muss man auch immer viele Sachen verwalten.<\/p>\n<p><b>Bernd: Du hast die Kommune Niederkaufungen erw\u00e4hnt. Sie hat auch durch ihre besondere Art zu wirtschaften Aufsehen erregt. \u00dcber 80 Menschen teilen dort seit 1986 ihren Besitz und das gemeinsame Einkommen nach den Bed\u00fcrfnissen der Einzelnen, achten darauf, dass Arbeit, Produkte und Dienstleistungen sozial- und umweltvertr\u00e4glich sind. \u00c4hnlich ist das auch in der Kommune Lutter, dem Olgashof und bei anderen Kommunen. Wie funktioniert das bei Euch?<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Das geht. Ich lebe seit ca. 10 Jahren mit gemeinsamer Alltags\u00f6konomie. Das hei\u00dft, alles Geld, was wir einnehmen, verwenden wir gemeinsam. Bei uns wird ein bestimmter Anteil verwendet, um unsere laufenden Kosten f\u00fcr das Projekt zu decken. Wir haben da eine Art &#8222;Warmmiete&#8220; ausgerechnet und legen noch etwas zur\u00fcck, falls etwas pl\u00f6tzlich gemacht werden muss. Falls z.B. die Heizung kaputt geht. Den Rest des Geldes verwenden wir so, wie wir es brauchen, einmal die Woche macht einer von uns einen gr\u00f6\u00dferen Lebensmitteleinkauf usw.<\/p>\n<p>Wir nehmen uns davon, was wir brauchen. Damit wir auch eine Idee davon haben, wie viel Geld vorhanden ist und was f\u00fcr W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse die einzelnen haben, machen wir einmal im Jahr einen Finanztag, wo wir rechnen, planen und uns austauschen. Das klappt gut und es gibt auch einen angenehmen R\u00fcckhalt finanziell nicht alleine dem kapitalistischem Druck ausgesetzt zu sein.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann mensch sich auch gut \u00fcber Geld und Zahlen streiten, ich denke aber, dass es dabei oft um andere Konflikte geht, die vielleicht nicht so einfach anzusprechen sind.<\/p>\n<p><b>Bernd: Wie sieht das mit der pers\u00f6nlichen Altersversorgung in Eurer Kommune aus? Und was passiert, wenn jemand aussteigt?<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Was passiert, wenn eine Person aussteigt, haben wir, wie die meisten Kommunen, vertraglich geregelt. Deine pers\u00f6nlichen Sachen nimmst du na klar mit und auch Geld, um gut starten zu k\u00f6nnen. F\u00fcr die Altersvorsorge gibt es, soweit ich wei\u00df, bisher keine gemeinsame L\u00f6sung. Angestellte nehmen ja ihre Anspr\u00fcche mit und die sind unterschiedlich.<\/p>\n<p>Es gibt Ideen, da etwas gemeinschaftlicheres zu entwickeln, aber das ist schwierig, teuer und dann irgendeine Private Rentenversicherung abzuschlie\u00dfen, wo am Ende wenig rauskommt, das Geld merkw\u00fcrdig angelegt ist und nicht in die Kommune flie\u00dft, um z. B. Schulden vom Kauf kleiner zu machen, ist irgendwie auch quatsch. Also, das ist ein ungel\u00f6ster Punkt. Wenn es dazu Ideen gibt, w\u00e4re ich sehr interessiert.<\/p>\n<p><b>Bernd: Du bist aktiv im Kommuja-Netzwerk. Auf der Internetseite kommuja.de hei\u00dft es: &#8222;Kommuja ist ein Netzwerk politischer Kommunen. Wir wollen ein gleichberechtigtes Miteinander, Machtstrukturen lehnen wir ab. Wir wollen die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse \u00e4ndern und uns vom herrschenden Verrechnungs- und Besitzstandsdenken l\u00f6sen.&#8220; Das h\u00f6rt sich gut an. Kannst Du n\u00e4her auf das Kommuja-Netzwerk eingehen? Was macht Kommuja? Wie viele Kommunen und Menschen sind dort vernetzt?