{"id":14933,"date":"2015-10-01T00:00:00","date_gmt":"2015-09-30T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/2015\/10\/denen-die-stimme-leihen-die-geknechtet-sind-wie-wir\/"},"modified":"2022-07-26T14:12:00","modified_gmt":"2022-07-26T12:12:00","slug":"denen-die-stimme-leihen-die-geknechtet-sind-wie-wir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2015\/10\/denen-die-stimme-leihen-die-geknechtet-sind-wie-wir\/","title":{"rendered":"Denen die Stimme leihen, die geknechtet sind wie wir"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt nur wenige Schriftsteller von Weltrang, die sich auch \u00e4hnlich erfolgreich als politisch engagierte Journalisten in die Politik einmischten und sie durch ihre Meinungsartikel aktiv mit gestalteten und belebten. George Orwell war einer der bekanntesten unter diesen, w\u00e4hrend er als Chronist im Spanischen B\u00fcrgerkrieg die internationalen Brigaden unterst\u00fctzte. Weniger spektakul\u00e4r, aber mindestens ebenso entschieden, engagierte sich im franz\u00f6sischen Widerstand gegen die Nazi-Besatzungsmacht und deren Kollaborateure Albert Camus. Er war ein politisch handelnder Mensch, dessen Mitk\u00e4mpferInnen oft mit Haft oder gar Hinrichtung f\u00fcr ihre \u00dcberzeugung einstanden. W\u00e4hrend er die ersten Romane, Essays und Theaterst\u00fccke (die er selbst auf der B\u00fchne inszenierte) schuf, riskierte er Kopf und Kragen im Untergrund. F\u00fcr sein literarisches Werk sollte er 1956 den Nobelpreis f\u00fcr Literatur erhalten.<\/p>\n<p>Diejenigen, die ihn sp\u00e4ter mit H\u00e4me und Verachtung straften, weil er sich schon Anfang der 1950er Jahre vom Terror des Stalinismus distanzierte und den Gulag ebenso gei\u00dfelte wie den menschenverachtenden Kapitalismus und Imperialismus, galten lange Zeit f\u00fcr Viele (und noch immer f\u00fcr Einige) als radikaler. Die Rede ist von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir (deren &#8222;Mandarins von Paris&#8220; kaum verhohlen Camus beleidigend zu demontieren versuchte). Doch ihre &#8222;fortschrittlichere&#8220; Gesinnung kultivierten sie meist inmitten sie bewundernder intellektueller Zirkel in der sicheren Umgebung Pariser Bistros und Salons. Camus hingegen war mit Hingabe und bis an die Grenze des physisch (und vermutlich auch psychisch) M\u00f6glichen in jeder Hinsicht an der Produktion der Untergrundzeitung Combat, die in den darauf folgenden Jahren als einflussreiche Tageszeitung \u00f6ffentlich erschien, beteiligt. Er trug wesentlich zur inhaltlichen Ausrichtung als Chefredakteur und Leitartikler von deren erster legaler Ausgabe am 21. August 1944 bis zum 3. Juni 1947 bei.<\/p>\n<p>Als der Combat aufgrund wirtschaftlicher Probleme in andere Besitzverh\u00e4ltnisse \u00fcberf\u00fchrt wurde, mochten er und einige der engsten Mitarbeiter die Konsequenzen f\u00fcr Inhalte und Arbeitsbedingungen nicht mittragen und verlie\u00dfen das Projekt.