{"id":13935,"date":"2014-06-08T16:31:03","date_gmt":"2014-06-08T14:31:03","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=13935"},"modified":"2022-07-26T14:12:07","modified_gmt":"2022-07-26T12:12:07","slug":"erich-muehsam-fest-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2014\/06\/erich-muehsam-fest-2014\/","title":{"rendered":"Erich M\u00fchsam Fest 2014"},"content":{"rendered":"<p>Vor bald 80 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1934, wurde der j\u00fcdische Dichter und Publizist Erich M\u00fchsam im KZ Oranienburg bestialisch ermordet. Er war eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Boh\u00e8me, emanzipatorischer Querdenker und geh\u00f6rte als Revolution\u00e4r zu den Hauptakteuren der M\u00fcnchner R\u00e4terepublik. Durch monatelange Folter entstellt, fand man seine sterblichen \u00dcberreste am 10. Juli 1934 aufgeh\u00e4ngt in der KZ-Latrine. Dass er damit eines der ersten prominenten Opfer der NS-Diktatur wurde, war kein Zufall. Zum einen hatten die Nazis nicht vergessen, dass M\u00fchsams Entlassung aus der Festungshaft 1924 ein Nebeneffekt jener Amnestie war, die eigentlich Hitler galt. Zum anderen hatten sie in M\u00fchsam \u2013 zu Recht \u2013 einen ihrer gef\u00e4hrlichsten Widersacher erkannt. Er baute die Rote Hilfe mit auf und war einer der wenigen, die bis zum Schluss f\u00fcr eine Einigung der ideologisch zersplitterten Linken gegen den Faschismus k\u00e4mpften.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13936\" aria-describedby=\"caption-attachment-13936\" style=\"width: 372px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-13936\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/muehsamfest2014.jpg\" alt=\"Erich M\u00fchsam Fest 2014\" width=\"372\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/muehsamfest2014.jpg 372w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/muehsamfest2014-300x826.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/muehsamfest2014-109x300.jpg 109w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/muehsamfest2014-73x200.jpg 73w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/muehsamfest2014-11x31.jpg 11w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/muehsamfest2014-14x38.jpg 14w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/muehsamfest2014-78x215.jpg 78w\" sizes=\"auto, (max-width: 372px) 100vw, 372px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13936\" class=\"wp-caption-text\">Erich M\u00fchsam Fest 2014<\/figcaption><\/figure>\n<p>Schon von 2001 bis 2004 wurde in Berlin das Andenken des gro\u00dfen Menschenfreundes M\u00fchsam \u2013 jeweils am Wochenende nach dem Jahrestag seiner Ermordung \u2013 mit einem stetig wachsenden Fest gefeiert. Am Todestag deshalb, weil die Umst\u00e4nde seines Todes mehr \u00fcber sein Leben verraten, als das Datum seiner Geburt. Als lebensbejahendes Fest deshalb, weil er sich genau das gew\u00fcnscht h\u00e4tte. \u201eMenschen, lasst die Toten ruh\u2019n und er erf\u00fcllt ihr Hoffen!\u201c \u2013 so hei\u00dft es in einem seiner Gedichte und an anderer Stelle fordert er dazu auf, Rotwein \u00fcber seinem Grab zu trinken.<\/p>\n<p>In diesem Geiste wurde das Erich M\u00fchsam Fest von Berliner K\u00fcnstlern und Vertretern verschiedener linker Gruppierungen als offenes gegenkulturelles Podium mit Lesungen, Konzerten, Ausstellungen, Performances, Vortr\u00e4gen und Diskussionen konzipiert. 2001 lockte das erste noch sehr improvisierte Fest ca. 300 Menschen in das entlegene Fort Hahneberg, 2002 waren es schon ca. 600. Ins Stadtbad Oderberger Stra\u00dfe kamen 2003 mehr als 1.000 Menschen, und zu seinem 70. Todestag 2004 waren es 1.600 Zuschauer und \u00fcber hundert Akteure auf vier B\u00fchnen, die \u00fcber alle Grenzen von Parteien und Gruppierungen hinweg im Geiste Erich M\u00fchsams diskutierten und feierten.<\/p>\n<h3>Programm<\/h3>\n<h4>Musik<\/h4>\n<p>The Incredible Herrengedeck \/ The Hinking Sinking Ladies \/ Geigerz\u00e4hler \/ Der Singende Tresen \/ Die sogenannte Anarchistische Musikwirtschaft \/ Zuckerklub \/ Transit FM \/ Manfred Maurenbrecher \/ Jens-Paul Wollenberg &amp; Valerij Funkner \/ Uta Pilling \/ Lennard K\u00f6rber \/ Aufwind \/ Outsourced Underground \/ Zhenja Oks sowie Klaster Royall.<\/p>\n<h4>Lesungen<\/h4>\n<p>AHNE &amp; G\u00e4ste \/ Chris Hirte u. Conrad Piens (Herausgeber der Tageb\u00fccher Erich M\u00fchsams) \/ Salli Sallmann \/ Herr Horst \/ Buchvorstellung: \u201cDas seid ihr Hunde wert!\u201d (Ein M\u00fchsam-Lesebuch, herausgegeben von Markus Liske &amp; Manja Pr\u00e4kels)<\/p>\n<h4>Vortr\u00e4ge<\/h4>\n<p>Alexander Karschnia (Theorie und Praxis der Selbsterm\u00e4chtigung in Zeiten digitaler Kontrolle)\/ Uschi Otten (zu Zenzl M\u00fchsam) \/ Frieder B\u00f6hne (VVN BdA) zur Wiederentdeckung eines europ\u00e4ischen Gedenkortes<\/p>\n<h4>Diskussionen<\/h4>\n<p>J\u00f6rg Sundermeier (Verbrecherverlag), Enno Stahl, Daniela Seel u.a. zu \u201cHaltung in der Literatur\u201d (Arbeitstitel)\/ Vertreterinnen des VVN BdA zum Thema Gedenkpolitik \/ Kulturinitiative \u00b489 zum Thema \u201cKultur &amp; Politik \u2013 unvers\u00f6hnlich?\u201d \/ Jungle World zur Lage in der Ukraine<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor bald 80 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1934, wurde der j\u00fcdische Dichter und Publizist Erich M\u00fchsam im KZ Oranienburg bestialisch ermordet. Er war eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Boh\u00e8me, emanzipatorischer Querdenker und geh\u00f6rte als Revolution\u00e4r zu den Hauptakteuren der M\u00fcnchner R\u00e4terepublik. Durch monatelange Folter entstellt, fand man seine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2014\/06\/erich-muehsam-fest-2014\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Erich M\u00fchsam Fest 2014 - graswurzelrevolution","description":"Vor bald 80 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1934, wurde der j\u00fcdische Dichter und Publizist Erich M\u00fchsam im KZ Oranienburg bestialisch ermordet. 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