{"id":14165,"date":"2015-03-01T00:00:00","date_gmt":"2015-02-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/2015\/03\/struktureller-antisemitismus-in-der-franzoesischen-linken\/"},"modified":"2022-07-26T14:22:14","modified_gmt":"2022-07-26T12:22:14","slug":"struktureller-antisemitismus-in-der-franzoesischen-linken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2015\/03\/struktureller-antisemitismus-in-der-franzoesischen-linken\/","title":{"rendered":"Struktureller Antisemitismus in der franz\u00f6sischen Linken"},"content":{"rendered":"<p>Erst Karikaturisten, dann Menschen in j\u00fcdischen Einrichtungen &#8211; das scheint seit den Pariser Attentaten das Muster zu werden, das sich nun auch bei den Morden in Kopenhagen am 14. Februar 2015 wiederholte. Die j\u00fcdischen B\u00fcrgerInnen Frankreichs m\u00fcssen konstatieren, dass die zunehmende Anzahl antisemitischer Anschl\u00e4ge in den letzten Jahren erst nach <i>Charlie Hebdo<\/i> von einer breiteren \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen wurde. Antisemitismus geht keineswegs nur von deklassierten Jugendlichen maghrebinischer Herkunft aus, sondern kommt sp\u00e4testens seit dem offenen Deklamieren von Demoslogans wie &#8222;Jude! Jude! Frankreich ist nicht dein Frankreich!&#8220; ((1)) beim &#8222;Tag des Zorns&#8220; der reaktion\u00e4ren Massenbewegung gegen die Ehe von Schwulen\/Lesben am 26. Januar 2014 auch aggressiv aus der &#8222;Mitte&#8220; der Gesellschaft. Nach den Januar-Attentaten hat in der franz\u00f6sischen \u00d6ffentlichkeit ein Prozess der Selbsthinterfragung eingesetzt, der in antirassistischen, antifaschistischen und libert\u00e4ren Kreisen eine Entsprechung findet. Wir dokumentieren hier eine selbstkritische Bestandsaufnahme von Szene-Diskursen aus der anarchistischen Wochenzeitung &#8222;Le Monde libertaire&#8220; von Anfang Februar. (GWR-Red.)<\/p>\n<p>\u00dcber Antisemitismus habe ich bereits geschrieben. Aber \u00fcber den bestehenden Antisemitismus innerhalb des revolution\u00e4ren Milieus oder im allgemeinen Sinne unter AktivistInnen noch nicht. Dieser Text soll diese L\u00fccke f\u00fcllen. Er ist selbstverst\u00e4ndlich nicht ausreichend.<\/p>\n<p>Ich glaube noch immer daran, dass GenossInnen, die mit dem Thema Antisemitismus ihre Schwierigkeiten haben, guten Willens sind. Machen wir also eine kleine Bestandsaufnahme verschiedener Aspekte des Problems.<\/p>\n<h3>Die Vermengung von Antisemitismus in Frankreich mit dem Staat Israel<\/h3>\n<p>Heute existiert in Frankreich ein tief sitzender Antisemitismus. Das ist eine solch beunruhigende Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass man sich fragt, warum das noch extra erw\u00e4hnt werden muss, aber Einigen f\u00e4llt es schwer, diese Aussage zu akzeptieren. F\u00fcr sie ist die Verurteilung des Antisemitismus gleichbedeutend mit der Unterst\u00fctzung des Staates Israel. Das ist eine geradezu klassische Haltung. In der Praxis nehmen sie eine strukturell \u00e4hnliche, nur entgegen gesetzte Position zum CRIF (Conseil r\u00e9presentative des Isra\u00eblites de France) [frz. Pendant zur J\u00fcdischen Gemeinde in der BRD] ein, der in der Tat f\u00fcr jede Kritik am Staat Israel den Begriff des Antisemitismus benutzt. Aber Achtung, &#8222;breaking news&#8220;: Man kann sehr wohl zugleich den Staat Israel als auch Antisemitismus kritisieren! Viele AktivistInnen sind davon \u00fcberzeugt, dass die Denunziation des Antisemitismus au\u00dferdem notwendigerweise auf die Abwertung der pro-pal\u00e4stinensischen K\u00e4mpfe hinausl\u00e4uft. Diese Vorstellung ist besonders idiotisch, aber sehr verbreitet.