<\/p>\n<p>Camus hielt sich fast t\u00e4glich oft stundenlang in der Druckerei auf und engagierte sich nach der intellektuellen Leistung in der \u00e4u\u00dferlichen Gestaltung des Produkts. Bleisatz und Umbruch waren ihm vertraut, und gemeinsam mit den ebenso politischen Setzern hatte er immer auch die Arbeitsbedingungen im Blick. Er war nicht nur Kopfarbeiter, sondern legte stets auch Hand an. Die Zeitung war sein Metier. Noch als Schriftsteller von Weltruhm bezeichnete er sich als &#8222;Berufsjournalist&#8220;, wovon nach 1948 seine Artikel in anarchistischen Zeitungen und in der Zeitschrift &#8222;L&#8217;Express&#8220; zwischen Mai 1955 und Februar 1956 zeugten.<\/p>\n<p>In zwei kompetenten, h\u00f6chst informativen, einf\u00fchrenden und einf\u00fchlsamen Artikeln mit zeitgeschichtlichem Wert pr\u00e4sentiert die Herausgeberin im ersten Band eine spannende Geschichte des Combat von der Untergrundzeitung bis zum meinungsbildenden Alltag im befreiten Frankreich (S. 13-51), gefolgt von einer W\u00fcrdigung der Rolle Camus (S. 53-82). Die darauf folgenden Texte mit den nur selten pers\u00f6nlich gekennzeichneten aber mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit (und entsprechend begr\u00fcndet) Camus zugeordneten Beitr\u00e4gen zur Untergrundzeitung (Mai bis Juli 1944) und nach der Befreiung als Tageszeitung bis Ende 1944 folgen im ersten Band.<\/p>\n<p>Im zweiten Band finden sich seine Artikel bis Mitte November 1945, die ebenfalls erstmals im Combat in der zweiten Novemberh\u00e4lfte 1946 (und bereits mehrmals in deutscher Sprache) erschienene Essaysammlung &#8222;Weder Opfer noch Henker&#8220; (erneut erg\u00e4nzt um eine erkl\u00e4rende knappe Einf\u00fchrung der Herausgeberin), sowie seine Beitr\u00e4ge zwischen M\u00e4rz und Juni 1947.<\/p>\n<p>In einem als Epilog ausgewiesenen Schlussteil finden sich die wenigen sp\u00e4teren Interventionen gegen Ende 1948, die nochmals den Internationalismus des Weltb\u00fcrgers Camus dokumentieren. Hilfreiche \u00dcberblicke zur thematischen Anordnung der Beitr\u00e4ge und Namensregister erg\u00e4nzen beide B\u00e4nde.<\/p>\n<p>Mit dem legalen Erscheinen des Combat und anderer Printmedien verschoben sich die Fronten. So wurde die innerfranz\u00f6sische Debatte \u00fcber den gesellschaftlichen Auf- und Umbau \u00f6ffentlich virulent und teilweise kontrovers gef\u00fchrt. &#8222;Es gibt keine doppelb\u00f6dige Politik&#8220;, stellte Camus als Chefredakteur am 22. August 1944, dem ersten Tag des regul\u00e4ren Erscheinens als morgendliche Zeitung, klar: &#8222;es gibt nur eine &#8211; und das ist diejenige, die Verantwortung \u00fcbernimmt, es ist die Politik der W\u00fcrde&#8220; (Bd. 1, S. 108). Kritischer Journalismus, erl\u00e4uterte er am 8. September 1944 &#8222;l\u00e4uft auf den Anspruch hinaus, dass die Grundsatzartikel den Dingen wirklich auf den Grund gehen und dass die falschen und zweifelhaften Nachrichten nicht wie Tatsachen pr\u00e4sentiert werden&#8220; (Bd. 1, S. 135). F\u00fcr ihn konnte, wie er am 1. Oktober 1944 schrieb, &#8222;die politische Revolution nicht auf eine moralische Revolution verzichten &#8230;, die mit ihr einhergeht und ihre tats\u00e4chliche Dimension er\u00f6ffnet&#8220; (Bd. 1, S. 167). Journalismus und Moral schlossen sich f\u00fcr Camus nicht aus. F\u00fcr ihn war Journalismus moralisch. Wie er in einem Artikel zu diesem Thema am 22. November 1944 \u00e4u\u00dferte: &#8222;Die Gerechtigkeit ist zugleich ein Gedanke und ein Gef\u00fchl der Seele.