<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Zurzeit sind 35 Kommunen Teil des Netzwerkes. Wie viele Menschen das genau sind? Keine Ahnung. Die gr\u00f6\u00dfte Kommune hat 80 Menschen und die Kleinste 3. Wir treffen uns einmal im Jahr zu einem internen Netzwerktreffen, wo wir uns austauschen und diskutieren. Da kommen immer so zwischen 30 und 60 Leute.<\/p>\n<p>Nach au\u00dfen machen wir auch etwas. Als Netzwerk organisieren wir alle zwei Jahre ein gro\u00dfes &#8222;Los Geht&#8217;s&#8220;. Das hei\u00dft so, weil es losgehen soll Kommunen zu gr\u00fcnden. Zwischendurch gibt es regionale &#8222;Los Geht&#8217;s&#8220;, die sind kleiner.<\/p>\n<p>Dieses Jahr gab es eins in \u00d6sterreich und im September war bei uns das &#8222;Los Geht&#8217;s &#8211; Nord&#8220; [siehe GWR 391]. Dieses Treffen, oder vielleicht kann man auch Festival sagen, soll einen Raum schaffen, wo man sich intensiv mit dem Thema Kommune, also gemeinsam und solidarisch zu leben, auseinandersetzen kann. Da gibt es verschiedene Workshops zu den Inhalten, die wir bei Kommunen wichtig finden.<\/p>\n<p>Was ich auch toll dabei finde, ist, dass aus den verschiedensten Kommunen im Netzwerk Leute dabei sind, die erz\u00e4hlen, wie die das in ihrer Gruppe machen. Mit denen kann man dann in Austausch kommen. Wir machen auch alle paar Jahre eine Kommune-Infotour. Da war ich auch schon dabei. Da fahren wir dann mit einem Kleinbus durch die Lande und an Orten, wo uns das geeignet erscheint, machen wir Infoveranstaltungen, wo wir gerne mit den Leuten ins Gespr\u00e4ch kommen und gucken wollen, was an anderen Orten an solidarischen Strukturen vorhanden ist. Seit einiger Zeit versuchen wir uns auch als Netzwerk an politischen Aktionen zu beteiligen. Wo ich dabei war, hatten wir mal eine Kommuja-Bezugsgruppe bei den Wendlandcastoren, oder, da war ich nicht dabei, auf dem BUKO ((4)) gab es schon mal ein Kommuja-Caf\u00e9 und einen B\u00fcchertisch.<\/p>\n<p>In dem Bereich w\u00fcrden wir gerne mehr machen, aber das klappt nicht immer. Wenn wir etwas machen, dann k\u00f6nnt ihr das auch auf unserer Homepage finden. Wichtig ist uns auch, Gr\u00fcndungsgruppen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><b>Bernd: Klasse. In der N\u00e4he von M\u00fcnster, in Laer, gab es viele Jahre lang die mittlerweile aufgel\u00f6ste Kommune Laerifari. Ansonsten gibt es in M\u00fcnster auch alternative Wohnprojekte: die Wagenburg, die ist recht gro\u00df. Dann <i>das Nieberding<\/i>, die Grevener Stra\u00dfe 31, die schon 1972 besetzt wurde und heute immer noch ein alternatives Wohnprojekt ist, und die selbstverwalteten H\u00e4user an Breul und Tibusstra\u00dfe, in denen wir mit 60 Leuten leben. Die Grafschaft 31 wurde gerade gegr\u00fcndet und ist Teil des Mietsh\u00e4usersyndikats, also eines bundesweiten Zusammenschlusses alternativer Wohnprojekte. <\/b><\/p>\n<p><b>Habt ihr als Kommuja-Bewegung auch Kontakte zu \u00e4hnlichen, selbstverwalteten Wohnprojekten, wie ich sie jetzt gerade aufgez\u00e4hlt habe?<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina: <\/i>Als Kommuja-Netzwerk irgendwie nicht. Das l\u00e4uft eher \u00fcber Beziehungen, \u00fcber Menschen, die man kennt, vielleicht aus der politischen Arbeit, und wie die jetzt leben.