<\/p>\n<p>Ich bin genau deshalb in einem fr\u00fcheren Text, &#8222;Fallstricke des Antisemitismus&#8220; ((2)), schon einmal kritisiert worden. Ich wurde der Unterst\u00fctzung des Zionismus beschuldigt, weil ich mich nicht gen\u00fcgend vom israelischen Staat distanziert habe, w\u00e4hrend ich dort in Wirklichkeit, und sogar an mehreren Stellen, klar geschrieben habe, dass wir diesen Staat und seine rassistisch-kolonialistischen Politikformen bek\u00e4mpfen. Des Weiteren hatte dieser Text eigentlich nicht Israel, sondern die Frage des Antisemitismus zum Thema.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich kommt es im antirassistischen Milieu nicht selten vor, dass man Texte liest oder Radiosendungen h\u00f6rt, welche die Frage des Antisemitismus nur aus dieser Sichtweise aufwerfen (Vorwurf der Unterst\u00fctzung des Staates Israel und der Abwertung pro-pal\u00e4stinensischer Positionen). Sie gehen nat\u00fcrlich nicht so weit zu sagen, der Antisemitismus sei eine Erfindung, aber es ist verbreitet, nur diesen Aspekt ins Blickfeld zu r\u00fccken und die rassistische Seite des Antisemitismus geflissentlich &#8222;zu vergessen&#8220;.<\/p>\n<p>Aber wirklich vergessen darf man nicht, dass es der Antisemitismus, nicht der Zionismus ist, der hier in Frankreich eine un\u00fcbersehbare und allt\u00e4gliche Gefahr f\u00fcr zahlreiche ArbeiterInnen darstellt.<\/p>\n<p>Und wenn wir gerade von Israel sprechen, dann sollten wir bemerken, dass sich viele AktivistInnen zurecht gegen die permanent erhobene Forderung besonders an Muslime wenden, sich von den Salafisten-Dschihadisten im Allgemeinen und dem Islamischen Staat im Besonderen zu distanzieren. Doch sie sind dieselben, die von Juden und J\u00fcdinnen st\u00e4ndig verlangen, sich vom Staat Israel zu distanzieren. Es gibt eine gro\u00dfe Anzahl j\u00fcdischer B\u00fcrgerInnen, die der Sympathie mit Israel verd\u00e4chtigt werden, wenn sie nicht laut genug und nach jedem Absatz eines Statements erneut ausrufen, dass sie den Zionismus und dessen Staat verabscheuen.<\/p>\n<p>Das ist wenig konsequent: Man fordert den Juden und J\u00fcdinnen ein permanentes &#8222;Not in my name&#8220; ((3)) zu Israel ab, w\u00e4hrend man gleichzeitig sagt, dass eine Distanzierung [vom Fundamentalismus] den Muslimen aufgezwungen wird.<\/p>\n<p>Wenn es besondere Solidarit\u00e4tskollektive zur Israel-Pal\u00e4stina-Frage gibt, dann ist das gut so; wenn es Leute gibt, f\u00fcr die das ihr wichtigstes Engagement ist, auch gut. Das ist n\u00fctzlich f\u00fcr die Beschaffung von Informationen, f\u00fcr Analysen, f\u00fcr pr\u00e4zisere und genauere politische Interventionen. Das gilt \u00fcbrigens f\u00fcr alle K\u00e4mpfe. Jedoch ist es problematisch, dass sich Gruppen oder Kollektive, die sich nicht anl\u00e4sslich des pro-pal\u00e4stinensischen Kampfes gegr\u00fcndet haben, dennoch verpflichtet f\u00fchlen, sich dar\u00fcber immer wieder, auf systematische Weise zu \u00e4u\u00dfern. Das ist etwas unter AktivistInnen st\u00e4ndig Wiederkehrendes. So sind z.B. auf