&#8220; (Bd. 1, S. 260)<\/p>\n<p>Camus scheute keine \u00f6ffentliche Debatte mit Andersdenkenden wie auch Gleichgesinnten, mit deren Positionen in anderen Medien er sich ebenso vehement auseinander setzte wie diese sich umgekehrt mit ihm und seiner Weltsicht. In einer Einlassung auf einen Artikel in Le Figaro des von ihm gesch\u00e4tzten Humanisten und Pazifisten Jean Gu\u00e9henno \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Ziel und Mitteln stellte er am 4. November 1944 klar: &#8222;es geht tats\u00e4chlich um das Wohl des Menschen. Nicht dadurch, dass man sich au\u00dferhalb der Welt stellt, sondern durch die Geschichte selbst hindurch.<\/p>\n<p>Es geht darum, der Menschenw\u00fcrde durch Mittel zu dienen, die auch inmitten einer w\u00fcrdelosen Geschichte w\u00fcrdevoll bleiben. &#8230; Es gibt nur noch eines zu versuchen, und das ist der schlichte und simple Weg einer illusionslosen Redlichkeit, einer weisen Loyalit\u00e4t und einer Hartn\u00e4ckigkeit, nunmehr ausschlie\u00dflich noch die Menschenw\u00fcrde zu st\u00e4rken.&#8220; Und er endete mit der \u00dcberzeugung, &#8222;dass die Lauterkeit &#8211; was immer man auch von ihr h\u00e4lt &#8211; niemals eine W\u00fcste sein wird.&#8220; (Bd. 1, S. 234f.)<\/p>\n<p>Mit Francois Mauriac f\u00fchrte Camus mehrfach respektvolle, aber auch erbitterte Auseinandersetzungen \u00fcber die franz\u00f6sische Innenpolitik. In einem auf Mauriac reagierenden Leitartikel am 5. Januar 1945 beklagte er, dass im Zuge der S\u00e4uberungen von Kollaborateuren mit dem Nazi-Regime die Gerechtigkeit auf der Strecke bleibe: &#8222;Was wir uns w\u00fcnschten, war schwierig umzusetzen, weil dabei die harte Notwendigkeit, mit der das Land ohne Willensschw\u00e4che denjenigen Teil zerst\u00f6ren musste, der es verriet, und unser Bem\u00fchen, den n\u00f6tigen Respekt den Menschen gegen\u00fcber nicht zu versagen, vers\u00f6hnt werden mussten. &#8230; Das Problem, das wir l\u00f6sen m\u00fcssen, ist ein Problem des Gewissens &#8230; Aber Klarheit, H\u00e4rte und menschliche Geradheit lassen sich nicht erlernen.&#8220; (Bd. 2, S. 18ff.)<\/p>\n<p>An die &#8222;Macht der Gef\u00fchle&#8220; appellierte Camus, als er am 30. November 1946 die Notwendigkeit f\u00fcr einen Dialog begr\u00fcndete, um &#8222;nicht den Eindruck zu hinterlassen, dass die Zukunft der Welt unserer Emp\u00f6rungs- und Liebesf\u00e4higkeit entbehren kann. &#8230; Was wird geschehen, wenn &#8211; trotz zweier oder dreier Kriege, trotz der Opferung mehrerer Generationen und einiger Werte &#8211; unsere Enkel, angenommen sie existieren dann noch, der universalen Gesellschaft nicht n\u00e4herkommen? &#8230; \u00dcber f\u00fcnf Kontinente hinweg wird in den kommenden Jahren ein endloser Kampf zwischen der Gewalt und dem Wort stattfinden. Und es stimmt, dass die Gewalt tausendmal bessere Aussichten hat als das Wort.<\/p>\n<p>Aber ich war immer der Ansicht, wenn ein Mensch, der auf menschliche Verh\u00e4ltnisse hofft, ein Verr\u00fcckter sei, so sei jener, der an den Ergebnissen verzweifelt, ein Feigling. Und von nun an wird es nur noch den Stolz geben, unbeirrbar jene gro\u00dfartige Wette mitzumachen, die schlie\u00dflich dar\u00fcber entscheiden wird, ob Worte st\u00e4rker sind als Kugeln.&#8220; (Bd. 2, S. 183ff.)