<\/p>\n<p>Wir kennen Leute in Kiel, da gibt es zwei genossenschaftliche Wohnprojekte und da kennen wir auch \u00fcberall Leute. Wir sind mal mehr und mal weniger im Austausch. Mit dem Mietsh\u00e4usersyndikat gibt es manchmal \u00dcberschneidungen, dann machen wir auch etwas zusammen. Aber da habe ich jetzt nicht so viel Kontakt, obwohl wir jetzt gerade gemerkt haben, wir m\u00fcssen auf jeden Fall mal wieder etwas zusammen machen. Es soll n\u00e4mlich ein neues Verm\u00f6gensanlagegesetz geben und das ist f\u00fcr alle Wohnprojekte wichtig da hinzuschauen, denn wenn das so durchgeht, dann wird es bald total schwierig sein, noch Direktkredite zu bekommen. Das soll dann alles unter Aufsicht gestellt werden. Es w\u00e4re sinnvoll da jetzt mal auf die Homepage <a href=\"http:\/\/www.syndikat.org\/de\">www.syndikat.org\/de<\/a> zu gucken und sich darum zu k\u00fcmmern, dass wir weiterhin auch unabh\u00e4ngig von Banken unsere Projekte finanzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Janina: Wenn man mit anderen Menschen dar\u00fcber spricht, wie es wohl w\u00e4re in einer Kommune zu leben, da kommt von vielen der Einspruch, dass man dort viel arbeiten muss und kaum Freizeit hat. Du hast ja schon gesagt, dass Ihr gar nicht so viel selber produziert. Wie sieht das in der Realit\u00e4t aus? Ist es so, dass man weniger Zeit hat oder kann man sich trotzdem noch gut politisch engagieren? <\/b><\/p>\n<p><i>Bettina: <\/i>M\u00fc\u00dfiggang und Kommuneleben sind immer wieder Thema, das ist wichtig. Jetzt ist die Frage, womit man das vergleicht. Wenn ich das jetzt vergleiche mit der Zeit, als ich selber studiert habe, da hatte ich mehr Zeit f\u00fcr politisches Engagement. Aber wenn ich gucke wie andere Leute jetzt in Kleinfamilien leben oder im Arbeitsleben eingebunden sind, dann denke ich, dass ich gr\u00f6\u00dfere Freir\u00e4ume habe. Ja, das kann man nicht so direkt sagen, also gerade in einer Zeit, wo eine Gruppe neu startet, dann braucht man eben auch viel Zeit f\u00fcr Gruppenprozesse, f\u00fcr Wohnraumbeschaffung, meistens k\u00f6nnen wir uns ja keine H\u00e4user leisten, die gro\u00df und fertig ausgebaut sind.<\/p>\n<p>Man muss Geld f\u00fcrs t\u00e4gliche Leben rankriegen. Aber das muss man auch, wenn man nicht in einer Kommune lebt.<\/p>\n<p><b>Bernd: Im Januar 2014 ist in der <i>GWR<\/i><\/b><i> <b><\/b><\/i><b>Nr. 385 ein Artikel von Dir erschienenen, \u00fcber Kommune und Freiheit. Da hast Du u.a. geschrieben: &#8222;Freiheit ist ein wichtiger Teil der anarchistischen Utopie&#8220;. Kannst Du das konkretisieren? Weil die Massenmedien den Begriff immer noch verdrehen, denken viele Leute ja leider immer noch, dass Anarchie Chaos und Terror bedeutet. Wir haben als Reaktion auf die letzte Radio Graswurzelrevolution-Sendung H\u00f6rerbriefe bekommen, die genau diesen massenmedial beeinflussten Tenor hatten. Was bedeutet Anarchie f\u00fcr Dich?<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Ja, was jetzt gelebte Anarchie ist, kann ich gar nicht sagen, das wei\u00df man ja auch nicht wirklich und das wird sehr vielf\u00e4ltig sein. Die Wortbedeutung ist Herrschaftsfreiheit und das ist f\u00fcr mich das wichtigste an der Idee, also dass keine und keiner Macht \u00fcber mich hat und dass Entscheidungen freiwillig und gemeinsam getroffen werden, wenn sie mich betreffen.<\/p>\n<p>Bei diesem Wort &#8222;freiwillig&#8220;, das sind ja auch zwei Teile, etwas mit Freiheit und mit willig. Ich glaube nicht, dass es darum gehen kann, egoistische Ziele zu verfolgen, sondern, dass es mehr darum geht, verantwortlich Dinge miteinander regeln zu wollen.