allen progressiven Demos, um welches Thema es dabei auch gehen mag, pal\u00e4stinensische Fahnen zu sehen. Oder: Zahlreiche GenossInnen haben sich ausschlie\u00dflich \u00fcber die Anwesenheit von Netanjahu, Liebermann und Benett ((4)) beim gro\u00dfen Marsch f\u00fcr die Republik und die nationale Einheit [am 12. Januar 2015 in Paris] emp\u00f6rt, der im Anschluss an die Massaker bei &#8222;Charlie Hebdo&#8220; und im Koscher-Supermarkt von Vincennes stattgefunden hat &#8211; ganz, als seien diese drei Staatsrepr\u00e4sentanten die einzigen Kotzbrocken gewesen, die an diesem Tag pr\u00e4sent waren.<\/p>\n<p>Es ist nicht zu leugnen, dass der Staat Israel einen besonderen, vor allem geopolitisch bedeutsamen Platz einnimmt, aber es ist gef\u00e4hrlich, ihm in unseren Diskussionen, unseren Analysen und K\u00e4mpfen einen zu wichtigen Platz einzur\u00e4umen. Das kann mehrere Auswirkungen haben. Zuallererst kann das der faschistischen These zuarbeiten, dass der Zionismus das wichtigste Problem darstellt und dass dieser nicht einmal zentral mit dem Staat Israel verbunden ist [sondern mehr oder weniger eine Weltverschw\u00f6rung darstellt; d.\u00dc.]. Des Weiteren bekommt diese Obsession manchmal einen zweideutigen Anstrich, besonders f\u00fcr die j\u00fcdischen B\u00fcrgerInnen. Um ein Bespiel anzuf\u00fchren: Eine j\u00fcdische Freundin sprach in einer Diskussion mit mir von einer revolution\u00e4ren Organisation, f\u00fcr welche sie Sympathien empfand, die sie jedoch abschreckte, weil diese Organisation es nicht lassen konnte, ihren heftigen Antizionismus zu bekunden, was auch immer gerade das Thema war. Und sie fand, dass sich dahinter ein tiefer und besch\u00e4mender Antisemitismus verbarg.<\/p>\n<h3>Klassische Diskurse \u00fcber Antisemitismus<\/h3>\n<p>Wenn wir von den auf den Staat Israel und den Zionismus bezogenen Fragen, seien sie nun real oder Phantasie, einmal absehen, gibt es dar\u00fcber hinaus klassische Diskurse \u00fcber den Antisemitismus.<\/p>\n<p>Einer davon stellt oft einen Teil der aktivistischen Diskurse dar, n\u00e4mlich der, dass die Antisemiten Konkurrenten anstatt wirkliche Feinde sind. Ein gro\u00dfer Teil linker Kritiken an [den neofaschistischen Ideologen] Dieudonn\u00e9 und Alain Soral ((5)) konzentriert sich darauf zu sagen, sie w\u00fcrden die Unterdr\u00fcckten von den sozialen K\u00e4mpfen umleiten auf den Kampf gegen Hirngespinste. In dieser Sicht sind die Antisemiten &#8222;an der Basis&#8220; nur ein wenig dumm, aber nicht wirklich b\u00f6sartig. Sie tappen so in dieselbe Falle wie Politiker von vor hundert Jahren, die vom &#8222;Sozialismus der dummen Kerls&#8220; sprachen, wenn sie den Antisemitismus benennen wollten. Sie interpretierten den Antisemitismus der unterdr\u00fcckten Klassen als lediglich eine von vielen Verschw\u00f6rungstheorien. Nur: Die Illuminaten ((6)) zu bek\u00e4mpfen hat keine gro\u00dfen Auswirkungen auf die Wirklichkeit, Juden und J\u00fcdinnen zu bek\u00e4mpfen dagegen schon.