{"id":1513,"date":"1997-11-01T00:00:20","date_gmt":"1997-10-31T22:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=1513"},"modified":"2022-07-26T13:34:12","modified_gmt":"2022-07-26T11:34:12","slug":"auf-in-die-freie-heide","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1997\/11\/auf-in-die-freie-heide\/","title":{"rendered":"Auf in die FREIe HEIDe!"},"content":{"rendered":"<p>Die Geschichte der FREIen HEIDe &#8211; oder besser (schlechter?) &#8211; des Bombodroms Wittstock reicht bereits zur\u00fcck bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Rote Armee besetzte nach dem Krieg das Gel\u00e4nde, enteignete Gemeinden und Bauern\/B\u00e4uerinnen und \u00fcbte seitdem 40 Jahre lang den Krieg in der Heide.<\/p>\n<p>Nach dem Zusammenbruch der DDR und dem Abzug der Roten Armee entdeckte die Bundeswehr den Platz. Ein immerhin 142 km<sup>2<\/sup> gro\u00dfer Platz, um Bombenabw\u00fcrfe im Rahmen der neuen out-of-area-Strategie zu \u00fcben, hatte ihr gerade noch gefehlt. Im Westen der Republik war ein solcher Platz nicht (mehr) verf\u00fcgbar, und in der d\u00fcnn besiedelten Wittstocker Heide war mensch ja sowieso ans Kriegspielen gew\u00f6hnt &#8211; so die \u00dcberlegungen der Bundeswehr-StrategInnen. Die Pl\u00e4ne der Bundeswehr: Es sollen Tiefflieger-Angriffe mit einer Flugh\u00f6he (oder besser: Flugtiefe) von bis zu 30 m ge\u00fcbt werden. Etwa 3 000 Eins\u00e4tze pro Jahr sind geplant, wobei ein Einsatz etwa 12 Tiefsturzfl\u00fcge umfa\u00dft &#8211; in der Summe ergeben sich also 36 000 Flugman\u00f6ver j\u00e4hrlich.Auf der Liste der Waffen, die auf dem Bombodrom getestet werden sollen, stehen Bomben, Lenkflugk\u00f6rper, Raketen, Artilleriewaffen, Bordkanonen, Maschinengewehre, Panzerabwehrwaffen, Handgranten &#8211; ein umfassendes &#8222;Arsenal des Schreckens&#8220; moderner &#8222;humanit\u00e4rer Kriegsf\u00fchrung&#8220; der neuen Bundeswehr.<\/p>\n<p>Gleich nach Bekanntwerden der Bundeswehrpl\u00e4ne organisierte sich die Bev\u00f6lkerung in der BI FREIe HEIDe, und der Widerstand in der Region bildet heute die st\u00e4rkste regional verankerte antimilitaristische Bewegung. Erste Erfolge vor Gericht wurden errungen, denn im August 1996 legte das Verwaltungsgericht Potsdam der Bundeswehr doch so einge planungsrechtliche Brocken in den Weg (vgl. GWR 212).<\/p>\n<p>Die Bundeswehr und ihre Unterst\u00fctzerInnen blieben jedoch nicht unt\u00e4tig. Mit dem Arbeitsplatzargument versuchen sie, in dieser strukturschwachen Region dem Widerstand das Wasser abzugraben. Eine unklare Perspektive des weiteren Widerstandes f\u00fchrt ebenfalls zu einer derzeit abnehmenden Beteiligung an den Aktionen der FREIen HEIDe, und zu einer zunehmend wahrnehmbaren Resignation.<\/p>\n<p>Der Widerstand gegen das Bombodrom bedarf daher einer behutsamen bundesweiten Unterst\u00fctzung, um die Perspektive der Entmilitarisierung der Wittstocker Heide voranzutreiben und den Menschen in der Region den Mut und die Energie zur\u00fcckzugeben, die in der Nachwendezeit zur Mobilisierung f\u00fcr die FREIe HEIDe gef\u00fchrt haben. Noch ist es nicht zu sp\u00e4t, die FREIe HEIDe zu <strong>einem<\/strong> \u00fcberregionalem Kristallisationspunkt im bundesweiten Widerstand gegen out-of-area zu machen!<\/p>\n<p>Die 46. Protestwanderung am Volkstrauertag, dem 16. November 1997 bietet eine gute Gelegenheit, sich mit den Menschen und der Region der FREIen HEIDe vertraut zu machen und bundesweite Unterst\u00fctzung f\u00fcr die FREIe HEIDe zu signalisieren. Die Protestwanderung wird an der Mahns\u00e4ule bei Neuglienicke um 13:30 Uhr beginnen und f\u00fchrt von dort auf das Gel\u00e4nde des Bombodroms, wo sich eine von der BI FREIe HEIDe eingerichtete Mahn- und Gedenkst\u00e4tte befindet. F\u00fcr eine FREIe HEIDe &#8211; gegen Bundeswehr und out-of- area!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte der FREIen HEIDe &#8211; oder besser (schlechter?) &#8211; des Bombodroms Wittstock reicht bereits zur\u00fcck bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Rote Armee besetzte nach dem Krieg das Gel\u00e4nde, enteignete Gemeinden und Bauern\/B\u00e4uerinnen und \u00fcbte seitdem 40 Jahre lang den Krieg in der Heide. Nach dem Zusammenbruch der DDR und dem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1997\/11\/auf-in-die-freie-heide\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Auf in die FREIe HEIDe! - graswurzelrevolution","description":"Die Geschichte der FREIen HEIDe - oder besser (schlechter?) - des Bombodroms Wittstock reicht bereits zur\u00fcck bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Rot"},"footnotes":""},"categories":[103,1025],"tags":[],"class_list":["post-1513","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-223-november-1997","category-die-waffen-nieder"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1513"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1513\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}