<\/p>\n<p>Gerade bei dem Artikel, den du angesprochen hast, da habe ich mich dann auch gefragt, was bedeutet Freiheit im Zusammenhang mit Kommune? Eben kam ja schon durch, vielleicht hat man keine Zeit mehr, vielleicht kann man Sachen nicht mehr frei entscheiden. Frei von Herrschaft sagt ja noch nichts dar\u00fcber aus, was man denn dann macht. Der Freiheitsbegriff, den wir in unserer westlichen Welt haben, ist ja oft mit Autonomie verbunden, also im Sinne von Unabh\u00e4ngigkeit. Da denke ich, dass das die falsche Idee von Freiheit ist. Antje Schrupp schreibt ja auch \u00f6fters f\u00fcr die <i>Graswurzelrevolution<\/i>, mit ihr gehe ich sehr d&#8217;accord. Sie hat auch gesagt: das kann eigentlich gar nicht die richtige Auslegung von Freiheit sein, denn Menschen sind nicht unabh\u00e4ngig. Menschen sind immer abh\u00e4ngig von anderen, eine Freiheit gibt es nur in Bezogenheit, also wenn man sich aufeinander bezieht. Ich finde, die Kommune ist schon, auf jeden Fall f\u00fcr mich, ein gutes \u00dcbungsfeld davon. Ich wei\u00df ja, dass ich von den anderen abh\u00e4ngig bin und damit geht es mir besser, als wenn ich von irgendeinem Arbeitgeber abh\u00e4ngig bin oder vom Amt.<\/p>\n<p><b>Bernd: Du warst in der Graswurzelgruppe Kiel aktiv. Du verstehst dich als Anarchistin? Wie kam es dazu? Kannst Du etwas dazu erz\u00e4hlen?<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Jaaa, ich verstehe mich als Anarchistin, ich finde ja Schubladen so bl\u00f6d (lacht). Ich w\u00fcrde lieber sagen, viele anarchistische Ideen finde ich sehr inspirierend, allerdings auch Ideen aus dem Feministischen und aus dem Queerfeministischen. ((5))<\/p>\n<p>Ganz zu Anfang bin ich eher \u00fcber eine feministische Schiene in die Graswurzelgruppe geraten und habe auch lange damit gehadert, dass das so eine gemischte Gruppe ist und dass Anti-Atom mehr Raum hat, als sich mit Geschlechterrollen und -hierarchien auseinanderzusetzen. Prinzipiell kann ich sagen, dass es mich interessiert, mich mit Alternativen zur jetzigen kapitalistischen Gesellschaft auseinanderzusetzen und auch mit Leuten in Kontakt zu sein, die andere Dinge ausprobieren oder die Geschlechterhierarchien in Frage stellen.<\/p>\n<p><b>Janina: Kannst Du noch etwas zum neuen Kommune-Buch sagen?<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina<\/i>: Ja, gerne. Es ist aus dem Kommuja-Netzwerk entstanden. In einem vierj\u00e4hrigen Prozess hat sich eine Gruppe von Leuten immer wieder getroffen, Themen diskutiert, Texte verfasst. An diesem intensiven Prozess war ich selber nur am Rande beteiligt.<\/p>\n<p>Ich habe einen Text mit Ulli aus der Kommune Niederkaufungen geschrieben, da geht es um das Thema Arbeit, bzw. dass wir den Begriff Arbeit nicht mehr verwenden wollen. Das Buch ist umfangreich, das finde ich toll. Es gibt viele Texte, die sind interessant f\u00fcr Menschen, die sich mit dem Thema Kommune besch\u00e4ftigen wollen, aber auch f\u00fcr Leute, die schon Gruppen- und Gemeinschaftserfahrungen hinter sich haben. Es sind nicht nur theoretische Texte, es ist auch ein Interview verschriftlicht worden und es wurde eine Umfrage ausgewertet. Es gibt inhaltlich acht Themenbereiche: Zusammenhalt, Geschlechterverh\u00e4ltnisse, Politik, \u00d6konomie, Arbeit und Altwerden, ein bisschen etwas zur Kommunegeschichte und ein Kapitel Praxis: Loslegen, Suchen, Gr\u00fcnden, Ankommen. Es ist eine gelungene Mischung.