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich verabscheuen und bek\u00e4mpfen diese AntirassistInnen und AntifaschistInnen Leute wie Dieudonn\u00e9 und Soral, aber kaum einmal als Antisemiten. Sondern sie sind f\u00fcr die AktivistInnen eher &#8222;schlechte L\u00f6sungen f\u00fcr tats\u00e4chlich bestehende Probleme&#8220; (hier sind wir \u00fcbrigens nicht mehr weit entfernt vom &#8222;Front National&#8220;, der laut vieler PolitikerInnen &#8222;die falschen Antworten auf die richtigen Fragen&#8220; gibt). Es mag zwar offensichtlich sein, dass der Rassismus die ProletarierInnen spaltet, sie von den Ursachen ihrer ungl\u00fccklichen Lage ablenkt usw., aber hierbei die unterdr\u00fcckerische Dimension des Antisemitismus au\u00dfen vor zu lassen, ist das noch gr\u00f6\u00dfere Problem.<\/p>\n<p>Oft genug wird Dieudonn\u00e9 nicht als Antisemit kritisiert, sondern als jemand, der &#8222;nichts f\u00fcr Pal\u00e4stina, wahlweise die Vorst\u00e4dte, wahlweise die Schwarzen etc. tut.&#8220; Aber wie schon angedeutet: W\u00fcrden konkrete Hilfen f\u00fcr Pal\u00e4stina oder die Vorst\u00e4dte oder die Schwarzen etwa die Tatsache dass er ein Antisemit ist entschuldigen? Viele Leute denken, dass es ausreicht, sich \u00f6ffentlich von diesen Individuen (Dieudonn\u00e9 oder Soral) zu distanzieren oder zu sagen, dass man den Antisemitismus bek\u00e4mpft. Das ist falsch. So sehr es innerhalb unseres Milieus mehr oder weniger (wenigstens dem Bekenntnis nach) anerkannt wird, dass eine umfangreiche Arbeit der Dekonstruktion n\u00f6tig ist, um sich vom strukturellen Sexismus und Rassismus zu befreien, so wenig wird das f\u00fcr den Antisemitismus anerkannt. Auf vergleichbare Weise wird nicht respektiert, dass eine subjektive Aussage nicht infrage gestellt werden darf, wenn ein j\u00fcdischer B\u00fcrger eine Situation oder Handlung als antisemitisch empfindet und dies so ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Es gibt viele Leute, die in ihrem Bekenntnis klar erscheinen, doch deren Aussagen eine Haltung transportieren, die denen von Antisemiten gleicht.<\/p>\n<p>Wir werden uns hierbei nicht lange aufhalten, aber der Vergleich Israels mit dem Nazismus; die Darstellung des Zionismus als das denkbar B\u00f6se schlechthin; die Aussage, man rede zuviel von der Shoah; oder die systematische Rede von zionistischen Komplotten &#8211; das sind faschistische und antisemitische Versatzst\u00fccke, die wir bek\u00e4mpfen m\u00fcssen, woher immer sie auch kommen und vor allem, wenn sie von Leuten kommen, die uns nahe stehen.<\/p>\n<h3>Staat und Medien erledigen das schon?<\/h3>\n<p>Auf all das wird uns nicht nur entgegnet, dass der Antisemitismus kein struktureller Rassismus ist, sondern au\u00dferdem, dass er ja eh schon vom [franz\u00f6sischen] Staat und den Medien bek\u00e4mpft wird &#8211; was bedeutet, es sei nicht mehr n\u00f6tig, ihn selbst zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich scheint es so, dass der Staat und die Medien den Antisemitismus st\u00e4rker bek\u00e4mpfen als andere Rassismen. Wir haben hier bewusst den Ausdruck &#8222;scheint es so&#8220; benutzt, denn in Wirklichkeit betreiben sie eine Essentialisierung der Juden\/J\u00fcdinnen, ein simples Messen mit zweierlei Ma\u00df, eine st\u00e4ndige Gleichsetzung j\u00fcdischer B\u00fcrgerInnen Frankreichs mit den Meinungen j\u00fcdischer B\u00fcrgerInnen Israels, wodurch sie noch st\u00e4rker als andere Diskurse \u00d6l ins Feuer gie\u00dfen. Jedenfalls denken gewisse &#8222;GenossInnen&#8220;, dass Medien und politische Klasse sich hierin einig sind, dass das gut und das Problem damit geregelt ist &#8211; so dass man es in der Szene