<\/p>\n<p>\u00c4hnlich pr\u00e4gnant fasst Camus seine \u00dcberzeugung in einer neuerlichen Auseinandersetzung mit einem Kritiker in einem seiner letzten im Combat erschienenen Artikel vom 25. November 1948 zusammen: &#8222;Mich ekelt vor der Welt, in der ich lebe, aber ich f\u00fchle mich solidarisch mit den Menschen, die leiden. Es gibt ehrgeizige Ziele, die nicht die meinen sind, und mir w\u00e4re nicht behaglich zumute, wenn ich meinen Weg machen m\u00fcsste mit Hilfe der armseligen Vorrechte, die allen mit dieser Welt Paktierenden vorbehalten sind. Mir scheint jedoch, die Schriftsteller sollten sich ein anderes Ziel stecken: n\u00e4mlich Zeugnis abzulegen und wann immer es m\u00f6glich ist und jeder nach seiner Begabung, denen die Stimme zu leihen, die geknechtet sind wie wir.&#8220; (Bd. 2, S. 227)<\/p>\n<p>Jacqueline L\u00e9vi-Valensi (1934-2004) hat uns mit den im Original 2002 erschienenen B\u00e4nden eine wunderbare zeitgeschichtliche Dokumentation der radikalen humanistischen Gesinnung eines gro\u00dfen Schriftstellers und Journalisten hinterlassen. Dank Lou Marin, der ihm mit seiner 1998 im Verlag Graswurzelrevolution erschienenen Studie &#8222;Ursprung der Revolte. Albert Camus und der Anarchismus&#8220; bereits bei einem deutschen Publikum die verdiente W\u00fcrdigung als libert\u00e4r Gesinnter zuteilwerden lie\u00df, sind uns diese Texte, ihre Einf\u00fchrungen und die hilfreichen Zusatzerl\u00e4uterungen (teilweise in der deutschen Fassung um weitere Hinweise durch den \u00dcbersetzer erg\u00e4nzt) nunmehr auch in deutscher Sprache zug\u00e4nglich. Camus prinzipienfestes damaliges Engagement, geleitet von einer werteorientierten Integrit\u00e4t die ihresgleichen sucht, hat die Zeit \u00fcberdauert und bleibt aktuell. Wir d\u00fcrfen uns freuen, davon auch heute noch inspiriert und motiviert zu werden. Dem LAIKA Verlag ist zu w\u00fcnschen, dass die Resonanz das verlegerische Risiko eines solch ambitionierten Projektes belohnt. Weite Beachtung haben die Inhalte allemal verdient.<\/p>\n<p>Deren Aktualit\u00e4t bleibt in vielen F\u00e4llen bestehen, auch wenn viele der Texte dem unmittelbaren Geschehen im besetzten und befreiten (Nachkriegs-)Frankreich und der Auseinandersetzung um dortige gesellschaftspolitische Fragen geschuldet sind.<\/p>\n<p>Die zwei Jahre nach Erscheinen der franz\u00f6sischen Originalausgabe verstorbene Herausgeberin brachte dies in einem Vorwort auf den Punkt: &#8222;Mehr als f\u00fcnfzig Jahre nach ihrer Erstver\u00f6ffentlichung und auch angesichts der Tatsache, dass sie eng mit den historischen Ereignissen ihrer Zeit verkn\u00fcpft sind &#8211; deren Hoffnungen und Desillusionierungen sie auf perfekte Weise reflektieren &#8211; , haben diese Artikel nichts von ihrem Wert und ihrer Ausdruckskraft verloren. Sie sprechen noch heute zu uns und haben uns zu den Themen Freiheit, Gerechtigkeit, Wahrheit und Demokratie viel zu sagen. Manchmal schienen sie gar f\u00fcr uns und unsere Zeit geschrieben und rufen uns zu Weitsicht und Wachsamkeit auf.