<\/p>\n<p><b>Bernd: Das finde ich auch. Das alte KommuneBuch vom Verlag Die Werkstatt ist vor 16 Jahren erschienen ((6)). Das habe ich damals auch gelesen, ein tolles Buch. Aus dem neuen Kommunebuch haben wir in der GWR 392 einen Vorabdruck gebracht. Du hast gerade erz\u00e4hlt, dass es in dem Beitrag, den Du mit Ulli f\u00fcr das neue Kommunebuch geschrieben hast, um das Thema Arbeit geht. Erz\u00e4hlst Du uns dazu noch ein bisschen mehr? <\/b><\/p>\n<p><i>Bettina: <\/i>Ich finde diesen Begriff Arbeit doof, wir sollten von T\u00e4tig sein sprechen und vor allem, dass alles, was Arbeit ist, irgendwie schwer und anstrengend sein muss. Ich finde, wir sollten unser Leben so nicht zergliedern lassen.<\/p>\n<p>Mit dem Thema Arbeit habe ich mich intensiv auseinandergesetzt, damit, dass vielleicht durch das gemeinsame Kommuneleben auch dieser Arbeitsbegriff ganz in Frage gestellt wird. Wir haben gedacht, dass verschiedene Sachen, die man so macht, Reproduktionsarbeit, Lohnarbeit, das wollen wir eigentlich nicht, dass alles unterschiedlich bewertet wird oder dass davon dann irgendwie ausgegangen wird wie viel Geld man ausgeben darf.<\/p>\n<p>In diesem Prozess wurde es immer merkw\u00fcrdiger von Arbeit zu reden, weil dann pl\u00f6tzlich alles irgendwie Arbeit war: Beziehungsarbeit, Kinderbetreuung, Essen kochen,&#8230; Deshalb kam in diesem Kommunebuch-Schreibprozess die Idee auf, dass vielleicht t\u00e4tig sein oder T\u00e4tigkeiten zu machen, die gut f\u00fcr die Gruppe und f\u00fcr einen selber sind, dass das doch noch mal die Perspektive wechselt und man dann auch ein anderes Gef\u00fchl zu seinem Alltag bekommt. Ich wei\u00df nicht, wie das bei euch ist? Ist euer Leben aufgeteilt in Arbeit und Nicht-Arbeit?<\/p>\n<p><b>Bernd: Es ist nicht repr\u00e4sentativ wie ich lebe. Ich bin privilegiert, weil ich f\u00fcr die GWR arbeite und in einem alternativen Wohnprojekt wohne. Meine Arbeit ist zwar prek\u00e4r, macht aber zu 90 Prozent Spa\u00df, weil ich sie f\u00fcr sinnvoll und nicht entfremdet halte. Die Produktion der GWR ist ein kreativer, kollektiver Prozess, der basisdemokratisch mit den GWR-AutorInnen und -MitherausgeberInnen l\u00e4uft. Am Monatsende haben wir das Ergebnis in der Hand. Ein Gl\u00fccksfall.<\/b><\/p>\n<p><b>Janina: Ich trenne zwischen Studium und privat. Bei mir ist im Moment das Studieren meine Arbeit. Da ist das unterschiedlich, es macht manchmal Spa\u00df, manchmal nicht, es kommt immer darauf an, was man gerade so f\u00fcr Seminare hat. Privat ist es so, dass ich mich gerne politisch engagiere. Das ist dann f\u00fcr mich aber eigentlich keine Arbeit in dem Sinne, das ist dann eher etwas, was ich gerne mache und was mir wichtig ist. Also, wenn ich jetzt Arbeit h\u00f6re, denke ich eher an negative Sachen. <\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Ja, das kommt da auch so ein bisschen bei rum. Arbeit ist das, was eigentlich keinen Spa\u00df machen darf. Das erinnert mich an eine Anekdote, die wir mal bei einem Kommunetreffen hatten. Da hat eine Frau erz\u00e4hlt, sie h\u00e4tte da beim Plenum gesagt: &#8222;Oh, die Arbeit im Garten macht mir total Spa\u00df&#8220;. Dann kam als Antwort: &#8222;Dann ist es ja eher deine Freizeit, dann kannst du ja noch etwas anderes machen, einen anderen Arbeitsbereich \u00fcbernehmen.&#8220; Da kommt noch einmal heraus, wie verr\u00fcckt unser Denken eigentlich ist.<\/p>\n<p><b>Bernd: Ja, das ist in gewisser Weise immer noch die &#8222;protestantische Arbeitsethik&#8220;, die im Kapitalismus eine Rolle spielt und auch in unseren K\u00f6pfen herumspukt. Die Calvinisten haben viel gearbeitet und Reicht\u00fcmer angeh\u00e4uft, weil sie dachten, dann im &#8222;Himmelreich&#8220; einen besseren Posten zu bekommen.