allenfalls noch mit ein paar Verr\u00fcckten zu tun hat. Letztlich wird so der Antisemitismus mehr zu einem pathologischen denn zu einem politischen Problem. Und war denn nicht schon 1936 der Pr\u00e4sident des Ministerrats [w\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Volksfront, L\u00e9on Blum,] ein Jude &#8211; wozu also noch den Antisemitismus bek\u00e4mpfen? Manchmal ist es kaum mehr zu glauben: Es liegt doch nicht am Staat zu definieren, gegen was wir k\u00e4mpfen m\u00fcssen! Der Staat k\u00e4mpft also gegen den Antisemitismus? Sch\u00f6n w\u00e4r&#8217;s! Er k\u00e4mpft genauso &#8222;scheinbar&#8220; gegen die Sklaverei, die Drogen, gegen religi\u00f6se Sekten, die Neonazis usw. Wir aber haben eine klare politische Orientierung: den Kampf gegen alle Formen der Unterdr\u00fcckung. Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass der Antisemitismus eine Form der Unterdr\u00fcckung ist, mit ihren Besonderheiten, ja, aber gleichwohl eine Unterdr\u00fcckungsform, dann m\u00fcssen wir dieser Orientierung folgen und uns nicht durch ministerielle Diskurse davon ablenken lassen.<\/p>\n<p>Aus all diesen Gr\u00fcnden gibt es praktisch wenig antisemitische Fallbeispiele, mit denen sich in antirassistischen und antifaschistischen Milieus besch\u00e4ftigt wird. Wie bereits erw\u00e4hnt: Schon davon zu sprechen macht einen verd\u00e4chtig. Und gegen Personen oder Gruppen, die davon sprechen, wird zuweilen sogar Druck ausge\u00fcbt und\/oder sie werden von Initiativen nicht mehr zu Vortr\u00e4gen oder Veranstaltungen eingeladen. Es ist ein Skandal beobachten zu m\u00fcssen, dass die Opfer antisemitischer Morde bei der Auflistung der Opfer rassistischer Verbrechen systematisch &#8222;vergessen&#8220; werden.<\/p>\n<p>Wenn das so ist, dann brauchen wir uns \u00fcber den gegenw\u00e4rtigen Aufschwung faschistischer j\u00fcdischer Gr\u00fcppchen, wie die LDF (Ligue de d\u00e9fense juive; J\u00fcdische Verteidigungsliga) [frz. Zweig der faschistischen Kach-Partei des Meir Kahane; gilt als sehr militant; d.\u00dc.] oder den Betar [radikal-zionistische Selbstverteidigungsgruppe Jugendlicher, die sich historisch auf den aus Osteuropa stammenden revisionistisch-faschistischen Gr\u00fcnder Wladimir Jabotinsky bezieht; d.\u00dc.] oder die Rechtsentwicklung der offiziellen Organisationen der J\u00fcdischen Gemeinde nicht mehr zu wundern.<\/p>\n<p>Wenn sich j\u00fcdische ProletarierInnen in unserem Milieu nicht mehr sicher f\u00fchlen, m\u00fcssen wir uns nicht wundern, wenn sie woandershin gehen. Im Gegensatz zu einer verbreiteten Ansicht kommt die Mehrheit der j\u00fcdischen B\u00fcrgerInnen Frankreichs aus dem Arbeitermilieu.<\/p>\n<p>Nicht zuf\u00e4llig leben viele Juden\/J\u00fcdinnen zum Beispiel in Sarcelle, einer von unteren Schichten bewohnten Pariser Vorstadt, oder im 19. Arrondissement innerhalb von Paris, einem der \u00e4rmsten der Hauptstadt \u00fcberhaupt. Auf sie m\u00fcssen wir entschieden zugehen, ohne dabei gleichwohl gegen unser Gewissen zu handeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erst Karikaturisten, dann Menschen in j\u00fcdischen Einrichtungen &#8211; das scheint seit den Pariser Attentaten das Muster zu werden, das sich nun auch bei den Morden in Kopenhagen am 14. Februar 2015 wiederholte. 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