&#8220; (Bd. 1, S. 11)<\/p>\n<p>Ein abschlie\u00dfendes Beispiel dokumentiert die Zeitlosigkeit vieler der von Camus vertretenen Standpunkte. W\u00e4hrend im August 2015 dem 70. Jahrestag der Atombombenabw\u00fcrfe auf Hiroshima und Nagasaki gedacht wurde, hatte er schon in seiner ersten Reaktion auf Hiroshima am 8. August 1945 eigentlich alles gesagt: &#8222;Die Welt ist, wie sie ist &#8211; und das hei\u00dft unterstes Niveau. &#8230; Die technische Zivilisation ist auf der letzten Stufe ihrer Barbarei angekommen. &#8230; Aber wir weigern uns, aus einer solch schwerwiegenden Nachricht irgendeine andere Schlussfolgerung zu ziehen als die noch energischere Bef\u00fcrwortung einer wahren internationalen Gemeinschaft, in welcher die Gro\u00dfm\u00e4chte gegen\u00fcber den kleinen und mittleren Nationen keinerlei rechtliche Privilegien einger\u00e4umt werden und in welcher der Krieg &#8211; jene ausschlie\u00dflich durch die menschliche Intelligenz wirksam gewordene Gei\u00dfel &#8211; nicht mehr vom Appetit oder den Ideologien dieses oder jenes Staates abh\u00e4ngt. &#8230; Angesichts der schrecklichen Perspektiven, die sich der Menschheit \u00f6ffnen, wird uns noch deutlicher bewusst, dass der Einsatz f\u00fcr den Frieden nunmehr der einzige Kampf ist, der es wert ist gef\u00fchrt zu werden. Es ist nun kein Gebet f\u00fcr den Frieden mehr, sondern eine Notwendigkeit, welche die Bev\u00f6lkerung gegen ihre Regierungen aufbringen muss: eine Notwendigkeit, sich definitiv zwischen der H\u00f6lle und der Vernunft zu entscheiden.&#8220; (Bd. 2, S. 128f.)<\/p>\n<p>Angesichts solch prinzipieller Pl\u00e4doyers \u00fcberrascht es nicht, dass die Herausgeberin (ebenso wie der \u00dcbersetzer, aber auch der Rezensent) ihre Bewunderung f\u00fcr und Identifikation mit Camus nicht verhehlt. Seine Positionierung &#8222;in der und gegen die Geschichte&#8220;, an die sie in ihrer einleitenden W\u00fcrdigung seines Engagements mit einem Zitat aus dessen &#8222;Mensch in der Revolte&#8220; erinnert (Bd. 1, S. 75), bleibt ein die Zeiten \u00fcberdauerndes Vorbild. F\u00fcr ihn war Politik auch mit moralischen Ma\u00dfst\u00e4ben zu messen.<\/p>\n<p>Gerechtigkeit, Integrit\u00e4t und humanistische Prinzipien durften f\u00fcr ihn nicht durch Sachzw\u00e4nge, Kompromisse oder Opportunismus relativiert werden. Zu keiner Zeit, in keiner Situation.<\/p>\n<p>&#8222;Der Chefredakteur, Leitartikler, Journalist, Schriftsteller, \u00f6ffentlich Engagierte &#8211; sie sprachen alle dieselbe Sprache, standen im Dienst derselben \u00dcberzeugungen und entwickelten dasselbe Verantwortungsgef\u00fchl.&#8220; (ebd.) &#8211; Wir d\u00fcrfen uns davon auch heute noch ermutigen lassen, um das zu tun, was schon Camus f\u00fcr n\u00f6tig hielt: daf\u00fcr zu leben, dass der Vernunft (im Sinne von Menschlichkeit) der Vorrang vor der H\u00f6lle gegeben wird &#8211; um letztlich die Wette zu gewinnen, dass Worte st\u00e4rker sind als Kugeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt nur wenige Schriftsteller von Weltrang, die sich auch \u00e4hnlich erfolgreich als politisch engagierte Journalisten in die Politik einmischten und sie durch ihre Meinungsartikel aktiv mit gestalteten und belebten. George Orwell war einer der bekanntesten unter diesen, w\u00e4hrend er als Chronist im Spanischen B\u00fcrgerkrieg die internationalen Brigaden unterst\u00fctzte. 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