<\/b><\/p>\n<p><b>AnarchistInnen lehnen die kapitalistische Lohnarbeits-Tretm\u00fchle ab. Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr das Recht auf Faulheit. Alle sollen gl\u00fccklich leben k\u00f6nnen und so viel oder wenig arbeiten wie sie m\u00f6chten. Das sollte im Idealfall oft Spa\u00df machen.<\/b><\/p>\n<p><b>Anarchismus bedeutet auch Kampf gegen entfremdete, sinnlose Arbeit wie Panzer, Waffen und Atomkraftwerke bauen, Wegwerfprodukte f\u00fcr den Konsum produzieren usw. Es kommt auch auf die Form der Arbeit an, ob man ausgebeutet wird, einen Chef hat oder im Kollektiv arbeitet und versucht, hierarchische Strukturen zu \u00fcberwinden.<\/b><\/p>\n<p><b>Im Kapitalismus lebt man normalerweise immer noch in einer hierarchischen Struktur, wo Chefs bestimmen und wir nur R\u00e4dchen im System sind. Dieses ausbeuterische System wollen wir \u00fcberwinden. <\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Aber so lange das System noch da ist, brauchen auch die Kommunen Kohle. Da ist es dann sinnvoll zu gucken, was verbinde ich mit diesem Arbeitsbegriff und will ich ihn \u00fcberhaupt noch so benutzen? Man tut den ganzen Tag ja etwas, was f\u00fcr sich, was f\u00fcr andere, was f\u00fcr Geld, was f\u00fcr Bildung, und die Care-Arbeit auch noch oder diese T\u00e4tigkeiten. Es macht Sinn, da umfassender drauf zu gucken.<\/p>\n<p><b>Bernd: Eine Frage ist auch, wie man den Begriff Arbeit historisch fasst. Im Mittelalter war der Begriff gleichbedeutend mit &#8222;M\u00fchsal&#8220; und &#8222;Strapaze&#8220;. Im Kapitalismus gibt es ein Verst\u00e4ndnis von Arbeit, das im Grunde durch die Calvinisten gepr\u00e4gt wurde: Arbeiten, um &#8222;gottgef\u00e4llig&#8220; zu sein. Flei\u00df, das Erlangen von Macht und Reichtum sind in dieser Sichtweise Pflichten, die ins &#8222;Himmelsreich&#8220; f\u00fchren, M\u00fc\u00dfiggang ist S\u00fcnde. Der Soziologe Max Weber hat diesen Einfluss der &#8222;protestantischen Ethik&#8220; auf die Entstehung des Kapitalismus gut beschrieben. Haben wir jetzt einen anderen Arbeitsbegriff? Wollen wir den Arbeitsbegriff komplett \u00fcber Bord werfen? Ich finde es wichtig zu unterscheiden, auch zwischen entfremdeter Lohnarbeit und Arbeit, die einem Spa\u00df macht und die man f\u00fcr sinnvoll h\u00e4lt.<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Und was ist dann mit der sogenannten Reproduktionsarbeit?<\/p>\n<p><b>Bernd: Die ist sinnvoll. <\/b><\/p>\n<p>Bettina: Ja, aber die ist nicht immer super lustig inspirierend und macht total Spa\u00df. So Kacke wegr\u00e4umen, Kotze aufwischen,\u2026<\/p>\n<p><b>Bernd: Ja, das stimmt. <\/b><\/p>\n<p>Bettina: \u2026 Klo putzen, den Abwasch machen, also da sind ja auch viele Sachen, die sind einfach notwendig, aus sich heraus, f\u00fcr ein gutes Leben. Deshalb finde ich es schwierig, an diesem Arbeitsbegriff festzuhalten.<\/p>\n<p>Denn auch dieses Wort Reproduktionsarbeit greift ja letztlich zu kurz. Ich m\u00f6chte nicht, dass das, was ich tue, unter einen Begriff f\u00e4llt, der nur daf\u00fcr da ist, dass man kapitalistisch ausbeutbar ist. Den Begriff Care finde ich gut, da geh\u00f6rt das ja dazu, also, dass es Zeit gibt, sich umeinander zu k\u00fcmmern, miteinander im Austausch zu sein und eben diese Basis-Versorgungsleistung, so haben wir es auch im Kommunebuch geschrieben, die ist die Grundvoraussetzung daf\u00fcr, dass es einem gut gehen kann.<\/p>\n<p><b>Bernd: Wenn Du auf die letzten Jahre zur\u00fcckschaust, w\u00fcrdest Du dann sagen, es hat sich gelohnt eine Kommune zu gr\u00fcnden? Kannst Du dir ein besseres Wohnen vorstellen?<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen anders zu leben. So, wenn ich sehe, wie andere alleine leben, oder in einer Kleinfamilie, das k\u00f6nnte ich mir auch gar nicht vorstellen. Ich habe ja auch ein Kind und bin auch mit dem Vater zusammen.<\/p>\n<p>Besser wohnen, das k\u00f6nnte ich mir schon vorstellen. Ein bisschen mehr D\u00e4mmung (lacht).<\/p>\n<p>Ja genau, also es gibt hier immer etwas zu tun, wir sind immer noch am Bauen und suchen noch Leute. Wir sind im Prozess mit einigen. Insofern hoffe ich, dass es immer noch besser wird als es schon ist.<\/p>\n<p><b>Bernd: Welche Perspektiven der Kommunebewegung und des Kommuja-Netzwerkes siehst Du?<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Im Moment finde ich es schwierig \u00fcber Perspektiven zu sprechen. Eine Krise jagt die andere. Wenn wir uns noch mehr ins Au\u00dfen einbringen, das f\u00e4nde ich gut. Ich wei\u00df von einer Gruppe aus dem Netzwerk, die auch sehr in der Fl\u00fcchtlingssolidarit\u00e4t aktiv ist. Also, wenn da viel mehr von uns noch kommen w\u00fcrde\u2026 Ansonsten hoffe ich, dass wir Sachen ausprobieren, die nicht so &#8222;normal&#8220; sind. Dass das vielleicht auch andere Leute inspiriert, wenn wir unsere Erfahrung weitergeben, damit wir eine Idee entwickeln, was wir nach der Krise machen k\u00f6nnen. Ich habe keine Ahnung, wann das so weit ist, aber es sieht nicht so aus, als wenn das so weitergehen k\u00f6nnte wie bisher.<\/p>\n<p><b>Bernd: Mal angenommen Leute lassen sich durch dieses Interview inspirieren, was w\u00fcrdest Du denen empfehlen? <\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Das Kommuja-Netzwerk m\u00f6chte gerne andere Gruppen unterst\u00fctzen und \u00fcber die Homepage kann man Kontakt kriegen. Da ist auch eine Liste der zugeh\u00f6rigen Kommunen, vielleicht ist auch eine in der N\u00e4he. In manchen Gruppen, in Niederkaufungen, manchmal bei uns, da gibt es Wochenenden, Kommune-Seminare nennen wir das, wo wir auch Zeit und Raum haben wollen, um \u00fcber Themen zu reden, wie z.B.: Kasse, oder wie kann man Gemeinschaftsbesitz regeln?<\/p>\n<p>Wie kann man sinnvoll Entscheidungen treffen? Wie kann man ein soziales Miteinander gestalten? Gibt es Erfahrungen, wo es um solche Dinge geht? Das w\u00fcrde ich sagen und ansonsten: Anfangen!<\/p>\n<p><b>Janina: Noch eine Frage: Was wolltest Du schon immer einmal in einer Radiosendung sagen? (lacht)<\/b><\/p>\n<p><i>Bettina:<\/i> Genau, eine witzige Fragestellung. Zum Thema Kommune w\u00fcrde ich am liebsten sagen: Gr\u00fcndet Kommunen, vernetzt euch, probiert Sachen aus und ja, &#8222;wann, wenn nicht jetzt, wo wenn nicht hier, wie, wenn ohne Liebe und wer, wenn nicht wir?&#8220; (lacht) Ein bisschen poetisch, aber genau das gilt nach wie vor. Wenn wir was ver\u00e4ndern wollen, sollten wir anfangen.<\/p>\n<p><b>Janina und Bernd: Ein sch\u00f6nes Schlusswort. Herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Janina Rott (GWR): Wie bist Du dazu gekommen in einer Kommune zu leben? Gab es irgendwann einen entscheidenden Punkt, wo Du gesagt hast: Ich werde so leben? Bettina Kruse: Den entscheidenden Punkt gab es nicht. 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